Blue Box: Roland System 700, Analoges Modularsystem Teil 1

Seitenflügel: VCO-Bank

Dieser beinhaltet sechs Oszillatoren. Die obere Modulreihe ist damit vollständig gefüllt. Übrigens sind die oberen Module stets Audiomodule, während die unteren kleineren Module Modulationsquellen sind. Hier findet man:

roland-system700side

  • 6x Oszillatoren wie im Hauptsystem, jedoch ohne Vorverdrahtung
  • 1x Doppelhüllkurve
  • 1x Multiple
  • 1x Signalmischer
  • 1x LFO
  • 1x Sample & Hold

Alle Module in den Wings sind ohne Vorverdrahtung (Prepatching). Hier wird man deshalb immer mehr Kabel benötigen als im Hauptsystem (Main oder Lab Unit). Formell hatten diese Module eine Modellnummer mit einem anderen Kennbuchstaben. So sind VCOs mit den Kennbuchstaben D und E und Modulationsmodule mit Kennbuchstaben B ohne Prepatching). Technisch sind die Module intern identisch oder fast identisch. Die Oszillatoren D und E unterschieden sich wie die beiden Prepatch-Typen A und B.
Seitenflügel: VCF/VCA Bank

Ähnlich wie die Oszillator-Bank besteht dieses Cabinet ebenfalls aus den unverpatchten Modulvarianten der Multimodefilter und VCAs:

  • 2x Multimodefilter
  • 3x VCA

Im Modulationsbereich sind verbaut:

  • 2x Doppelhüllkurve
  • 1x Multiple
  • 1x Gate Delay

Die oberen Seitenflügel sind kleiner. Sie haben keinen Raum für „kleine“ Module sondern nur führ die hohe Bauform. Somit enthalten sie nur Audio-Module und keine Hilfs- oder Modulationsmodule. Diese Sprache hält Roland im System durch. Die beiden kleinen „Wings“ sind Effektmodule und weitere Hilfselemente. Die den Effekten zugewiesene „Vinylkiste“ heißt schlicht in Roland-Diktion „Phase Shifter / Audio Delay“:

Multiples mit 3x Vierer-Gruppen, welche jeweils verkoppelt werden können

  • 4x Schalter
  • 1x Phase Shifter
  • 1x Audio Delay

Zu bedenken gilt noch, dass das nicht wie ein Delay im heute erwarteten Sinne ist. Die Delay-Zeit ist sehr kurz und fast auch nur für Flanging-artige Effekte verwendbar, dafür sind diese spannungssteuerbar. Als „Echo“ würde es nicht funktionieren, denn hier geht es eher um ein- bis zweistellige Millisekunden. In den Sekundenbereich reicht es nicht einmal annähernd.

Im zweiten Hilfs-Cabinet befinden sich „Sonstige“ Module. Roland nennt diesen Bereich „Interface / Mixer“. Er enthält:

  • 1x VCA
  • 1x Messgerät mit Envelope Follower, Test-Signal-Generator integriert
  • 1x vierfach Filter/Resonator mit nicht modulierbaren aber variablen (Multimode)-Filtern mit Resonanz (beides regelbar) – auch als Ersatz für die Festfilterbank gedacht
  • 1x 9-Kanal Audio-Mischer.

Ein bisher fehlender Signalmischer für beliebige Signale und eine Art Endbearbeitung finden sich hier. Das vierfach-Resonanzfilter ist zwar nicht modulierbar, jedoch eindeutig ein Versuch, etwas anderes und besseres den Festfilterbänken der US-Konkurrenz entgegenzustellen. Dies ist eher eine Art Resonatorbank, wie man sie aus dem Polymoog kennt. Vier Bandpassfilter mit Resonanz erlauben die Betonung vierer Frequenzbereiche durch die Resonanzen, aber auch der Begrenzung durch die Bandpassfunktion.

roland_system700-sequencer

Sequencer

Der Sequencer hat 12 Steps. Er hat drei Potireihen mit Timing-Reihe als Teiler, was sehr musikalisch ist, da hier wirklich nicht ewig justiert werden muss, um eine Verdopplung oder Halbierung zu erreichen, anstatt abstrakt jede Zeit stufenlos einstellen zu müssen. Jeder Step hat einen Einzelausgang für Gate und Eingänge! Die Pulsbreite des Clockgebers ist justierbar. Alle Abspielfunktionen können per Steuersignal aktiviert werden. Auch die Reihenfolge (1, 1-2 und 1-3) kann eingestellt werden. Jede Spur hat ihre eigene Stepposition, da sie auch unabhängig laufen können. Alle diese Funktionen bieten weitgehend auch heutige günstige kleine Sequencer. Und dies mit sechzehn Schritten. Das einzige, was leider noch nicht selbstverständlich ist, sind Einzelstep Ein- und Ausgänge. Eines davon fehlt leider oft heute noch. Diese Möglichkeiten sind in Kombination mit Reset eine Möglichkeit komplexere Rhythmus-Strukturen oder Sprünge herzustellen. Einen Sequential-Switch gibt es allerdings nicht, was in der Klasse schon hilfreich wäre für genau diesen Aspekt.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    mdesign  

    spannendes thema, umfangreicher artikel, viele details. sprachlich an einigen stellen leider sehr unverständlich. grammatik ist auch keine stärke des autors.

    2 beispiele:

    ‚Allerdings sind zusammen die beiden Hauptseitenflügel ebenso wie ein gutes System anzusehen.‘ – ???

    ‚Neben dem System 100m baute Roland nie wieder Modularsysteme. Somit sind nur das 100m und 700 wirklich modular.‘ – ???

    • Profilbild
      moogulator  RED

      Dann dazu:

      1) Die Seitenflügel: Sollte man es schaffen die VCO und die VCF/VCA Bank ohne andere Module zu besorgen, so ist das ähnlich sinnvoll zu nutzen wie eine Lab-Unit

      2) Roland baute 2 wirklich modulare Systeme:
      -A) System 700
      -B) System 100m
      – C) und das halb offene System 100, welches eben nur Teile nach außen zugänglich macht.

      vielleicht tröstet es ja etwas.

  2. Profilbild
    Ishido

    danke für den bericht…aber bitte wenn möglich, textlich überarbeiten.das hat mich ab der zweiten seite ziemlich angestrengt ;)

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Aussagekräftige Hörproben jenseits Filterblubber, Geräusch oder Kleinkind Melodie wären ebenfalls nett.
    Was mitunter hier als Klangbeispiel geboten wird lässt jeden Musiker mit Fassungslosigkeit zurück.
    Musik ist Melodie und Harmonik!

    • Profilbild
      jaxson  

      Machs erstmal besser…Anscheinend weiß kaum einer zu schätzen, was hier inhaltlich hier geboten wird,…wahrscheinlich gehörst du auch zu den Leuten die einen Synthesizer nach Presets beurteilen…

      • Profilbild
        Klaus Joter  

        Ach Gottchen – was für eine Antwort! Wenn ich auch nicht komplett mit der Aussage von „knutinge“ übereinstimme, kann ich bei dieser Antwort nur feststellen, dass sie auf eine typische Weise durch Extrempositionen einen Vorschlaghammer zu imitieren versucht.
        „Mach´s erst mal besser“ – nein, das muss er nicht, denn er hat lediglich Kritik geäußert und das entbindet ihn per se von jeder Beweispflicht, es besser machen zu können.
        “ …. wahrscheinlich gehörst Du auch zu den Leuten, die Synthies nach Presets beurteilen“ – das kommt in diesem Umfeld natürlich einem vernichtenden Urteil gleich. Aber erstens: warum muss man auf eine Kritik derartig unsachlich und spekulativ antworten?
        Und zweitens: was hast Du gegen Preset-Spieler? Ich gebe gerne zu, dass ich seit längerem einfach nicht mehr die Zeit habe, endlos lange an Synthies zu schrauben, weil ich es vorziehe, zu üben und zu komponieren. Beides ist mE deutlich wichtiger für einen Musiker als das Schrauben. Erfolgreiche Musiker schrauben übrigens meistens gar nicht mehr, sie lassen nämlich von Sound-Designern schrauben.

  4. Profilbild
    Wavemaster  

    Hallo allerseits,

    den Artikel selber kann man schon mal als recht umfassend ansehen. Was es nützt, da einen Teil 2 mit Beschreibung der einzelnen Module hinterher zu schieben, ist vom Sinn her fragelich. Schliesslich kann man die Teile nicht mehr ohne weiteres käuflich erwerben.

    Mir persönlich fehlt jedoch der wesentliche Hinweis, dass die Qualität der Baugruppen und vor allem die Stimmstabilität der insgesamt neun Oszillatoren einem Moog System um Quanten voraus sind.

    Wer einen derart ausführlichen Bericht über das System 700 abfasst, dürfte es somit einige Zeit zur Verfügung (gehabt) haben. Da verwundert es dann schon, welche bescheidenen Hörproben erstellt wurden.
    Schon alleine der Bereich Sample & Hold in Verbindung mit diversen sich gegenseitig modulierenden Quellen stellt schon für sich einen gewaltigen Kosmos dar.

    • Profilbild
      nativeVS  AHU

      Auf die qualität der baugruppen kann man bei dem system 700 nicht oft genug hinweisen, denn die sind wirklich erste klass. Vor allem macht das System 700 alles sehr präzise, es könnte quasi als referenzsynth genutzt werden.

Kommentar erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.