AMAZONA.de

Special: Audioschnittstellen, von USB3.0 bis Thunderbolt


Was taugen USB3.0 & Thunderbolt?

thunderbolt

Auf vielfachen Wunsch haben wir diesen informativen Artikel vom August 2015 nochmals nach „oben“ geschoben ;-)

Special: Audioschnittstellen

Im Jahr 2011 berichteten wir erstmals über Thunderbolt. Doch 2014 sind Audiointerfaces für diese Schnittstelle erst so richtig beim Endverbraucher angekommen. Waren unter den Peripheriegeräten erst ein paar zaghafte Festplatten, so können sich Computermusiker- und -rekordisten mittlerweile unter einer ansehnlichen Auswahl entscheiden. Nur kurz vorher ging USB in die dritte Runde und es stellt sich die Frage, ob es mal wieder Zeit für ein neues Audiointerface ist und wenn ja, welcher Schnittstelle man sein Vertrauen schenken soll.

1:10
Um es kurz zu machen – USB3.0 ist irrelevant, Thunderbolt hat das Rennen gemacht. Es gibt ungefähr drei USB3.0 Interfaces, unter anderem das Presonus Studio 192 (hier die Vorstellung in unserem Messe Report 2015) und das RME MADI-Interface. Dem entgegen stehen, mit Modellvariationen, über 30 Interfaces mit Thunderbolt-Anschluss.

Der Grund, warum USB3.0 markttechnisch keine Rolle spielt, liegt fast ausschließlich an der Konkurrenz aus eigenem Haus begründet. Werfen wir also einen Blick auf USB2.0 und der Vollständigkeit halber auch auf FireWire. Als Referenz nehmen wir einen, in der realen Welt der Projektstudios wohl am häufigsten anzutreffenden Wert von 48 kHz bei 24 Bit an. Das wären 1.152 Mb/s, aufgerundet 1,2 Mb/s pro Mono-Audiospur an Datendurchsatz, den wir benötigen.

2.0
USB 2.0 wird häufig mit einer Transferrate von 480 Mb/s angegeben, aber das trifft nur auf den Burst Modus zu, der nicht für langen, anhaltenden und gleichmäßigen Datendurchsatz zu gebrauchen ist. Bei anspruchsvollen, zeitkritischen Streaming-Aufgaben, liegt die Übertragungsrate laut USB2-Protokoll bei max. 192 Mb/s.
Weiterhin können laut USB-Spezifikation zwar bis zu 127 Geräte verwaltet werden, die zusammen pro Port maximal 2,5 Watt (à 100 mA) dauerhaft verbrauchen dürfen. Effektiv können an einem USB-Host aber nur 31 Endpunkte (15 Ins / 15 Outs) angeschlossen werden, was 15 Geräten entspricht, denn USB 2.0 ist nur auf dem Papier bidirektional (full-duplex). Das Protokoll kann tatsächlich nur entweder schreiben oder lesen. Deswegen knickt bei mehrere Zugriffen auf denselben USB-Bus die Datenrate noch mal ein. In der Praxis zwischen 30% und 50%.

Das lässt die effektiv nutzbare Datentransferrate zwar weiter sinken, ist aber letzen Endes trotzdem ziemlich egal. Denn bei 48 kHz/24 Bit wären 160 und bei 96 kHz/24 Bit immer noch 80 gleichzeitige Aufnahmespuren drin, wenn nur das Interface am Bus hängt. Das reicht jedoch für die allermeisten Recording-Anwendungen, darin sind sich alle Audio-Hersteller einig wie sonst selten.

So hat auch RME mit der Revision ihres Verkaufs-Hits RME Babyface, dem bald erscheinenden Babyface Pro, verkündet, dass USB 3.0 keine effektiv nutzbaren Vorteile bringt und hat das Interface mit USB 2.0 ausgestattet.

RME Babyface, bald erscheint das überarbeitete Modell

RME Babyface, bald erscheint das überarbeitete Modell

400
Bei FireWire sieht das Ganze zwar etwas anders, aber doch gleich aus. FireWire 400 ist mit 400 Mb/s nur auf dem Papier langsamer als USB 2.0. Tatsächlich kann FireWire hohe Transferraten auf Dauer aufrecht erhalten und ist damit für Streaming hervorragend geeignet. Real mindestens 240 Mb/s bei FW400. Hinzu kommt, dass der Datentransfer bei FireWire bidirektional stattfinden kann (full-duplex), im Gegensatz zu USB.

Auf der Anwenderseite können bis zu 63 Geräte an einen FireWire-Bus angeschlossen werden, wobei aber nur 16 in Reihe angeschlossen werden dürfen. Bei insgesamt neun Meter Kabellänge. Die integrierte Stromversorgung für die Geräte liegt, laut Spezifikation, bei max. 48 W. Real liefern computerintegrierte Host-Controller aber meist nicht mehr als 12 W. Die Nachfolgeversion FireWire 800 brachte es auf 800 Mb/s. Geräte für FW800 bestanden hauptsächlich aus Festplatten, DV-Camcordern und einer Kinderhand voll Audiointerfaces. RME Fireface 800 und Universal Audio Apollo (Quad) fallen einem auf Anhieb ein, danach wird’s schon dünn. Die endgültige Spezifikation FireWire S3200 aus dem Jahr 2008 brachte es zwar noch auf stattliche 3,2 Gb/s (3276,8 Mb/s), doch erklärte Steve Jobs die Schnittstelle noch im selben Jahr für „tot‟. Die herstellerseitige Unterstützung endete dann wohl de facto 2012, als Sony einige letzte Videokameras mit FireWire S3200 auf den Markt brachte.

Das Fireface 802 erlaubt Verbindungen per Firewire und USB

Das Fireface 802 erlaubt Verbindungen per Firewire und USB

1 2 3 4 >

  1. Profilbild
    dr noetigenfallz

    Was mich an Thunderbolt stört, ist diese MAC-only Geschichte – soweit ich weiß sind aber einige der neuesten MACs auch nicht mehr mit Thunderbolt ausgestattet. PC´s kann ich zwar mit Thunderbolt nachrüsten, aber Notebooks schon nicht mehr. USB habe ich überall – seit Jahren und in naher Zukunft sicherlich auch. Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass USB 3.0 höhere Geschwindigkeiten, sprich geringere Latenz, bringt.

    Wenn ich Dante richtig verstanden habe, kann ich das doch direkt an die LAN-Schnittstelle anschließen. Das macht auch wieder Sinn. Habe ich auch überall.

    Zusammengefasst: Für mich ist nicht das besser, was technisch besser ist, sondern was ich überall ohne Adapter oder Zusatzkarten, die oft nicht richtig funktionieren, anschließen kann.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Hallo Dr.

      Thunderbolt ist nicht Mac exklusiv. Eher nicht komplett in Windows implementiert. Hier ist erstmal Microsoft in der Pflicht und dann die OEMs das in den Massenmarkt zu pushen und ordentliche Treiber liefern. Derzeit finden sich diese Geräte nur in den Highend Preisregionen. Zweites Grosses Thema Windows 10. Das verträgt noch nicht richtig mit Thunderbolttreibern.

    • Profilbild
      gaffer AHU

      Wikipedia:
      Seit dem Jahr 2012 ist Thunderbolt auch auf Windows-Systemen verfügbar.

      Das ist allerdings erst 3 Jahre her, also werden wir mit dem Statement (Mac only) noch ein paar Jahre leben müssen ;)

      • Profilbild
        TobyB RED

        Hallo Gaffer,

        das hat was vom Vorspann der Asterix Hefte, hier in der reziproken Version. Spass beiseite, ich hatte mir das HP Elitebook explizit gekauft, weil es eben, FW, eSata, USB und TB hat und über den Portreplikator die Schnittstellen sich verdoppeln. Leider mangelt es wirklich an Hardware, in Kombination mit TB Treibern für WIN7. Ich habe bis dato nur eine Motu 828 mk3, eine externes NAS im Einsatz. Motu läuft.

  2. Profilbild
    Torsten Jähnigen

    Hi !

    Nun, an TB stört wirklich das es beim Mac schon auf dem Rückzug ist und im Windows/Linux Bereich noch nicht wirklich angekommen ist. USB hat den Nachteil, es ist als Billigschnittstelle konzipiert wurden und von MS auch noch selten dämlich implementiert wurden. FW dagegen haucht sein Leben so langsam aus, wobei es noch die Schnittstelle ist die eine ordentliche Perfomance hat und auf allen Plattformen zu finden ist (zu mindestens Treibermässig sollte jedes System bedient sein). Fazit: So lange Apple mein arrogant immer wieder ihr Ding durchzuziehen und MS dem nicht nachstehen will und Intel über allem schwebt, solange werden wir wohl nicht wirklich eine Lösung finden, ausser diese Ethernet Geschichte wird ausgebaut. Hier aber scheint mir die Treibergeschichte ein Hindernis zu sein, sollte es aber durch vollständige Freigabe der Informationen kein Gag sein, so wäre das die beste Wahl, nur müssen die Hersteller den Mut haben und die Käufer bereit sein das zu akzeptieren („Hab doch USB x.xx, TB, FW etc.pp., warum soll ich noch eine Schnittstelle in mein System einpflegen…“)

    MfG.

    • Profilbild
      • Profilbild
        Torsten Jähnigen

        Hi !

        Wo TB auf dem absteigenden Ast ist, da will MS jetzt aufs tote Pferd steigen, klar ist ja MS :-> Auch find ich Windows von Version zu Version immer ungeeigneter für eine DAW. Ob MacOS die bessere Lösung ist, weiss ich nicht, mich hat Apple noch nie wirklich erwärmt. Nun, man wird sehen wie die Entwicklung weiter geht, ggf. erbarmt sich ja die DAW & Hardwareentwickler und bauen eine eigene Disb. (Linux oder in der Richtung). Eine strenge Vorgabe für eine Disb. könnte schon reichen, aber ob die sich je an einen Tisch setzen werden ? :D

        MfG.

        • Profilbild
          TobyB RED

          Hallo Torsten,

          ich teile deine Einschätzung nicht! Momentan ist TB 3 über USB C in der Pipeline und wird in 2016 auf dem Consumermarkt ankommen. Für Spezielle TB Anwendungen wird man einen Adapter bauchen, bleibt aber abwärtskompatibel. Microsoft hat es in der Vergangenheit nicht geschafft TB vernünftig in Windows zu integrieren. Und es den HW Herstellern überlassen einen Treiber zu schreiben. Es gibt keine OS Systemseitige WIN Unterstützung von TB. Selbst mein HP Notebook möchte einen Treiber haben. Und Apple hat das schön ins System implentiert. Maximal ist hier z.b. ein Aggregate Device anzulegen. Zu Fuss oder mit Installer, wie z.b. bei einer Motu 828, Zeitbedarf 10 Minuten. Unter Win7 selbe Motu 828 Zeitbedarf für die Installation 2 Arbeitstage.

          • Profilbild
            Torsten Jähnigen

            Hi !

            Nun, versprochen wurde viel und die Hoffnungen auf was Vernünftiges gibt es schon so lange wie Wintel existiert… Aber das Problem sehe ich neben der Hardware (die eher auf den Cent optimiert wird als aus Anwendersicht) auch das die Betriebsysteme sich mehr und mehr in den DRM Wahn und Kapierschutzgedöddel verrennen, eingepackt in einem Kunterbunten Käfig der Bedienungskonzepte. Windows 10 zeigt doch das der Weg konsequent weitergegangen wird, einzig ein paar kleine Zugeständnise die aber eher nebensächlich sind, aber das Große Ganze, da bleibt man dann. Und da macht Apple keine Ausnahme. Hätte es bei Win 7 nicht die 64 Bit Erweitung mit der 32 Bit Emu, die richtig gut implentiert wurde gegeben, XP wäre heute noch das am weitverbeiteste BS… um auf das Thema zurück zu kommen: solange MS für sich bzw. für seine Partner (sprich Contentindustrie -> DRM) Vorteile rausschlagen kann, wird der Weg gegangen, für die paar Hansels wie uns, die niedrige Latenzen und möglichst freien Zugang (Flexibilität der Verbindungen) der Hardware brauchen fallen da nicht ins Gewicht und so ähnlich sieht es auch Apple… aber wir werden sehen wo der Zug hingeht, zZ reichen die bestehenden Lösungen irgendwie noch. :D

            MfG.

  3. Profilbild
  4. Profilbild
    tantris ••

    Willkommen in der Welt, in der mir jeden Tag vorgeführt wird, dass es noch schneller und besser oder im Falle von Waschmitteln noch weisser geht.

    Muss ich mir jetzt Sorgen machen, wenn in meinen Studio die Audiosignale nur mit 480 Mbit durchs Kabel fliessen, anstatt mit 40 Gbit ? Bin ich altmodisch, rückständig, schadet das meiner Kreativität, wenn ich altmodischen Kram wie USB 2.0 benutze ?

    Meine Kritik richtet sich nicht gegen den Artikel. Es geht mir darum, dass der Anwender dem technisch machbaren doch gar nicht mehr hinterher kommt. Dass die Industrie dem Rechnung trägt, zeigt sich z.B. an den 5-poligen Midi-Steckern (aus dem Jahr 1982), die man noch heute an den Keyboards findet. Warum wohl ?

  5. Profilbild
    vssmnn ••••

    Als Videomensch kann ich nur sagen: „Audio-Performance-Probleme“ sind nicht wirklich das Riesen-Thema mehr und Diskussionen darüber wirken eher wie aktuelle Intern-Gespräche unter CB-Funkern.

  6. Profilbild
    gaffer AHU

    @Markus. Sehr guter Artikel, der einiges, über das Legionen von Musikern immer wieder die gleichen Litaneien vortragen, in die richtige Richtung korrigiert.

    Wer sagt eigentlich dass TB auf dem absteigenden Ast ist? Von 6 neuen Macs dieses Jahr hat EINER kein TB. Der hat auch kein USB 2 oder 3, ist das auch auf dem absteigenden Ast?

    Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass Apple zwei Linien fahren wird: professionelle Maschinen (vor allem die mit mehr als einer Schnittstelle) bekommen TB wahrscheinlich mit USB 3.1, die anderen nur USB 3.1

    @ Torsten. Linux oder ein neues, anderes OS wird nie die Lösung sein, zumindest nicht in absehbarem Zeitraum. Es reicht ja nicht, dass die DAW in Linux läuft, auch das Audio oder ggf das MIDI Interface muss unterstütz sein. Von den massig PlugIn Herstellern will ich noch gar nicht reden…. Nee, das wir nie was

    @vssmnn: Das meinst du nicht wirklich ernst, es gibt grössere Probleme, richtig, Fukushima wir wieder hochgefahren. Wen z.B. die Latenzen bei der Aufnahme in Audiosystemen nicht stören, den beneide einfach mal

  7. Profilbild
    gaffer AHU

    @ Markus: einer geht noch. „Auch an die Sicherheit wurde gedacht (TB)“

    …und das ein paar Tage nachdem bekannt wurde, wie Schadsoftware über TB weiterverbreitet werden kann, ohne dass das OS was davon mitbekommt, formatieren nicht reicht, genauso wie eine neue Festplatte ;))))

    Finde den Artikel trotzdem klasse, formal und inhaltlich

  8. Profilbild
    Amaros AHU

    Ich weiß auch nicht, warum einige Leute der Meinung sind, dass Thunderbolt fallengelassen wird. Apple hat konsequent die Rechner im letzten Jahr auf TB2 aufgerüstet. Dass das kleine Macbook mit USB3 Typ C ausgestattet ist, hängt mit der Zielgruppe zusammen. Im Grunde genommen ist das ein iPad mit integrierter Tastatur. Genau da will Apple damit hin. Es ist für die Leute, die ein iPad nutzen, sich aber lieber eine Tastatur zum Arbeiten unterwegs wünschen und die nur gelegentlich mal eine externe Festplatte etc. an den Laptop hängen. Für Musiker ist das Teil gänzlich ungeeignet und die sind auch nicht die Zielgruppe. Es wäre dumm gewesen, hätte Apple bei diesem Produkt einen normalen USB-Port verbaut, da es ja auch im nächsten Jahr noch am Markt bleiben soll. Alle neuen Produkte werden von Apple in der nächsten Zeit mit den Typ C Ports ausgestattet. Wie das bei Apple immer so ist, wird sich die Anzahl der verfügbaren Schnittstellen nach dem Preis des Rechners richten. Thunderbolt wird aber in jedem Fall dabei sein, entweder in den USB 3.1 Typ C integriert oder wie bisher als eigenständiger TB2 Port. Und selbst FireWire ist ja noch immer integriert und per Adapter verfügbar. Apple hat sich schon lange Zeit gelassen, um bei iOS-Geräten den 30 Pin Dock Connector durch Lightning zu ersetzen. Man ist da eher beständig, auch wenn das die Nörgler nicht glauben wollen.

  9. Profilbild
    swellkoerper ••••

    Sehr guter Artikel! Das war wirklich erhellend. Es ist noch gar nicht lange her, da habe ich auch erwogen, auf ein Thunderbolt-Interface umzusteigen. Schlussendlich ist es eine RME Raydat PCI-E Karte mit Focusrite ADAT-Wandlern geworden – und habe es seitdem nicht bereut, auch nach der Lektüre dieses Artikels nicht. Sollte mein nächster Audiorechner einmal keine PCI-E Slots mehr besitzen, muss nicht auch noch die Wandler abschreiben. BTW, meines Wissens hat die Interface-Geschwindigkeit nichts mit erreichbaren Latenzen zu tun, sofern das Protokoll lausig im OS implementiert ist, siehe USB2.

  10. Profilbild
    PeterPesl

    eben auf sonicstate ein video zu windows 10 gesehen. ab 40 min ca wird das thema thunderbolt besprochen. sehr aufschlußreich.

    • Profilbild
      • Profilbild
        tubeheat

        Danke für den Link. Die W10 Audio Optimierungen bringen aber nur was für WASAPI, nichts für ASIO. Ich meine ich hätte das auch vor Monaten schon mal bei RME im Forum gefragt und da wurde das seitens MC bestätigt. Insofern ist die Relevanz für Audio Recording äußerst gering bis möglicherweise zero.

  11. Profilbild
    Pfau_thomas

    Ja ja das mit dem Thunderbolt.
    Das währe eine gute Schnittstelle weil sie so gut wie jedes Protokoll sagen wir Firerwire ,PCI ,PCi Express usw.kann.
    Aber unter dem PC sieht die Unterstützung noch etwas mager aus .
    Es gibt zwar Thunderbolt Steckkarten zum nachrüsten aber mit den Treibern hapert es da noch ganz gewaltig.Da muß was von Microsoft und den Schnittstellen Herstellern etwas kommen.
    Immerhin plant Lenovo einNotebook mit einem Thunderbolt 3 Port .

    • Profilbild
      tubeheat

      Wenn man es wenigstens nachrüsten könnte. Du brauchst schon den Thunderbolt support auf dem Mainboard in Form eines AIC Thunderbolt headers oder wie das Ding heißt. Man kann nur die Mainboards mit so einer Karte ausrüsten, die auch schon dafür vorbereitet sind. Ich finde das ist ein wirkliches Schrott Design, weil die freien PCIe Steckplätze ja eigentlich DAS Konzept beim PC sind, etwas nachträglich einbauen zu können.

  12. Profilbild
    Down Jones

    Ich bin etwas spät dran.

    An sich ein guter und relativ ausführlicher Bericht, das sieht man leider selten heutzutage.

    Jedoch gibt es ein paar Anmerkungen meinerseits:

    -der Fazit zeigt eindeutig, das dieser Bericht doch eher für Mac User sinnvoll ist. Bis auf Lynx gibt es keine TB interfaces für Windows. Damit ist das Thema schon abgeschossen.
    Alles zu TB Unterstützung von MS ist Spekulation, die sich bestimmt mittelfristig bewahrheiten wird, aber wie alles was mit Updates oder Firmware versehen werden kann: vapourware bis es tatsächlich da ist.

    -Dante und AVB haben zwar ähnliche Eigenschaften, sind aber ziemlich unterschiedlich. Das wichtigste ist dass Dante in ein bestehendes Netzwerk funktioniert (auch wenn im professionellen Bereich das lieber nicht ausprobiert werden soll), MOTU’s AVB erfordert einen (modernen, AVB-kompatiblen) Switch oder direkte Verbindung ohne normale „office“ Geräte im Netzwerk. Es verwendet einen andere TCP/IP layer. Übrigens heist die Firma Audinate, nicht Audionat. ;-)

    -Für Dante gibt es neben der 1000€ PCIe Karte von Focusrite oder Yamaha (sehr niedrige Latenzen, 128 Kanäle bei 96kHz!!!) auch Dante Virtual Soundcard für 29€, was eine Software ASIO treiber für ein Ethernet Port ist. Macht 64 Kanäle bei 48kHz, aber mit hohen Latenzen. Bei wenige Kanäle kann die Latenz sehr weit runter.

    mehr folgt.

  13. Profilbild
    Down Jones

    -es wird über USB3 korrekt behauptet, dass Hertsller sagen, die Bandbreite ist egal. Mit USB2 schafft man schon eine vollduplex MADI stream über 64 Kanäle bis 48Khz. Ansonsten bietet USB3 tatsächlich nur mehr Kanäle (oder DSP streams, wie beim Apollo Twin USB), aber keine Latenzverbesserungen. Jedoch wird beim thema TB immer wieder auf seine Bandbreite gehämmert. Bis auf Apollo gibt es jedoch KEIN Interface auf der Markt was diese Bandbreite ausschöpft. Die handvoll Leute, die TB daisychaining im mobilen Einsatz verwenden, werden sich aber trotzdem freuen.

    -2ms Latenz mit TB? Klingt sexy, ist jedoch grundsätzlich mit 96kHz oder mehr. Das Fireface 802 mit USB2 bietet niedrigere Latenzen als seine FW400 Port und ist nur 0.3ms langsamer als eine RME PCIe Karte.
    Was aber im Aretikel nicht erwähnt wird: USB erfordert mehr CPU Leistung bei gleichen Einsatz. Da hat TB/PCIe den Vorteil. Auch FW ist da etwas besser. Latenz ist aber nur interessant wenn man Monitoring durch den Host Software verwendet. Wenn man z.B. Totalmix oder eine andere Interface DSP mischer verwendet, ist es völlig egal.

    Wie gesagt ein guter, ziemlich vollständiger Artikel, aber es war nicht ganz komplett.

    • Profilbild
      tubeheat

      Ein guter Kommentar von Dir. Ich war auch erst etwas verwundert, dass die RayDAT an RTT Latenz (Cubase) nicht viel mehr bringt als UFX mit USB und FW bei gleicher ASIO buffersize. RME hat aber bestätigt, dass halt der PCIe Treiber wesentlich CPU schonender ist.

  14. Profilbild
    Down Jones

    Mein Fazit:
    -USB3.1 und TB3 werden sich die nächsten 2-3 Jahre durchsetzen müssen, es ist aber schwierig zu sagen in welche Richtung es geht.
    -TB ist meiner Meinung nach zu teuer, wegen den Lizenzkosten. Den Massenmarkt wird man damit nicht erreichen, und das ist einer der Schwächen. Kabellänge eine andere.
    -USB2 macht schon einen guten Job, lediglich die, denen 5-7ms @ 44k zu viel ist brauchen PCIe/TB.

    Beachte das meine POV ein Windows basierten Studio Workstation ist, kein Mac oder Mobile setup. Mobil/Kompakt wird aber sicherlich im Zukunft eine immer größere Rolle spielen.

    • Profilbild
      Markus Schroeder RED

      Danke, Down Jones für die informierten Kommentare :)

      Ja, das mit den Latenzen in Abhängigkeit von der Sample-Rate und die CPU-Belastung bei USB hatte ich ganz vergessen.

      Da es anscheinen auch noch viel Verwirrung bzgl. Type-C, USB 3.1 und TB3 gibt, wollte ich auch mal sehen ob ich irgendwo noch passend ein „Addendum“ unterbringe.

      Grüße,
      M.

    • Profilbild
      TobyB RED

      Hallo Down Jones,

      sehr schön (Y) ! Zu AVB und MOTU wäre noch zu erwähnen, als das ich den von MOTU angebotenen Switch etwas „überteuert“ empfinde 5 Ports und ein Uplink ist dürftig. Zum anderen der Switch ist nicht managebar, das heisst ich muss mein/e (V)Lans um das MOTU planen. Zweitens, wenn ich eine grössere Installation mit MOTU und AVB plane, komme ich nur mit MOTU Switchen nicht weit. 5 MOTU Switche und dann ist im LAN schluss. Ich lasse einfachmal das Cat 6 Kabel ausser acht. Wenn ich damit leben kann bin und es im Studio funktioniert okay. Darüberhinaus wird AVB dann teuer ;-) Ich brauche managed Switche, die kompatibel zu AVB sind, da gibts derzeit nur Geräte von Netgear und Extremnetworks. Hinzu kommt dann noch der Techniker zur Einrichtung des Netzwerkes. Für on the fly Installationen ist AVB mit MOTU okay. Für gut geplante Festinstallationen sollte ich mir in der Planungsphase schon Gedanken machen ob ich zukünftig klar komme, ich denke da an WiFi und PoE+ 2 Kabel zum Accesspoint ziehen kostet etwas mehr als 1 Kabel. Für Liveinstallationen, wo ich schnell mal Kabelwege mit über 100m habe, wirds eng. Wenn mein Switch GBICs und LWL hat okay, dann aber redundant. Schlussendlich sollte dann der Switch vorkonfiguriert sein und plug and play sein. Ich glaube nicht das immer ein Netzwerktechniker mit auf Tour geht.

    • Profilbild
      tubeheat

      Aber die genannte RTT erreichst Du doch auch bereits mit USB2 basierten Interfaces wie beispielsweise dem RME UFX und sicherlich auch UCX, 802, etc.

  15. Profilbild
    frama78

    Ich frage mich jetzt, wie ich mein Firewire-Interface an Thunderbolt-3(also den USB3.1/C-Typ!!) verbinde. Bisher ging ich über den Apple-FW800=>Thunderbolt-Adapter in den Mac. Wenn der Rechner jetzt nur noch eine Thunder-3/USB-C-Buchse hat muss ich das doch irgendwie verbinden können. Nur wie? Ein Adapter „USB-C auf Mini Display Port“ funktioniert angeblich nicht und den Zwischenritt mit einem „USB3-C => USB2“-Adapter und dann „USB2=>Firewire400“ ist arges Daisychaining und ob das überhaupt funktioniert konnte mir auch noch niemand sagen.

    Ich denke, dass das noch viele weitere User interessieren wird,…

    • Profilbild
      Markus Schroeder RED

      Apple wird wohl einen TB3(USB-C Formfaktor) auf TB1/2 Adapter herausbringen.
      Das sollte das Problem theoretisch lösen. Bekannt ist aber noch nichts.

      PS: es gibt kein „USB3-C“.
      USB-C ist der Formfaktor des Steckers, USB3.1 ist das Protokoll.
      Analog zum Stereoklinkenstecker und zum symmetrischen Klinkenstecker. Gleiche Form – andere Kontaktbelegung und Verwendungszweck.
      Nur dass ein TB3-Anschluss automatisch erkennt ob ein USB3.1 oder ein TB-Gerät angeschlossen ist.

      schönen Abend noch,
      M. :)

      • Profilbild
        gaffer AHU

        Da die Protokolle ja weitere Protokolle enthalten, hoffen wir mal auf Kompatibilität, die gross genug ist, um auch Echtzeitanwendungen ohne Probleme zu nutzen. Die richtige Lösung dürfte mMn. eine Box sein, die eine Zuleitung zum Rechner hat und diverse Anschlussmöglichkeiten, vulgo Docking Stationen.

        Da kann ich auch mit dem QuadCore Notebook in der Welt rum und aufnehmen, daheim ein Kabel rein und Zweitmonitor, externe Festplatten usw. sind alle da.

        Anfangs sieht man aber immer die Abzockerlösungen wie TB auf 1 USB 3 für 99,90, „die Mac Hansel haben ja das Geld und wir brauchen es“

  16. Profilbild
  17. Profilbild
    tubeheat

    Es ist so richtig geil, wenn man noch was fundiertes zu QoS sagen möchte und dann erzählt einem die Applikation, man habe zu viel geschrieben. Kein Problem, eine Seite zurück über den Browser … oh, auf den Text kann nicht mehr zugegriffen werden, na super. Na gut dann schreibe ich halt nichts. Nochmal die Zeit nehmen, nee …

  18. Profilbild
    tubeheat

    Was mich am Thunderbolt Design extrem stört ist, dass man es auf normalen mainboards mittels PCIe Sockel nicht nachrüsten kann. Die Mainboards müssen speziell dafür vorbereitet sein: sogenannter „AIC header“ auf dem mainboard und vermutlich noch Unterstützung im BIOS. Das ist extrem schade, wenn man ein gutes server/workstation mainboard mit freien x8 und x4 PCIe Steckplätzen hat. Für das RME UFX+ bietet RME übrigens auch für Windows 7 Thunderbolt Treiber an, die hot-plug fähig sein sollen.

  19. Profilbild
    tubeheat

    Thunderbolt und USB 3.0 liegen von den Round Trip Zeiten gleichauf. http://www.....8-RME-UFX/
    Bei Bedarf kann man noch weitere USB3.0 ports nachrüsten mit einer Sonnet Karte. Sogar mit 4-fach Karte, bei der hinter jedem der4 Ports ein eigener Controller steckt. Thunderbolt kann man leider nicht nachrüsten. Aber Intel möchte ab 2018 Thunderbolt in die CPU integrieren und die Lizenzgebühren abschaffen. Das könnte Thunderbolt zum Durchbruck verhelfen.
    Das einzige was mich an Thunderbolt nach wie vor stört ist die Kaskadiererei von Kabeln. Das war schon damals zu Zeiten von „Cheapernet“ (mit RG-58) totaler Käse, wenn an einem PC in einem bis zu 300m langen Segment (manche Karten schafften das) das Kabel zog .. ganzes Netz platt. Darin sehe ich die Gefahr bei Thunderbolt, wenn man es nicht ausschliesslich / dediziert für das Recording Interface verwendet. Heutzutage verwendet man im Netzwerkbereich strukturierte Verkabelung und ist froh, nicht mehr so eine lange verletzliche Verkettung von Geräten zu haben. Was mir an Thunderbolt 3 nicht gefällt ist, dass man wieder einen Adapterstecker zum Recording Interface braucht und danach gehts idR einfach nicht weiter …

  20. Profilbild
    tubeheat

    Thunderbolt ist in Core Audio bei Apple ohne Interrupts implementiert. Deshalb führte RME einen Sicherheitspuffer ein, der jetzt experimentell verkleinert wurde, RME möchte gerne feedback dazu.
    https://www.forum.rme-audio.de/viewtopic.php?id=24884

    Was höheren CPU Verbrauch bei Verwendung von USB anbelangt, das konnte bei Vergleichsmessungen zwischen UFX+ (USB3) mit einer RayDAT nicht sichtbar messen. Projekt mit 400 Spuren, 3 VSTs per Spur und geringster ASIO Buffersize (32). Keine Knackser und augenscheinlich gleicher CPU Verbrauch: http://www.....cks-de-en/

  21. Profilbild
    cynolebias

    Zum Thema USB 3.0… Aufgrund meiner Probleme mit dem Surfacebook und meiner Ultranova stieß ich auf einen Beitrag zum Thema USB 3.0. Das Surfacebook verweigert nämlich den Anschluss der Ultranova mit der Meldung, nicht genug resourcen zu haben. Je tiefer man dann in die technischen Hintergründe einsteigt, erfährt man, dass im Surface viele Dinge intern an den USB Hubs angeschlossen sind (u.a. Kameras). Effektiv nutzen lassen sich bei USB 3.0 aber nur 3 Geräte pro Hub, weshalb der Controller nicht mehr genug Strom für die Ultranova bereit hält. Bei einem derart teuren Gerät wie das Surfacebook ist das schon ein ziemliches Armutszeugnis für Microsoft, derartige Dinge nicht berücksichtigt zu haben und die Hubs bereits intern mit Geräten zu belegen. Als Audio Host mit DAW ist das Gerät auf jeden Fall nicht zu gebrauchen (obwohl die Leistung mehr als ausreicht). Aber über Sinn und Verstand braucht man bei Microsoft ja schon lange nicht mehr nachdenken.

Kommentar erstellen Kommentar erstellen Leser-Story erstellen

Die AMAZONA.de-Kommentarfunktion ist Ihr Forum um sich persönlich zu den Inhalten der Artikel auszutauschen. Sich daraus ergebende Diskussionen sollten höflich und sachlich geführt werden. Haben Sie eigene Erfahrungen mit einem Produkt gemacht, stellen Sie diese bitte über die Funktion Leser-Story erstellen ein. Für persönliche Nachrichten verwenden Sie bitte die Nachrichtenfunktion im Profil.

Über den Autor

Bewertung

Intel Thunderbolt

Bewertung: 0 Sterne Bewertung des Autors
Leserbewertung: 5
Jetzt anmelden und dieses Produkt bewerten.

AMAZONA.de Charts

Aktion