Special: Alle Roland SH-Synthesizer im Überblick

16. Juni 2018

We are family!

Kurz vorab: Alle „Roland SH-Synthesizer“ im Überblick, widmet sich vor allem der analogen Roland-SH-Vintage Serie und einigen Nachbauten neueren Datums wie Roland SH-01A und Behringer MS-101. Diverse Roland Synthesizer, die ebenfalls das Kürzel SH trugen, aber nicht in die obige Kategorie fallen, haben wir bewusst ausgeklammert, da sie nur wenig mit der original SH-Reihe zu tun haben. Und los geht’s:

Ein sehr typischer und durchsetzungsfähiger Sound (der zum Glück nicht nach Moog klingt), abgrundtiefe Bässe, teilweise abgefahrene Modulationsmöglichkeiten, Build like a tank-Qualitäten (zumindest bei SH-1000, 2000, sowie SH-3, 5 und 7) und zumeist gute Anschlussmöglichkeiten – das sind Merkmale, die die meisten Roland SH-Synthesizer auszeichnen. Und bis heute zu begehrten Instrumenten auf dem Vintagemarkt machen. Hier wollen wir Ihnen die SH-Family einmal im Überblick vorstellen. Ausführliche Informationen und Klangbeispiele bieten die jeweiligen Blue Box-Reports, die hier alle angehängt sind – einfach nach unten scrollen ;-)

Der Grundstein aller SH-Synthesizer, der SH-1000

Alive and kicking – der Roland SH-Mythos lebt

Heute wollen viele Musiker nichts mehr vom Minimoog wissen, weil der Markt mittlerweile von D-Clones überschwemmt wird. Ironischerweise hat sogar Roland mit dem SE-02 einen im Programm. Früher war der Minimoog das Maß aller Dinge – aber für viele Musiker schlicht zu teuer. Das war die Stunde der Japaner. Ikutaro Kakehashi hatte 1972 das Unternehmen Roland in Osaka gerade erst gegründet (nachdem er zuvor bereits mit der Firma Ace Erfahrungen im Bau von E-Orgeln und Rhythmusmaschinen gesammelt hatte), da wagte er schon seine ersten Schritte auf dem Synthesizermarkt: mit einem Orgelaufsatzgerät, das mit vielen bunten Preset-Wippen garniert war. Da war noch nicht abzusehen, dass das japanische Unternehmen sich zu ungeahnten Höhen aufschwingen sollte. Und niemand konnte ahnen, dass einigen der frühen Synthesizer aus Japan einmal kultische Verehrung zuteil werden würde. Der SH-5 rangiert heute in den Amazona.de-Charts in den Top Ten der besten Monosynthesizer aller Zeiten. Den SH-101 hat Roland inzwischen als Boutique-Gerät wiederbelebt und Behringer sogar einen Nachbau in Originalgröße vorgelegt. Der SH-Mythos lebt!

Der Roland SH-2

Das magische Kürzel SH elektrisiert viele Synthesizerfans. Es steht für einen eigenständigen Sound und stabile Hardware.

Was bedeutet eigentlich SH?

Roland hat einige Synthesizerreihen mit Kultfaktor hervorgebracht: Juno, Jupiter und eben die SH-Reihe. Aber während wir die Abkürzungen JP oder JU sofort verstehen, umgibt das „SH“ ein Geheimnis. Was bedeutet das? Sample and Hold? Sicher nicht. Ich bin inzwischen auf drei Erkläransätze gestoßen: 1) ‚S’ynt’H’esizer und 2) auf diesen Hinweis in einem Musikerforum: „In Japanese the word for synthesizer is  シンセサイザー … They pronounce it ’shin-se-sai-zā‘, so my educated guess would be that the SH-101 gets its SH from there.” 3) Das „H“ steht für die 1973 fertiggestellte Fabrik in Hamamatsu.

Alle drei Erklärungen haben etwas für sich, wobei mir die zweite fast am besten gefällt.

SH-3er vor SH-1er – wer blickt da noch durch?

Bei Rolands SH-Reihe kann man schon mal durcheinanderkommen. Denn die verschiedenen Bezeichnungen folgen keiner bestimmten Logik. Bei BMW weiß ich, dass der 7er in der Fahrzeughierarchie klar über dem 5er steht. Bei Roland würde diese Analogie so wohl nicht hinhauen, selbst wenn die Roland Vertriebsleute das damals vermutlich so gesehen haben.  Es ist aber auch nicht wie bei Apple, wo ich davon ausgehen kann, dass das iPhone 8 jüngeren Datum ist als das iPhone 7.

Roland-Werbung für den SH-1000

Diese Broschüre zum SH-1000 zeigt ganz deutlich, für welchen Kundenkreis der Synthesizer konzipiert war. Der Orgelspieler konnte mit dem Drücken einer bunten Wippe seine Klangpalette um „Natursounds“ wie Trompete oder Effekte wie „Noise“ bereichern. (Mit freundlicher Genehmigung von Retrosynthads)

Bunte Presets: SH-1000 und SH-2000

Roland ist damals mit den ganz hohen Zahlen eingestiegen. Der erste Roland Synthesizer überhaupt war der SH-1000 aus dem Jahr 1973, der nicht nur den Grundstein zur legendären SH-Serie legte,  sondern zugleich der erste Synthesizer „Made in Japan“ war. Als drittes Manual für die Orgel konzipiert,  bot der Roland SH-1000 insgesamt 10 Presetsounds, zusätzlich aber einen frei einstellbaren Synthesizerteil. Das Filter mit Resonanz packt gut zu. Drehpotis mit so verheißungsvollen Namen wie „Growl“ und „Waw“ verändern den Klang von knurrig bis zum typischen Wah-Wah-Effekt. Die Wippschalter sind sogar kombinierbar: So können Stacksounds vom markerschütternden 32-Fuß-Sägezahn bis zum piepsigen 2-Fuß-Rechteck geschichtet werden. Die Hüllkurven sind von der fixen Sorte und ermöglichen schnappige Klänge à la Kraftwerk. Alles in allem ein gelungener Einstand für Roland.

Preisliste Roland

Eine Preisliste des US-Vertriebs von Roland aus dem Jahr 1978 (alle Preise in US-$): 995,-  für den SH-1; 950,-  für den SH-3a; 1.595,- für den SH-5 und 1.895,- für den SH-7. Auch SH-1000 (1.095,- ) und SH-2000 (1.395,-) sind noch gelistet. Zum Vergleich: Das große Modularsystem 700 schlug mit 13.500,- US-$ zu Buche. (Mit freundlicher Genehmigung von Retrosynthads)

Gelungen auch deswegen, weil Ikutaro Kakehashi die Sache mit Weitblick anging. Gordon Reid hat in SoS darauf hingewiesen, dass Kakehashi die Zahl der Operationsverstärker beim SH-1000 im Vergleich zu anderen Synthesizern verringerte, um Kosten zu sparen. Gleichzeitig legte er Wert auf hohe Fertigungsqualität. Und er hatte auch ein Quäntchen Glück: „The yen/dollar exchange rate then made it possible for Roland to sell the SH1000 for around US$800, which was a fraction of the price of Moog and ARP synths.“ (G. Reid: The History of Roland, Part 1, November 2004) Als Ende der 70er Jahre der Yen stark anzog, brachte das Roland übrigens in große Bedrängnis.

Der Roland SH-1000

Der Roland SH-1000 bot die Möglichkeit, einzelne Fußlagen und Schwingungsformen frei zu kombinieren. Dieses Merkmal findet sich später auch beim SH-3 und beim SH-7 wieder.

Der Nachfolger SH-2000 legte bei den Presets noch eine ordentliche Schippe drauf und erhöhte ihre Zahl auf 30. Er bot auch Aftertouch an, war aber in der Klangformung leider viel weniger flexibel und genießt nicht den Kultstatus des Erstlings.

Die ersten Roland Synthesizer wirkten wir eine Initialzündung. Korg brachte den miniKorg 700 und Yamaha den SY-1 auf den Markt. All diese Synthesizer waren weit davon entfernt perfekt zu sein. Sie klangen für Ohren, die an den cremig-fetten Moogsound gewöhnt waren, teils geradezu befremdlich. Man könnte auch sagen: Aufregend anders! Und sie waren erschwinglich, weshalb britische Synthesizer-Acts wie Human League oder Fad Gadget den SH-1000 und später Depeche Mode den SH-1 auf ihren frühen Produktionen einsetzten. Und so maßgeblich zu ihrer Popularität beitrugen.

 

Der Roland SH-3A

Kaum ein anderer Synthesizer erlaubt es, die Oszillatorfußlagen so frei zu mischen wie der SH-3. Es existiert angeblich ein Umbau für Linkshänder, bei dem sich das Panel auf der rechten Seite befindet.

 Der Roland SH-3 – das VCO-Wunder

1974 erschien dann der SH – ne, eben nicht der SH-1, sondern der SH-3 – welche Logik hat das denn bitteschön?  Der SH-3 war nicht mehr als Preset-Synthesizer konzipiert. Allerdings sah er noch so aus, nur dass die Preset-Schalter halt verschwunden waren. Die komplette Bedienungseinheit befindet sich auf der linken Seite des Geräts.  Oberhalb der Tasten bleibt der Platz hübsch frei für die Notenblätter. Der SH-3 übernimmt vom SH-1000 die Kombinierbarkeit der fünf Fußlagen. Mit dem bedeutsamen Unterschied, dass die sich über einen kleinen Mixer ganz nach Belieben zusammenmischen lassen. Zusätzlich bietet jede der Fußlagen 3 Schwingungsformen zur Wahl an. Ganz schön üppig. Dazu 2 LFOs, die auf den Oszillator, das Filter und den Verstärker geroutet werden können. Inklusive einer hier schlicht als „Sample“ bezeichneten Sample & Hold-Funktion.

Es gab ein später ein Update – den Roland SH-3A, den Human League auf ihrem zweiten Studioalbum „Travelogue“ einsetzten. Das bestätigt Produzent Richard Manwaring: „I think ‘The Black Hit Of Space’ may have been more complete than other songs, so certainly the percussion parts had been programmed. The great sounds were produced by Roland System 100, Roland JP4, SH3A and Korg 700S.“ (Interview auf der Black Hit of Space-Website vom August 2011) Hinweisen im Netz, dass der SH-3A auch auf Blondies Hit „Heart of Glass“ verewigt sein soll, muss man mit mehr Misstrauen begegnen. Produzent Michael Chapman hat klargestellt, welche Synthesizer Jimmy Destri damals einsetzte: „We didn’t have sequencers then, so we ended up recording three different parts using a Roland SH-5 and a Minimoog, which we spent hours trying to figure out how to use.“ (Marc Myers: Anatomy of a Song: The Inside Stories Behind 45 Iconic Hits, London 2016)

Immerhin – ein Roland SH-Synthesizer war an „Heart of Glass“ also prominent beteiligt. Dass es nicht der SH-3A war, hat seinem Erfolg nicht geschadet. Speziell im United Kingdom ging der SH-3A weg wie warme Semmeln, erinnert sich ein ehemaliger Verkäufer auf Vintagesynth: „Having sold synths in London’s ‚West End‘ during the 1970s, the SH3A was by far the most popular synth going.“

Der Roland SH-3A

Das Panel des SH-3A mit dem einmaligen Fußlagenmixer und einem großzügig ausgestatteten Modulationsbereich.

Streit ums Moog-Filter?

Der Roland SH-3A besitzt gegenüber seinem Vorgänger ein abgewandeltes Filterdesign. Daran knüpft  sich eine der berühmten Synthesizer-Mythen. Angeblich  habe Roland das Moog-Filter abgekupfert, bekam Ärger mit den Amerikanern und brachte einen „entschärften“ Nachfolger auf den Markt.

Florian Anwander hat im Synthesizer-Magazin (2014, Heft 42 und 43) dargelegt, dass es sich gerade andersherum verhält: „Der SH-3 verwendete noch das gleiche Dioden-Kaskaden-Filter wie der SH-1000 [à la EMS]. Der SH-3a und der SH-2000 hingegen verwenden eine ziemlich exakte Kopie der Moog-Schaltung. Eine spätere Version des SH-2000 verwendet wieder ein Dioden-Kaskadenfilter.“ Der SH-3A wurde laut Florians Artikel tatsächlich bis 1978 mit Moog-Filter produziert. Da ist es natürlich schon bemerkenswert, wenn Theo Bloderer im seiner SH-3A-Review schreibt: „Das Filter klingt etwas dünn, hat einfach nicht den Biss des Klassikers Roland SH-5.“

Also man sieht daran: Ein Moog-Filter allein macht auch keinen Sommer. Umgekehrt – und da hat Theo nun absolut recht – ist das Filter des SH-5 schon ein besonderer Leckerbissen.

Fujiyama

Auf der nächsten Seite erklimmen wir den Fujiyama der SH-Synthesizerreihe und lernen den SH-5 und SH-7 kennen. (Mit freundlicher Genehmigung von Kimura2)

Forum
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    Piet66  RED

    Wow lieber Costello, nur eine Woche nach dem umfangreichen SH-1 Bericht nun auch noch diese aufwendig recherchierte und liebevoll präsentierte Übersicht über Rolands SH Klassiker – herzlichen Dank dafür! Man spürt Deine Leidenschaft für Synthesizer in jeder Zeile ;-)

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      costello  RED

      Danke, lieber Piet66! Als ich den Report zum SH-1 schrieb, den Du netterweise zur Verfügung gestellt hattest, fragte ich mich, wo ist dieser kleine Supersynth in der großen SH-Familie zu verorten sei? Die Antwort hat den Umfang des ursprünglich geplanten „kleinen Unterkapitels“ zum SH-1 sehr schnell gesprengt.

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    AMAZONA Archiv

    Moin.
    Houston an Synthonaut Costello, derzeit verschollen geglaubt auf dem Klangplaneten SH Rolandis 1 – STOP – Die letzte Message kam noch an, schöne Zusammenstellung, Tip Top mit interessanten Zusatzinformation über die Beschaffenheit der Klangwelt auf dem Planeten – STOP- Message Ende
    Das Zitat von Paul Hartnoll ist durchaus unterstreichenswert. Letztendlich zählt nicht die große Fatness im Sound, sondern wie gut der Klangerzeuger in Arrangement und Mix intergrierbar ist, welchen Glue er hergibt. Und da sind die kleinen, unspektakulären Dinger nicht selten wertvoller als die überstrapazierten üblich verdächtigen Boliden. Für ’nen netten. kleinen Popsong setzt man ja für die Vox auch nicht unbedingt auf ’nen Opernsänger.

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      costello  RED

      Hi Wellenstrom, ich habe auf Hyperantrieb umgestellt und arbeite mich von SH Rolandis 1 derzeit Richtung Raumstation CR-78 vor, am Rande der Ace-Galaxie. Interstellare Grüße, Costello

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        AMAZONA Archiv

        Ah, sehe, es wird auf Klopfantrieb umgesattelt. Puh, denke, da wird es einiges an Namedropping geben – sehr begehrt im Sternenbild des Nova Wavum. Freu mich drauf!

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              costello  RED

              Lieber TobyB, jetzt hast Du mir die Überraschung verdorben ;-) Genau diese Version von Underpass hatte ich für meinen CR-78-Artikel auch schon ausgesucht. Ist zwar kürzer als die S/W-Fassung, aber man bekommt ein bisschen mehr von John Foxx mit, halb Kunststudent, halb Popsänger – von Gary Numan rückhaltlos bewundert. Und die CS-80 sind der Wahnsinn, es gibt noch ein anderes Foxx-Video, da stehen sogar vier von diesen Maschinen rum. Wo doch Metamatic vor allem mit einem Odyssey eingespielt wurde.

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                TobyB  RED

                Costello, so ein Talent muss man haben. Ich hätte auch A Flock of Seagulls „I Ran“ posten können, da habe ich ne Live Version mit SH Synths gefunden. John Foxx ist schon gut. Underpass gefällt mir auch, Ich mein allein schon die Tatsache ohne Chartnotierung bei TOTP aufzutreten ist eine Referenz.

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    TobyB  RED

    Sehr schön, das bringt ein wenig Ordnung in die SH Reihe. War überfällig :)

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      costello  RED

      Danke Toby, was wäre das Leben ohne Ordnung und Struktur. Bin gerade mit dem Staubsauger durch die Wohnung und im Musikzimmer musste ich wieder großzügig um auf dem Boden stehende Synthesizer und Drumcomputer drumrum saugen, für die leider noch kein fester Rackplatz zur Verfügung steht ;-)

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      costello  RED

      Danke Marko! Hat mir richtig Spaß gemacht, mich durch die ganzen SH-Blue Box-Reports nochmal durchzuwühlen. Da bin ich dann auch auf Deine „Ehrenrettung“ für den SH-101 gestoßen :-))

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      costello  RED

      Hallo Son of MooG, danke für Dein nettes Feedback und die beiden tollen Links. Ozric Tentacles sind ja schon abgefahren, aber Rovo nicht minder :-)) Bei diesen spacigen Vorlieben ist der SH-201 für Dich eigentlich ja eine sehr gute Wahl. Habe eben auch nochmal im Artikel von 2006 reingeschaut. Gut, manche meckern wegen der Qualität. Aber Du hast ihn ja im Dauereinsatz und bist zu ganz anderen Ergebnissen gekommen. Im Zusammenhang mit den klassischen SH-lern sehe ich den (übrigens ja polyphonen) SH-201 allerdings eher nicht. Deshalb habe ich die späteren Nachzügler, die das SH im Namen tragen, auch bewusst weggelassen.

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        Son of MooG  AHU

        Das SH in der Bezeichnung hat mich schon immer etwas gestört, da der Aufbau und Features eher in Richtung Jupiter-6/8 gingen (siehe Keyboards-Test „Mein erster Jupiter“). Durch den Deepmind12 und den JX03 wurde der SH-201 allerdings obsolet; speziell im Vergleich zum JX03 wurden dessen Schwächen offensichtlich. Dennoch kann ich mich nicht dazu entschließen, ihn zu verkaufen…

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      TobyB  RED

      SoM,

      die Bedienphilosphie zieht sich als roter Faden durch die SH Reihe, der 201 verleugnet nicht die Ahnen, kommt aber mit eigenen Ideen daher. Und SH01 ist noch wieder was anderes. Und das ist bei den Klassikern nicht anders. Und das ist das Schöne daran, die Vielfalt die du abdecken kannst. Klasse Musik.

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    Kari  

    Vielen Dank für diesen großartigen Bericht!
    Bin wirklich gespannt wie die zukünftigen Roland Synthesizer klingen. JD-XA bzw JD-Xi klingen IMHO großartig.

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      costello  RED

      Danke Kari! Na, der JD-XA ist ja ein richtiges Schlachtschiff. Da meckern manche nur, dass der eigentlich immer mit Handschuhen angefasst werden will ;-) Und der JD-Xi – Patternsequenzer, alle Drummaschinen an Bord. Was will man mehr? Da kommt man mit den alten SH-lern nicht so weit. Muss man mindestens noch einen Klopfgeist und was Polyphones dazustellen.

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    swellkoerper  AHU

    Bravo Costello, grossartig! Die bis jetzt beste und liebevollste „Linksammlung“ hier, vielen dank für die Übersicht. Und müssen wir uns Sorgen machen über das neuerliche Ausmass Deiner SH-Infektion? Das ging ja von null auf hundert. LG

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      costello  RED

      Danke swellkoerper! Aber es stimmt, die Inkubationszeit war extrem kurz und ich fürchte, die Symptome werden noch heftiger. Ich schaue schon die ganze Zeit die Anzeigen nach einer SH-101 durch :))

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    swissdoc  RED

    Mit den vielen Zitaten incl. Quellangabe erfüllt dieser Artikel fast schon wissenschaftliche Ansprüche. Zum SH-2000 vielleicht noch, dass er eine konstruktiv genial gelöste Druckdynamik hat (Magnet vor Hallsensor), die sehr fein auflöst, dass man Vibrato o.ä. direkt damit spielen kann. In modern bekommt das nur Nord mit dem Stick hin. Und man könnte ihn freier programmierbar machen, durch eine geschickt eingeschleifte Schaltmatrix.

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      costello  RED

      Hi Swissdoc, da spricht der Physiker :-) Für die japanischen Preset-Synthesizer war damals ja der ARP Soloist, später Pro Soloist das Vorbild. Der ARP ließ sich durch After Touch besonders ausdrucksstark spielen. Yamaha hatte das bei SY-1 gleich mit aufgegriffen, Roland dann erst im 2000er verwirklicht. Dass sie da zu der – von Dir beschriebenen – besonders feinauflösenden Druckdynamik gekommen sind, ist wieder echt Roland. Da wurde so lange getüftelt, bis die Sache lief :-)

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      Violator  

      Hi Swissdoc, ich hätte auch große Lust meinen SH-2000, ich sag mal ein bißchen „vielseitiger programmierbar“ zu machen. Wenn es da irgendeine Möglichkeit gäbe – ich wäre dabei!.
      .
      Ich mag den Sound des SH-2000 sehr! Und wie Costello in seinen Bericht schreibt: „Es muß nicht immer MOOG sein!“ – dem kann ich nur zu 100% zustimmen.

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    Hectorpascal  

    Eine super Story! Wie ordne ich denn das System 100 (ohne M) Model 101 Keyboard ein? Da steht zwar kein SH davor aber Gemeinsamkeiten sind definitiv vorhanden. Besonders weil Human League in diesem Zusammenhang zitiert werden und wir lieben doch alle „Being Boiled“. ;)

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      costello  RED

      Danke Hectorpascal! Das System 100 ist so etwas wie Rolands Gegenstück zum ARP 2600 – ein semimodularer Synthesizer, bei dem vieles vorverdrahtet ist, man über die Miniklinkeneingänge aber auch ordentlich den Klang verbiegen kann. Es besitzt das gleiche Moog-Filter wie etwa der SH-2000 oder der SH-3A, geht in den Möglichkeiten aber weit über die frühen SH-Synthesizer hinaus, durch das zweite Oszillatormodul (Modul 102) und den legendären Sequenzer. Das System 100 bietet z.B. auch Ringmodulation und Crossmodulation an. Bei den SH’s musste man da schon auf den 5er warten, bis man wieder ähnliche (und teils sogar noch bessere) Möglichkeiten an die Hand bekam (Multimodefilter). Vom Sound ist das System 100 erste Sahne, macht richtig Druck, kann von zart bis aggressiv klingen. Ist nur leider auch richtig teuer geworden.

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      TobyB  RED

      Hallo Hector,

      das kann Martyn Ware am besten einordnen ;-) https://youtu.be/WdjtAIMZXTs , er führt auch aus warum sie das System 100 einsetzen. Wobei das Riff bei Being Boiled kommt dann vom Korg700s. Allerdings gibts von Being Boild so dermassen viele Versionen. Nachdem Weggang von Martyn Ware wurde dann Being Boiled von Human League mit Siel und Korg700s gespielt. Später dann auf Roland. Jede dieser Versionen hat ihren eigenen Reiz. Wobei ich das Original von 1978 bevorzuge. Die übelste Version hat für mich Giorgio Moroder abgeliefert. So sehr ich den schätze aber Being Boild hat verwurstet. Wobei ich die Human League Sachen die von Moroder produziert wurden, eh für schwach halte. Bzw. für eine Ego Show von Mr. Oakey halte. Der Sound vom Musiclandstudio München hat Human League nicht wirklich gut getan.

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      costello  RED

      Hat auch was für sich. Aber warum dann EP für E-Piano und RE für Roland Echo? Eine wirklich zwingende Logik erkenne ich bei der Namens/Abkürzungswahl jedenfalls nicht.

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        AMAZONA Archiv

        Ich tippe ja immer noch beim SH auf Sahnetorte Himbeer. EP steht eigentlich für ErdbeerPlunder und RE für Rhabarber Erdbeer.
        So, jetzt ’nen Kaffee und ein Stück Kuchen. Gruß an Roland.

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          costello  RED

          Hi Wellenstrom, wunderbar, jetzt haben wir auch bei der SH-Serie eine OT-Diskussion. Ich musste auf dem ganzen Weg zur Arbeit an Sahnetorte Himbeer denken :-))

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            AMAZONA Archiv

            Hehehe, das ist nicht schön. Und während ich Torte aß (ach, nee, war nur Marmeladentoast, egal), musste ich dran denken, dass Du nun malochen musst. ;-)
            Das Leben ist manchmal ungerecht.

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            AMAZONA Archiv

            Für kreative Prozesse ist Chaos in der Birne gar nicht mal so schlecht. Und satte Musiker machen vielleicht weniger leidenschaftlich Musik als hungrige.

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        TobyB  RED

        Morsche,

        R für Rack oder auch nicht?

        Die Kreativität der Entwickler bezog sich damals wohl aufs Gerät, bei der Bezeichnung war man da eher sparsam. Früher wusstest du Bei Boss und Roland an Hand des Namens was es macht, Heute geht ohne kreative Produktbezeichnung wohl nix ;-) Das System hinter Roland/Boss kann man gut auf rolandmuseum.de erkennen. Wobei ich da wenigstens 3 Systematiken sehe und einige Bezeichnungen vermutlich in japanisch/englisch logisch sind, weniger in deutsch. Bei Boss Effekten z.b. SE 70 kommt man schnell auf Synthesizer Effekt , Boss RGE 10 für Rack Graphic Equalizer geht auch noch. Bei Roland SRV-330 wirds dann schwieriger. Steht das S nun für Space oder Synthesizer, R für Rack oder Verb? V für Verb ist klar. Insofern ist das eben doch nicht immer so naheliegend. Bei Boss PQ muss man erstmal auf Parametric eQualizer kommen.

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          costello  RED

          Hi Toby, also mein Roland Space Echo RE-201 war offensichtlich nicht für den Rack-Einbau vorgesehen.

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            TobyB  RED

            Hallo Costello,

            eben und deswegen ist das auch nicht immer logisch. Was die Namensgebung angeht, zumindest bei Roland. Bei Boss ist das R ein Rack und S für Synthesizer. Tricky wirt es beim Boss DM-100, das ist eine Delay Machine, während das D in der Boss DC-30 tatsächlich für Desktop Chorus steht.

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              TobyB  RED

              Hallo SoM,

              könnt passen. Bin da nich drauf gekommen. Bei Boss ist das etwas einfacher, teilweise steht da drauf was die Bezeichnung bedeutet. Gefühlsmäßig würde ich aber sagen R für Roland. Ich meine auf dem RE steht ja nirgends (Reel) Echo. Und das Roland RV-100 Hallgerät müsste dann ja ein Reel Hall sein. Ist bei Roland nicht einfach, auf die richtige Bezeichnung zu schlliessen.

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        Theo Möbus  

        Ich meine da schon eine gewisse Logik erkennen zu können. ;) Steht z.B. das T in TR nicht für Tokyo (1972: „Sales offices open in Tokyo and Osaka. TR-33/TR-55/TR-77 Rhythm Machines. The first Roland-branded products“)? RE für Roland Echo, RV für Roland(Re)Verb oder REV, EP halt für E-Piano usw.

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          TobyB  RED

          Hallo Theo,

          das macht schon Sinn. T steht ja eher für Transistor. Was ja auch stimmt. Auch hinsichtlich der Abgrenzung zu den Boss Abkürzungen passt das. Ich nehm R für Roland.

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              TobyB  RED

              Hallo Dirk,

              laut Wikipedia, TB Transistor Bassline und bei TR steht ja auf einigen Geräten, als Transistor Rhythm. Wobei das für eine TR-77 gelten mag. Aber in einer 808 steuerte dann schon ein NEC Chip das eine oder andere Detail. Und eine TB 303 hat auch Chips drin.

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            Theo Möbus  

            Hallo Toby,

            deshalb mein Fragezeichen. „Transistor Rhythm“ wird wohl stimmen, ich hätte vorher im Internet nachschauen sollen.

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      costello  RED

      Hi Theo, ich habe die von Dir vorgeschlagene Hamamatsu-Variante jetzt direkt mit in den Text übernommen :-) Viele Grüße, Costello

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