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Solid State Logic SSL Bus+, Bus Kompressor

21. April 2022

Rückkehr des Bus Kompressors

solid state logic ssl plus

Solid State Logic SSL Bus+, Bus Kompressor

Wenn ein Gerät sinnbildlich für analoges Prozessing von Solid State Logic steht, dann ist es wohl der legendäre Bus Kompressor. Seit er 1976 das erste Mal im SSL 4000B Mischpult vorgestellt wurde, veredelt der Neunzehnzöller mit dem Spitznamen „The Glue“ die Mischungen unzähliger Top Produktionen weltweit.

Mit dem neuen BUS+ stellt SSL nun einen neuen Bus Kompressor vor. Mit gerasterten Potis und Schaltern wird das auf Grundlage der Originalschaltung entwickelte Analoggerät sozusagen digital präzisionsgesteuert. Die jeweiligen Positionen werden von einem Mikroprozessor für die – nach wie vor zu hundert Prozent – analoge Schaltung „übersetzt“. Dies eliminiert laut SSL Bauteiltoleranzen und soll eine exakte Reproduzierbarkeit ermöglichen. Beim SSL BUS+ werden u. a. hochwertige Bauteile wie die 2181 THAT VCAs verbaut.

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solid state logic ssl bus +

Auf zwei Höheneinheiten bietet der Solid State Logic BUS+ neben dem klassischen Stereobetrieb auch S/C Stereo, Dual Mono oder einen M/S-Betriebsmodi. Außerdem können drei spezifische Kompressions-Charakteristiken individuell oder kombiniert genutzt werden:

  • „4K“ mit variablen harmonischen Übersteuerungsanteilen (VHD)
  • „LOW THD“ zur Reduzierung tieffrequenter Verzerrungen
  • „F/B“ für eine gemäßigtere Komprimierung

solid state logic ssl bus +

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Zusätzlich bietet der BUS+ mit Sidechain Ein- und Ausgängen sowie einem flexiblen High Pass Filter, 2-Band-Equalizer (vor und nach der Kompression platzierbar) und einem integrierten Transienten Expander interessante Extras.

Die Features des SSL BUS+ Kompressor im Überblick:

  • Bus Kompressor Schaltung mit High Performance 2181 THAT VCAs
  • 4 Betriebsmodi: Stereo, S/C Stereo, Dual Mono, Mid-Side
  • Neue Attack & Release Optionen und mehr Flexibilität bei Detaileinstellungen
  • 3 spezifische Kompressions-Charakteristiken zur individuellen oder kombinierten Nutzung (4K – Single VCA mit VHD, LOW THD mit LF Reduktion, F/B Mode)
  • Herausragende Klangqualität und fein gerasterte Potentiometer für präzise Einstellungen
  • Integrierter 2-Band Dynamic EQ (D-EQ)
  • Transient Expander
  • Konfigurierbares Prozessing (Compressor pre/post D-EQ)
  • Externe Sidechain Ein-/Ausgänge inkl. HPF Regler bis 300 Hz (in 10 Hz-Stufen)
  • Mix Control für sofortige Parallel-Kompression
  • Maße: 19“/2 HE
  • Gewicht: ca. 7kg

solid state logic ssl bus +

Ab Anfang/Mitte Mai wird der SSL BUS+ im Handel erhältlich sein. Der Preis wird sich auf 2.699,- Euro belaufen.

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Forum
  1. Profilbild
    lunatic AHU

    Ein Traum für einen noch fast humanen Kurs. Darf ich mich lieber garnicht groß mit befassen……

  2. Profilbild
    Henrik Fisch AHU

    Kompressoren sind die klangformenden Bauteile, die – für mich – noch ein gewisser geheimnissvoller Nimbus umhüllt. Deswegen frage ich jetzt mal ganz naiv, ob das folgende zutreffend ist:

    Die SSL-Kompressoren sind besonders »transparente« Kompressoren, die es schaffen, einen Mix noch einmal mehr »zusammen rücken« und »aus einem Guss klingen« zu lassen. »Transparent« bedeutet dabei, dass der Klang des Ausgangsmaterials nach Möglichkeit nicht beeinflusst wird. Zumindest wenn man es mit den Einstellungen nicht übertreibt, und die bei diesem Modell von SSL bewusst hinzu gebauten »klangformenden« Komponenten nicht zum Einsatz kommen. Kann diesen Eindruck jemand bestätigen?

    Ich habe mir übrigens vorgenommen, mir jetzt einfach mal einen Kompressor zu kaufen und damit herum zu spielen. Wenn das »für mich« nix ist (warum auch immer), kann man die immer noch verkaufen und das Mixing einem Profi überlassen. Die Preisdifferenz ist dann das Lehrgeld, welches ich gerne bezahle (soooo viel ist das dann ja auch wieder nicht). Aber dann habe ich das mal selber unter den Fingern gehabt.

    • Profilbild
      ach herrjemine

      Nö, der ist nicht besonders transparent.

      Der Mix+ ist im Grunde genommen ein sehr nuanciert einstellbarer transistor-basierter Verzerrer mit einigen Zusatzfunktionen.

      Der „Glue“ Effekt basiert auf gezielten Sättigungs- und Regelartefakten welche die technischen Unzulänglichkeiten der in den 70ger und 80ger Jahren von SSL verwendeten VCA Schaltungen simulieren sollen. Das gelingt leider nur mittelprächtig.

      …aber es ist bunt, blinkt und es steht SSL drauf.

      • Profilbild
        Henrik Fisch AHU

        Ah, OK. Das bezieht sich dann auf DIESES Modell, den »Bus+«.

        Es gibt auch andere SSL-Kompressoren, die als »Glue Compressor« bekannt wurden, oder? Deswegen habe ich im Kopf irgendwie diese Verbindung.

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          ach herrjemine

          Ja, sorry, ich meinte „Bus+“ und nicht „Mix+“ :)

          Es gibt drei Typen klassischer SSL Kompressoren („Bus“, „Channel“ und „Listen-Mic“).
          Der mit Abstand verbreitetste Typ ist der Bus-Kompressor der für seine „Glue“ Wirkung bekannt ist und um dessen xte Version es sich beim Bus+ handelt.
          Etwas mehr zum Background des SSL Bus Kompressors erfährst Du hier:
          https://www.amazona.de/test-ssl-x-logic-g-series-compressor-stereo-kompressor/

          Grundsätzlich sind die SSL Kompressoren über die Jahre immer transparenter geworden, haben dabei aber leider auch immer mehr von dem Charakter eingebüsst für den sie eigentlich geschätzt werden. Daher gibt es mittlerweile unzählige Hardware Clones.
          Beim Bus+ kann man die Stärke der Artefakte/Verzerrungen recht vielfältig regeln. Aber er hat bei allen Features weder das „Mojo“ der alten SSL Vorbilder noch die Transparenz eines Sontec/Gml/Maselec/Weiss/Cranesong/Elysia, etc. mit denen man je nach Einstellung wirklich transparent komprimieren kann.
          Wenn Du Dich näher mit Kompressoren beschäftigen willst, empfehle ich Dir erstmal die Plugin-Clone der Klassiker durchzuhören. Die sind schon ganz gut und Du kannst dich orientieren ohne Dein Bankkonto zu plündern.
          Viel Erfolg auf der Reise!

          • Profilbild
            Henrik Fisch AHU

            Auch hier noch mal: Vielen lieben Dank für die Ausführungen. 🙂

            Mein erster Hardware-Kompressor wird sicherlich nicht von SSL sein (schnöde monetäre Gründe) … aber spannend ist es immer davon zu lesen.

        • Profilbild
          Anthony Rother AHU

          Ich verwende den WAVES SSL4000 bei jedem Mastering und er glued schön den Bass mit dem Rest zusammen und macht Klarheit (Höhen und obere Mitten).
          Beim Einstellen muss man sehr genau hinhören, AB Vergleich und immer wieder den GAIN Output ordentlich anpassen damit man hört ob das Signal vom Kompressor besser oder schlechter wird.
          Nichts für schnelles und grobes rumdrehen. (Mastering)

          Ich hatte den SSL auch in analog und beim AB Vergleich mit dem WAVES Plugin für meine Zwecke (elektronische Musik) keinen Unterschied gehört und arbeite lieber mit dem WAVES da man da alles ganz genau einstellen kann und schön den AB Vergleich machen kann.

          • Profilbild
            lunatic AHU

            Das nenn ich mal ein Statement, Anthony. Interessant, gerade waves hatte ich bei ssl-Emulationen nicht so weit vorne gesehen. Werde ich testen, danke.

            • Profilbild
              Anthony Rother AHU

              Ich spreche von Mastering.
              4:1 Attack 30ms ,Release je nach Material, aber meistens 100ms.

              Ich komprimiere nur leicht. Denn da klingt der SSL finde ich am besten beim Mastering.

              Auf Einzelsignalen kann man schon härter ran.
              Aber trotzdem immer schön hinhören denn der SSL kann bei starker Kompression (Summen Signal) trotzdem den Eindruck vermitteln dass es gut klingt und noch druckvoll scheint aber das Signal hat keinen Druck mehr es scheint nur so.
              Dass ist mir am Anfang oft passiert bis ich verstanden habe wie ich den SSL bedienen muss.

    • Profilbild
      moinho

      Wenn Du nen Hardwarekompressor zum Herumspielen willst, dann würde ich was relativ Billiges mit Charakter und vielen Knöpfen vorschlagen, das nicht zu esoterisch ist.
      Heißt dann irgenden VCA-Teil. Zwei spontane Ideen: FMR RNC oder den alten Alesis 3630 oder wie er heißt. Grade die 3630er gibts teilweise sehr billig gebraucht…

      • Profilbild
        Henrik Fisch AHU

        Meine Überlegungen gehen im Moment in Richtung:

        Art
        Pro VLA III

        Drawmer
        1978

        Erster wegen der zusätzlichen Röhren im Signalweg (ist wohl kein echter Röhren-Kompressor) und letzterer wegen des eingebauten Verzerrers. Die anderen beiden schreibe ich mal auf die Liste. Der Kompressor von Alesis macht ja auch einen höchst interessanten Eindruck. Vielen Dank für den Tipp!

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          TobyB RED

          Den 3630 kann man gut nehmen, wenn die Drums knallen sollen. Der Art Pro VLA II macht sich in der Summe gut, wenn man ihn richtig anpackt und vielleicht aufpasst im Link Modus. Ich habe beide hier in der Kette. Allerdings sollte man sich immer bewusst machen, zu SSL ist es noch ein Stück Weg.

          • Profilbild
            Henrik Fisch AHU

            Schon klar, dass die mit SSL vielleicht nicht gar so viel zu tun haben. Hier ging’s ja jetzt nur mal um ein paar Schnupper-Kompressoren, für den blutigen Einsteiger (also für mich). 😉

            • Profilbild
              TobyB RED

              Also mit dem ART PRO VLA II machst nichts falsch. Wenn im Stereo Link M/S zu verschieden sind, kannst du die Röhren gegen matched Röhren tauschen. Ich würde dann hinter dem ART PRO VLA einen Sonic Maximizer BBE 882 einschleifen. Und dann vielleicht noch zwei EQP-WA :-) Wenn du das ITB machen möchtest, zB in Logic kannst du ne Menge Geld sparen. Die Onboard Plugins sind nicht zu verachten, hier gibts von SSL bis Pulteq alles für umsonst.

  3. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Yip… SSL ist auf der transparenten Seite, dein Eindruck täuscht Dich nicht!

    Schöne Bus/Summen-Kompression a’la SSL gibt’s auch mit ’nem 500er S-Type von IGS… Gibt’s ohne Frame gebraucht für um die 450€!

    • Profilbild
      Henrik Fisch AHU

      Danke für die Info! :)

      Jetzt bin ich trotzdem ein wenig verwirrt, weil »ach herrjemine« oben genau das Gegenteil behauptet. Auf der anderen Seite hat sich Wytse von White Sea Studio (siehe YouTube-Kanal) extra mal selber einen »Glue Compressor« gebaut hat … und das ist ein »SSL Bus Compressor Clone«.

      Ich kaufe mir demnächst mal ein Outboard-Gerät und experimentiere damit herum.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Ach herrjemine hat schon recht bei den alten Bus-Kompressor Modellen, … das Teil da oben kann aber von bis (4000 – 9000), war verwirrend, mein Fehler!
        Was ich eher mit „SSL ist auf der transparenteren Seite“ meinte war, das im Gegenzug zu Helios, MCI, API, Neve die Pulte von SSL als sehr clean vom Sound gelten.
        Dennoch empfinde ich von vielen Bus-Kompressoren die SSL‘s als clean, je nach dem wie man reinfährt.

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          Henrik Fisch AHU

          Und auch hier noch mal danke für die Info. Im Moment ist jedes Fitzelchen an Informationen für mich sehr interessant. 😃

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    Garfield Modular

    Ich schaue mir schon länger den Fusion von SSL an. Jetzt gibt es den Qual der Wahl zwischen Fusion und The BUS+, hmm, schwierig :-)

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    Allthatsynth

    Mal ganz naiv gefragt: im Big Six ist ein Kompressor enthalten, der auf Knopfdruck das Ergebnis sofort hörbar verbessert. Ich bin immer wieder beeindruckt. 🙂
    Dieses Gerät kostet ungefähr das gleiche wie ein Big Six. Natürlich hat es offensichtlich viel mehr Einstellungsmöglichkeiten aber woran würde man in einem Blindvergleich den Unterschied merken ?

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Kommt auf’s Signal an (Vocals oder Bass z.B.) und die Art des Einsatzes (Individual, Groups od. Summe, NewYork od. London, M/S)…

      Ich denke, wer weiß wo bei Kompression hinzuhören ist, der hört auch einen deutlichen Unterschied!?!

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Nachtrag: Der Kompressor im BigSix hat ’ne fixe 4:1 Ratio und 30ms/100ms oder Auto-Release… Das ist das typische Bus-Kompressor Setting, kann auch bei Einzelsignalen funktionieren, ist aber schon eingeschränkt… Z.B. mal 12:1 in Parallel mit dem Wet/Dry dazublenden klingt schon anders.
        Den ganzen Mix 2:1 mit Transient Expander bearbeiten und den Dynamik EQ für gelegentliche „Frequenz-Ausbrecher = Schwer spannend!
        Hallräume noch weiter nach hinten in den Mix rücken… Es geht also schon in Richtung „sehr präzise statt allgemein“.

  6. Profilbild
    roseblood11

    Gibt es eigentlich gute Doppelblindversuche, wo solche analogen Kompressoren gegen Software antreten?
    Wenn man sowas in der Summe einsetzt, heißt das ja heutzutage, dass die dazu einmal D/A gewandelt werden muss und anschließend wieder zurück. Das gehört in einem Vergleich sinnvollerweise berücksichtigt. Einmal mit extrem hochwertigen Wandlern, einmal mit gehobener Mittelklasse, wie es dem Preis des SSL entspricht.

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @roseblood: Der Balaskas (Berliner Mastering-Engineer und man kann von ihm denken was man will) hat das mal etwa so beschrieben (Gedächtnissprotokol): Jeder Hardwarekompressor hat einen bestimmten „Charakter“. Je nach Kundenwunsch, Aufgabengebiet und Genre entscheidet er, welchen bzw. welche er letztendlich verwendet. Er sagt: Diesen Charakter könne keine Software simulieren. Sein „Billigangebot“ ist Mastering mit reiner Software. Für ein vollwertiges Mastering benutzt er dann die Hardware (Kompressoren und EQ). Vielleicht hilft das ein wenig weiter. Quelle ist Musotalk zum Thema Mastering, siehe YT.

      • Profilbild
        roseblood11

        Sagen kann er viel, und er will was verkaufen. Ich beschäftige mich mit Aufnahmetechnik seit 30 Jahren, und ich muss sagen, dass mich sehr vieles, was aktuelle Software leistet, absolut überzeugt, nicht nur im Verhältnis zum Preis. Auch Software-Kompressoren können auf einen bestimmten „Charakter“ hin optimiert sein, der Spielraum ist da letztlich viel größer, als bei Hardware. Und wie gesagt, in diesem Fall muss man mitbedenken, dass der EInsatz von Hardware einen zusätzlichen vollen Durchgang durch die Wandler bedeutet. Deswegen: Nur ein Doppelblindversuch trennt Lyrik bzw Legende von Fakten.
        Ich kenne auch einen Toningenieur in GB, der betreibt einen sehr hochwertigen transistorbasierten Channelstrip, der aber etwas langweilig aussieht und daneben einen mit der gleichen Schaltung, die aber unter einem völig funktionslosen Haufen großer, bunter „Vintage“ Bauteile inkl glimmenden Röhren versteckt ist. Und alle, mit denen er den Test gemacht hat, finden das zweite Dings viel besser, hören, die analoge Wärme, die sanfte Sättigung, die Tiefe und all den anderen üblichen Quark.

  7. Profilbild
    nor

    Mag sein, dass einige Produzenten mit Software besser umgehen können als ich. Aber persönlich habe ich noch nie einen Software-Compressor gehört der mich annähernd überzeugt hätte, nicht einen in 25 Jahren. Was Hardware-Compressoren angeht gibt es ausserdem unter 1.500,- Euro (mono) nichts was im Studio sinnvoll einzusetzen ist. Da arbeite ich lieber ohne!

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