The State of Modern Metal
Die Musikmesse MetalCon 2026 fand dieses Jahr im Berliner House of Music statt und war ein Wochenende voller interessanter Einsichten, spannender Begegnungen und coolen Gesprächen. Die Metal Community ist – vielleicht für Außenstehende überraschend – durchaus eine herzliche Szene, die in ihrer musikalischen und ideologischen Homogenität in sich sehr offen und ehrlich funktioniert. Wir waren für euch direkt vor Ort und berichten im folgenden Artikel über die MetalCon 2026!
MetalCon 2026
Zwischen Vorträgen über moderne Metal-Produktionen und wissenschaftlichen Panels über Absorption, Deflektion und Scattering in Aufnahmeräumen (die wie eine Vorlesung in Physik anmuteten) auf drei Bühnen (Main Stage, Genelec Lounge und Tech Stage) gab es auch kleinere Räume, die das House of Music sonst stundenweise als Proberäume vermietet, in denen Hersteller Verstärker und Pedale aufgestellt haben. Hier konnte man einfach mal Gitarre zocken, heavy Riffs raushauen und seine Virtuosität für ein dankbares, spontanes Publikum zur Schau tragen. Man gönnt sich – und man gönnt genauso den anderen.
Zum Teil konnte man auf der MetalCon 2026 auch mit Kopfhörer spielen, um sich wirklich mal in Ruhe mit Geräten auseinanderzusetzen und Knöpfe zu drehen. Zwischen leckeren Barista Kaffee-Angeboten, Bier, Cocktails oder Burgern tummelten sich junge, hoffnungsvolle Musiker und ambitionierte Nachwuchs-Produzenten. Man wollte von den Großen was lernen, etwas mitnehmen. Mein Eindruck war und ich habe es am eigenen Leibe gespürt, dass die Messe in all diesen Punkten ein voller Erfolg war.
Ob im Austausch mit Christoph Wieczorek von ANNISOKAY und Joost van der Broek, die ich auf der MetalCon 2026 interviewen durfte oder in zahlreichen anderen Gesprächen – mal auf Englisch, mal auf Deutsch – mit Metalheads aus der ganzen Welt: Überall spürte man die Mischung aus Leidenschaft und Bodenständigkeit.
Berühmte Produzenten mischten sich entspannt fürs Quatschen unter das Volk, sodass der Eindruck entstand ,die Modern Metal Szene ist uneitel, gesund und gedeiht nach wie vor. Man hatte das Gefühl, Teil von etwas Echtem zu sein.
Die zwei Messetage Freitag und Samstag waren laut, tiefer gestimmt, intensiv und inspirierend – aber vor allem spürte man eine Verbundenheit. Die Gesellschaft könnte von den Metalheads lernen.
Recording-Equipment: Digital Meets Analog
Mein erster Vortrag auf der MetalCon 2026 fand um 15.30 Uhr auf der Tech Stage statt. Unter dem Titel Digital Meets Analog – How to Combine both Worlds sprechen die Developer Stefan Colsmann von elysia und Christian Sager von Klanghabitat über die Kollaboration ihrer Firmen, um den Channex Studio gemeinsam zu entwickeln.
Während elysia vor 20 Jahren gegründet wurde und vor allem durch analoge Hardware wie den Alpha Compressor bekannt ist, öffnen sie sich natürlich immer mehr dem Digitalen, denn man muss mit der Zeit gehen.
Klanghabitat andererseits ist eine junge Firma, die es erst seit 4 Jahren gibt. Sie haben von Anfang an gleichzeitig digital wie analog entwickelt. Analog to Digital ist die magische Phrase, denn man will die analoge Klangqualität mit der digitalen Steuerung – also the best of both worlds – kombinieren.
Hardware ist nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der Herstellung teurer. Somit ist Digital auch ertragreicher für den Hersteller. Man sagt: Analog performt besser in 3D und Stereo, während digital mehr Kontrolle bietet, z. B. beim Drum Bus.
Elysia sagt selber, Analog sei umständlicher, also benötigt es für den zeitgemäßen Gebrauch einen Digital Control Approach. Klanghabitat halfen dabei, die Kommunikation mit dem Computer zu verbessern. Der Channelex Studio ist ein Complete Recording Front End mit einem 4-Band-Dynamic-EQ, einer Dynamic-Section Comp/Limiter und liefert Independent Monitor-Mixe für den Produzenten und den Artist.
Der Channex Studio funktioniert mit seinen 21 Storage-Einheiten aber auch ohne Computer und zwar mit Zero-Latenz-Monitoring. Es ist jetzt auch möglich, in der Zeit ins recordete Signal zurück zu gehen und es zu bearbeiten. Früher war das analog nur mit einer Rasierklinge möglich, indem das Band per wortwörtlichem Schnitt editiert wurde.
Klanghabitat haben auch die Plug-in-Version entwickelt, die im Lieferumfang des Hardware Geräts enthalten ist. So weit, so gut – der erste Vortrag macht schon mal Lust auf mehr.
From Songwriting to Release
Vortrag 2 trägt den Titel Anatomy of a Modern Metal Band – From Songwriting to Release und fand auf der Main Stage statt.
Hier kann ich schon mal interessante Einsichten über die Arbeitsweise vom Produzenten Christoph Wieczorek sammeln. Ich werde ihn am Samstag interviewen und bin überrascht, wie sympathisch, nett und bodenständig der erfolgreiche Metal Produzent aus Halle/ Saale in Sachsen-Anhalt beim Vortrag ist.
Wenn man die harte Musik, die eine Mischung aus gefühlvollem, cleanen Gesang (den Christoph selber beisteuert), harten Shouts und instrumental von supertief gestimmten High-Gain-Gitarren, aber auch elektronischen, atmosphärischen Flächen geprägt ist, hört, überrascht dieser viel lachende, freundliche junge Mann doch sehr.
Christoph ist Produzent seiner eigenen Band ANNISOKAY, arbeitet aber auch mit anderen weltberühmten Bands wie den äußerst erfolgreichen ELECTRIC CALLBOY zusammen. Christoph möchte bewusst mit der Musik auch bei Nicht-Metal-Fans ankommen und zieht eigentlich keine eindeutige Grenze zwischen Pop und Metal.
Er fragt das Publikum direkt, wer unter ihnen selbst Produzent ist und fast alle heben die Hände. Bei der Frage, wer von ihnen Musiker ist, sind es eben dieselben Metalheads, die sich melden. Offenbar ist es im Modern Metal Gang und Gebe, sich selbst zu produzieren oder als Bandmusiker anzufangen, um dann auch Produzent zu werden.
Wie also schreibt man einen großen Modern Metal Hit oder produziert ein legendäres Album?
Christophs Ansatz ist es erstmal zu ermitteln, was er sagen will. Was ist das Topic? Mitunter beginnt der Song auch mit dem Text oder einer Vision davon, wie das Thema nachher im Video visuell umgesetzt wird. Er spielt keine random Riffs, sondern strukturiert sein Songwriting, indem er dem Chorus die Priorität gibt. Wenn der Chorus nichts kann, lohnt es sich nicht, in die Arbeit zu investieren.
Dabei versucht er nicht in Overthinking zu verfallen oder auch mal die Fan-Perspektive nachzuempfinden – welche emotionale Reaktion wird entstehen?! Christoph Wieczorek sieht seine Band als Business, als ein Gesamtpaket aus Visuals, Musik und Text. Marketing ist Scaling! Fokus auf Vision und was du sagen willst, wobei es auch keine Abkürzungen gibt: Es ist viel Arbeit, das zu finalisieren.
Auf die Frage, ob Touring nach wie vor wichtig ist, antwortet Christoph beherzt mit einem Ja!
Nur so kann die Band wachsen: Support Shows, Festivals etc. Die Band entwickelt sich Live. Wenn seine Band auf einer internationalen Tour ist, kostet jedes Konzert 10 K! Touren ist teuer.
Wo kommt das Geld überhaupt her? Mit den sogenannten Royalties, die früher immer aus verkauften Tonträger kamen, bleibt in Streaming-Zeiten auch für die meisten erfolgreichen Künstler nach Abzug aller Kosten wenig übrig. Aus den Ticket-Verkäufen ergibt sich zwar ein Honorar für jede Band auf dem Bill, das geht allerdings für den Transport und die Crew drauf.
Es lohnt sich auf jeden Fall für angehende Bands, schon früh damit anzufangen, auf Merchandise zu setzen. Dazu braucht es eine Visual Identity, die sich auf T-Shirts und Kapuzenpullovern gut macht. Das Geld bleibt in der Regel dann auch bei der Band.
Build an Eco-System um die Band herum! Wenn man eine Band gründet, sollte man sich Mitmusiker aussuchen, die umgänglich sind. Am Ende hat man nichts davon, den weltbesten Gitarrist in der Band zu haben, wenn er schwierig und nicht teamfähig ist.
Produzenten leiden oft unter Demo-Itis. Bands haben oft ein selbst aufgenommenes rohes Demo und möchten am liebsten das mit fetterem Sound veröffentlichen. So funktioniert das natürlich nicht und es dauert meistens, bis Band und Produzent diesen Punkt überwinden. Oftmals ist man am nächsten Tag schlauer, wenn man mit frischen Ohren nochmal beides vergleicht.
Zeit für ein bisschen Bassismus blieb auch: Wenn der Bassist einen Song nicht mag, ist das meistens der Hit.
Not Quitting is the biggest Task. Viele großartige Bands geben einfach irgendwann auf. Christophs Produktionen sind sehr modern. Es gibt zwar immer live eingespielte Schlagzeug-Spuren, aber die Sounds werden immer getriggert, processed. Um eine bestimmte Wucht zu generieren, bedarf es oft Side-Channing, damit die Snare knallt.
Das Cubase-Projekt Human (einer der bekanntesten Songs von ANNISOKAY) wird an die Leinwand gebeamt und Christoph erklärt seinen Arbeitsprozess. Er schaltet einige Spuren solo oder stumm und schnell wird klar, dass kaum ein Signal aus einer einzelnen Spur besteht, sondern sich z.B. die cleanen Vocals aus 5-6 Spuren zusammensetzen. Bei dem Beispiel Human gibt es eine Stelle, wo die Gitarren ein tiefes C spielen: Das heißt, eine Oktave unter dem ersten Bund der tiefen B-Saite auf einer 7-saitigen Ibanez! Heilige Kuh: Das haben alle im Publikum im Magen gespürt!
Christoph denkt in Layers. Dazu benötigt er Pads und teilt das Sound-Spektrum in einen tiefen, mittleren und hohen Bereich. Er mag auch gerne Counter-Melodien von Instrumenten, was er sich – so sagt er offen – bei LINKIN PARK abgeguckt hat. Hierzu wird gerne mal ein Piano durch einen Gitarren-Amp gejagt.
Der Gesang wird gedoppelt und links/rechts gepannt, aber auch noch in die Mitte platziert. Delays werden automatisiert, damit Platz entsteht für andere Instrumente. Christoph rät auch dazu, einen Song immer 5-10 bpm schneller aufzunehmen, als man meint, da er am Ende dann doch immer zu langsam ist.
Er beginnt jedes Projekt mit einem fertigen Template, damit er seine Lieblings-Tools und Plug-ins direkt zur Hand hat. Dadurch kann die kreative Arbeit ohne Unterbrechungen beginnen. Er beschreibt seinen Style als Modern Metal Core mit Industrial-Einflüssen.
Sein Fazit, wie man also einen Modern Metal Song schreibt und produziert: Think Structural with Rules, also man soll am Besten strukturiert arbeiten mit festen Regeln.
Mix Feedback Session auf der MetalCon 2026
Um 19 Uhr findet dann mein dritter Vortrag unter dem Motto Mix Feedback Session statt. Auf der Bühne befindet sich der allseits beliebte und auch sehr lustige Kristian „Kohle“ Kohlmannslehner.
Der deutsch-schwedische Musikproduzent und Musiker gehört zu den prägendsten Metal-Produzenten und hat unter anderem Powerwolf, Electric Callboy, Crematory und Aborted als Erfolge zu verzeichnen.
Er ist in der Szene bekannt für seine fetten Gitarren, seine klare Produktion und einen international konkurrenzfähigen Mix. Aber er steht erfreulicherweise auch für den Comic Relief heute Abend, denn er ist ein geschickter Moderator, der sich auch gerne über sich selbst lustig macht. Sein eigenwilliger Style des Edutainments sorgt bei diesem Vortrag für viele Lacher.
Man wünscht sich, einen fetten Sound zu erzielen, schafft interessanterweise aber diese Ergebnisse oftmals, indem man Sättigung oder tiefe Frequenzen, z.B. aus High-Gain-Gitarren wegnimmt und so eben Klarheit und Platz schafft.
Die Obertöne, die dafür sorgen, dass ein Mix überall und sogar auf einem Handy gut klingt, sind es, die den Mix positiv beeinflussen. Das Fundament findet meistens bei 100 Hz statt, während die oberen Mitten für Klarheit im Mix sorgen.
Die Aussage „Metal is a nightmare to mix, Metal is War“ sorgt im Saal für große Lacher bei den Metalheads. Es geht nicht um noch fetter, noch mehr Situation, sondern um mehr Transparenz im Sound. Außerdem ist „Kohle“ kein Freund von zu vielen Optionen und arbeitet lieber mit einer überschaubaren Anzahl seiner Lieblings-Plug-ins. Bei Knöpfen, auf denen Saturation und Intensity steht, sollte man gucken, wieviel oder wie wenig man davon reinschraubt. „Kohle“ findet eine Sättigung in den oberen Mitten gut, in den Bässen ist es ihm allerdings zu viel und dümpelt nur alles zu.
Man sollte beim Mix stets bedenken, was im Mastering – also in der nächsten Stufe im Prozess – passiert. Dort werden nämlich die Spikes der Signale gebändigt, werden also weniger hoch, dafür werden sie umso breiter – also auch lauter.
Mein Freitagabend endet nach diesem letzten Vortrag beim Hersteller Underdog, die den göttlichen Amp Chuck ausstellen. Dieser Amp hat richtige Röhren, analoge Klangerzeugung und digitale Kontrolle und Effekte. Laut Hersteller ist er aber kein Modeller. Gitarren werden umgeschnallt und los gehts: Wir Gitarristen belohnen uns mit den fetten Sounds des Chucks und jammen eine Runde, wobei wir neue Freundschaften schließen. Es war ein krasser Tag und morgen geht’s weiter.
MetalCon 2026: Drum and Guitar Recording
Am Samstag wird es um 12.30 Uhr auf der MetalCon 2026 technisch: How to Design Perfect Spaces für Drum and Guitar Recording
Vergiß Teppich! Too much Carpet makes a Room Boomy, no highs. Wenn man einen Raum akustisch optimieren will, wird ein Produkt nicht reichen. Man kann es DIY-mäßig und gratis auf acousticmodeling.com lernen oder einen Profi für viel Geld engagieren.
Bass Absorption muss dick und porös sein, damit das Signal nicht reflektiert wird und in das Material eindringt. Dadurch wird der Klang trockener und der Nachhall verkürzt.
Bei Diffusion wird der Schall gleichmäßig in alle Richtungen verteilt. Dadurch bleibt der Raum lebendig und nicht zu trocken, aber ohne harte Echos von harten Oberflächen stark zu reflektieren.
Scattering bedeutet auf Deutsch Streuung. Der Schall wird unregelmäßig zerstreut, nicht so kontrolliert wie bei Diffusion. Bei Geldmangel geht das auch gut mit einem Bücherregal, in dem die Bücher wahllos verteilt sind. Dadurch werden Reflektionen aufgebrochen und abgeschwächt, ohne komplett zu verschwinden.
Wenn man z.B. Gesang aufnimmt, sollte das Mikrofon nicht direkt vor einem Diffusor stehen, da sich 340 Hz erst nach 1 m entwickelt. Irgendwo zwischen 2 und 3 m wäre eine gute Distanz.
Die Idee ist, dass der Aufnahmeraum eine Art akustischer Workshop ist, den man an die Bedürfnisse immer wieder neu anpassen kann. Dazu sind mobile Absorber nützlich, denn mal nimmt man Schlagzeug auf, dann auch mal eine Strings-Sektion oder eine ganze Band live.
Wenn ein Raum zu trocken ist, ist das gut fürs Mixen, aber schlecht für die Drums. Also sollte der Mixing-Raum trocken sein und sich nach Möglichkeit nicht verändern, weil beim Mixen und objektivem Beurteilen von Sound sollte der Engineer den Raum gut kennen.
Room Acoustics and Speaker Placement
Im Genelec Room auf der MetalCon 2026 findet mein zweiter Vortrag um 14.30 statt: Room Acoustics and Speaker Placement
Harte Oberflächen wie Stein oder Fliesen sind Reflektoren. Diffusion ist da ein großes Thema und Scattering normalerweise nicht produktiv bei Bassfrequenzen. Alles reagiert omni-direktional! Je höher die Frequenz, desto direkter.
Die Wellenlänge von 100 Hz ist 3 m lang, Bass hingegen geht in alle Richtungen. In einer Ecke stehend, boostet ein Lautsprecher die Bassfrequenzen im Raum am meisten. Die hohe Leistung einer Endstufe ist vor allem wichtig für die tiefen Frequenzen, weil die am meisten Leistung beanspruchen.
How to Record a Great Album
Der abschließende Vortrag des Samstags und der ganzen MetalCon 2026 findet mit vier legendären Metal-Produzenten auf der Main Stage statt: How to Record a Great Album
Das klingt nach einem standesgemäßen Abschluss dieses sehr gelungenen Events und alle anwesenden Metalheads freuen sich, als die vier Legenden die Bühne betreten:
Charlie Bauernfeind
Steht für einen großen, breiten und druckvollen Sound und ist der älteste Produzent in der Runde. Er hat u.a. Helloween, Blind Guardian oder HammerFall produziert und damit den Sound des europäischen Power Metalls maßgeblich geprägt.
Er steht für mehr oldschool, das heißt große, epische Arrangements mit Chören und Orchestern. Sein Metal ist melodisch, ohne den gewünschten Punch und die nötige Härte zu vermissen. Er schafft es auch, heutzutage relevant zu klingen, indem er den klassischen 80er- und 90er-Sound zwar traditionell, aber mit Hilfe der modernen Produktionstechniken konkurrenzfähig, klar und druckvoll in die Gegenwart transportiert hat.
Neben ihm sitzt Kristian „Kohle“, der auch die Funktion des Moderators übernimmt. Er ist etwas jünger und steht eher für den modernen Metal-Sound. Der neue Sound wurde irgendwann fetter und aggressiver bei den Gitarren und den Drums. Kohle ist mit seinem eigenen Kohlekeller Studios neben seiner Produzenten-Tätigkeit auch der große Erklärer und Influencer der Modern Metal Szene und besticht mit fachlichem Wissen und großem Humor auf seinen Social Media Kanälen.
Der jüngste Produzent dieser Runde ist Christoph Wieczorek von ANNISOKAY, der ebenfalls in seinem eigenen Saw Dust Recording Studios im heimischen Halle/Saale arbeitet.
Er ist Sänger, Gitarrist und Produzent seiner Band ANNISOKAY und steht für einen modernen, genauso harten wie atmosphärischen Sound. Er produziert und schreibt aber auch für andere Bands und Künstler und legt großen Wert auf Austausch mit der Community und Nähe zu seinen Fans.
Ganz außen sitzt der ungewöhnlichste Teilnehmer des Panels: Moses Schneider.
Der deutsche Produzent Moses Schneider ist für einen rohen, direkten und ungeschulten Sound bekannt und arbeitet wohl ganz anders als seine anwesenden Kollegen. Seine Bands spielen alles live im Raum ein und sogar Gitarren-Solos müssen so genagelt werden und nicht als Overdub. Natürlich gibt es Overdubs, wenn der Live Take einmal eingefangen wurde, aber nur, wenn noch was fehlt.
Die Idee dahinter ist es, die Energie und Dynamik der Live-Performance einzufangen. Dafür werden durchaus auch mal Fehler hingenommen, die oftmals einen gewissen Charme zum Gesamtbild beisteuern. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Rohheit, Rawness!
Der unpolierte Sound dieser Aufnahmen und Produktions-Philosophie ist auf allen Beatsteaks Platten eindrucksvoll zu hören und zu spüren. Schneiders Konzept ist ein bewusster Gegenentwurf zu glatten Produktionen. An und für sich sind seine Klienten auch nicht wirklich Modern Metal Künstler, Tocotronic oder AnnenMayKantereit zählen eindeutig zu anderen Genres. Aber die Anti-Perfektion der Produktion findet eindeutig den Respekt bei den anwesenden Produzenten sowie Kollegen und steht dem Metal Core- und Power Metal-Produkten an Punch und Energie sicherlich in nichts nach.
Diese vier Größen der deutschen und international konkurrenzfähigen Musiküroduktion vermitteln auf der MetalCon 2026 gegenseitig Anekdoten ihrer langen Erfahrungsgeschichte und sorgen so oft für ein herrlich entspanntes Gelächter beim Publikum.
Im Folgenden noch ein Interview, das wir auf der MetalCon 2026 geführt haben:
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Sehr cooler, lebendig und eindrucksvoll geschriebener Messebericht. Hat Spaß gemacht, den zu lesen.