Mehr als nur Blade Runner
Für das Synthesizer Plug-in Softube Model 77 hat man sich gleich drei japanische Analogklassiker von 1977 zum Vorbild genommen: die Yamaha-Synthesizer CS-50, CS-60 und natürlich der berühmte CS-80. Und wie bei Softube üblich gibt es wieder ein kleines Bundle, das aus dem eigentlichen Plug-in, einzelnen Modulen für Softube Modular und zwei Effekte für Amp Room besteht.
Softube Model 77 – nach Vorbild der CS-Serie
Model 77 hat den unverwechselbaren Look der CS-Serie und insbesondere des CS-80, doch man erkennt gleich, dass man den Synth-Boldien nicht 1:1 nachgebildet hat.
Das Plug-in hat eine duale Layer-Struktur, d. h., dass zwei Sounds übereinander gelegt, gemischt, im Panorama verteilt und mit einem extra Detune-Regler auch gegeneinander verstimmt werden können. Außerdem lassen sich die Hoch- und Tiefpassfilter der beiden Layer mit einem Fader gemeinsam steuern.
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Die grundsätzliche Klangerzeugung ist vergleichsweise einfach, hat aber bestimmte Eigenheiten: Oszillator mit Saw und Square (PWM), eine Filtersektion mit Hochpass und Tiefpass, die beide über eine eigene Resonanz verfügen, ein Mixer, der den Ausgang des VCF mit einem daran vorbei geleitetem Sinus mischt, ein VCA, zwei Hüllkurvengeneratoren, ein LFO und ein Ring Modulator mit eigener AD-Hüllkurve.
Über ein Expansion-Panel sind weitere Einstellung für die Filtersektion, Keyboard-Tracking, Aftertouch und den bis zu 8-fachen Unison-Mode möglich. Weiterhin ist das Plug-in mit einem zusätzlichen Reverb sowie einer Age-Funktion ausgestattet.
Wie beim Vorbild gibt es auch hier die Presets, die über die Tasten des Tone Selector direkt angewählt werden können. Hier finden sich einige klassische Analogsounds, die als Ausgangspunkt für eigene Kreationen verwendet werden können.
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Der orignale CS-80 war für seinen polyphonen Aftertouch berühmt. Model 77 kann mit einem MIDI-Keyboard, das über dieses Feature verfügt, entsprechend angesteuert werden. Ein zusätzlicher Ribbon Controller wäre auch nicht schlecht.
Nutzer des Softube Modular können folgende Sektionen in ihrem System als separate Module nutzen: Oscillator, Dual Mode Filter, Amplifier, Envelope Generator, Low Frequency Oscillator, Ring Modulator und Reverb.
Für Amp Room sind der Ring Modulator und das Reverb als einzelne Effekt verfügbar.
Softube Model 77 ist in den Plug-in Formaten VST, VST3, AU und AAX (macOS, Windows) verfügbar. Zur Einführung kostet das Plug-in 99,- US-Dollar, der reguläre Preis beträgt 159,- US-Dollar.











Super! Und gut durchdachte Layer Optionen.
Ich frag mich wie diese Plug ins programmiert werden. Gibt es dazu Bücher oder Workshops??
@Synchead https://audiodev.blog/newbie-resources/ ist ein guter Einstieg zu dem Thema.
@Synchead Wenn Du lieber ein Buch für den Einstieg nehmen möchtest: Designing Software Synthesizer Plugins in C++: With Audio DSP 2nd Edition von Will C. Pirkle
@Synchead Es gibt Vorträge auf Youtube
Memorymoon. Da müsste ich mir einen Win Rechner danebenstellen. Wäre für mich keine Option. Aber klingt nicht schlecht
@Tai Nicht unter Cubase 😁
@Tai Danke. Auf der Seite steht mehrfach: nicht für Mac. Aber immer unter VST. Hat sich noch nicht rumgesprochen, dass es mehr als eine PlugIn Schnittstelle gibt.
Gerade noch mal nachgesehen. No mac version. Aber natürlich glaube ich dir, dass du sie hast.
@Tai Von allen Synthesizern von Memorymoon gab es Mac-Versionen. Der ME80 war bis zur Version 2.5.x als VST2, VST3 und AU erhältlich (nur x86, kein Apple Silicon).
Die Synthesizer basierten ursprünglich auf SynthEdit, danach auf der von Entwickler Chris Kerry entworfenen ‚CK_Engine‘.
Ab einer bestimmten Version verweigert macOS der CK_Engine jedoch ihren Dienst. Ob es Pläne gibt, die Engine wieder mit macOS kompatibel zu machen, lässt sich möglicherweise bei Memorymoon erfragen.
@Holk Danke dir
@Tai Wrapper, VM etc. oder Lösungen, die Altes auf Neuem oder Neues auf Altem ermöglichen, versuche ich inzwischen zu vermeiden. Verwende einen M2Pro Mini, da geht einiges nicht mehr. Daneben steht noch ein Mac Mini Server von 2012, der in seltenen Fällen einspringt. Das muss reichen.
Ich hab mich überhaupt nicht gewundert über Starsky’s Beurteilung, weil ich wie er den Grundklang des Softube Plugins näher am Original höre als den aller Mitbewerber (Cherry Audio, Arturia, Memorymoon) – wir können das in der Regel ja nur mit berühmten Aufnahmen vergleichen, weil nur die wenigsten ein Original zur Verfügung haben (ich sicher nicht).
Mit dem Fehlen berühmter Klänge zum Vergleich in Starsky’s review hast Du recht – das liegt aber an der m.E. für Softube Verhältnisse unterdurchschnittlich ausgefallenen Preset-Bibliothek, wo nur sehr wenige dieser Klänge überzeugend nachgebildet sind. Dennoch: kein anderes Plugin bildet diese seltsame CS-80 Grundklang Mischung aus massiv und fragil-schwebend für meine Ohren so gut nach wie das Softube Plugin.
@defrigge Bei Vangelis einen CS80 anspielen zu können – dazu beglückwünsche ich Dich, weil der Besuch sicher zu Deinen bleibenden Eindrücken gehört.
Einen CS-80 kenne ich nur von Aufnahmen (nicht nur die Fanfarenklänge). Also kann ich nur meinen Eindruck des grundlegenden Klangcharakters wiedergeben, und da gefällt mir bisher das Softtube Model 77 unter den Software-Versuchen am besten. Ob das zutreffen kann oder nicht, das stellt sich wohl am besten heraus, wenn Programmierer, die einigermaßen vertraut mit dem CS-80 sind, ein paar gute Soundbänke für das Plugin rausbringen.
Im Plugin gibt es ja auch die paar Natursound Tasten-Presets, einschießlich eines „Gitarren“-Klangs. So wie ich den „I hear You“-Anfang höre, hat Vangelis dies Preset als Basis für seinen Plucksound genommen (Lower Manual Preset auf dem Model 77, Mix-Slider auch ganz auf Lower Manual), indem er das CS-80 Preset zuerst von Sägezahn auf Rechteck umgestellt und dann verfeinert hat.