Blue Box: Roland System 700, Analoges Modularsystem Teil 1

Main vs Lab

Wenn man diese beiden Optionen vergleicht, so ist die Main Unit ausgewogener bestückt. Externe Signale kann man nur sinnvoll mit dem Envelope-Follower und den Anpassungsmodulen bearbeiten, sofern man möchte, dass der Synthesizer auf den Pegel eines Audiosignals reagiert. Ebenso ist man gehalten, für die Lab Unit ein eigenes Mischpult einzuplanen, denn dieses fehlt in der Lab Einheit. Die beiden LFOs stehen hingegen dem Überschuss von 2 VCAs in der Main Unit gegenüber, ebenso ist ein Multimode Filter mehr im Lab-Cabinet zu finden. Außerdem sind mehr Hüllkurven in der Lab Unit verbaut – tabellarisch sieht das folgendermaßen aus:

Vorteile in Zahlen

Lab | Main

  • 1 | 2 LFO
  • 6 | 2 Hüllkurven
  • 3 | 2 Filter
  • 4 | 2 VCA
  • 0 | 1 Audio Mixer mit Reverb
  • mehr Hilfsmodule zur Anpassung in der Main Unit

Da sich heute die Lage eher nach dem Angebot richtet, dürfte die Wahl selbst nicht schwer fallen. Man wird nehmen müssen, was man angeboten bekommt. Die gemunkelte Anzahl der vollständigen Systeme soll zwar 50 betragen, dies ist jedoch eher nicht wahrscheinlich, es sind mehr. Wie viele genau ist nicht bekannt. Die Lab-Cabinets bleiben schwer zu bekommen. Deshalb sollte man sich eher auf eine Main Unit vorbereiten.

Für viele Nutzer wäre das System sogar bereits komplett. Es enthält alle wichtigen Bausteine und entspricht in der Leistung mehr als die kleinen Moog-Systeme anboten. Dafür hat man hier keine Festfilterbank. Allerdings boten die Moogs nur sehr ausladende Filtermodule (Hochpass/Bandpass). Das 700 war moderner und stimmstabiler. Allerdings gibt es für die anspruchsvolleren Leute die Erweiterungen.

Ein großer Vorteil ist dazu gegeben: Die bis jetzt genannten Cabinets haben eine Vorverdrahtung, die über eingesteckte Patchkabel unterbrochen werden können. Damit ist das System vollständig modular, man spart sich nur einige Kabel, wenn man die Standardverschaltung verwendet. Am Ringmodulator sind bereits alle Oszillatoren zugeführt.

ringmod_sw

 

Das ist auch bei der Wellenformwahl der Oszillatoren so, dass man die Schwingungsform vorwählt und diese dann entsprechend weitergeleitet werden. Trotzdem kann man alle Typen auch gleichzeitig abgreifen. Die Filter und VCAs sind bereits sinnvoll „vorverbunden“. Modulationseingänge sind am unteren Bereich, Audiosignale werden oben zugeführt. Dabei gibt es üblicherweise meist 3 Fader mit entsprechenden Signalen. Auch hier ist die Vorauswahl sinnvoll. Außerdem bleibt immer noch die Möglichkeit, die Beschriftung zu übergehen, denn die beiden Basis-Einheiten und die Main Unit ist mit Schaltbuchsen ausgestattet und somit in jeder Definitionsweise vollständig offen modular. Das gilt sowohl für den Modulationsweg als auch für die Signalwege zwischen den Audio-Modulen (VCO, VCF, VCA). Das Mixing vor den Filtern wird grundsätzlich durch die Eingangsfader erledigt. Sollte man mehrere Mischer benötigen, um mehrere Signale zusammenzubringen, stehen entsprechende Signalmischer zur Verfügung. Diese sind nicht sehr zahlreich, weshalb es sich anbietet, mit den vorgegebenen und patchbaren Signalen so umzugehen, dass man mit den drei Eingängen jeweils haushalten sollte oder über Multiples diese Signale zusammenlegt und dann in drei Gruppen bildet. Dies gilt jeweils für Modulationseingänge und Audiosignale getrennt. So lässt ein Filter gleich fünf Eingänge frei, die beispielsweise für zwei VCOs und Rauschen oder Ringmodulation ausreichen. Beim VCA sind es drei. Für Modulationseingänge hat man vier Fader reserviert. Davon ist jedoch einer für die Tastatur-Spannung vorgesehen. Somit können ohne Pult schon komplexe Patches gebaut werden. Ein sehr großes System würde hingegen ein wenig mehr Disziplin erfordern, um alle Audiosignale einzuspeisen. Zumindest im herkömmlichen Sinne. Fünf Oszillatoren als Audio-Eingangsmaximum für Filter dürfte für die meisten Anwendungen und auch das komplette System reichen. Den Rest wird man vorzugsweise für Frequenzmodulation zwischen Oszillatoren, Filter und anderen Modulen nutzen können. Außerdem spricht nichts dagegen, einen VCA zur Automation der FM zu verwenden. Deshalb ist die Anzahl der Eingänge der Module und damit das Gesamtkonzept sehr stimmig und bequem. Es macht sehr großen Spaß, damit zu arbeiten. Das Tuning rastet allerdings nicht auf einem Nullpunkt ein. Solange man jedoch nicht unbedingt einen Live-Einsatz plant, sollte die Zeit für das Tuning nicht zu sehr den „Flow“ des Klangbastelns und Musikmachens stören.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    mdesign  

    spannendes thema, umfangreicher artikel, viele details. sprachlich an einigen stellen leider sehr unverständlich. grammatik ist auch keine stärke des autors.

    2 beispiele:

    ‚Allerdings sind zusammen die beiden Hauptseitenflügel ebenso wie ein gutes System anzusehen.‘ – ???

    ‚Neben dem System 100m baute Roland nie wieder Modularsysteme. Somit sind nur das 100m und 700 wirklich modular.‘ – ???

    • Profilbild
      moogulator  RED

      Dann dazu:

      1) Die Seitenflügel: Sollte man es schaffen die VCO und die VCF/VCA Bank ohne andere Module zu besorgen, so ist das ähnlich sinnvoll zu nutzen wie eine Lab-Unit

      2) Roland baute 2 wirklich modulare Systeme:
      -A) System 700
      -B) System 100m
      – C) und das halb offene System 100, welches eben nur Teile nach außen zugänglich macht.

      vielleicht tröstet es ja etwas.

  2. Profilbild
    Ishido

    danke für den bericht…aber bitte wenn möglich, textlich überarbeiten.das hat mich ab der zweiten seite ziemlich angestrengt ;)

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Aussagekräftige Hörproben jenseits Filterblubber, Geräusch oder Kleinkind Melodie wären ebenfalls nett.
    Was mitunter hier als Klangbeispiel geboten wird lässt jeden Musiker mit Fassungslosigkeit zurück.
    Musik ist Melodie und Harmonik!

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      jaxson  

      Machs erstmal besser…Anscheinend weiß kaum einer zu schätzen, was hier inhaltlich hier geboten wird,…wahrscheinlich gehörst du auch zu den Leuten die einen Synthesizer nach Presets beurteilen…

      • Profilbild
        Klaus Joter  

        Ach Gottchen – was für eine Antwort! Wenn ich auch nicht komplett mit der Aussage von „knutinge“ übereinstimme, kann ich bei dieser Antwort nur feststellen, dass sie auf eine typische Weise durch Extrempositionen einen Vorschlaghammer zu imitieren versucht.
        „Mach´s erst mal besser“ – nein, das muss er nicht, denn er hat lediglich Kritik geäußert und das entbindet ihn per se von jeder Beweispflicht, es besser machen zu können.
        “ …. wahrscheinlich gehörst Du auch zu den Leuten, die Synthies nach Presets beurteilen“ – das kommt in diesem Umfeld natürlich einem vernichtenden Urteil gleich. Aber erstens: warum muss man auf eine Kritik derartig unsachlich und spekulativ antworten?
        Und zweitens: was hast Du gegen Preset-Spieler? Ich gebe gerne zu, dass ich seit längerem einfach nicht mehr die Zeit habe, endlos lange an Synthies zu schrauben, weil ich es vorziehe, zu üben und zu komponieren. Beides ist mE deutlich wichtiger für einen Musiker als das Schrauben. Erfolgreiche Musiker schrauben übrigens meistens gar nicht mehr, sie lassen nämlich von Sound-Designern schrauben.

  4. Profilbild
    Wavemaster  

    Hallo allerseits,

    den Artikel selber kann man schon mal als recht umfassend ansehen. Was es nützt, da einen Teil 2 mit Beschreibung der einzelnen Module hinterher zu schieben, ist vom Sinn her fragelich. Schliesslich kann man die Teile nicht mehr ohne weiteres käuflich erwerben.

    Mir persönlich fehlt jedoch der wesentliche Hinweis, dass die Qualität der Baugruppen und vor allem die Stimmstabilität der insgesamt neun Oszillatoren einem Moog System um Quanten voraus sind.

    Wer einen derart ausführlichen Bericht über das System 700 abfasst, dürfte es somit einige Zeit zur Verfügung (gehabt) haben. Da verwundert es dann schon, welche bescheidenen Hörproben erstellt wurden.
    Schon alleine der Bereich Sample & Hold in Verbindung mit diversen sich gegenseitig modulierenden Quellen stellt schon für sich einen gewaltigen Kosmos dar.

    • Profilbild
      nativeVS  AHU

      Auf die qualität der baugruppen kann man bei dem system 700 nicht oft genug hinweisen, denn die sind wirklich erste klass. Vor allem macht das System 700 alles sehr präzise, es könnte quasi als referenzsynth genutzt werden.

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