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Sonic World Telsie S, Equalizer-Plug-in

Der Siemens W295b EQ als Plug-in

16. Dezember 2025
Sonic World Telsie S plugin eq

Sonic World Telsie S, Equalizer-Plug-in

Den Hersteller Sonic World kennen wir als Vintage-Spezialisten. U. a. haben wir bereits den „The Brick“ für euch getestet. Sonic World Telsie S ist nun das erste Plug-in der Firma.

Sonic World Telsie S

Bei Telsie S handelt es sich um ein 3-Band-Equalizer-Plug-in, das auf dem berühmten Siemens W295b Equalizer aus den 1970er-Jahren basiert. Der in diskreter Class-A-Technik aufgebaute W295b ist bekannt für seine außerordentlich luftigen Höhen und voluminösen Bässe.

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Wie das ursprüngliche Hardware-Gerät verfügt das Plug-in Sonic World Telsie S über ein Low-Shelf-Filter bei 40 Hz und ein High-Shelf-Filter bei 15 kHz. Das Mittenband ist ein Präsenz-/Absenz-Filter mit sechs wählbaren Mittenfrequenzen.

Sonic World Telsie S

Darüber hinaus bietet das Plug-in einige moderne Features, die es bei der originalen Hardware nicht gibt:

Low Band Filter mit zusätzlichen Frequenzen

Als Alternative zum 40 Hz Low-Shelf-Filter des Originalgeräts bietet das Plug-in ein Peak-Filter mit Mittenfrequenzen bei 40, 60, 100, 160 und 220 Hz. Diese Peak-Filter Frequenzen verfügen über einen proportionalen Q-Faktor. Im Vergleich zum ursprünglichen Shelving-Filter bei 40 Hz bieten diese zusätzlichen Peak-Filterfrequenzen deutlich mehr klangliche Möglichkeiten.

High Band Filter mit zusätzlichen Frequenzen und AIR-Schalter

Das Höhenband verfügt über das originale 15 kHz High-Shelf-Filter des W295b mit seinen wunderbar luftigen Höhen, die jedes Signal veredeln. Alternativ stehen zwei zusätzliche Peak-Filter mit Mittenfrequenzen bei 12 kHz und 14 kHz zur Verfügung, die ebenfalls eine maximale Anhebung oder Absenkung von 15 dB in 3dB-Schritten ermöglichen.

siemens W295b

Das Original: Siemens W295b

Der AIR-Schalter erweitert den Frequenzgang des hohen Frequenzbereichs erheblich. Der AIR-Effekt wird umso deutlicher, je höher die Abtastrate der Session ist.

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X-Over Low Band/Mid Band und Mid Band/High Band

Beim analogen W295b hatte eine Anhebung oder Absenkung im 40-Hz-Shelf-Band einen klanglichen Einfluss bis in den Mittenbereich von etwa 2 kHz. Beim 15-kHz-Shelf-Band wiederum hatte eine Anhebung oder Absenkung einen klanglichen Einfluss schon ab etwa 200 Hz. Dies führte zu unerwünscht angehobenen oder abgesenkten Frequenzbereichen, obwohl man nur viel höhere oder tiefere Frequenzen bearbeiten wollte.

Sonic World Telsie S

Um diesen Effekt zu vermeiden, kommen beim Sonic World Telsie S Plug-in die beiden X-Over-Frequenzregler zum Einsatz. Die Übernahmefrequenzen liegen voreingestellt beim Low/Mid Band X-Over bei 500 Hz und beim Mid/High Band X-Over bei 7 kHz. Damit wird der oben erwähnte Effekt vermieden. Der Low- und der High-Shelf arbeiten in einem optimalen Bereich, der soundmässig Sinn macht.

Harmonics Funktion

Jedes der drei Equalizer-Bänder verfügt über eine eigene Harmonics-Funktion mit den beiden Parametern ”Drive” und ”Out”. Mit dem ”Drive“-Regler wird die Stärke der zugefügten Harmonics eingestellt.

Mit dem ”Out“-Regler kann die Menge der Harmonics, die dem cleanen Signal zugemischt werden, eingestellt werden. Beide Parameter sind miteinander verlinkt. ”Drive” und ”Out” können jedoch auch separat eingestellt werden, wenn die Verlinkung deaktiviert wird.

Low-Cut-/High-Pass- und High-Cut/Low-Pass-Filter

Die beiden Low- und High-Cut-Filter dienen der Bereinigung des Frequenzbereichs des Signals.
Die Grenzfrequenz ist frei wählbar, beide Filter haben eine musikalisch klingende Flankensteilheit von -12 dB pro Oktave.

Master-Gain und Parameterleiste

Master-Gain dient zum Ausgleich von Pegelunterschieden, die beispielsweise durch Anhebungen oder Absenkungen des Equalizers oder durch Hinzufügen der Harmonics verursacht werden.

In der Parameterleiste werden die eingestellten Werte der drei Harmonics-Bänder, der Low- und High-Cut-Filter, die Übernahmefrequenzen der beiden X-Over Regler sowie des Master-Gains angezeigt.

Ab sofort ist Sonic World Telsie S zum Einführungspreis von 89,- Euro erhältlich (bis zum 31.01.2026). Später wird das Plug-in 129,- Euro kosten. Einsetzen könnt ihr das EQ-Plug-in unter Windows (ab Version 11) oder macOS (ab 10.13). Es liegt in den Formaten VST3, AU, AAX Native und AudioSuite vor.

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Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU

    Sehr interessant das Siemens früher Equalizer herstellte. – Das war mir völlig neu! Gibt es noch mehr Audioeqipment von denen? Schade das es nie ein Synthesizer wurde. Wie möge der wohl aussehen? Vielleicht wie der aktuelle Arturia Astrolab, bezüglich Waschmaschinenknop und so…? Zum Plug-in: Ich persönlich habe immer große Schwierigkeiten mit nicht-graphischen Equalizern. Geht mir schon bei den ein, – zwei Teilen von Native Instruments namens SolidEQ so! Klar soll man hinhören, aber ich bin die Cubase-Teile so gewohnt, das ich gar nichts mehr anderes benutzen kann. Der ist halt graphisch geil und verrichtet perfekt seinen Job. Schön ist aber an dem Telsie S. VST, dass dieser die original Eigenschaften bzw. Färbung des Siemens mitbringt und darauf kommt es schließlich an, wenn man statt den Stock-Plugins Effekten andere kauft! Ob man das dann tatsächlich im Mix unterscheiden könnte steht auf einem anderen Blatt. Der Preis für einen Equalizer Plug-in von über hundert Euro (regulär) ist natürlich echt eine brutale Ansage! Einzelne Effektplug-ins sind tatsächlich immer relativ teuer und wenn er funktioniert und klingt, why not! Vielleicht kann jemand darüber berichten wie er seine Arbeit verrichtet. Wenn dieser tatsächlich außergewöhnlich sein sollte, wäre ich nicht abgeneigt. Beim Pulsar Delay von BrainWorx by Plugin-Alliance habe ich schließlich auch zugeschlagen.

    • Profilbild
      TobyB RED

      @Filterpad , Siemens hat nicht nur Equalizer hergestellt. Siemens hat auch komplette TV, Rundfunkstationen und Sendeanlagen gebaut. Siehe Link, https://shorturl.at/hT2FR Die machen das auch noch immer meine ehem. Kollegen in UK haben für BBC Scotland in 2008 die komplette Sendetechnik und Co digitalisiert. Und machen das immer noch. Ebenso gabs komplette Werke für Rundfunk und Sendetechnik, ich hab selber noch in Berlin gelernt und meinen Meister gemacht. Das war dann schon arbeitsteilig, zB die Komponenten kamen aus Berlin, während in Karlsruhe Ü Wagen gebaut wurden. Stromversorgung kam aus Nürnberg, Fürth und München waren dann mit Speicherprogrammierbaren Steuerungen am Start. Das wurde dann einmal alles zusammengebaut, dann wieder auseinander und in Seecontainer zum Kunden verschickt. Ich hab im Keller noch zwei defekte Kassetten Sitral W295 und W295b. Und falls ich doch mal einen Piratensender in UKW aufmache eine RS1003 575 100MHz Sendepentode. Die Plugins sind sicher pflegeleichter als als die Originale. Die haben eine Tuchelbuchse für Sitral Bussystem und wollen 24 Volt DC. Klanglich war der W295b wegen seidigerHöhen und sehr differenzierten Auflösung im Bass Bereich beliebt, aber auch das Mittenband klingt sehr angenehm und setzt sich im Mix sehr gut durch.

    • Profilbild
      tfys

      @Filterpad Hey – sorry für die Korrektur – der Begriff der ‚graphischen Equalizer‘ bezieht sich nicht auf die Plugins, die dem Sound-Engineer auch mit geschlossenen Ohren genügend animierte Grafik liefern, um sinnvolle Entscheidungen zu treffen, sondern auf die vielbandigen (10-31) Festfrequenzbänder, die eine von links nach rechts, respektive tief zu hoch, einstellbare Kurve zeichnen, der man an den Reglern ansehen kann, was sie mit dem Klang vorhat.
      Sorry für das Einhaken, ich kommentiere nur um den zugegebenermaßen heutzutage etwas verwirrenden Begriff ins rechte Licht zu rücken.
      Grüße!

  2. Profilbild
    geryzenz

    Den W295b gibt es bereits von Arturia (EQ Sitral-295) und Soundtoys (Sie-Q),
    beide einfacher gestrickt und ohne Harmonics Funktion.

  3. Profilbild
    SoundForger2000

    Einige alte Siemensgerätschaften feiern als Plugins eine Reinkarnation.
    NEOLD beispielsweise bietet schon seit Jahren Emulationen alter Vintage-Geräte aus der Zeit 1950er-70er an.
    Zu nennen wäre hier beispielsweise die Siemens-Klangwaage aus den 1950ern für den Kinobetrieb.
    Zum RZ062 gibt es in der aktuellen Ausgabe des Studiomagazins einen sehr umfangreichen und erhellenden Test, der auch Hintergründe beleuchtet.

  4. Mehr anzeigen
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