Report: Vermona, Mephisto, Polyphoner Analogsynthesizer

Aber dennoch, die technisch geplanten und teilweise bereits umgesetzten Hardfacts waren sehr erstaunlich. Und auch heute noch würde sich so mancher Musiker auf die Umsetzung dieses Ausnahmesynthesizers freuen. Unser damaliger Messe-Autor berichtete folgendes von der Musikmesse 2000 in Frankfurt:

VERMONA MEPHISTO – Messereport aus dem Jahr 2000

„Der erste Anblick des vollständig in Handarbeit und in Deutschland gefertigten Boliden strahlt Hochwertigkeit aus. Eine Keyboardtastatur mit 61 halbgewichteten Tasten wird flankiert von Holzseitenteilen, für die edles Ahornholz aus Kanada Verwendung fand. Eine massive Aluminiumplatte, in die auf Wunsch der Name des Mephisto-Käufers graviert wird, beherbergt die 36 Drehknöpfe zur Bedienung der analogen Klangerzeugung sowie ein Display und die zugehörigen Bedienelemente der digitalen Speicher-Sektion.

Die 36 Drehknöpfe sind durchgehend motorisiert und erlauben einen vollständigen TOTAL RECALL aller eingestellten Parameter nach Abrufen eines beliebigen Sounds.

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Auch die Rückseite ist durchaus eindrucksvoll. Während ein hochohmiger Stereo-Eingang zur Nutzung der Filtersektion für externe Audiosignale heutzutage durchaus öfter anzutreffen ist, gehört die neben dem analogen Stereoausgang platzierte Digitalschnittstelle zu den Features, die man einem reinrassigen Analogsynthsizer sicher nicht von vornherein zutrauen würde.

 

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Klangerzeugung

Der Mephisto arbeitet sechsstimmig polyphon, und seine Klangerzeugung ist vollständig analog aufgebaut. Laut Hersteller sind sämtliche Funktionsblöcke separat für jede Stimme als diskrete Schaltungen vorhanden.

Die Klangerzeugung folgt klassischen Strukturen. Pro Stimme stehen drei Oszillatoren mit üppiger Parameterausstattung zur Verfügung, zwei Filter können wahlweise parallel oder seriell betrieben werden. Mit zwei Hüllkurvengeneratoren, zwei LFOs, einem Ringmodulator und einer Sample & Hold-Einheit bietet der Mephisto viele Möglichkeiten subtraktiver Synthesizer, die zusätzlich durch ein teilmodulares Routingkonzept erheblich erweitert werden. Jeder Funktionsblock besitzt dazu einen Source-Schalter, mit dem die Modulationsquelle aus mehreren Möglichkeiten ausgewählt werden kann. Dieses Konzept verbindet die Übersichtlichkeit eines Kompaktsynthesizers mit der Flexibilität eines Modulsystems und ist beim Mephisto hervorragend gelungen.

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Digitalsektion

Obwohl der Mephisto digital gesteuert ist, kommen in seiner Klangerzeugung keine digitalen Schaltkreise vor. So sind die Oszillatoren beispielsweise nicht als DCOs, sondern laut VERMONA als reinrassige VCOs ausgeführt. Damit sich diese jedoch nicht wie bei Synthesizern früherer Zeiten laufend verstimmen, wurde ein DSP zur Sicherung der Stimmstabilität vorgesehen. Gleichzeitig übernimmt der DSP die Abwicklung sämtlicher MIDI-Funktionen, deren Implementation sich sehen lassen kann. Ausnahmslos jeder Parameter lässt sich ansprechen, so dass neben einem Sysex-Dump auch eine dynamische Automation möglich ist. Zum Abspeichern der Soundprogramme stehen intern 100 Plätze zur Verfügung, wobei der Speicher durch eine PCMCIA-Karte erweitert werden kann.
Interessant ist die technische Umsetzung der Speicherbarkeit und Automation in der Hardware, denn auch zur Einstellung der Parameter kommt der Mephisto ohne in die Analogschaltung integrierte, digitale Bauelemente aus. Vielmehr wirken die Potis wie zu Zeiten der Synth-Saurier direkt auf die Analogschaltung. Bei den durch die Digitalschaltung angesteuerten Elementen handelt es sich um die Potis selbst, die zu diesem Zweck mit Stellmotoren ausgerüstet sind. Diese aufwendige Realisierung des Total-Recall-Gedankens bietet neben dem Vorteil der vollständigen Trennung der Digital- und Analogsektion auch die bestmögliche ergonomische, haptische und visuelle Umsetzung, denn die Potis zeigen zu jeder Zeit stets die aktuellen Einstellungen an, und bei der Bedienung sind die Ableseunsicherheit von Endlosdrehgebern sowie die Parametersprünge herkömmlicher Eingabepotis gleichermaßen ausgeschlossen. Durch die Motorpotis eignet sich der Mephisto übrigens ganz nebenbei auch hervorragend als Schulungsgerät, da alle Parameter der Klangerzeugung bei Anwahl eines Sounds auf einen Blick erfassbar sind.“

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Forum
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    AMAZONA Archiv

    Sagt mir was ihr wollt, das Teil sieht gut aus. Ich könnte es mir nicht leisten, aber es läge definitiv auf meiner Wunschliste …

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      Tyrell  RED 1

      Ich befürchte nur das die Pott-Motoren irgendwann ihren Geist aufgegeben hätten. Außerdem, wie lang hätte es wohl gedauert das sich alle Regler umjustiert hätten um einen neuen Sound aufzurufen. Beim durchsteppen von Presets („lass uns mal verschiedene Bässe ausprobieren..“.) hätte diese Wartezeit durchaus nervig sein können. Aber selbst der Nordlead mit seinen LED-Kränzen war kein Erfolg. Also von mir aus hätte ich auf dieses Feature auch gerne verzichten können :-)

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        STRomzAeHLEr  

        Widerspruch.
        Ich fand (und finde nach wie vor) LED-Kränze toll, insbesondere bei Encodern mit hoher Auflösung kommt (trotz LEDs) ein gutes „analogish“ Feeling auf. Meinen Clavia NM G2X habe ich dafür geliebt! Und nicht umsonst ist der Behringer BCR2000 in Verbindung mit Synthesizern so beliebt (kann auch 14 Bit MIDI, was eine sehr feine Justierung an entsprechend befähigten Geräten/Plug-ins ermöglicht).

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    ukm  

    Ich war damals sehr enttäuscht, dass aus dem Projekt nichts geworden ist.
    Wahrscheinlich hätte ich ihn gekauft. Ob ich das heute noch machen würde, ist eine andere Frage. Inzwischen hat sich ja herausgestellt, dass es im Tastenbereich überhaupt nichts Wertstabiles mehr gibt.

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        ukm  

        Derartige Klassiker oder restaurierte Vintage-Legenden sind da natürlich Ausnahmen.
        Bei der Mehrzahl der Neuerscheinungen der letzten 20 Jahre trifft das aber zu. Für meinen K 2500 habe ich inklusive aller Optionen ca 11000,-DM bezahlt. Nordstage, Voyager, Prophet 08 haben sich auch nicht als wertstabil erwiesen, ebensowenig Korg-Instrumente, die Liste könnte beliebig erweitert werden.
        Wenn das Thema nicht so interessant wäre, hätte man schon vor Jahren auf alte Gitarren oder Mikrofone umsteigen müssen.

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          Tyrell  RED 1

          Nach meiner Erfahrung werden der Voyager und Pro wieder deutlich zunehmen wenn sie nicht mehr proudziert werden. VAs und Digitale, egal wie alt oder neu, werden im Wert fallen und fallen und fallen und ….

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            ukm  

            Das trifft sicher zu, wenn man vorher alle kostenpflichtigen Hardware-Upgrades gemacht hat, die das Gerät auf den Stand bringen, den es eigentlich schon bei Erstauslieferung hätte haben sollen und ist ja auch allgemein bekannt.
            Eigentlich geht es aber immer um Musikinstrumente, die man über einen längeren Zeitraum nutzen möchte. Da macht es (außer aus marketingtechnischen Gründen) keinen Sinn, jedes Jahr eine neue Sau durchs Dorf zu jagen anstatt mal die Luft anzuhalten und etwas zu produzieren, was im Sinne des Nutzers auf eben diese „Nachhaltigkeit“ ausgerichtet ist, die man anderswo so gern fordert.
            Der Mephisto hätte so ein Teil werden können.

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    tef2000

    „Ist das Thema polyphoner Analog-Synthesizer grundsätzlich noch bei Vermona in der Planung“

    Hmm, Vermona hat doch sowas aktuell im Angebot, der PERfourMER ist doch polyphon spielbar, oder?

  4. Profilbild
    studiodragon  

    Ja schade, kein Happy End für den „Mephisto“, auch ein kleiner Tippfehler bemerkt auf Seite 1 unter dem ersten Bild „Der Traum vom Vermona…“

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    siebener  

    Zitat: “ (Wir werden demnächst dem VERMONA SYNTHESIZER einen eigenen Artikel widmen)“
    Deeemnääächst ????? hmmm…. das Datum des Artikels war doch der 16.03.2013!!
    Mir ist,grad‘ so, als könnt‘ ich noch die Luft des Sozialismus zu atmen… :-D :-D

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      AMAZONA Archiv

      Wobei Vermona ja nicht stiefmütterlich behandelt wird. Allein seit 2017 gab es immerhin 2 Tests von Vermona Produkten hier und ein Special über Vermona.

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