Blue Box: Roland System 700, Analoges Modularsystem Teil 1

Auch der Klang des System 700 ist über alle Roland Synthesizer erhaben. Man könnte es klanglich als den Prototypen für alle analogen Synthesizer von Roland bezeichnen. Das ist freilich ein sehr hoher Standard. Die Oszillatoren klingen rund und obertonreich, die Filter zeigen kaum Bassverlust bei höheren Resonanzwerten. Alle Eigenschaften, die man bei Roland Synthesizern liebt, sind hier vereint.

Ich habe ein Video gemacht, in dessen Soundtrack ausschließlich das System 700 zum Einsatz kommt. (Der zweite Teil liegt auf meinem persönlichem Account bei youtube.com/moogulator in der Synthesizer Playlist). Es gibt keine externen Effekte, dies ist der pure Sound, der Hall stammt aus der in der Main Unit integrierten Hallspirale, die dem Klang eine industriell-schöne Note gibt …

Schaltet man eine Frequenzmodulation oder einen Sync, so bekommt man nicht selten eine Luxusvariante dessen, was ein Promars oder Jupiter-6 produzieren würde. Man befindet sich also auch einem hohen Niveau. Die geringe Verkleinerung der Leiterbahnen und Baugruppen scheint dabei auch eine Rolle zu spielen. Das System 700 ist, wie man es kennt, ein einziger Sweet Spot, man muss nicht all zu lange kurbeln, um gut klingende Bereiche zu finden. Der Basisklang der besten Roland Synthesizer ist hier definitiv auf den Punkt gebracht. Außerdem werden Kinder der Siebziger und Achtziger die Klänge aus diversen Produktionen kennen. Das bedeutet allerdings nicht, dass nur Ältere diesen Klang gut finden, weil er von irgendwelchen klassischen Synthpop-Helden eingesetzt wurde. Der Sound integriert sich sehr gut in ein Stück, auch solche, in denen nicht nur Elektronik eingesetzt wird. Der etwas überschwänglich klingende Roland-Lob gilt vor allem der SH-Serie, dem MKS80 und den Juno und Jupiter Serien. In diesem Sinne ist die Technik mit dem System mehr oder weniger eingeführt und in den Achtziger Jahren rationalisiert worden durch integrierte Bauteile.

lfo_modmodule

Übrigens sind die Module durch ihre relative Einfachheit, ähnlich wie andere Systeme dieser Zeit, recht einfach zu verstehen. Die Baugruppen sind einfach und damit für Kompaktsynthesizer-Nutzer einfach nachzuvollziehen. Aber auch die Bauteile in den Modulen selbst sind keine Exoten. Es ist damit erstaunlich, dass sich ein Synthesizer aus dem Jahre 1976 sich deutlich einfacher reparieren lässt als einer der Neunziger. Seit es DSP basierte Synthesizer gibt oder solche, die zwar analog sind aber spezielle neue Chips verwenden wie der Alesis Andromeda A6, weiß man, dass diese heute so gut wie unmöglich zu reparieren sind, wenn der Fehler im DSP-Board oder den Chips liegt. Das System 700 ist auch noch vor SSM und Curtis hergestellt worden, welche die Basis der meisten Synthesizer der Achtziger waren. Erst heute geht der Vorrat dieser Chips wirklich zur Neige. Deshalb sind neue Analoge entweder von Dave Smith, der sich die Curtis-Chips in großer Menge fertigen lassen hat (vor seinem Tode) oder eigene Entwicklungen (Andromeda) oder diskret aufgebaut mit SMD-Technik (Korg).

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    mdesign  

    spannendes thema, umfangreicher artikel, viele details. sprachlich an einigen stellen leider sehr unverständlich. grammatik ist auch keine stärke des autors.

    2 beispiele:

    ‚Allerdings sind zusammen die beiden Hauptseitenflügel ebenso wie ein gutes System anzusehen.‘ – ???

    ‚Neben dem System 100m baute Roland nie wieder Modularsysteme. Somit sind nur das 100m und 700 wirklich modular.‘ – ???

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      moogulator  RED

      Dann dazu:

      1) Die Seitenflügel: Sollte man es schaffen die VCO und die VCF/VCA Bank ohne andere Module zu besorgen, so ist das ähnlich sinnvoll zu nutzen wie eine Lab-Unit

      2) Roland baute 2 wirklich modulare Systeme:
      -A) System 700
      -B) System 100m
      – C) und das halb offene System 100, welches eben nur Teile nach außen zugänglich macht.

      vielleicht tröstet es ja etwas.

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    Ishido

    danke für den bericht…aber bitte wenn möglich, textlich überarbeiten.das hat mich ab der zweiten seite ziemlich angestrengt ;)

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    AMAZONA Archiv

    Aussagekräftige Hörproben jenseits Filterblubber, Geräusch oder Kleinkind Melodie wären ebenfalls nett.
    Was mitunter hier als Klangbeispiel geboten wird lässt jeden Musiker mit Fassungslosigkeit zurück.
    Musik ist Melodie und Harmonik!

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      jaxson  

      Machs erstmal besser…Anscheinend weiß kaum einer zu schätzen, was hier inhaltlich hier geboten wird,…wahrscheinlich gehörst du auch zu den Leuten die einen Synthesizer nach Presets beurteilen…

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        Klaus Joter  

        Ach Gottchen – was für eine Antwort! Wenn ich auch nicht komplett mit der Aussage von „knutinge“ übereinstimme, kann ich bei dieser Antwort nur feststellen, dass sie auf eine typische Weise durch Extrempositionen einen Vorschlaghammer zu imitieren versucht.
        „Mach´s erst mal besser“ – nein, das muss er nicht, denn er hat lediglich Kritik geäußert und das entbindet ihn per se von jeder Beweispflicht, es besser machen zu können.
        “ …. wahrscheinlich gehörst Du auch zu den Leuten, die Synthies nach Presets beurteilen“ – das kommt in diesem Umfeld natürlich einem vernichtenden Urteil gleich. Aber erstens: warum muss man auf eine Kritik derartig unsachlich und spekulativ antworten?
        Und zweitens: was hast Du gegen Preset-Spieler? Ich gebe gerne zu, dass ich seit längerem einfach nicht mehr die Zeit habe, endlos lange an Synthies zu schrauben, weil ich es vorziehe, zu üben und zu komponieren. Beides ist mE deutlich wichtiger für einen Musiker als das Schrauben. Erfolgreiche Musiker schrauben übrigens meistens gar nicht mehr, sie lassen nämlich von Sound-Designern schrauben.

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    Wavemaster  

    Hallo allerseits,

    den Artikel selber kann man schon mal als recht umfassend ansehen. Was es nützt, da einen Teil 2 mit Beschreibung der einzelnen Module hinterher zu schieben, ist vom Sinn her fragelich. Schliesslich kann man die Teile nicht mehr ohne weiteres käuflich erwerben.

    Mir persönlich fehlt jedoch der wesentliche Hinweis, dass die Qualität der Baugruppen und vor allem die Stimmstabilität der insgesamt neun Oszillatoren einem Moog System um Quanten voraus sind.

    Wer einen derart ausführlichen Bericht über das System 700 abfasst, dürfte es somit einige Zeit zur Verfügung (gehabt) haben. Da verwundert es dann schon, welche bescheidenen Hörproben erstellt wurden.
    Schon alleine der Bereich Sample & Hold in Verbindung mit diversen sich gegenseitig modulierenden Quellen stellt schon für sich einen gewaltigen Kosmos dar.

    • Profilbild
      nativeVS  AHU

      Auf die qualität der baugruppen kann man bei dem system 700 nicht oft genug hinweisen, denn die sind wirklich erste klass. Vor allem macht das System 700 alles sehr präzise, es könnte quasi als referenzsynth genutzt werden.

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