Test: Reloop SPIN – portabler (DJ-)Plattenspieler

19. September 2019

Portablism neu gedacht: Der bessere Vestax Handy Trax?

Reloop Spin

Der Reloop Spin im Test

Portable Plattenspieler waren früher etwas für den Park, heute gibt es eine richtige Szene weltweit, Portablism nennt sich das, was man getrost als „Phänomen“ bezeichnen kann. Der Numark PT-01 Scratch ist eines der Modelle, das viel genutzt und auch viel modifiziert wird, ältere oder besser informierte DJs kennen sicher auch noch den Vestax Handytrax. Nun hat auch der deutsche Hersteller Reloop ein Modell auf den Markt gebracht, den Reloop Spin.

Das „portable turntable system“ oder auch „der mobile Plattenspieler“ von Reloop kommt gute drei Jahre nach dem Numark PT-01 Scratch, der in beiden Testberichten von uns zwei Autoren zwei unabhängige Meinungen leider überhaupt nicht überzeugen konnte. Hauptkritikpunkte damals, der „mobile Plattenspieler“ kann nur per Netzteil betrieben werden oder über vier große A-Batterien, nicht jedoch über USB-Anschluss von einer festen Stromquelle oder einer Powerbank, ein zu geringer Ausgangspegel bei Vinyl oder die Tatsache, dass Scratches gar nicht aufgenommen werden können, weil der Scratch-Switch und der Aux-In post-recording sind. Zudem die Klassiker, der Tonarm kann nicht eingestellt werden, das Tonabnehmersystem ist eines der billigsten Sorte und der Klang dementsprechend unerfreulich.

HIER und HIER gibt es unsere beiden Testberichte zum Numark PT-01 SCRATCH und HIER gibt es einen Workshop von uns in zwei Teilen, in dem wie den PT-01 Scratch ein wenig modifiziert haben, um genau die Probleme zu lösen.

Die große Frage ist nun, ob und was Reloop mit dem Reloop Spin aus dem Konkurrenzmodell gelernt und besser gemacht hat. Das Versprechen ist in jedem Fall groß „the ultimate portable turntable“ mit einer Garantie für Spaß unterwegs.

Nun, wenn der mobile DJ-Plattenspieler wirklich Spaß unterwegs bringen kann, dann kann er das auch zuhause und würde damit allen Ansprüchen genügen. Die Frage ist nur: Was kann der Reloop Spin und was kann er besser als der deutlich früher erschienene Numark PT-01 Scratch?

Reloop Spin – ein erster Blick

Wie gewohnt stumpf gehe ich an die ganze Situation ran. Es heißt ja immer, stumpf ist Trumpf und so gehe ich auch gern an Sachen ran. Im Idealfall erklärt sich der volle Nutzungsumfang eh automatisch. Gut, ein wenig informiert war ich natürlich über das Produkt im Vorweg, vielleicht hole ich euch einfach mal auf meinen Stand der grundsätzlichen Dinge.

Reloop Spin

Reloop Spin, ein erster Blick

Der Reloop Spin ist ein mobiler Plattenspieler und zum Glück auch genauso nutzbar. 370 x 95 x 260 mm ist er groß und bringt runde 2 kg auf die Waage. Geliefert wird er als kleines Köfferchen, was er auch ist, denn den es gibt einen kleinen Deckel, der den Player zum kleinen Koffer macht – Griff inklusive.

Reloop Spin

Das Reloop Spin Köfferchen

Der Reloop Spin wird geliefert in unaufgeregter Schwarz/Grau-Kombi. Die Unterseite ist schwarz, die Oberfläche selbst grau, die Bedienelemente wiederum schwarz. Linksseitig vorn sitzt ein 45 mm Crossfader, der aber, so verrät es die Abdeckung auf der linken hinteren Seite, auch nach links hinten verbaut werden kann. Mittig sitzt der Plattenteller, passend für 7-Inches. Rechts befinden sich der Tonarm aus Kunststoff mit vormontiertem Tonabnehmersystem sowie diverse Bedienfunktionen. Dazu gehörten: Start/Stop-Taste, eine Taste für das Bluetooth-Pairing, eine Taste für das USB-Recording, ein kleiner Schiebeschalter für die drei Geschwindigkeiten, Pitch-, Tone-, Aux-Level- und Master-Level-Regler.

Reloop Spin

Die Bedienfunktionen des Reloop Spin

Das Tonabnehmersystem ist eines, das sich auch am Numark PT-01 (Scratch) befindet sowie an vielen andern günstigen mobilen OEM-Plattenspielern. Bekannt ist das auch vom Vestax Handy Trax, der mobile DJ-Plattenspieler mit Crossfader von Vestax, den es derweil ja nur noch gebraucht gibt. Dieser war aber definitiv Vorbild für den Reloop Spin hinsichtlich Form, Tonarm und Tonarm-Halterung, beziehungsweise es ist davon auszugehen, dass der Reloop Spin von der Firma hergestellt wird, die auch den Vestax Handy Trax damals baute.

Reloop Spin

Das Tonabnehmer-System des Reloop Spin

So befindet sich auch am Reloop Spin neben dem Plattenteller eine kleine Öffnung mit einem Needle-Cover festinstalliert, in der das Tonabnehmersystem mitsamt dem Tonarm eingeclippt werden kann, um den Arm beim Transport zu fixieren.

Ein kleiner Hinweis auf den Antrieb: Der Reloop Spin ist ein Belt-Drive, unter dem Plattenteller befindet sich also ein Riemen.

Die Anschlüsse,  Ein- und Ausgänge, befinden sich an den Seiten des Gerätes.  Dort gibt es einen Slot für USB-Speichermedien, benannt USB-Rec, zwei Kopfhörerausgänge (bzw. einen in zwei Formaten, 3,5 mm und 6,3 mm Klinke), einen Master-Out im Cinch-Format sowie einen Stromanschluss als Micro-USB. Ein entsprechendes Kabel befindet sich im Lieferumfang, endend auf USB. Weiterhin gibt es einen Anschluss für ein Kensington-Lock. Auf der linken Seite des Gerätes gibt es dann noch einen Aux-In in Form einer 3,5 mm Klinkenbuchse. Hier befindet sich auch der Lautsprecher des Reloop Spin mit 3 Watt.

Reloop Spin

Guck mir auf die Rückseite!

Mitgeliefert wird zudem noch eine 7-Inch Scratch Vinyl, eine Slipmat, ein Puck für 7-Inches mit großem Mittelloch und eine Bedienungsanleitung.

Der Reloop Spin bietet also einiges an Funktionen und Einstellungen. USB-Recording, Pitch, Tone-Control, Bluetooth, Ein- und Ausgänge zum Anschluss an Anlagen oder zum Aneinanderreihen von mehreren portablen Plattenspielern als Daisy-Chain.

Soweit der Überblick und die Theorie, meine Powerbank steckt schon und es kann losgehen.

Der mobile DJ-Plattenspieler in der Praxis

Starten wir mal ganz klassisch. Da ein externes Netzteil nicht mitgeliefert wird, nutze ich direkt meine Powerbank. Der Reloop Spin freut sich über 5 V, 2 A, und genau das kann er bekommen von nahezu jedem handelsüblichen USB-Netzteil und dem mitgelieferten USB-Kabel. Damit kann man den Reloop Spin vermutlich sogar im öffentlichen Nahverkehr an die dort vorhandenen USB-Steckdosen anschließen – auf jeden Fall aber an Powerbanks, USB-Anschlüsse am Laptop oder dem Adapter des Handy-Ladegeräts. Angeschlossen ist nun meine Powerbank mit 5V, 2400 mA und 18000 mAh. Da das Ganze damit schon problemlos läuft, lassen wir es erst einmal so laufen.

Reloop Spin

POWER ME!

Die Alternative wären zwei passende Akkus, Lithium-Ionen Akkus des Typs 18650. Diese kosten je nach Hersteller circa zwischen 8,- und 15,- Euro, ein passendes Ladegerät, sofern noch nicht vorhanden, grob zwischen 20,- und 50,- Euro. Ich nevorzuge die solide Powerbank, da diese per USB einfacher zu laden ist, während die Akkus im Inneren des Gerätes natürlich das Ganze noch ein Stück mobiler machen. Ich denke da an den Reloop Spin auf dem Schoß. Entweder da liegt dann eine Powerbank mit rum und hängt am Kabel – oder halt nicht. Es hat beides Vorteile, in jedem Fall ist die volle Mobilität auf beide Arten, die heute uptodate sind, gesichert.

Reloop Spin

Akkus rein – oder USB-Power?

Platte drauf und los. Es gibt einen kleinen Start/Stopp-Knopf. Das finde ich ganz smart, einfach so für das Gefühl, den Plattenspieler zu starten, aber auch für den kurzen Break-Effekt.
Nun, 7-Inches laufen super. Wie schaut es mit größeren Formaten aus? Nun auch 10- oder 12-Inches finden ihren Platz, der Reloop Spin bietet genügend Platz auch für diese Durchmesser. Wer es dann mit dem Druck auf die Platte nicht übertreibt, kann dann sogar problemlos mit 12-Inches scratchen.

Reloop Spin

Mitgeliefert: eine Scratch-Vinyl mit Vocals und Drum-Samples

Scratchen generell geht locker flockig von der Hand, auch wenn ich fernab davon bin, dies professionell zu betreiben. Die Nadel klebt in der Rille, was sicher auch an dem (nicht einstellbaren) Auflagegewicht von 5,2 g liegt. Anti-Skating gibt es nicht, wäre bei einem Scratch-Plattenspieler irgendwie aber auch irritierend.
So ist es sogar ein wenig egal, ob der Reloop Spin auf einem geraden Tisch steht, auf dem Schoß oder irgendwo leicht schräg abgestellt wurde.  Augenmaß reicht, eine Wasserwaage braucht hier niemand.

Wichtige Notiz noch dazu: Der Reloop Spin bietet drei Geschwindigkeiten, 33 1/3, 45 und 78 RPM. Zum Umschalten gibt es einen kleinen Schiebeschalter, einwandfrei.

Für die DJs, die bei geringerem Tempo (oder höherem) scratchen möchten, gibt es einen kleinen Pitch-Regler mit einer großen Range von +/-20 %. Damit wäre sogar, wenn notwendig, Beat-Matching machbar. Das ist cool und 20 % sind auch mehr als ausreichend und deutlich hörbar und gut einsetzbar.

Eine kleine Anmerkung zum Thema Riemenantrieb und Motorkraft. Diese ist natürlich nicht übermäßig groß, vor allem aber für 7-Inches mehr als ausreichend, so dass hier auch der Riemen unter dem Plattenteller sich nicht bemerkbar macht. Auch bei soliden Scratch-Aktionen fällt der Antrieb, geringer als an modernen „echten“ DJ-Plattenspielern, nicht auf. Sollte man also den Vergleich ziehen: Der Reloop Spin funktioniert für das, was er soll, einwandfrei!

Unter diesem befindet sich ein Tone-Regler zur Veränderung des Klanges. Hier hinter verbirgt sich ein EQ im Bereich der tiefen Frequenzen, der diese jeweils um 10 dB anheben oder absenken kann. Das wirkt akustisch keine Wunder, denn generell vollbringt der Reloop Spin im unteren Frequenzbereich keine Wunder, man kann damit aber gegensteuern, wenn bei hohem Pegel durch die tiefen Frequenzen das Ganze etwas wummernd wird oder zumindest ein wenig bei bassschwachen Platten versuchen, noch ein wenig rauszuholen. Nach links gedreht wirkt das Ganze also ein wenig wie ein Low-Cut, nach rechts gedreht gibt es ein wenig Boost auf den tiefen Frequenzen.

So, was noch bleibt sind zwei Regler. Master-Level und Level für den Aux-In.

Reloop Spin

2 x Level!

Ehrlich gesagt, die kleine Kiste macht richtig Laune. Keine Fehlfunktionen (oder fehlende Funktionen), die dem Ganzen Abbruch tun, keine Einbußen wie die Notwendigkeit eines 230 V Anschlusses für ein externes Netzteil (oder große Akkus im Inneren) oder oder oder.

Hauptaugenmerk Fader: Der Crossfader

Hauptaugenmerk trifft es schon ganz gut. Im Gegensatz zum Konkurrenten Numark PT-01 Scratch bietet der Reloop Spin ab Werk einen Crossfader. Dieser sitzt vorne links, kann aber problemlos nach hinten links verbaut werden. Somit sind beide von DJs geliebten Positionen erreichbar.

Reloop Spin

Der Crossfader der Reloop Spin

Ein 45 mm Fader ist hier verbaut, leichtläufig gleitend, kein Markenprodukt à la ALPS oder innoFader, jedoch vollkommen funktionabel.

Der Crossfader hat eine Länge von 45 mm. Der Cut-Punkt liegt jedoch nur rund 5 mm in den Fader-Weg hinein, ist also super schnell erreicht. Kleine Bewegungen haben demnach schon die volle Wirkung, danach ist nur noch „Zugabe“ für alle die, die mehr bewegen wollen. Einstellbar ist die Fader-Kurve am originalen Fader nicht – dafür aber gibt es Alternativen von Drittanbietern. Da denke ich sind die Vorlieben unterschiedlich. Gut arbeiten kann man mit der von Reloop angebotenen Crossfader-Lösung  auf jeden Fall – wer etwas anderes wünscht, der kann etwas anderes verbauen.

Pluspunkte sammelt der Reloop Spin durch die beiden Slots für den Crossfader. Der Umbau ist dank bereits vorhandener Kabel in beiden Slot idiotensicher. Rausschrauben, tauschen, Kabel ran, fertig.
Wer genau hinschaut, wird erkennen, dass in dem Slot noch ein weiterer Satz Kabel liegt. Der weiße Stecker ist für den Standard-Fader, der rote Stecker für Crossfader anderer Hersteller, zum Beispiel den bereits erhältlichen Fader von Jesse Dean Design, den  JDDX2R-SP Fader. Good job, einfach schon einmal vorgedacht und dem sowieso bestehenden Hype von Moddern für dieses Gerät eine gute Grundlage gelegt, so dass wirklich jeder hier auch auf einen höherwertigeren Fader wechseln kann.

Aux-In, Bluetooth und eine ungleiche Sache

Bluetooth ist das Stichwort, denn der Reloop Spin lässt sich auch per Bluetooth-Verbindung füttern. In diesem Fall von meinem iPhone 6, mit dem eine Verbindung auch umgehend möglich ist. Die Bluetooth-Pairing-Taste ist dabei der Schlüssel zum Glück. Sie blinkt im normalen Modus, zeigt an, dass keine Verbindung besteht. Hält man diese länger gedrückt bis ein Ton-Signal erklingt, dann ist der Reloop Spin fertig zum Verbinden.
Die Verbindung ist denkbar einfach, wie erwartet. Ein wenig verwunderlich finde ich, dass ich trotz Verbindung nichts höre. Der Grund ist hinsichtlich der Konzeption des Mixers dann aber sinnig: Die Bluetooth-Verbindung gilt als Aux-In und ist demnach auch über den Aux-In Level-Regler regelbar – vor dem Master-Level. So liegt das Vinyl auf der einen Seite des Crossfaders, der Aux-In, ob per Bluetooth oder Line-In auf der anderen.

Kurze Anmerkung: Der Aux-In ist post Tone-Regler. Das heißt, man kann über den Tone-Regler keine Klangveränderung vornehmen. Hinsichtlich der Ausrichtung des Plattenspielers ist das in Ordnung.

Record your scratches!

Mit dem Reloop Spin kommt auch die Funktion, seine „Arbeit“ direkt auf einem USB-Speichermedium aufzuzeichnen. Das Ganze funktioniert denkbar einfach: USB-Stick einstecken (oder Festplatte anschließen) und kurz warten. Der Reloop Spin initialisiert das Gerät, legt einen Ordner an, die LED blinkt rot in kurzen Abständen. Sobald dies erledigt ist, leuchtet die LED durchgehend rot und man kann mit der Aufnahme starten. Ist dies geschehen, wird die rote LED langsam blinken. Wichtig ist, dass man die Aufnahme beim Ende stoppt – ansonsten wird die Aufnahme nicht auf dem Stick gespeichert.

Für das schnelle Aufnehmen von Sessions ist das eine wirklich perfekte Lösung. Schnell und funktionell. Natürlich kann man damit auch sein Vinyl digitalisieren, entsprechend der Aufnahmequalität MP3, des Tonabnehmersystem und der verbauten Wandler würde ich ehrlich gesagt davon abraten, sofern man hier eine gute Qualität erwartet. Das ist aber sicherlich in keinem Kopf als Hoffnung vorhanden, dass der Reloop Spin eine gute Lösung für das Aufnehmen von Platten ist.

Super SPIN Duck Looper App

Extra erwähnt von Reloop wird die Super SPIN Duck Looper App. Diese wird zur Verfügung gestellt in Kooperation mit Reloop, so der Hersteller: “With any purchased SPIN, DJ Babu and the Beat Junkies Institute of Sound adds a free copy of their Super SPiN Duck Looper app, which can be streamed via Bluetooth to your SPIN as a backing beat while scratching and cutting“. Die App ist ein Trainingsgerät des Beat Junkie Institute of Sound und ist frei verfügbar. Sie wird befüttert mit Sounds von DJ Babu (Dilated Peoples) und bietet bis zu  20 Samples als Backing-Track zum Scratchen. Das läuft per Bluetooth und auf iOS wie auch Android-Geräten. Wer keinen Sampler auf dem mobilen Endgerät hat, der kann hier in jedem Fall schon einmal direkt starten.

Klang, Qualität und Haptik

Auf den ersten Blick wirkt der Reloop Spin „well build.“ Das tut er auch auf den zweiten Blick. Ein kleines Köfferchen mit Deckel, der die Oberfläche mit dem Funktionen und dem Tonarm schützt.

Die Oberfläche / das Gehäuse wirken solide, inklusive dem Deckel/Cover, der als „Köfferchen“ fest verschlossen werden kann. Natürlich wird wieder auf die bestehenden Bausatzteile des Herstellers zurückgegriffen, das heißt, man erkennt den Tonarm und das Tonabnehmersystem und man kann davon ausgehen, dass im PT-01 Scratch und im Vestax Handy Trax derselbe Motor verbaut ist. Das ist nun einmal so, ist aber kein Qualitätsmanko! Wäre alles schon top ausgerüstet, wäre zum einen der Preis deutlich höher, zum anderen gäbe es im Bereich Portablism keine Modder-Szene.

Haptisch ist der Reloop Spin super, durch den variabel einbaubarem Crossfader sowieso. Punktabzüge in der B-Note gibt es für den Start/Stop-Taster unter der Spitze des Tonarms. So kleine Finger habe ich nicht. Klar, ich kann auch die Nadel auflegen und dann Start drücken. Will ich aber nicht. Aber hey, das ist nur ein kleiner Punkt.

Die Klangqualität, ein Punkt bei dem man sich immer daran halten muss, wofür dieses Gerät gebaut wurde: Portablism, Spaß, Mobilität. Der 3-Watt Lautsprecher im Inneren kann gar nicht das leisten, was man als guten Klang bezeichnen würde, schon gar nicht gespeist durch das Tonabnehmersystem mit einer Kunststoffnadel, immerhin aber jene mit der Metallspitze.

Demnach, ein Klangerlebnis sollte man hier nicht erwarten. Das kann weder der Abnehmer, noch der kleine Treiber im Inneren des Reloop Spin leisten. Aber es funktioniert und für den Preis, die Grüße und die Ausrichtung langt das allemal. Es gibt halt nicht viel Bass und je nach Lautstärke wird es auch quäckig. Dafür schafft der Reloop Spin bei Vinyl einen Pegel von knapp 100 dB, gemessen in circa 10 cm Entfernung vor dem Lautsprecher. Zugegeben, dann schreit es schon ganz schön im Ohr, wenn man daneben sitzt. Aber der Pegel wird erreicht.

Zum Digitalisieren von Platten würde ich den Reloop Spin auf gar keinen Fall empfehlen, für die Nutzung als mobiler Plattenspieler irgendwo auf Tour und als mobile Scratch-Maschine, dafür reicht das Klangbild alle mal aus.

Fazit

Mit einem Preis von 229,- Euro UVP platziert sich der Reloop Spin natürlich deutlich über der Konkurrenz. Der Numark PT-01 Scratch als direkter Mitbewerber liegt „nur noch“ bei rund 122,- Euro Ladenpreis, nach früherer UVP von rund 170,- €. Mehr als 100,- Euro Aufschlag ist also verdammt saftig, das sind fast 50 %. Dafür liefert der Reloop Spin ein paar mehr Funktionen und vor allem, echte Portabilität ohne Akkus, die man wechseln muss oder Umbauen, damit man das Gerät auch per Powerbank speisen kann. Und klar, wir vergleichen UVP zum Eintritt in den Markt mit dem Ladenpreis eines Produktes, welches schon länger auf dem Markt ist, aber das ist der jetzige Stand.

Was also ist das Fazit? Der Reloop Spin macht Spaß, keine Frage. Das liegt nicht nur am Gerät und Portablism an sich, sondern auch daran, dass der Reloop Spin einfach vieles richtig macht. Vieles, was am Numark PT-01 Scratch nicht so wirklich gut gelöst wurde. Dazu kommen Funktionen wie das Aufnehmen auf ein USB-Medium, höherer Pitch-Bereich, ein an der Oberseite regelbarer Aux-In, Bluetooth-Konnektivität und die Möglichkeit, den richtigen Crossfader an zwei Positionen zu verbauen mitsamt der Grundlage, andere Fader, z. B. von Jesse Dean Designs, zu verbauen. Man hat ganz offenbar zugehört, hingeschaut, nachgedacht und reagiert und auch, wenn unter der Haube bei allem am Ende gleiche Technik steckt, rockt der Reloop Spin durch die gebotenen Funktionen und Möglichkeiten.

Kritik? Nun ja, nach wie vor verstehe ich nicht, warum beim Tonabnehmersystem immer wirklich dieses billige Plastikding verbaut wird. Aber die kann man leicht tauschen!

Plus

  • Funktionsumfang (Pitch (40 % Pitchrange), Low-EQ, regelbarer Aux-In
  • direktes Aufnehmen auf USB möglich
  • Einbindung von Bluetooth-Zuspielern möglich
  • Scratch-Vinyl im Lieferumfang
  • flexibel in der Stromversorgung (leistungsstarke Akkus (wechselbar) oder per USB per Netzteil oder Powerbank)
  • Crossfader an zwei Positionen verbaubar – direkter Kabelsatz für Crossfader von Drittanbietern

Preis

  • 229,- Euro
Forum
    • Profilbild
      Bolle  RED

      Preis-Politik, geringe Abnahme-Menge beim OEM Hersteller, dafür Custom-Kram..

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