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Test: Re-Compose Liquid Notes, Kompositionstool

Bedienung

Ist erst einmal das MIDI-File importiert, steht der Kreativität nichts mehr im Wege. Jeder Harmonie ist ein Slider zugeordnet. Befindet sich der Slider unten, ist die jeweilige Harmonie (bzw. harmonische Fortschreitung) „gewöhnlich“, das bedeutet, sie entspricht der westeuropäischen Hörerwartung. Je höher der Slider geschoben wird, um so „ungewöhnlicher“, d.h. überraschender, ist der Akkord. Durch Drehen des Sliders im Tension Edit Mode (oder alternativ mit gedrückter Alt-Taste) lassen sich Dissonanzen hinzufügen.

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Über jedem Slider sind drei Buttons platziert, welche die Buchstaben T, S und D für Tonika, Subdominante und Dominante tragen. Hiermit kann man die harmonische Grundfunktion, die eine Harmonie an dieser Stelle erfüllen soll, einstellen. Gekrönt wird alles mit der jeweiligen Akkordbezeichnung. Fährt man mit dem Mauszeiger über die jeweilige Bezeichnung, wird ein Reset-Button eingeblendet, der es ermöglicht, wieder den ursprünglichen Akkord einzustellen.
Über den Slidern befindet sich die Loop Bar. Die Transportkontrolle am unteren Fensterrand stellt die üblichen Funktionen bereit.

Liquid Notes

Liquid Notes

Die gut mit Harmonien gewürzte Komposition exportiert man entweder als MIDI-Datei oder nimmt sie direkt im Sequencer auf. Letzteres verlangt gutes Timing, da es keine Möglichkeit zur Synchronisation gibt. Nach dem Starten der Aufnahme im Sequencer muss die Wiedergabe in Liquid Notes manuell zum richtigen Zeitpunkt eingeleitet werden.

Spezielle Einstellungen

Für jede Spur gibt es Einstellungen, die den Einfluss des Programms auf diese Spur einschränken können. So kann man Spuren, z.B. Drumspuren, von der Reharmonisierung ausnehmen. Besonders für Melodiestimmen und Arpeggios/Akkordbrechungen ist diese Option wichtig, da man z.B. verhindern kann, dass Letztere als Melodie interpretiert werden oder dass Melodien zu stark verändert werden.

Reharmonize Settings

Reharmonize Settings

Die Live-Funktion

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Liquid Notes bietet eine Live-Funktion, die es ermöglicht, zum Playback zu improvisieren und trotz Lampenfieber immer die richtigen Töne zu treffen. Jeder kann sich dabei seine Lieblingsskala aussuchen. Die Töne werden entsprechend der gerade aktuellen Harmonie in ihrer Tonhöhe angepasst. Leider funktionierte das Feature beim Test nur bedingt. Es war lediglich die C-Dur-Skala nutzbar. Die Töne wurden aber alle „richtig gebogen“. Der Support versprach eine Behebung des Problems mit dem nächsten Update.

Bedienungsschwächen

Grundsätzlich lässt sich das Programm sehr gut bedienen. Gelegentlich sind mehrere Versuche nötig, bis das Programm startet. Lediglich die Einstellung der Abspielposition verlangt etwas Fingerspitzengefühl.

Wünschenswertes

Mir fehlen für den Preis der Software noch einige Funktionen. So ist es nicht möglich, dass sich die Harmonisierung nach der Melodie richtet und nur Akkorde angeboten werden, die zur Melodie passen. Die Melodiespur lässt sich nur vollständig der Harmonisierung ausschließen, wodurch es geschehen kann, dass einige Töne nicht mehr zu den Harmonien passen. Gerade für Gesangslinien kann eine solche Funktion sinnvoll sein, um nicht den Stimmumfang des Sängers zu überschreiten. Aber auch, wenn die Melodie aus ästhetischen Gründen nicht verändert werden soll, ist eine solche Funktion unverzichtbar.
Darüber hinaus sollte es auch möglich sein, Harmonien allein aufgrund der Melodie berechnen zu können.

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Fazit

Anders als in der Werbung suggeriert, sollte man doch über einige wenige theoretische Grundkenntnisse verfügen, um die Software wirklich zu verstehen. Tonsatz- und Notenkenntnisse sind aber nicht nötig. Das Programm erfüllt seine Funktion zufriedenstellend. Das Konzept birgt noch viel Potential. Vor allem die Möglichkeit, eine Oberstimme automatisch zu harmonisieren, wäre eine sinnvolle Ergänzung.

Liquid Notes kann sicherlich dazu beitragen, den musikalischen Horizont zu erweitern. Das Lernen harmonischer Grundlagen – sei es durch Studieren von Theoriewerken oder das einfache Anhören und nachspielen von Musik – kann es aber nicht ersetzen.

Wer in Harmonielehre und Tonsatz geübt ist, wird auf herkömmlichem Weg wesentlich schneller zu Ergebnissen gelangen. Für diese Zielgruppe gibt es auch Software, die bei ähnlichem Preis wesentlich ausgefeiltere Funktionen bietet, andererseits aber tief gehende theoretische Kenntnisse erfordert.

Da Liquid Notes als Teil des kreativen Prozesses eingesetzt wird, muss man selbst ausprobieren, ob die Software die gewünschte Unterstützung beim Songwriting bietet. Das Potenzial hierzu bietet das Programm auf jeden Fall.

Plus

  • originelles Konzept
  • einfache Bedienung
  • funktioniert auch Standalone

Minus

  • Preis
  • könnte mehr Funktionen bieten

Preis

  • UVP: 159,- Euro
  • Straßenpreis: 150,- Euro
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Klangbeispiele
Forum

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