Special: Alle Roland SH-Synthesizer im Überblick

Dort Roland SH-09

Ein kleines kompaktes Bass-Monster: Der Roland SH-09.

Genial einfach: Der Roland SH-09

Small is beautiful muss sich Roland gedacht haben: Denn der SH-09, der 1980 ins Rennen geschickt wurde, verfügt wie der SH-1 lediglich über zweieinhalb Oktaven. Er hat nur einen Oszillator (klar, der Sub-Oszillator ist wieder dabei, ist ja sozusagen ein Markenzeichen von Roland) und auch die Hüllkurve kommt nur in einfacher Ausfertigung. Alles einfach gestrickt, aber eine Sample and Hold-Funktion des LFO und der Eingang für externe Signale sorgen doch für das eine oder andere Highlight.

Und beim Sound muss man sich keine Sorgen machen: Bass geht immer. Für Bass-Sounds ist der SH-09 schlicht prädestiniert. Zu den großen Fans des SH-09 zählt Paul Hartnoll von Orbital:  „I know there are so many bigger-sounding synths out there, but we always go back to the SH-09 for bass lines. It just has this direct, head-first sort of feel about it. I even pitted it against an Andromeda to get the bass line, and I ended up conceding and had to use the SH-09.“ (Das Interview ist auf der Roland-Website veröffentlicht. Ich denke aber, dass Orbital niemanden zu Munde reden muss.)

Dank Pulsbreitenmodulation ist der kleine Roland auch für wohlklingende Leadsounds gut. Wie beliebt gerade die kleinen SH-Synths sind, zeigt übrigens ein Blick in den Amazona-Report zum SH-09. Autor Theo Bloderer vergibt nach Abwägung aller Vorzüge und Einschränkungen des Instruments ein freundliches „gut“. Die Leser freilich votieren auf „sehr gut“. SH ist halt Kult.

Ser Roland SH-101

Der SH-101 ist der einzige Synthesizer aus der SH-Reihe, der einen Arpeggiator und einen Sequenzer an Bord hat

Die Acid Machine: SH-101

Das gilt vielleicht noch stärker für den SH-101, der 1982 ausgeliefert wurde. Bei Erscheinen kam der SH-101 vielen etwas obskur vor.  Es gab ihn in dezentem grau aber auch in blau und in knallrot. Mit einem ansteckbaren Steg (modulation grip) und Batteriebetrieb mutierte er zur Keytar. Dass der kleine Roland SH-Synthesizer nicht nur für Effekthascherei auf der Bühne gut war, diese Erkenntnis musste sich erst langsam durchsetzen.

Spätestens in den 90er Jahren erkannten viele Acid-Produzenten das Potenzial des 101 und sahen in ihm eine relativ preisgünstige Alternative zur TB-303. Anders als alle SH-Vorgänger, verfügt der SH-101 über einen eingebauten Arpeggiator und einen Sequencer. Schickt man den bissigen Sägezahn des 101 durch den Arpeggiator, dann knallt es. Der britische DJ Gerald Simpson (A Guy called Gerald) beschreibt ein typisches Setup: “I used to clock the onboard sequencer from the TR-808. The CV and gate in and out could be locked to the TB-303, too, creating an orchestra of synthesis.”

Der SH-101 polarisiert. Manche lieben ihn für seine peitschenden Bass-Sounds, manche bescheinigen ihm aber auch einen Plastikklang. Marko Ettlich (Retrosound) hat den 101 gegen solche Vorwürfe in Schutz genommen. Der Synthesizer habe wesentlich mehr drauf als diesen „klischeehaften Hackepeter-Bass-Sound“, schreibt er in einem Post. „Mit etwas Geschick lassen sich wunderschöne, melancholische Lead-Sounds aus der Kiste zaubern, die an die früheren Vangelis und Kitaro Platten erinnern. Der 101 kann mächtig Druck machen, ohne das Arrangement mit Fettheit zuzukleistern.“

Roland-Werbung für den SH-101

Den SH-101 versuchte Roland als Lifestyle-Accessoire zu bewerben. Es gab in ihn drei Farben: grau, blau und rot. Die rote Ausgabe ist heute besonders nachgefragt und bringt den höchsten Preis. (Mit freundlicher Genehmigung von Retrosynthads)

Welchen soll man denn jetzt bloß nehmen?

Will man eine zusammenfassende Einordnung der Roland SH-Synthesizer vornehmen, sähe die wohl so aus: SH-5 und SH-7 sind unbestritten die Oberhäupter der SH-Family. Das sind große ausgewachsene Studiosynthesizer mit vielseitigen Möglichkeiten und großartigem Klang. Wobei das resonanzfähige Bandpass-Filter des SH-5 vielleicht am Ende doch den feinen Unterschied zwischen den beiden SH-Riesen macht. Wer sich für eine dieser beiden Legenden entscheidet, weiß in der Regel, was er tut. Eine solche Anschaffung will genau überlegt sein, denn billig sind die beiden großen SH-Synths längst nicht mehr. Wir reden hier beim SH-7 von 3.000,- und beim SH-5 gar von 4000,- Euro.

Roland SH-7

Der berühmte Roland-Benderhebel beim SH-7

Ein SH-1000 richtet sich an einen Sammler, der Nippons ersten Synthesizer besitzen möchte. Auch allgemein Liebhabern der oft geschmähten Preset-Kisten sei der SH-1000 ans Herz gelegt. Der Nachfolger SH-2000 verblasst dagegen, wird aber oft zum günstigen Preis angeboten. Er kann also als Einstiegsdroge in die SH-Welt dienen, wenn man denn mit den Preset-Sounds leben kann.

Ich weiß nicht, ob ich dem SH-3/SH-3A Unrecht tue. Trotz der frei mischbaren Schwingungsformen vermag er nicht zu 100 Prozent zu überzeugen. Es fehlen die Spielhilfen und die CV-Anschlüsse für das ganz große Synthesizerglück. Die Filterfrage lasse ich hier bewusst mal außen vor.

Von den „kleinen“ SH-Synthesizern ist vor allem der 1er und der 2er zu empfehlen. Ein Oszillator vs. zwei Oszillatoren – das klingt zwar nach einem No-Brainer. Ganz so einfach liegen die Dinge aber nicht. Denn der SH-1 hat eine Menge zu bieten. Preislich unterscheiden sie sich folglich kaum voneinander. Klingen tun sie beide top und stellen eine ideale Ergänzung zu typischen US-Synthesizern wie Minimoog oder Pro-One dar.

Roland SH-09 und 101 schließlich sind Kultgeräte der Techno-Szene, wobei dem SH-09 ein etwas rauerer Sound bescheinigt wird. Mehr Grunge halt.

Der Roland SH-01A

Der Name SH-101 verpflichtet: Auch das Boutique-Modell SH-01A gibt’s in Knallrot

SH als Boutique-Gerät

Im Rahmen der Boutiquereihe hat Roland den SH-101 wiederaufgelegt. Klanglich durchaus überzeugend, bemängeln jedoch Tester und auch viele Nutzer das fricklige Handling und die Miniklinkenanschlüsse, die einfach professionellen Ansprüchen nicht genügen können. Wen das nicht stört: Der SH-01A ist (abgesehen höchstens von einem abgerockten SH-2000) die derzeit preiswerteste Möglichkeit, sich den legendären Sound wenigstens in der VA-Version nach Hause zu holen. Wer auf Miniaturisierung nicht so steht, kann ja auf den Behringer warten ;-)

Behringer MS 101

Auf der Superbooth 2018 vorgestellt: Behringers MS-101 (Mit freundlicher Genehmigung von Marko Ettlich)

Ein polyphoner Roland SH-Synthesizer?

Erwähnen sollte man aber auch den Roland Jupiter-4 und den Promars. Beide sind Kinder der späten 70er Jahre und sehr nahe am kraftvollen, zuweilen ungeschliffenen SH-Sound. Der Jupiter-4 wurde zuweilen auch als polyphoner SH bezeichnet. Einige Roland-Spezialitäten wie den Suboszillator finden wir auch hier wieder. Vor den superschnellen Hüllkurven des Roland SH-7 muss ein Jupiter-4 sich auch nicht verstecken. Und stellt man alle vier Stimmen auf unisono, kann er mit den Vertretern der SH-Fraktion ganz gut mithalten ;-) Allerdings macht sich so ein Jupiter auch richtig breit im Studio, während SH-1, SH-2, SH-09 und SH-101 eben so schön platzsparend sind.

Roland Jupiter-4

Wird manchmal als polyphoner SH bezeichnet – der Roland Jupiter-4

Grundsolide Verarbeitung

Wer sich einen SH-Synthesizer kauft, muss keine Angst haben, dass ihm das Instrument unter den Fingern zerbröselt. Roland Instrumente sind bekannt für ihre sehr gute und stabile Bauweise. Das gilt auch für die SH-Synthesizer. Das unterschied Roland damals vom heimischen Mitbewerber Korg, deren Instrumente von unterschiedlicher Qualität waren. Aber beispielsweise auch ein ARP aus dieser Zeit macht gegen einen SH nicht unbedingt eine bella figura. Eine Ausnahme bilden die SH-Tastaturen, die nicht zu den Besten zählen. Sie spielen sich etwas klobig und neigen speziell bei den frühen Modellen auch zum Doppel-Triggern. Bei der SH-101 berichten manche Nutzer von nervigen Tuning-Problemen, die teilweise wohl von einem korridierten Power-Schalter ausgelöst werden können. Die meisten Roland SH-Modelle (von den frühen Presetgeräten und dem SH-3A mal abgesehen) besitzen gute Kontakte zur Außenwelt – sprich CV-Anschlüsse. Auch eine nachträgliche MIDIfizierung eines SH-Synthesizers stellt meist kein großes Problem dar.

Roland SH-7

Japanische Wertarbeit – das Innenleben eines Roland SH-7 (Mit freundlicher Genehmigung von Doc Analog)

Fazit

Die Roland SH-Synthesizer bieten einen überzeugenden und vor allem eigenständigen Vintage-Sound. Dieser Klang ist auf vielen Produktionen von Kitaro, Vangelis, New Wave-Bands wie Blondie und Synthesizergruppen wie Human League verewigt. In den 90er Jahren stürzte sich die Techno-Szene auf die SH-Reihe. Und auch heute haben Rolands SH-Synthesizer ihren festen Platz in den Equipmentlisten vieler Electro-Acts. Die Auswahl ist groß: Vom kleinen Bass-Monster SH-09 bis zum ausgewachsenen Studiosynthesizer SH-5 ist alles dabei. Einige Instrumente aus der SH-Reihe erlangten sogar Kultstatus, was sich leider auch in deutlich gestiegenen Preisen niederschlägt. Das gilt etwa für den SH-101. Zum Glück existieren inzwischen bezahlbare Alternativen. Genügend Anschlussmöglichkeiten und die insgesamt sehr solide Verarbeitung sprechen ebenfalls für die Roland SH-Synthesizer. Und deshalb gibt es – Ausreißer nach unten wie oben ignorieren wir jetzt mal – in der Gruppenwertung auch ein klares „sehr gut“.

 

Preis

  • SH-1000/2000: ca. 400,- bis 420,- Euro lt. Syntachelesliste Oktober 2017
  • SH-3A: ca. 490,- Euro lt. Syntachelesliste November 2016
  • SH-1: ca. 1.000,- Euro lt. Syntachelesliste November 2016
  • SH-2: ca. 1.100,- Euro lt. Syntachelesliste Januar 2017
  • SH-5: ca. 3.900,- Euro lt. Syntachelesliste Februar 2017
  • SH-7: ca. 2.800,- Euro lt. Syntachelesliste Januar 2017
  • SH-09: ca. 500,- Euro lt. Syntachelesliste Februar 2017
  • SH-101: ca. 950,- bis 1.150,- Euro lt.Syntachelesliste Dezember 2017
Forum
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    Piet66  RED

    Wow lieber Costello, nur eine Woche nach dem umfangreichen SH-1 Bericht nun auch noch diese aufwendig recherchierte und liebevoll präsentierte Übersicht über Rolands SH Klassiker – herzlichen Dank dafür! Man spürt Deine Leidenschaft für Synthesizer in jeder Zeile ;-)

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      costello  RED

      Danke, lieber Piet66! Als ich den Report zum SH-1 schrieb, den Du netterweise zur Verfügung gestellt hattest, fragte ich mich, wo ist dieser kleine Supersynth in der großen SH-Familie zu verorten sei? Die Antwort hat den Umfang des ursprünglich geplanten „kleinen Unterkapitels“ zum SH-1 sehr schnell gesprengt.

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    AMAZONA Archiv

    Moin.
    Houston an Synthonaut Costello, derzeit verschollen geglaubt auf dem Klangplaneten SH Rolandis 1 – STOP – Die letzte Message kam noch an, schöne Zusammenstellung, Tip Top mit interessanten Zusatzinformation über die Beschaffenheit der Klangwelt auf dem Planeten – STOP- Message Ende
    Das Zitat von Paul Hartnoll ist durchaus unterstreichenswert. Letztendlich zählt nicht die große Fatness im Sound, sondern wie gut der Klangerzeuger in Arrangement und Mix intergrierbar ist, welchen Glue er hergibt. Und da sind die kleinen, unspektakulären Dinger nicht selten wertvoller als die überstrapazierten üblich verdächtigen Boliden. Für ’nen netten. kleinen Popsong setzt man ja für die Vox auch nicht unbedingt auf ’nen Opernsänger.

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      costello  RED

      Hi Wellenstrom, ich habe auf Hyperantrieb umgestellt und arbeite mich von SH Rolandis 1 derzeit Richtung Raumstation CR-78 vor, am Rande der Ace-Galaxie. Interstellare Grüße, Costello

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        AMAZONA Archiv

        Ah, sehe, es wird auf Klopfantrieb umgesattelt. Puh, denke, da wird es einiges an Namedropping geben – sehr begehrt im Sternenbild des Nova Wavum. Freu mich drauf!

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              costello  RED

              Lieber TobyB, jetzt hast Du mir die Überraschung verdorben ;-) Genau diese Version von Underpass hatte ich für meinen CR-78-Artikel auch schon ausgesucht. Ist zwar kürzer als die S/W-Fassung, aber man bekommt ein bisschen mehr von John Foxx mit, halb Kunststudent, halb Popsänger – von Gary Numan rückhaltlos bewundert. Und die CS-80 sind der Wahnsinn, es gibt noch ein anderes Foxx-Video, da stehen sogar vier von diesen Maschinen rum. Wo doch Metamatic vor allem mit einem Odyssey eingespielt wurde.

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                TobyB  RED

                Costello, so ein Talent muss man haben. Ich hätte auch A Flock of Seagulls „I Ran“ posten können, da habe ich ne Live Version mit SH Synths gefunden. John Foxx ist schon gut. Underpass gefällt mir auch, Ich mein allein schon die Tatsache ohne Chartnotierung bei TOTP aufzutreten ist eine Referenz.

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    TobyB  RED

    Sehr schön, das bringt ein wenig Ordnung in die SH Reihe. War überfällig :)

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      costello  RED

      Danke Toby, was wäre das Leben ohne Ordnung und Struktur. Bin gerade mit dem Staubsauger durch die Wohnung und im Musikzimmer musste ich wieder großzügig um auf dem Boden stehende Synthesizer und Drumcomputer drumrum saugen, für die leider noch kein fester Rackplatz zur Verfügung steht ;-)

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    AMAZONA Archiv

    Super gut recherchierter Artkel in bewährte Costello Qualität. Es ist immer eine Freude deine Berichte zu lesen. Danke.

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      costello  RED

      Danke Marko! Hat mir richtig Spaß gemacht, mich durch die ganzen SH-Blue Box-Reports nochmal durchzuwühlen. Da bin ich dann auch auf Deine „Ehrenrettung“ für den SH-101 gestoßen :-))

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      costello  RED

      Hallo Son of MooG, danke für Dein nettes Feedback und die beiden tollen Links. Ozric Tentacles sind ja schon abgefahren, aber Rovo nicht minder :-)) Bei diesen spacigen Vorlieben ist der SH-201 für Dich eigentlich ja eine sehr gute Wahl. Habe eben auch nochmal im Artikel von 2006 reingeschaut. Gut, manche meckern wegen der Qualität. Aber Du hast ihn ja im Dauereinsatz und bist zu ganz anderen Ergebnissen gekommen. Im Zusammenhang mit den klassischen SH-lern sehe ich den (übrigens ja polyphonen) SH-201 allerdings eher nicht. Deshalb habe ich die späteren Nachzügler, die das SH im Namen tragen, auch bewusst weggelassen.

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        Son of MooG  AHU

        Das SH in der Bezeichnung hat mich schon immer etwas gestört, da der Aufbau und Features eher in Richtung Jupiter-6/8 gingen (siehe Keyboards-Test „Mein erster Jupiter“). Durch den Deepmind12 und den JX03 wurde der SH-201 allerdings obsolet; speziell im Vergleich zum JX03 wurden dessen Schwächen offensichtlich. Dennoch kann ich mich nicht dazu entschließen, ihn zu verkaufen…

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      TobyB  RED

      SoM,

      die Bedienphilosphie zieht sich als roter Faden durch die SH Reihe, der 201 verleugnet nicht die Ahnen, kommt aber mit eigenen Ideen daher. Und SH01 ist noch wieder was anderes. Und das ist bei den Klassikern nicht anders. Und das ist das Schöne daran, die Vielfalt die du abdecken kannst. Klasse Musik.

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    Kari  

    Vielen Dank für diesen großartigen Bericht!
    Bin wirklich gespannt wie die zukünftigen Roland Synthesizer klingen. JD-XA bzw JD-Xi klingen IMHO großartig.

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      costello  RED

      Danke Kari! Na, der JD-XA ist ja ein richtiges Schlachtschiff. Da meckern manche nur, dass der eigentlich immer mit Handschuhen angefasst werden will ;-) Und der JD-Xi – Patternsequenzer, alle Drummaschinen an Bord. Was will man mehr? Da kommt man mit den alten SH-lern nicht so weit. Muss man mindestens noch einen Klopfgeist und was Polyphones dazustellen.

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    swellkoerper  AHU

    Bravo Costello, grossartig! Die bis jetzt beste und liebevollste „Linksammlung“ hier, vielen dank für die Übersicht. Und müssen wir uns Sorgen machen über das neuerliche Ausmass Deiner SH-Infektion? Das ging ja von null auf hundert. LG

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      costello  RED

      Danke swellkoerper! Aber es stimmt, die Inkubationszeit war extrem kurz und ich fürchte, die Symptome werden noch heftiger. Ich schaue schon die ganze Zeit die Anzeigen nach einer SH-101 durch :))

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    swissdoc  RED

    Mit den vielen Zitaten incl. Quellangabe erfüllt dieser Artikel fast schon wissenschaftliche Ansprüche. Zum SH-2000 vielleicht noch, dass er eine konstruktiv genial gelöste Druckdynamik hat (Magnet vor Hallsensor), die sehr fein auflöst, dass man Vibrato o.ä. direkt damit spielen kann. In modern bekommt das nur Nord mit dem Stick hin. Und man könnte ihn freier programmierbar machen, durch eine geschickt eingeschleifte Schaltmatrix.

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      costello  RED

      Hi Swissdoc, da spricht der Physiker :-) Für die japanischen Preset-Synthesizer war damals ja der ARP Soloist, später Pro Soloist das Vorbild. Der ARP ließ sich durch After Touch besonders ausdrucksstark spielen. Yamaha hatte das bei SY-1 gleich mit aufgegriffen, Roland dann erst im 2000er verwirklicht. Dass sie da zu der – von Dir beschriebenen – besonders feinauflösenden Druckdynamik gekommen sind, ist wieder echt Roland. Da wurde so lange getüftelt, bis die Sache lief :-)

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      Violator  

      Hi Swissdoc, ich hätte auch große Lust meinen SH-2000, ich sag mal ein bißchen „vielseitiger programmierbar“ zu machen. Wenn es da irgendeine Möglichkeit gäbe – ich wäre dabei!.
      .
      Ich mag den Sound des SH-2000 sehr! Und wie Costello in seinen Bericht schreibt: „Es muß nicht immer MOOG sein!“ – dem kann ich nur zu 100% zustimmen.

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    Hectorpascal  AHU

    Eine super Story! Wie ordne ich denn das System 100 (ohne M) Model 101 Keyboard ein? Da steht zwar kein SH davor aber Gemeinsamkeiten sind definitiv vorhanden. Besonders weil Human League in diesem Zusammenhang zitiert werden und wir lieben doch alle „Being Boiled“. ;)

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      costello  RED

      Danke Hectorpascal! Das System 100 ist so etwas wie Rolands Gegenstück zum ARP 2600 – ein semimodularer Synthesizer, bei dem vieles vorverdrahtet ist, man über die Miniklinkeneingänge aber auch ordentlich den Klang verbiegen kann. Es besitzt das gleiche Moog-Filter wie etwa der SH-2000 oder der SH-3A, geht in den Möglichkeiten aber weit über die frühen SH-Synthesizer hinaus, durch das zweite Oszillatormodul (Modul 102) und den legendären Sequenzer. Das System 100 bietet z.B. auch Ringmodulation und Crossmodulation an. Bei den SH’s musste man da schon auf den 5er warten, bis man wieder ähnliche (und teils sogar noch bessere) Möglichkeiten an die Hand bekam (Multimodefilter). Vom Sound ist das System 100 erste Sahne, macht richtig Druck, kann von zart bis aggressiv klingen. Ist nur leider auch richtig teuer geworden.

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      TobyB  RED

      Hallo Hector,

      das kann Martyn Ware am besten einordnen ;-) https://youtu.be/WdjtAIMZXTs , er führt auch aus warum sie das System 100 einsetzen. Wobei das Riff bei Being Boiled kommt dann vom Korg700s. Allerdings gibts von Being Boild so dermassen viele Versionen. Nachdem Weggang von Martyn Ware wurde dann Being Boiled von Human League mit Siel und Korg700s gespielt. Später dann auf Roland. Jede dieser Versionen hat ihren eigenen Reiz. Wobei ich das Original von 1978 bevorzuge. Die übelste Version hat für mich Giorgio Moroder abgeliefert. So sehr ich den schätze aber Being Boild hat verwurstet. Wobei ich die Human League Sachen die von Moroder produziert wurden, eh für schwach halte. Bzw. für eine Ego Show von Mr. Oakey halte. Der Sound vom Musiclandstudio München hat Human League nicht wirklich gut getan.

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      costello  RED

      Hat auch was für sich. Aber warum dann EP für E-Piano und RE für Roland Echo? Eine wirklich zwingende Logik erkenne ich bei der Namens/Abkürzungswahl jedenfalls nicht.

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        AMAZONA Archiv

        Ich tippe ja immer noch beim SH auf Sahnetorte Himbeer. EP steht eigentlich für ErdbeerPlunder und RE für Rhabarber Erdbeer.
        So, jetzt ’nen Kaffee und ein Stück Kuchen. Gruß an Roland.

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          costello  RED

          Hi Wellenstrom, wunderbar, jetzt haben wir auch bei der SH-Serie eine OT-Diskussion. Ich musste auf dem ganzen Weg zur Arbeit an Sahnetorte Himbeer denken :-))

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            AMAZONA Archiv

            Hehehe, das ist nicht schön. Und während ich Torte aß (ach, nee, war nur Marmeladentoast, egal), musste ich dran denken, dass Du nun malochen musst. ;-)
            Das Leben ist manchmal ungerecht.

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            AMAZONA Archiv

            Für kreative Prozesse ist Chaos in der Birne gar nicht mal so schlecht. Und satte Musiker machen vielleicht weniger leidenschaftlich Musik als hungrige.

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        TobyB  RED

        Morsche,

        R für Rack oder auch nicht?

        Die Kreativität der Entwickler bezog sich damals wohl aufs Gerät, bei der Bezeichnung war man da eher sparsam. Früher wusstest du Bei Boss und Roland an Hand des Namens was es macht, Heute geht ohne kreative Produktbezeichnung wohl nix ;-) Das System hinter Roland/Boss kann man gut auf rolandmuseum.de erkennen. Wobei ich da wenigstens 3 Systematiken sehe und einige Bezeichnungen vermutlich in japanisch/englisch logisch sind, weniger in deutsch. Bei Boss Effekten z.b. SE 70 kommt man schnell auf Synthesizer Effekt , Boss RGE 10 für Rack Graphic Equalizer geht auch noch. Bei Roland SRV-330 wirds dann schwieriger. Steht das S nun für Space oder Synthesizer, R für Rack oder Verb? V für Verb ist klar. Insofern ist das eben doch nicht immer so naheliegend. Bei Boss PQ muss man erstmal auf Parametric eQualizer kommen.

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          costello  RED

          Hi Toby, also mein Roland Space Echo RE-201 war offensichtlich nicht für den Rack-Einbau vorgesehen.

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            TobyB  RED

            Hallo Costello,

            eben und deswegen ist das auch nicht immer logisch. Was die Namensgebung angeht, zumindest bei Roland. Bei Boss ist das R ein Rack und S für Synthesizer. Tricky wirt es beim Boss DM-100, das ist eine Delay Machine, während das D in der Boss DC-30 tatsächlich für Desktop Chorus steht.

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              TobyB  RED

              Hallo SoM,

              könnt passen. Bin da nich drauf gekommen. Bei Boss ist das etwas einfacher, teilweise steht da drauf was die Bezeichnung bedeutet. Gefühlsmäßig würde ich aber sagen R für Roland. Ich meine auf dem RE steht ja nirgends (Reel) Echo. Und das Roland RV-100 Hallgerät müsste dann ja ein Reel Hall sein. Ist bei Roland nicht einfach, auf die richtige Bezeichnung zu schlliessen.

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        Theo Möbus  

        Ich meine da schon eine gewisse Logik erkennen zu können. ;) Steht z.B. das T in TR nicht für Tokyo (1972: „Sales offices open in Tokyo and Osaka. TR-33/TR-55/TR-77 Rhythm Machines. The first Roland-branded products“)? RE für Roland Echo, RV für Roland(Re)Verb oder REV, EP halt für E-Piano usw.

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          TobyB  RED

          Hallo Theo,

          das macht schon Sinn. T steht ja eher für Transistor. Was ja auch stimmt. Auch hinsichtlich der Abgrenzung zu den Boss Abkürzungen passt das. Ich nehm R für Roland.

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              TobyB  RED

              Hallo Dirk,

              laut Wikipedia, TB Transistor Bassline und bei TR steht ja auf einigen Geräten, als Transistor Rhythm. Wobei das für eine TR-77 gelten mag. Aber in einer 808 steuerte dann schon ein NEC Chip das eine oder andere Detail. Und eine TB 303 hat auch Chips drin.

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            Theo Möbus  

            Hallo Toby,

            deshalb mein Fragezeichen. „Transistor Rhythm“ wird wohl stimmen, ich hätte vorher im Internet nachschauen sollen.

    • Profilbild
      costello  RED

      Hi Theo, ich habe die von Dir vorgeschlagene Hamamatsu-Variante jetzt direkt mit in den Text übernommen :-) Viele Grüße, Costello

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