Er ist ein Model und er sieht gut aus
Vor wenigen Jahren hatte es mich so richtig erwischt. Während eines Familienurlaubs in der Schweiz machte ich mich einen Tag lang davon, um das Swiss Museum For Electronic Music Instruments (SMEM) in Freiburg zu besuchen. Schon vorab hatte ich um einen Termin angesucht, gegen eine geringe Gebühr hat mich der sehr sympathische Laurent durch das Museum tief unter der Erde geführt. Dort durfte ich dann einen kleinen, unscheinbaren Monosynthesizer ausprobieren, das Model 101 aus dem Roland System 100. Diese Begegnung mit dem monofonen Roland System 100 Model 101 Synthesizer hat mich so geflasht, dass ich, wieder zuhause, mich sofort auf die Suche nach diesem Instrument gemacht habe.
Roland System 100 Model 101
Das Model 101 ein ein komplett eigenständiger Synthesizer, der das Herzstück des System-100 von Roland darstellt.
Baujahr: 1975 – 1979
Typ: Analoger, semimodularer Synthesizer
Tastatur: 37 Tasten (3 Oktaven f – f3), Waterfall Tastatur, keine Velocity, kein Aftertouch
Stimmen: monophon
Oszillatoren: 1 VCO Triangle, Sawtooth, Square, Pulse (PWM)
Filter: LP-Filter mit Resonanz, HP Filter (keine Resonanz, statisch)
Hüllkurven: 1 ADSR Envelope-Generator
VCA
1 LFO
Noise
Aktuelle Alternative: Roland Cloud System 100; AMsynths DIODE-01
Aktueller Preis: zwischen 1600 und 2300 Euro
Inhaltsverzeichnis
Roland System 100 Model 101
Die Beschaffung
Ich recherchierte Preise um die 2000 bis 2300 Euro und bin dann auf einen Händler aus Japan gestoßen, der das Roland System 100 Model 101 für knapp 1500 Euro angeboten hat, inklusive Versand. Bis zu diesem Zeitpunkt war mir ein Versand aus Japan zu unsicher, ich hatte Bedenken, ob das Ding auch wirklich heil bei mir ankommt. Auch haben mich die Zollgebühren verunsichert, dazu konnte mir niemand klare Angaben machen. Was soll’s, dachte ich und bestellte ihn. Es hat alles super geklappt! Alles in allem hat der Synth 1600 Euro gekostet, also doch deutlich günstiger als die Preise in Europa. Diesem Händler bin ich treu geblieben und warte darauf, dass er bald ein Model 102 im Sortiment hat.
Warum nur das Model 101?
Für das Roland System 100 aus dem Jahre 1975 (nicht zu verwechseln mit dem System 100M!) finden sich bereits mehrere ausführliche Berichte auf AMAZONA Roland System-100 Overview. Das System besteht aus mehreren Einheiten und hat einen stolzen Preis zwischen 10.000 und 12.000 Euro – für normale Musiker und Synthschrauber unerschwinglich. Darum möchte ich hier gar nicht auf das ganze System eingehen, sondern nur auf das „Basismodell“ 101. Dieses ist zum einen noch bezahlbar (ca. 2000 Euro) und ist zum anderen in größerer Stückzahl verfügbar. Ich erkläre mir das damit, dass in den Siebziger selten das große System, mehr dafür das Model 101 gekauft wurde.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
An die Regler und Knöpfe!
Das Roland System 100 Model 101 hat eine 37-Oktaven-Tastatur (f – f3; je nachdem, wo man zu zählen beginnt), die als „Waterfall“-Tastatur ausgeführt ist. Für mein Dafürhalten spielt sie sich sehr angenehm. Worüber jedoch diese alten Roland Synthesizer wie der SH-1000 oder 2000 nicht verfügen, ist ein Pitchbend- und ein Modulationsrad, das Model 101 verfügt lediglich über einen kleinen, roten Knopf. Drückt man den, wird der Ton leicht von unten nach oben verschoben. Das Intervall und die Richtung lassen sich nicht ändern. Doch Achtung: Betätigt man den roten Knopf mit dem Fingernagel und lässt abrupt los, findet man sich suchend am Fußboden wieder, weil der Knopf wie eine kleine, rote Rakete davonschießt. Zumindest ist es bei meinem Model 101 so.
Wer vorhat, diese alten Synthesizer ohne Pitchbend mit solchen auszustatten, dem sei das Digital Whammy von FOMOfx (Virtual Jeff Pro) ans Herz gelegt. Ich verwende das unter anderem für mein Clavinet. Das Modulationsrad lässt sich gut mit dem LFO-Regler ersetzen.
Das Model 101 ist ein monophoner Synthesizer mit einem VCO, der mit 3,5 mm Klinkenbuchsen ausgestattet ist, um verschiedene Patchings (Verkabelungen) vornehmen zu können. Beim etwas später erschienen KORG MS20 gibt es diese z. B. Patch-Punkte auch. Dort sind es allerdings 6,35 mm Klinkenbuchsen.
Bei den Patch-Punkten ist genau aufgedruckt, ob es sich um einen Ein- oder Ausgang handelt und was man dort abzweigen bzw. zuführen kann. Drei Patch-Punkte sind mit „Checkpoint“ beschriftet, die eigentlich dazu gedacht sind, ein Oszilloskop anzuschließen. Sie lassen sich aber auch als normale Patch-Punkte verwenden. An der Rückseite befinden sich vier Patch-Punkte mit Trigger In/Out und Control Voltage (CV) In/Out. Hier lässt sich beispielsweise ein Sequencer anschließen, der CV-Signale sendet. Entgegen anderslautenden Meinungen habe ich keine Probleme damit, das Model 101 z. B. mit einem Arturia BeatStep Pro zu sequenzieren.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
VCO, VCF und Co.
Der Oszillator verfügt über die Schwingungsformen Dreieck, Sägezahn, Rechteck und modulierbaren Rechteck. Der Grundsound des VCOs ist unglaublich fett und druckvoll. Der Tonumfang ist beeindruckend, er lässt sich über ein Poti von 10 Hz bis 10 kHz durchstimmen. Ein Durchputzen der Gehörgänge ist also auf jeden Fall bei jedem Tuningsweep bis ganz nach oben garantiert.
Es gibt allerdings keine Skalierung des Frequency-Reglers, man sollte also stets ein Stimmgerät bei der Hand haben. Das Model bietet allerdings einen 440 Hz Ton zum Abgleichen. Dieser ist bei mir leider nicht korrekt, ich muss immer auf das Stimmgerät zurückgreifen. Dafür lassen sich unglaubliche Tonhöhen-Sweeps machen, was etwa mit einem Minimoog nicht möglich ist, da dieser ja über Oktavschalter verfügt.
Das Filter besteht aus dem resonanzfähigen, modulierbaren LP-Filter und einem statischen HP-Filter. Die Resonanz lässt sich selbstverständlich bis zur Eigenschwingung des Filters hochfahren, man kann es auch durch richtiges Patchen vom VCO modulieren lassen. Dadurch entstehen krasse Effekte oder metallische Sounds (Audiobeispiele!).
Der Low Frequency Oscillator (LFO) hat einen recht engen Frequenzbereich (0,15 bis zu 25 Hz), er kann den Modulationseingängen von VCO, VCF und VCA zugewiesen werden. Als Schwingungsform zur Verfügung stehen Sägezahn, Sinus und Rechteck, für Pulse With Modulation (PWM) gibt es nur eine Dreieckschwingung, der Umschalter hat hier keine Auswirkung. Im Handbuch des Roland System 100 Model 101 steht, dass nur die Dreieckschwingung eine sinnvolle Modulation ergibt.
Der Hüllkurven-Generator (ENV) arbeitet im klassischen ADSR (Attack, Decay, Sustain, Release)-Muster. Dieser kann auch durch den LFO mit einer Rechteckschwingung gestartet werden. Damit sind coole Grooves möglich – eine Funktion, die ich sehr schätze (unbedingt die Audiobeispiele anhören). Der ENV kann auch auf die Tonhöhe gepatcht werden.
Der Mixer mischt einen externen Eingang, den Oszillator, sowie einen von White nach Pink umschaltbaren Rauschgenerator zusammen. Externe Signale lassen sich dem Mischer zuführen und damit ebenfalls mit dem Filter bearbeiten. Als externes Signal kann aber auch das Model 101 selbst fungieren. Am Patch-Punkt „VCO Sync Out“ liegt immer eine Rechteckschwingung an, die sich abgreifen und zur Sägezahnschwingung hinzufügen lässt. Diese Möglichkeit nutze ich gern, weil sie den Sound des Model 101 noch etwas fetter machen kann (sofern das überhaupt noch geht).
VCA via Gate
Ein anderer Trick: den VCA nicht über die Hüllkurve, sondern über eine Gate-Funktion steuern. Verbindet man den Checkpoint „Keyboard Gate Out“ mit dem „EXT. Envelope Input“, wird die Hüllkurve generell über ein Gate-Signal gesteuert. Verbinde ich den Ausgang des Envelope wieder mit dem Patch-Punkt „EXT Filter In“, lässt sich nur das Filter mit dem ENV steuern. Ist der Sustain-Wert der Hüllkurve sehr niedrig eingestellt, verhindert das, dass der Sound deutlich leiser wird.
Patchbook und Handbuch
Es gibt auch ein wunderbares, knapp 55 Seiten starkes Patchbook zum Model 101, das sich mit etwas Suchen im Web finden lässt. Auf den letzten Seiten finden sich auch zwei Notenbeispiele, eine Sonate von Joseph Haydn (nur ein Auszug) und einmal Rock’n’Roll. Ich liebe übrigens alte Handbücher. In dem des Model 101 finden sich auch nette und liebevolle Zeichnungen und viele Weisheiten, wie diese:
„There’s no getting around it, the synthesizing of even simple sounds can be a rather complicated process. However, like any complicated process, if it is broken down into its basic elements and these are considered one at a time, the whole project becomes much more manageable.“
Ist der Roland Model 101 den Preis wert?
Sind nun 2000 Euro für einen Monosynth wie den Roland System 100 Model 101 mit einem VCO gerechtfertigt? Diese Frage kann nicht ich, die muss jeder für sich selbst beantworten. Die Verarbeitung jedenfalls wirkt stabil und wertig. Aufgrund der vielen Möglichkeiten, die das Model 101 bietet, ist er vielleicht nicht die erste Wahl für Synth-Einsteiger.
Auf jeden Fall einsetzbar ist der Synthesizer in modernen Produktionen oder bei der Musikrichtung EDM. Einerseits liefert er einen unglaublichen Druck auch ohne Modulationen, andererseits bietet er abgefahrene Effekte, von der Motorsäge bis zur Opernsängerin ist alles möglich. Es lassen sich Viertelton-Skalen spielen und sogar die Tonhöhe des VCO durch das Filter modulieren. Durch den Initial-Gain-Regler des VCA (wie bei ARP 2600) sind Dronesounds möglich, zu denen man gleichzeitig groovige Riffs auf der Tastatur spielen kann.
Trotzdem ist und bleibt er „nur“ ein monophoner Synthesizer.
































Danke für den Artikel, Franz (Ich war schon so gespannt darauf)!
Ist schon klasse, was man aus solchen, auf den ersten Blick recht unscheinbaren, Kisten herausholen kann, wenn man sie wirklich beherrscht. Das hat mich schon bei Deinen YT-Beiträgen sehr beeindruckt…! 🤔🙂
Ja, der klingt wirklich gut, und was Du hier hin- und hermodulierst, ist aller Ehren wert!
Soundbeispiel Nr. 7 zeigt mir ganz deutlich, daß mein plombierter Backenzahn doch noch lebt. Extra-Lob dafür…! 😁
Hat Spaß gemacht, das wegzulesen. Gerne viiieeel mehr davon…! 👏🙂👍
@Codeman1965 Ich habe tatsächlich nachgeschaut, was die Kiste auf dem Gebrauchtmarkt gerade kostet. Und dann hat YouTube das nächste Video geladen und Franz spielt da den Brass Sound vom CS-60…hach…
Ich muss sagen, dass der Model 101 Synth durch seine Vielseitigkeit, von der Franz bestimmt auch nur in diesem Rahmen einen Bruchteil gezeigt hat, deutlich mehr Reiz hat als viele spätere gehypte Roland Synthesizer der 80er.
@Markus Galla Mein Traum ist immer noch ein gut erhaltener SH-101, gar nicht mal wegen dem, was er kann, hat eigentlich nur etwas mit Sentimentalität/Erinnerungen zu tun…
Aber ja, Instrumente wie der System-100 haben da schon einen Mehrwert.
Wenn man sich damit auseinandersetzt, wie und warum die Entwickler die Geräte so designed haben (hier spielt der Franz in der Oberliga mit!), dann entdeckt man evtl. auch Möglichkeiten, wie hier, die man einem Monosynth aus der Kreidezeit nicht zugetraut hätte.
Und das ist sehr inspirierend…
@Codeman1965
> […] Soundbeispiel Nr. 7 zeigt mir ganz deutlich, daß mein plombierter Backenzahn doch noch lebt. Extra-Lob dafür…! […]
LÖÖÖL 😂
Danke für den sehr interessanten Beitrag. Mit nur acht Klangbeispielen eindrucksvoll demonstriert, wie vielseitig schon so alte und mager ausgestattete Synthesizer Architekturen einsetzbar sind und wie fett der Output klingen kann. Auch ohne Wavetable, Wavefolder, Osc-Sync, Ringmod, integrierte Effekte und doppelt und dreifach vorhandene Komponenten geht viel. 👍
Habe mich immer gefragt warum dieser nicht mehr Fans hat, der war bis zuletzt noch oft günstig zu haben. Sehr schöner Artikel!
@Kazimoto Das Model 101 ist eben kein „Klassiker“ a la Moog Prodigy,ARP Odyssey oder KORG MS20. Ich bin selbst erst sehr spät auf diesen Synth aufmerksam geworden, da ihn einfach in meinem Bekanntenkreis niemand hat.
Schöner Beitrag. Was ich nicht wusste, dass Patchbuchsen schon vor über 50 Jahren 3,5er Format hatten.
@Tai ARP 2600
@Dirk Matten 🙏
Ich hatte ihn damals bei Roland immer zehnerweise bestellt, das war der preiswerte Einstieg in die Welt der semimodularen Synthesizer. Und dann kam der Korg MS20, der noch mal ein ganze Ecke preiswerter war, aber einige konzeptionelle Mängel hatte. Mir gefiel der Klang überhaupt nicht, anderen schon. Auf jeden Fall führten beide Geräte zur Demokratisierung der Produktionsmittel und der Korg zu einer ganz bestimmten Klangästhetik, ein bisschen rau und vulgär, sozusagen ohne Abitur.
@Dirk Matten Den Klang des MS-20 konnte ich lange Zeit überhaupt nicht ausstehen: das meiste, was da raus kam, hab ich nur als aufdringlichen Plastiksound – dünn aber schneidend – empfunden. Mit Moog, Roland und dem Korg MonoPoly oder Polysix konnte ich musikalisch viel mehr anfangen.
Ironischerweise hat sich das mit den MS-20 Plugins geändert, zuerst auf meinem Korg Kronos, dann auf PC: die treffen das Original zwar nicht 100%, aber immerhin gut genug. Und da habe ich dann gemerkt, dass sich MS-20 Sounds in manchen Kontexten durchaus gezielt einsetzen lassen.
Der schöne Bericht hier hat mich neugierig auf das Roland Plugin gemacht, das ich bisher gar nicht richtig auf dem Schirm hatte. Vielleicht ist ihnen ja ein bisschen von dem ansprechenden Klangcharakter gelungen.
@defrigge Es gibt einen sensationellen Electro-House Track von Joachim Garraud (Anaklein Remix), von dem ich seit etwa 20 Jahren den Mainsynth suche. Als ich hier Soundbeispiel No. 5 hörte dachte ich mir, dass könnte er tatsächlich sein. Kein Synthesizer passte je besser im Verhältnis des gehörten. Beweisen kann ich es natürlich nicht, so mal auch Garraud (ein französischer DJ) seit Equipment im Laufe der Zeit erneuert hat (u.a. jetzt Grandmother). Zum MS-20: Nach gefühlt 10 Jahren der Überlegung steht seit 3/4 Tagen einer hier und dann liest man so etwas. 😄
@Filterpad Dann wünsche ich Dir viel Spaß mit dem Neuen – und meine Vorlieben kannst Du ja ohnehin getrost ignorieren – alles Geschmacksache und Zweck-Vielfalt! 😉
@defrigge der ms20 war irgendwie der punk unter den Synths. 😃 günstig, dreckig,böse, unberechenbar. 🤣
viele haben den ms20 ja gekauft, weil andere zu teuer waren.
Die Kombination aus Model 101 und Model 102 war deutlich preiswerter als ein ARP 2600 und man musste sich schon stark überlegen, wo da der signifikannte Mehrwert lag. Oszillator-Sync konnte der ARP 2600 nicht, das war dann dem ARP Odyssey vorbehalten, eine Fehlentscheidung.
Ich liebe diesen Sound, da kommen so viele Erinnerungen zurück, danke dafür.
Gruß
SlapbummPop
Tolle Soundbeispiele, da kriege ich sofort Lust auf die Kiste. Hätte dem kleinen Kasten gar nicht solche Wucht zugetraut. 💪
Ein Vergleichstest zwischen dem Roland System 100 und dem Korg System, jeweils mit Grundgerät, Expander und Sequencer unter Berücksichtigung der technischen Eigenschaften, Möglichkeiten für die Klanggestaltung, den klanglichen Ergebnissen und der Klangästhetik im Besonderen wäre interessant.
@Dirk Matten Vielleicht blöde Frage, aber was ist bei dir ein sog. Korg System? Z.B.: MS-10 & SQ-10 vs. Roland System 100 Model 101 Synthesizer plus Sequencer? Apropos Vergleichsbericht: Aus meiner Sicht schlage ich sehr oft einen (aus meiner Sicht wirklich sinnvollen und für User nützlichen) Vergleichsbericht vor, aber die Redaktion ist bei meinen mega-top Berichtetipps bisher stehts verhalten gegenüber. 😇
@Filterpad Roland Model 101, Model 102, Model 104. Korg MS20, MS50, SQ10.
@Filterpad Das hat damit zu tun, dass du für einen Vergleichstest mehrere Dinge benötigst:
– gut erhaltene Modelle der zu vergleichenden Synthesizer
– einen Autor, der beide Synthesizer gleich gut kennt und beherrscht
– überhaupt erst einmal Synthesizer, die einen Vergleich erlauben
Und wie sinnhaft ist ein solcher Vergleich?
Vergleicht man zwei subtraktive Monosynth hat vielleicht einer das Feature xyz, der andere nicht. Vielleicht gefällt aber der Klang des Synths ohne das Feature mehr Leuten (oder anderen) als der des Synths mit dem Feature. Vielleicht finden beide gleich viele Liebhaber oder ein Synth kann nur einen Sound, dafür den aber so gut, dass ihn jeder haben will.
Was soll also der Vergleich bewirken?
Franz könnte Gebrauchtpreise vergleichen oder die Service-Kosten, das Gewicht, die Verarbeitung. Aber sonst? Mir fällt beim besten Willen nichts ein, was einen aufwändigen Vergleichstest sinnvoll machen und den Aufwand rechtfertigen würde.
@Markus Galla Das war bei mir Tagesgeschäft, den Kunden und mir hat das viel Spaß gemacht. Vorgedudelt wurde nichts, habe ja null Ahnung von Musik.
@Dirk Matten it’s more fun to comduddl oder so 😃
@Dirk Matten Das wäre in meinen Augen zwar ein Vergleich von Äpfel und Birnen (eben wegen der komplett verschiedenen Grundsounds die sofort ins Auge bzw. Ohr fallen) aber wen mir jemand beide Systeme zur Verfügung stellt mach ich das gerne 😎. MS20 und SQ10 hab ich.
Aber beim MS20 gibts dann ja auch schon wieder 2 verschiedene…
…sehr „cooler“ Artikel…👌
…bitte nächstes mal noch link zu…
https://www.youtube.com/watch?v=ECqhTyphD-A
😎
Ahhhh, vielen Dank für die erste Vorstellung. Man merkt sofort, dass hier ein glühender Praktiker schreibt (der rote Pitchbend-Knopf, hihi). Und endlich, ENDLICH liest man auch mal wieder detailliert über die Synthese-Fähigkeiten eines Synthesizers. Zum Beispiel, dass für eine PWM per LFO der Schalter für die Wellenform des LFOs wirkungslos ist und in dem Fall ausschließlich eine »Dreieck«-Schwingung wirkt … da schau her! Daraus schlussfolgere ich messerscharf, dass man für andere Modulationen – zum Beispiel Cutoff – gleichzeitig dann auch eine andere Schwingungsform einsetzen kann. Sehr praktisch – auch für nicht 100-101-Besitzer – finde ich den Hinweis mit dem »Gate«. Man hat zwar leider nur eine Hüllkurve, aber oftmals langt es, wenn man die Lautstärke einfach per »Gate«, also wie bei einer Orgel, steuert. Das sind genau die Sachen, die solche Hinweise so ganz allgemein sehr wertvoll machen. 🙂
Ich würde mir jetzt einen Roland »System 100 Model 101« nicht kaufen wollen … weil er mir persönlich ein wenig zu – ich bitte um Entschuldigung – »langweilig« ist und ich nicht sooo auf analog und generell auf Hardware stehe. Ja, jetzt kommt er wieder, mein Liebling, der »TAL-Mod«, bei dem ich echt nicht mehr nachdenken muss. Aber die Soundbeispiele zeigen eindrücklich, was mit so einem einfachen Synthesizer auch heute noch an relevanten Sounds »geht« (gleich das erste Soundbeispiel).
Vielen lieben Dank für die Vorstellung! 🙂👍
Wenn ich ihn begehren sollte und würde dann so 2.000,00 gebe ich gern dafür aus.
Eben so bleibt das Risico das Einschalten kann auch absolute Stille ergeben.leider.
Vintage Instruments so ich meine sind nicht mehr ohne Alternativen.
Der Test war schön zu lesen ,etwas kurz🙂
lieben Gruß an alle
@Viertelnote In der Kürze liegt die Würze😁. Wie schon geschrieben habe ich meinen bei einem Händler gekauft, damit minimiert sich das Risiko eine kaputte Kiste zu bekommen. Wenn privat, dann natürlich nur mit einem Test vorher.
Aufgeschraubt hab ich das Model 101 nicht. Aber meinen SH1000 nachdem nix mehr rausgekommen ist. Dort hat das Nachlöten von 3 Lötstellen gereicht um den Synth wieder zum Spielen zu bringen. Ich gehe nun auch mal bei einem Model 101 von derselben Einfachheit aus.
echt gut!
Willkommen Franz!
Folge dir schon länger.
bin auch ein ösi, und ich hatte ein EAV Tape als Kind.
mit ba ba Banküberfall! glaub man hört dort ein Hunde bellen vom Emulator 2, zumindest haben die pet Shop Boys bei suburbia auch diesen Sound.
Hey Franz,
Danke für deinen Artikel.
Das Teil klingt wirklich gut!
Was ist denn der Unterschied zwischen Roland 100 und 100m? 100m dann als modulares System? Wo liegen die Unterschiede?
@Tutorius Hi Tutorius! Ich hatte beide Systeme.
Der größte Unterschied ist das VCF – beim 100 12 dB, beim 100M 24 dB. Und die Erweiterungsmöglichkeiten waren beim 100M wesentlich höher.
Danke für den tollen Bericht. Der relativ einfache 101 klingt einfach immer gut.
Auch meinen 101 habe ich günstig aus Japan, dann selber auf 220V umgerüstet. Das Ding lässt sich sehr gut reparieren – ist alles diskret aufgebaut und gut dokumentiert.
Den 102 Expander habe ich mir vor ca. 2 Jahren als Clone (Pharmasonic) gekauft – mit je einem zusätzlichem VCO und EG gekauft – Vorteil: ist voll modular. Den Sequencer 104 fand ich vor knapp 1 Jahr ebenfalls günstig in Japan.