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Report: Schoeps MikroForum 2024

Gar nicht so Mikro: Das Schoeps MikroForum 2024

7. Juni 2024
schoeps mikroforum 2024

Report: Schoeps MikroForum 2024

Zum vierten Mal lud der Karlsruher Mikrofonhersteller Schoeps zum MikroForum in das Durlacher Schloss. Vom Donnerstag, 23.05.2024 bis zum Freitag,  24.05.2024 gaben sich Tonmeister und Tonmeisterinnen) und Recording Engineers in der noblen Adresse in Karlsruhe Durlach ihr Stelldichein. Seit 2016 lädt der Veteran unter den Mikrofonbauern alle zwei Jahre zum zweitägigen MikroForum ein. Somit ist dieses Jahr die fünfte Veranstaltung dieser Reihe, allerdings gab es 2020 – aus den bekannten Gründen – keine Präsenzveranstaltung, sondern das MikroForum wurde in die Onlineveranstaltung VDT-Live am 9.10.2020 integriert – immerhin.

Schoeps MikroForum 2024

Bild: Schalltechnik Dr.-Ing. Schoeps GmbH/Sandra Göttisheim Photographie mit freundlicher Genehmigung

Auch wenn das Format MikroForum heißt, ist es nicht so klein, wie der Name es vermuten lässt, doch der Reihe nach.

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Was ist das Schoeps MikroForum?

Die Adresse klingt schon recht stattlich: Karlsburg Durlach (auch Durlacher Schloss) in Karlsruhe. Keine Messe oder Fachtagung unserer Zunft kann (in der Regel) mit einer solchen Adresse aufwarten. Der Standort ist mit Bedacht gewählt, da der Firmensitz von Schoeps nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Vorträge finden im großen Prachtsaal im Erdgeschoss statt. Von der großen Pracht ist dank der Akustikmaßnahmen von Concept-A nicht mehr so viel zu erkennen. Einerseits schade, andererseits geht es ums Hören, nicht ums Schauen, insofern geht das voll in Ordnung.

In besagtem großem Saal finden an beiden Tagen Vorträge statt. Dieses Jahr gab es auch Panel-Diskussionen zum Thema Immersive Audio/3D Audio und Popmusik im Fernsehen.

Schoeps MikroForum 2024

Volle Reihen im großen Saal.
Bild: Schalltechnik Dr.-Ing. Schoeps GmbH/Sandra Göttisheim Photographie mit freundlicher Genehmigung

Wer die Tonmeistertagung kennt, die alle zwei Jahre vom VDT, der AES und der BVFT – derzeit in Düsseldorf – veranstaltet wird, wird bei der Gestaltung des Timetables hier ein Déjà-vu erleben. Die Vorträge sind in Vormittags- und Nachmittags-Blöcke geteilt und haben jeweils nochmal eine kurze Pause dazwischen, so dass es insgesamt zwei kurze und eine Mittagspause gibt. Das ist bei der Tonmeistertagung sehr ähnlich strukturiert und scheint ein bewährtes Muster zu sein.

Wie bereits erwähnt, veranstaltet Schoeps dieses MikroForum in Eigenregie seit 2016. Kein Zufall, denn der Stern der Musikmesse sowie ProLight + Sound begann zu dieser Zeit merklich zu sinken und diverse Alternativveranstaltungen haben ihren Ursprung in dieser Zeit. Schoeps geht ganz offensichtlich mit der Zeit, sehr schön. Interessant ist, dass eine Veranstaltung, wie die beiden besagten Messen in Frankfurt, wohl keinesfalls veraltet sind, da Events wie die Superbooth, der Guitar Summit und andere ähnliche Veranstaltungen sich stetig steigender Beliebtheit erfreuen. Ein Vertreter des VDT berichtete am VDT-Stand stolz, dass die Tonmeistertagung in den letzten Jahren gewachsen und groß wie nie sei. Auch der offenkundige Erfolg des MikroForums von Schoeps zeigt überdeutlich, dass solche Events ankommen, wenn diese nur gut geplant und interessant programmiert sind.

Anders als bei vielen Fachveranstaltungen dieser Art, gibt es nur ein Ticket für beide Tage. 160,- Euro (inkl. MwSt.) müssen auf den Tisch gelegt werden, um an ein Ticket für das MikroForum zu ergattern. Auszubildende und Schüler erhalten 70,- Euro Ermäßigung. Das klingt nach einem stolzen Preis, allerdings sind (bzw. waren) dabei auch Snacks, Getränke sowie das Mittagessen inbegriffen. Und wer solche Events wie die Tonmeistertagung auf zwei Tage herunterrechnet, stellt fest, dass das Schoeps MikroForum deutlich günstiger ausfällt, speziell unter dem Aspekt, dass Getränke und Essen gestellt werden. In diesem Jahr gab es drei verschiedene Mittagessen und es wurde (ebenso bei den Snacks) an vegane Alternativen gedacht. Das Get-Together ab 21 Uhr im Jazzclub am ersten Tag war auch inkludiert, sogar mit Freigetränken und Live-Musik. Es steht also neben dem rein fachlichen Gedankenaustausch bei den Vorträgen und Workshops auch das persönliche (fachliche) Gespräch im Mittelpunkt beim MikroForum.
Ein weiterer Aspekt des MikroForums ist die Ausstellung. Dort zeigen verschiedene Firmen ihr Produktportfolio und suchen das Gespräch mit den Besucherinnen und Besuchern. Das Foyer vor dem großen Saal dient den Ausstellenden als Messefläche und platzt aus allen Nähten.

Übrigens: In der Karlsburg können auch Ehen geschlossen werden, so dass sich ein paar Hochzeitsgesellschaften mit dem Publikum des Mikroforums mischten. Laut Veranstalter gab es ca. 200 Besucherinnen und Besucher zzgl. Schoeps-Mitarbeiter, Catering Staff und technisches Personal.

Vorträge und Workshops beim Schoeps MikroForum 2024

Das Schoeps MikroForum stand dieses Jahr unter dem Motto Immersive Audio/3D Audio. Folglich waren alle Beiträge an diesem Thema ausgerichtet. Die Veranstaltung ging jeden Tag von 9:00 Uhr bis 18:30 Uhr – das Vortragsprogramm endete jeweils 30 Minuten früher. Am ersten Tag (dem Donnerstag) gab es das bereits erwähnte Get-Together ab 21 Uhr im Karlsruher Jazzclub. Die Live-Musik und die Freigetränke waren in der Teilnahmegebühr inklusive.

Pünktlich um 9 Uhr begrüßten Karin Fléing und Dr. Helmut Wittek in ihrer Rolle als Geschäftsführer das Publikum. Die Taktung der einzelnen Programmpunkte war eng, wurde jedoch souverän und ohne die Hektik, die aus anderen Veranstaltungen bekannt ist, eingehalten. Die Organisation war – so viel sei an dieser Stelle bereits verraten – wirklich gelungen.

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Im großen Saal wurden – immer in 2er-Blöcken – Vorträge von 45 Minuten Länge geboten. Die Veranstaltungen im großen Saal standen allen offen, eine Voranmeldung war nicht notwendig. Dafür gab es im großen Saal nur eine Stereobeschallung, so dass eine akustische Beschäftigung mit den präsentierten Inhalten nur eingeschränkt möglich war – immerhin ist das Thema Immersive bzw. 3D Audio auf ein entsprechendes Lautsprecher-Setup angewiesen.

Dafür wurde im 2. OG ein Workshop-Raum geboten, der nur limitierte Sitzplätze bot. Dieser kleine Saal wurde von Genelec mit einer 7.1.4 Abhöre ausgerüstet und zusätzlich (ebenfalls von Concept-A) akustisch bearbeitet, so dass eine gute Abhörsituation möglich wurde. Ähnliche Konzepte verfolgt auch die Tonmeistertagung.

Schoeps MikroForum 2024

Prall gefüllt, der Workshopraum
Bild: Schalltechnik Dr.-Ing. Schoeps GmbH/Sandra Göttisheim Photographie mit freundlicher Genehmigung

Der Workshop-Raum wurde immer mit drei halbstündigen Sessions bespielt und mit dem großen Saal im Erdgeschoss synchron pausiert. Um die Planung für diesen Raum zu ermöglichen, wurde jeder und jede aufgefordert, im Vorfeld drei Workshop-Themen anzugeben, die für die jeweilige Person besonders interessant sind. Entsprechend wurden diese Workshop-Sessions geplant und die Termine verteilt. Jeder Termin wurde zweimal angeboten, einer sogar spontan am Freitag ein drittes Mal.

Um den Zugang zu regulieren, wurden Tickets a priori vergeben, natürlich ohne Extrakosten. Am Morgen des ersten Tages gab es so für jede Besucherin und jeden Besucher drei Tickets. Sofern noch Plätze frei waren, konnten sich weitere Tickets gesichert werden. Einerseits schade, da so die Anzahl der Sitzplätze limitiert wurde, andererseits ist es nicht sinnvoll, eine Abhörsession in so einem Raum mit einer dreistelligen Anzahl an Personen zu realisieren. Außerdem konnten sich so auch die Workshoptermine im Vorhinein gesichert werden, die von besonderem Interesse waren bzw. sind. Die eigenen „Herzenzthemen“ werden auf diese weise nicht verpasst, weil kein Platz mehr ist.

Die Workshops, die mehr praktische Demonstrationen der vorher im großen Saal gehaltenen Vorträge darstellten, waren alle gut besucht, die meisten davon sogar komplett ausgebucht – das spricht für sich.
Die Themen waren zwar breit gestreut, jedoch bezogen sich alle auf 3D Audio-Produktionen. Das Lineup der Referentinnen und Referenten konnte sich sehen lassen. Nicht nur Speaker aus dem deutschen Sprachraum waren vertreten, sondern auch aus den Niederlanden und den USA.

Die gebotenen Inhalte waren durch die Bank weg auf hohem Niveau. Das Spektrum reichte von Hard-Rock/Heavy Metal Produktionen über Jazzclub-Recordings bis hin zum Vergleich von verschiedenen Hauptmikrofonen und der Präsentation verschiedener Tools und Musikproduktionen – alles in 3D. Für die geneigten Besucherinnen und Besucher war die Lernkurve steil. Übrigens: Für alle, die nicht dabei sein konnten, bietet die hauseigene Mediathek – genannt Mikrothek – ausgewählte Inhalte zum Nachsehen an.

Welche Aussteller waren auf dem Schoeps MikroForum 2024 vertreten?

Wie auf Superbooth, der Musikmesse und der Tonmeistertagung bereits etabliert, gab es auch einen kleinen Messe- und Ausstellungsteil. 16 Aussteller teilten sich das Foyer, ein Aussteller (Brandenburg Labs) hatte im zweiten Obergeschoss einen Demoraum direkt neben dem Workshopraum. Dolby war nur mit einem Vertreter vor Ort, so dass es keinen Stand gab, sehr wohl aber einen Vortrag zum Thema Dolby Atmos. Etwas schade daran ist, dass DTS.X und MPEG-H oder eventuell auch Auro 3D nicht ebenfalls mit einem Vortrag vertreten waren, da 3D bzw. Immersive Audio eben nicht nur auf Dolby oder die zitierten Anbieter beschränkt ist. Das wäre ein Verbesserungsvorschlag. Sollte das 3D Thema nochmal in dieser Intensität beim Schoeps MikroForum stattfinden, wäre es sicher geboten, die Marktbegleiter von Dolby gezielt anzufragen. Gerade im Broadcasting bietet bspw. MPEG-H sehr interessante Features, bei denen Dolby Atmos (noch) nicht auf Augenhöhe ist.

Schoeps war selbstverständlich selbst mit einem Stand vertreten und präsentierte die aktuellen Produkte aus der eigenen Mikrofonmanufaktur.

Die AES (Audio Engineering Society), der VDT (Verband deutscher Tonmeister) und die BVFT (Berufsvereinigung Filmton) präsentierten sich als Verbände. Alle drei Vereine gaben auch jeweils einen Kurzvortrag im großen Saal. Es ist allerdings davon auszugehen, dass praktisch das ganze Publikum die Verbände kennt und die absolute Mehrheit in (mindestens) einem dieser Mitglied ist.

Schoeps MikroForum 2024 – weitere Aussteller

Die Akustik-Profis von Concept-A stellten sich und ihre Dienstleistungen im Studiobau vor. Interessierte konnten – mit VR-Headset – ein von dieser Firma realisiertes Studio virtuell besichtigen. Ambient Recording zeigte seine Produktpalette im Bereich Setton/Film – auch Produkte von Viviana. Neben TC-Slates und TC-Generatoren die üblichen Werkzeuge für Setton-Leute. Der Genelec-Vertrieb Audio-Pro stattete nicht nur die Veranstaltung mit Abhörsystemen von Genelec aus, sondern zeigte sich und das Produktportfolio ebenso als Aussteller. Die französische Firma CINELA Windshields ist ein langjähriger Kooperationspartner von Schoeps und denen unter uns ein Begriff, die mit Setton zu tun haben. Cinela stellt maßgeschneiderte elastische Aufhängungen mit Windkorb und Deadcat für Schopes-Mirkrofone, aber auch die Modelle der großen Mitbewerber her. Das Besondere an diesen Teilen ist die Passgenauigkeit auf konkrete Mikrofone: Wird ein anderes Mikrofon genutzt, muss das Windshield auch gewechselt werden. Ebenfalls erwähnenswert ist die doppelte elastische Aufhängung. Der Windkorb ist von der Tonangel entkoppelt und das Mikrofon dann nochmal vom Korb, zumindest bei einigen Modellen. Preislich liegt Cinela ca. 10 % über Reycote, konzeptionell mutmaßlich noch weiter.

DSPecialists ist ein Hersteller, der sich auf das Feld der Festinstallationen spezialisiert hat. Sie präsentierten ihren DSP-Prozessor Harvey. Das System ist flexibel konfigurierbar – wie in diesem Sektor üblich. Das kleinste Modell startet bei knapp 2.500,- Euro – Steuern extra.

Der Mischpulthersteller LAWO hatte zwar kein Mischpult am Stand – da wäre auch kein Platz gewesen – präsentierte aber trotzdem sein aktuelles und kommendes Produktportfolio. Bei vielen der großen digitalen Mischpultbauer ist Bedienteil und eigentliche Mix-Engine getrennt, bei Lawo ebenfalls. Lawo hat sein System immer weiter modularisiert. Eine Software-Lösung erlaubt es, in naher Zukunft handelsübliche Server als DSP-Unit zu konfigurieren und so flexibl zu erweitern und auszubauen. Zur EM soll ein solches System bereits zum Einsatz kommen, käuflich zu erwerben ist diese Lösung erst ab Herbst.

Lectrosonics zeigte unter anderem einen neuen Funksender für Lavaliermikrofone. Zwar kostet der Sender ohne Mikrofon schlappe 2.000,- Euro, allerdings ist das gute Stück sehr robust und wasserdicht. Auf die Frage, wie robust, schleuderte der Kollege vor Ort das gute Stück mit Schwung auf den Tisch, was dem kleinen Schwarzen nichts anhaben konnte. Um zu zeigen, wie wasserresistent das DSSM (so der Name) ist, wurde der Sender kurzerhand in ein Glas mit Wasser „eingelegt“. Laut Lectrosonics sind ca. 50 % der Ausfälle solcher Funkstrecken auf Feuchtigkeit zurückzuführen.

Radius Windshields präsentierte in der Ausstellung seine Windschutzlösungen und United Brands zeigte die aktuellen Sound Devices beim Schoeps MikroForum. Zeigermann Audio aus Hamburg hat sich ebenfalls auf den Setton spezialisiert und zeigte seine aktuellen Produkte.

Auch der große Marktbegleiter von Schopes, die Firma Shure, präsentierte sich auf dem MikroForum dieses Jahr. Als eine der Neuerungen konnte am Stand das Move Mic Two bewundert werden. Hierbei handelt es sich um zwei Lavaliermikrofone, die direkt mit dem Smartphone verbunden werden können und über Bluetooth Low Energy direkt mit dem Mobiltelefon kommunizieren. Voraussetzung ist, dass auf dem Telefon die Shure-eigene App werkelt und über diese aufgenommen wird. Beide Mikrofone sind für knapp 360,- Euro im Set zu erstehen, ein einzelnes schlägt mit knapp 270,- Euro zu Buche. Wer sich das Smartphone sparen will und direkt auf eine Kamera aufnehmen möchte, braucht ein Empfangsteil dazu. Beide Mikrofone mit Empfänger wechseln für ca. 525,- Euro den Besitzer oder die Besitzerin.

Im zweiten Obergeschoss, neben dem Workshop-Raum, präsentierten die Brandenburg Labs ihre Kopfhörervirtualisierung. Es werden auf einem Kopfhörer verschiedene Lautsprecher simuliert, so dass der Eindruck entsteht, sich in einem virtuellen Abhörraum zu befinden. Das System arbeitet mit Headtracking. Dadurch kann nicht nur der Kopf im virtuellen Raum gedreht werden – und die Lautsprecher drehen sich nicht mit – sondern die Nutzerin oder der Nutzer kann auch durch das virtuelle Lautsprecher-Array laufen. Das System liefert erstaunliche Ergebnisse und gehört klar zu den besten Lösungen dieser Art. Zunächst wurde man akustisch mit dem Demoraum vertraut gemacht, der dann direkt auf dem Kopfhörer simuliert wurde. Der Punkt, wann das Team von Lautsprecher auf Kopfhörer umschaltete, war (und ist) der Aha-Moment, da die Simulation des Raumes sehr dicht am Original ist und viele gar nicht gemerkt haben, ob sie über Lautsprecher oder Kopfhörer beschallt werden.

Selbstverständlich sind auch immersive Ausspielungen möglich. Erste Lösungen werden bereits an Tester ausgeliefert. Diese Standalone-Lösung wird sich preislich wohl bei 5.000,- Euro bewegen. Ob das System in Sequencer integriert wird und ob es auch eine Plug-in-Lösung geben wird, wollte Prof. Dr. Brandenburg noch nicht versprechen.

Inside Schoeps

Schoeps MikroForum 2024

So werden Mikrofone gemacht
Bild: Schalltechnik Dr.-Ing. Schoeps GmbH/Sandra Göttisheim Photographie mit freundlicher Genehmigung

Für Interessierte wurde auch in diesem Jahr eine Werksführung angeboten. Der Firmensitz ist wie erwähnt keine zehn Gehminuten vom Tagungsort entfernt, so dass sich dieser Programmpunkt geradezu aufdrängte. Leider ist das Fotografieren komplett verboten, was allerdings verständlich ist, da alle Arbeitsschritte von der Entwicklung bis zum Vertrieb am Standort in Karlsruhe Durlach realisiert werden und Betriebsgeheimnisse selbstverständlich nicht via Foto in die Welt posaunt werden sollen. Ein paar Arbeiten in der Fertigung werden zwar von Subunternehmern übernommen, diese sind jedoch meist aus der Region.

Schoeps MikroForum 2024

Das Werkstor

Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich in diesem verwinkelten Gebäude eine Firma mit fast 80-jähriger Geschichte befindet, die zwar nicht mehr von der Familie Schoeps geleitet wird, aber noch in deren Besitz ist. Bemerkenswert war ebenfalls, wie erwachsene Männer und Frauen beim Anblick der historischen Mikrofone im hauseigenen Museum sowie beim Bewundern jedes einzelnen Arbeitsschrittes in kindliche Verzückung geraten. Die Stimmung wurde immer ausgelassener, wie ein Schulausflug in den Klemmbausteinladen.

Schoeps MikroForum 2024

Lauter interessierte Gesichter im Schoeps-Werk
Bild: Schalltechnik Dr.-Ing. Schoeps GmbH/Sandra Göttisheim Photographie mit freundlicher Genehmigung

Der Respekt der Tonmeisterinnen und Tonmeister für die Angestellten in der Fertigung stieg mit jedem weiteren besichtigten Arbeitsschritt merklich an. Schoeps vermisst nicht nur jedes Mikrofon, welches das Werk verlässt, sondern archiviert auch Messprotokolle, so dass jedes Mikrofon, das zum Überholen eingesandt wird – was nicht selten das erste Mal nach mehreren Jahrzehnten stattfindet – mit seinem Auslieferungszustand verglichen werden kann. So hat unlängst eine Mitarbeiterin ein Mikrofon zur Inspektion übernommen und konnte im archivierten Datensatz feststellen, dass sie dieses Mikrofon vor über 30 Jahren selbst zusammengebaut hat. Nebenbei: Sonderwünsche sind in der Fertigung bei Schoeps möglich. Das Mikrofongehäuse in rosa sorgte bspw. für größere Heiterkeit in der Besuchergruppe.

Karl Schoeps gründete das Unternehmen im Juni 1948 und hatte zunächst den Firmenschwerpunkt im Bereich Kinoton. Sogar Tonbandgeräte wurden in kleiner Stückzahl produziert, was auch im hauseigenen Firmenmuseum zu bewundern ist. Kondensatormikrofone wurde allerdings von Anfang an im Hause gefertigt. Rund 50 Mitarbeitende in Forschung, Entwicklung sowie Fertigung und den anderen Abteilungen arbeiten in dem Familienunternehmen.

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Fazit

Eine, natürlich nicht repräsentative, Befragung der Besuchenden zeigt es klipp und klar: Das Schoeps MikroForum 2024 war ein voller Erfolg, auch die Aussteller und Vortragenden zeigten sich begeistert. Für alle unter uns, die ein ernsthaftes Interesse an den genannten Themen haben, ist ein Besuch des MikroForums praktisch Pflicht. Preislich geht die Veranstaltung vollkommen in Ordnung. Zwar war das Mittagessen nicht jedermanns Sache, aber Geschmäcker sind verschieden und die Snacks sowie der Kuchen hielten an keinem Tag lange, kamen also gut an.

Einer der größten Pluspunkte ist die sehr familiäre Atmosphäre. Wer hier nicht mit Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch und in den Austausch kommt, macht definitiv einiges falsch.

Plus

  • internationales Lineup
  • hochkarätige Referenten
  • aktuelle Themen
  • familiäres Flair
  • alles im Preis inbegriffen (auch Snacks und Mittagessen)

Minus

  • Raum teilweise sehr beengt
  • keine Eintagestickets
  • Workshops schnell ausgebucht

Preis

  • reguläres Zweitagesticket 160,- Euro
  • Studierende und Azubis 90,- Euro
  • Es werden keine Eintagestickets angeboten
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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Macht einen super Eindruck! Derjenige, der unsere Hammond-Orgel wieder lauffähig gemacht hat gibt ebenfalls Vorträge zur richtigen Mikrofonierung: Er sagt: Das Mikro ist wichtiger als das Mischpult bzw. von welcher Firma dieses stammt! Ist das richtig so? Ich habe übrigens die Teilnahme bei seinen Vorträgen nicht angenommen, weil Mikrofonierung nicht mein Thema ist. Dazu bräuchte es erst mal eine wahnsinns Sänger:in 😁 Es gibt trotzdem einen Song von mir mit Sängerin. Videoclip findet sich hier in meinem Profil unter Videos. Abgesehen von einem Rapsong leider bislang das einzigste mit Voices. Daher auch was ganz besonderes.

    • Profilbild
      Florian Scholz RED

      @Filterpad Die Position (und die Richtcharakteristik) ist beim Mikrofon das wichtigste. Welcher Hersteller, ist egal (solange wir nicht über die 1,5-Plastik-Teile vom Kaufhauswühltisch sprechen). Das habe ich mit meinen Azubis und Studis zig mal zeigen können.
      Überigens: Die Mikrofonkapsel im SM7B und SM58 sind identisch… das zeigt schon einiges. Bei diesen beiden Mikrofonen ist es der Name und der Nimbus :-/
      LG
      F

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