Reason Studios bietet seine DAW Reason+ nun im Abo-Modell an

27. Januar 2021

Kaufen oder mieten, das ist (jetzt) die Frage!

reason plus studios daw 11

Reason Studios bietet seine DAW Reason+ nun im Abo-Modell an

In den letzten 1 1/2 Jahren hat sich bei Reason Studios, besser bekannt als Propellerheads, und deren gleichnamiger Digital Audio Workstation Reason einiges getan. Im August 2019 stellte die Firma Version 11 ihrer DAW vor, den Test dazu findet ihr hier. Damit einher ging die Umbenennung des Unternehmens in Reason Studio sowie die Möglichkeit, die DAW nicht nur standalone, sondern auch als Plugin in anderen DAWs zu nutzen. Also quasi die DAW in der DAW. Darüber hinaus gab es etliche Neuerungen, die letztlich auch zu unserem „sehr gut“ als Bewertung im Test führten. Im Februar letzten Jahres folgte das Update auf Version 11.2 samt dem Drum-Player. Beat Map und MIDI-Out-Device.

reason 11 daw studios

Heute hat Reason Studios nun ein neues Bezahl-Modell vorgestellt, damit folgt der Hersteller Firmen wie Adobe, Waves, AVID etc. Wer möchte, kann die DAW Reason nun also abonnieren. Den ersten Monat gibt es kostenlos, danach kostet die DAW monatlich 19,99 Euro. Eine Kündigung ist jederzeit möglich.

Um das Abo-Modell attraktiver zu gestalten, bekommen Abo-User ein paar Extras oben drauf: So soll es ab sofort wöchentlich neue Soundpacks geben, die über das neue Tools Reason+ Companion installiert und verwaltet werden können.

Ebenfalls enthalten sind alle 70 Instrumente und Effekte von Reason, die man aus der Reason 11 Suite kennt. Eine Übersicht dazu findet ihr in unserem Reason 11 Test.

reason 11 daw studios

Doch was passiert mit den bestehenden Usern? Laut Hersteller erhalten Bestandskunden einen 50% Rabatt auf das erste Jahr, sofern sie auf das Abo-Modell wechseln. Das gilt für alle Reason Versionen von 1 bis 11. Nutzer von Adapted, Limited, Lite, Intro or Essentials Versionen sind davon ausgeschlossen. Man kann aber auch einfach bei seiner gekauften Lizenz bleiben, diese soll vom Abo-Modell nicht beeinflusst werden. Doch was passiert beim nächsten Major-Update auf Version 12? Dazu gibt es aktuell noch keinerlei Informationen.

Grundsätzlich ist solch ein Abo-Modell nicht zwingend schlecht. Sofern der Hersteller das als zusätzliche Option anbietet, sollten alle User – egal ob Hobby-Musiker, Semi-Profi oder Profi – damit glücklich werden. Anders sieht es natürlich aus, wenn nur noch das Abo-Modell angeboten wird, vor allem im Hinblick auf bestehende Kunden. Vermutlich wird man bei Reason Studios abwarten müssen, ob und wie die beiden Bezahlmodelle in Zukunft fortgeführt werden. Wir bleiben dran!

Forum
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    bluebell  AHU

    Ein Abomodell dürfte in der Realität eine Sabotagefunktion beinhalten, mit der die Software aus der Ferne unbrauchbar gemacht bzw. deren Nutzung immer häppchenweise aktiviert wird. Für den Nutzer ist das ein erhebliches Risiko, da er jederzeit ausgesperrt werden kann:

    – Hersteller verschwindet oder stellt das Produkt ein
    – Nächste monatliche Aktivierung wird aus politischen Gründen verhindert

    Adobe-Kunden in Venezuela würden mir glauben, dass so etwas nicht zu weit hergeholt ist:

    https://www.diyphotography.net/adobe-has-deactivated-all-venezuelan-creative-cloud-accounts-in-response-to-presidential-order/

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    mudi2000

    Ich finde, wenn denn Updates etwas kosten sollen, ein Modell wie bei BItwig besser, wo man das Produkt kauft und beliebig lange verwenden kann, allerdings die Updates auf ein Jahr beschränkt sind.

    Oder natürlich wie bei meiner Lieblings-DAW Reaper, wo man kostenlose Upgrades für zwei volle Major Releases erhält, was in der Regel für mehrere Jahre gilt.

    Ein Abo, wo man den Zugriff verliert, finde ich nicht gut. Ich hoffe, dass man nach Ablauf die Projekte wenigstens noch Read-only öffnen kann wie z.B. bei Microsoft 365.

    Außerdem sollte bei dem Reason-Abo eine Lupe mitgeliefert werden (für mich persönlich ist die GUI in der aktuellen Form nicht benutzbar weil zu klein)

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    Jens Barth  

    Ich bin generell kein Freund von Abo – Modellen und habe lange Zeit einen großen Bogen darum gemacht.

    Allerdings bin ich bei Roland Cloud, da wird / wurde man für eine Mitgliedschaft belohnt, so das das Abo – Modell eigentlich kostenneutral ist. Plugin – Alliance macht es so ähnlich.

    Es ist sicher positiv, wenn man die Auswahl hat (kaufen oder Abo), das hat Propellerhead schon mal richtig gemacht. Da ich Reason 11 Suite habe ist allerdings das Abo – Modell nicht wirklich attraktiv.

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      anttimaatteri  

      ja plugin-alliance macht das gut. ein bundle hab ich (fast) ohne zu überlegen abonniert. im prinzip nimmt man ja einen kredit beim hersteller selbst und zahlt den ab. da sollte selbst ein kleiner aufpreis keine beschwerden auslösen. immerhin bekommt man die software ja sofort und nicht erst, wenn man sie in 2-3 jahren zusammengespart hat. eine daw über 2-3 jahre quasi abbezahlen ist ne gute sache. kommt auch auf die höhe des monatlichen beitrags an.
      ein abo-modell ohne jedes besitztrecht an der vollversionslizenz nach ablauf eines gewissen zeitraums, halte ich dennoch für scheisse.. ne danke.

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    Henrik Fisch  AHU

    Ich HASSE Abo-Modelle. Ich will mich nicht auf Dauer finanziell an einen Hersteller binden. Freiwillig gerne. Aber nicht, weil ein Hersteller es erzwingt. Für mich hat das immer so etwas von »wozu eigentlich?« (Spoiler: damit der Hersteller mehr Geld verdient).

    Im Falle von »Reason« wäre man nach einem Jahr bereits rund 220,00 $ los (der erste Monat ist ja frei). Noch ein bischen was obendrauf gepackt und/oder einen Sale abgewartet und man bekommt dafür »Bitwig Studio«.

    Sollte Cockos mit ihrem »Reaper« jemals zu einem Abo-Modell wechseln, wäre das ein Grund, die DAW zu wechseln. Allerdings gehe ich gerade bei denen nicht von irgend einer Wahrscheinlichkeit aus. Sollten sich Ableton oder Bitwig so etwas einfallen lassen, dann wären diese DAWs sofort vom Einkaufszettel gestrichen.

    Spannend wäre es, wenn sie eine Art »Rent to own« daraus machen würden: Ein Jahr abonniert (oder so), und es gehört einem die Software auch dann, wenn man das Abonnement nicht mehr fortsetzt. Das wäre reell und für mich ein Grund, das Abo tatsächlich freiwillig fortzusetzen.

    P.S.: Ich warte darauf, dass mein Metzger von nebenan ein Abo-Modell einführt: Wurst gibt’s nur noch, wenn man 3 Monate Mitglied ist. Und dann auch nur an Warenwert der maximalen gezahlten Abo-Summe … abzüglich einer Verwaltungs-Pauschalen von 25%. Wo kämen wir schließlich hin, wenn ein Hersteller nur aufgrund von guten Produkten sein Geld macht.

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      TobyB  RED

      Mietmodelle sind auch eher für den semi und professionellen Studiobetrieb gedacht. Da tickt die Uhr von der Kostenseite. Und da spielt so ein Modell auch seinen großen Pluspunkt aus. Weil es in einen anderen Sachkontenrahmen fällt und betriebswirtschaftlich anders behandelt wird. Das dieses Modell für den ambitionierten Hobby Musiker nix ist, dürfte klar sein. Da ticken finanziell die Uhren anders. Und dementsprechend anders ist da der „betriebswirtschaftliche Zyklus“. Sparschwein gefüllt, okay ich kann es mir leisten. Sparschwein leer eben nicht.

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        ISE500  AHU

        Ein professionelles Studio leistet sich doch auch eine DAW? Irgendwie verstehe ich dein Argument nicht.

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          TobyB  RED

          Mach mal eine einfache Rechnung. Du bist ein Studiobetreiber. Du hast in einer Periode X = 1000 Einheiten Einnahmen. Update und Funktionserweiterungen deiner DAW kostet dich im Einkauf(Kaufprodukt) 500 Einheiten pro Periode.

          Nun mietest du für 240 Einheiten in der Umsatzperiode. Und generierst 1000 Einheiten Einnahmen.

          Jetzt bleiben einmal 500 Einheiten unterm Strich und dann 760 Einheiten.

          ich hoffe das Beispiel ist verständlich.

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            ISE500  AHU

            Du meinst also, daß Studiobetreiber viel zu viel bezahlt haben für die Benutzung von DAWs vor der Einführung von Abo-Modellen?
            Und es tut mir leid, aber wenn ich deine Sätze nachvollziehen möchte (habe es dreimal versucht), verknotet sich mein Gehirn wie Pasta.

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    Soundreverend  AHU

    Ich finde das Roland Modell (das es allerdings nur am Anfang gab) eigentlich ok, ich darf pro Jahr 2 Plugins behalten, das wären 240 Euro im Jahr für alle Roland Cloud Features und dazu eben auch 2 Plugins „Lifetime License“ in der Hoffnung dass die Cloud nicht irgendwann abgeschaltet wird. :-)

    Also eher ein „Rent to buy“ als ein lebenslanges Abo. Aber schaut euch Apple Music und Spotify an, auch da gehört einem nix, man zahlt jeden Monat für die unendliche Möglichkeit Musik zu hören, wenn man nicht mehr bezahlt ist alles futsch (Oder man hört Werbung?) CDs gehören mir, Schallplatten gehören mir – und lagern seit Jahrzehnten im Keller – mp3s oder m4a gehören mir. Das gefällt mir immer noch besser.

    Weiteres Beispiel: Splice… ich zahle monatlich für z.B. für 100 Samples, kann die aber behalten wenn ich das Abo kündige. Genau so stelle ich mir das vor.

    Jeden Monat 20 Euro für Reason ist schon happig.

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    NoisiaTHX

    Also an alle die schon ihre Reasonbox symbolisch verbrennen und in Socialmedia brennend zur Schau stellen wollen: Es ist eine Option und kann als Normalkäufer ignoriert werden. Normale Reason-Upgrade- und RE-Shop-Käufe sind weiterhin möglich.

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      Henrik Fisch  AHU

      Man sollte vielleicht noch erwähnen, dass es Reason Studios einem werdenden Kunden auch nicht wirklich einfach macht, das Angebot zu finden. Bevor man den Button zum Kauf von »Reason« erspäht, hat man sich Schwielen am Zeigefinger geklickt.

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    vssmnn  AHU

    Für global vertriebene Software-Produkte sind 19.90 im Monat schon echt viel Kohle.
    Klar, ein prima Geschäftsmodell, wenn man tausende Kunden hat, welche monatlich zahlen.. aber ich meine, das wird krachend scheitern, weil sie damit keine Neukunden gewinnen, sondern eher Kunden vergraulen.
    Nichts gegen Abo-Modelle, aber nicht für den Preis.
    # The Reaper takes them all ;-)

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    NilsHammer

    Wer Abos abschließt gibt der Firma alle Macht.

    Dieses Prinzip dient für mich einzig der Gewinnmaximierung und Risikominimierung des Konzerns. Das ist dann alles nicht mehr dein Eigentum, Preise werden diktiert und können nur noch Akzeptiert werden. Man wird der Möglichkeit des Einspruches beraubt. Das Problem auf politischer Seite habe ich noch garnicht so betrachtet ;)

    Leute spart und kauft. Am Besten im örtlichen Musicshop, der hat am meisten davon. Von einem Abo wird er nichts spüren….

    Ich finde es schade das die von Ernst Nathorst-Böös gegründete Software-Schmiede Propellerhead, (mittlerwile Reason Studios) mit der Veräußerung immer mehr zur Melkmaschine wird.

    Definitiv DISLIKE!

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    Dhooomas

    Der Vollständigkeit halber – es gibt einen englischen Blogeintrag von den Propellerheads (eigentlich Propellerhead Software, der Domainname war wohl ein Fehlgriff vom ehemaligen CEO).

    https://www.reasonstudios.com/blog/introducing-reason-plus

    Zusammengefasst, was noch nicht erwähnt wurde:
    – Reason Intro/Suite werden abgeschafft
    – ein Major-Update ist in Arbeit
    – es wird weiterhin Kauflizenzen (sog. ‚perpetual licences‘) geben
    – man ist sich bewusst, dass ein Abo nicht für jeden ist
    – bis 27. April gibt es für Besitzer von Reason/Reason Suite das erste Jahr für den halben Preis

  10. Profilbild
    Klang X

    Erste Kontakte hatte ich mit ReBirth und bin dann seit Reason 4 dabei, Ich war immer von der Stabilität begeistert, das Programm ist nie hängen geblieben oder abgestürzt. Auch die Möglichkeit jetzt Reason als PlugIn in jeder DAW nutzen zu können, ist sehr nice.

    Aber nun….tja, jetzt bin ich raus.

    Als Hobbyanwender, der auch mal ein paar Monate den Rechner aus lässt, ist so ein Abomodell schlicht ein Schlag ins Gesicht.
    Leider scheint das Abomodell groß in Mode zu sein, da immer mehr Firmen auf diesen Zug aufspringen.

    Aber solange es Alternativen gibt, kommt mir kein Abomodell ins Haus.

  11. Profilbild
    Christian Koehler  

    Ich hatte auf Trial geklickt und war gleich im Abo Modell drin, mit automatischer Verlängerung. Ich habe eine Weile gebraucht um da raus zu kommen. Ich hoffe die buchen nächsten Monat nicht die 20,-EUR ab. Als alter Reason-User, der inzwischen die DAW verkauft hatte, habe ich dann mal wieder Reason ausprobiert. Ich konnte kaum was bedienen, alles war so klein auf dem Bildschirm. Ich hatte da keine Freude mehr dran, habe es schnell wieder deinstalliert und war heilfroh als ich Bitwig aufmachte und sehen konnte wie einfach und übersichtlich Modulation von allem heute sein kann.

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