Report: Serato DJ Pro 2.0, DJ-Software

8. März 2018

Revolution oder Evolution?


In der Gerüchteküche brodelte es schon länger: Serato DJ 1.9 wird upgedatet auf die Version 2.0 und der Name wird von Serato DJ auf Serato DJ Pro geändert. Bilder des angeblichen Layouts tauchten auf. In den Foren wurde heiß diskutiert. Was soll geändert werden und was wird tatsächlich geändert?
Die große Frage war die Folgende: Wird es eine Revolution oder doch eher eine minimale Evolution?

Auf der NAMM 2018 stellte Serato die neue Version des DJ-Programms vor und seit Ende Februar 2018 steht Serato DJ Pro Version 2.0.0 nun zum Download bereit. Im Zuge der Neuerung von Serato DJ zu DJ Pro blieb auch der Name des Einsteigerprogramms „Serato Intro“ nicht gleich und wurde kurzum zu „Serato Lite“ geändert.

Serato DJ Pro

Was bisher geschah …

Fünf Jahre ist es nun her, dass die neuseeländische Firma Serato die DJ-Software „Serato DJ 1.0“ veröffentlichte. Zur gleichen Zeit wurden Updates für die Vorgänger-Programme „Serato Itch“ und „Serato Scratch Live“ eingestellt. Serato DJ 1.0 wartete mit einigen Neuerungen auf, um den beiden Hauptkonkurrenten, Native Instruments mit „Traktor“ und Pioneer mit „Rekordbox“, weiterhin das Wasser reichen zu können.

Alle großen und natürlich auch die kleineren Controller-Hersteller lieferten Geräte, die speziell auf die neue Software abgestimmt sind.

In den letzten Jahren gab es bei Serato einige kleinere Updates, die sich vor allem um die Einbindung neuer Controller kümmerten. Das Programm selbst wurde mit neuen kostenpflichtigen Expansion Packs aufgewertet. Hier ist neben zusätzlichen Effekten vor allem „Pitch ‚n’ Time“ und „Flip“ zu erwähnen. Mit „Flip“ sind eigene Edits eines Songs ohne zusätzliche DAW leicht zu erstellen. „Pitch ‚n’ Time“ ist ein geniales Time-Stretching und Key-Shifting Werkzeug.

Neben den gängigen Bug-Fixes gibt es aber durchaus die Möglichkeit zu größeren Verbesserungen. 64 Bit war zum Beispiel für Serato bis jetzt ein Fremdwort. Samples und Cue-Punkte könnten besser eingebunden werden und auch dem MIDI-Mapping würde eine Überarbeitung gut tun. Ein großer Kritikpunkt ist auch der bisherige Offline-Modus. In diesem war es bis jetzt nämlich nicht möglich, in vollem Umfang zu arbeiten.

Schauen wir uns nun an, was sich Serato von diesen Kritikpunkten zu Herzen genommen hat.

Erster Eindruck des neuen Serato DJ Pro

Das Update auf Serato DJ Pro ist kostenlos. Nachdem Konkurrent Pioneer das Update auf Rekordbox 5 ebenso kostenlos anbot, blieb Serato hier zum Glück wenig Spielraum.

Die Installation verläuft problemlos und ersetzt sofort die alte Version von Serato DJ 1.9. Die größte und wichtigste Neuerung ist definitiv die Umstellung von 32 Bit auf 64 Bit. Somit können neuere Computer nun endlich ihre volle Power ausnutzen. Im Betrieb von Serato DJ Pro wird dies auch sofort deutlich.

Serato DJ Pro

Die Verlässlichkeit und Leistung des Programms ist verbessert, es gibt nun eine noch größere Bibliothek und die Erstellung von mehr Crates ist möglich.

Ohne angeschlossene Hardware sieht man beim Öffnen des Programms gleich, dass sich im Offline-Modus etwas getan hat. Bisher funktionierte Serato DJ „offline“ als reines Musikverwaltungsprogramm wie etwa iTunes.

Neu ist nun die Einbindung eines zweiten Decks und eines Crossfaders. Somit kann die Software auch offline als DJ-Programm genutzt werden. Sehr hilfreich, da man nun Übergänge und Cue-Marker noch schnell auf dem Weg zum Gig testen und üben kann.

Sollte die Hardware mal nicht funktionieren, ist es im schlimmsten Fall sogar möglich, das Programm im Offline-Modus und über die interne Laptop-Soundkarte zu betreiben. Lautstärken-Fader, Cue-Taster und die Steuerung von Track-Start/Stop über die Tastatur vereinfachen dies zusätzlich. Prinzipiell stehen im Offline-Modus die gleichen Möglichkeiten des Performance-Modus zur Verfügung.

Serato nennt diese Handhabung nun auch nicht mehr Offline-Modus, sondern Practice-Modus.

Serato DJ Pro

Beim Betrieb der DJ-Software mit angeschlossener Hardware fallen einem beim GUI nur kleine Unterschiede zur Vorgängerversion auf. Dies ist aber verständlich, da die Maßstäbe für DJ-Software schon vor Jahren gesetzt wurden. Auch wenn Konkurrent Traktor hier leicht andere Wege als Serato und Pioneer geht, kann und sollte man das Rad nicht neu erfinden.

Dennoch wurde die Grafik leicht verändert oder besser gesagt verbessert. Vor allem die Schriftarten sind jetzt deutlich leichter lesbar. Ebenso ist die Ansicht des Displays nun auch im High-Resolution-Modus für Retina- oder HD-Monitore möglich.

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    Danny Who  RED

    2 inhaltiche Korrekturen:

    Tagging ist seit Ewigkeiten direkt in der Liste möglich. Auch von mehreren ausgewählten Dateien. Einfach auf Felder doppelklicken und los.

    Und zumindest nach 2 Spalten kann sortiert werden. Einfach CMD/CTRL halten während man in die zweite Spalte, nach der auch sortiert werden soll, klickt.

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