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Special: Avid Pro Tools 9 / HD /LE

Trotzdem möchte ich die vielen Einschränkungen der LE Version, die Avid mit dem Schritt zur Neun über Bord geworfen hat, nicht unter den Teppich kehren, ganz im Gegenteil:
Stellte die LE-Version nur maximal 48 Mono- oder Stereo-Tracks zur Verfügung, ist ProTools 9 jetzt mit 96 dabei. Sogar 192 kHz können mit ProTools 9 in der Basis-Konfiguration gefahren werden, das konnte die LE Version gar nicht. Die Anzahl der Maximal aufnehmbaren Audio-Spuren verdoppelt sich fast auf 32. Statt 256 kann der engagierte Musiker nun 512 MIDI-Tracks nutzen. Auch die Aux-Tracks wurden von 128 auf 160 aufgestockt. Das sind für die meisten Musiker eher nebensächliche Verbesserungen. Allerdings bietet ProTools 9 in der kleinsten Stufe schon 256 Busse an. Die LE-Version konnte nur 32. Der Beat Detective ist nun auch mehrspurig nutzbar, und der MP3-Export sowie die AAF/OMF/MXF-Schnittstellen sind endlich keine Optionen mehr, sondern fest eingebaut. Ein Update für LE-Kunden sollte ernsthaft erwogen werden – nein, ist Pflicht, würde ich sagen.

Der Packungsinhalt

Der Packungsinhalt

Mit einem „einfachen“ Amazona-Test ein solches „Tool“ wie ProTools „erschlagen“ zu wollen, ist ein echter Kampfauftrag. Viele Kernfeatures sind der Version 8 identisch, aber nicht alle. So ist der BEatdetectiv nun in allen ProTools-Versionen multitrackfähig, und die Automatic Delay Compensation (ADC) sorgt für einen Laufzeitausgleich. Mit der Übernahme von Euphonix holt sich Avid das EuCon-Protokoll ins Haus und somit in ProTools. Selbstverständlich legen wir auch ein Augenmerk auf die mitgelieferten Plug-ins. Sollte das ein oder andere Plug-in, die ein oder andere Option zu kurz kommen, seht mir das bitte nach – ich möchte den Bericht noch lesbar halten und nicht in die Länge ziehen.

Die B3 für die Festplatte

Die B3 für die Festplatte

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    chris23086

    Schade, dass bei dem Test nicht auf die fehlende 64bit Fähigkeit der aktuellen Version eingegangen wird. Zumindest auf Macs ist es mittlerweile eine große Entlastung bei umfangreicheren Projekten mehr als 4GB RAM adressieren zu können. Avid hat hier ganz klar den Anschluss verpasst! Ein Hinweis darauf darf in einem professionellen Test nicht fehlen, finde ich.

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hey Chris,

      du hast absolut recht!!! Ich könnte schwören, dass ich das beim Kontra ursprünglich mit drin hatte! (Aber bei x-fachem durchlesen, korrigieren, geht mal was „in die Hose“) Ich schau mal, dass wir das nach reichen können! VIELEN DANK! & SORRY

      Gruß Florian

  2. Profilbild
    r.biernat  RED

    Hi Florian,

    schöner Artikel und gute Wortspiele,

    doch dass den TDM-Systemen Latenzen fremd sind, stimmt so nicht ganz. Die Eingangslatenz für Audiosignale beträgt fest 7 Samples und ohne vorgeschaltetes Analogpult ist lantenzfreies Monitoring sogar überhaupt nicht möglich, da die TDM Hardware dies nicht unterstützt. Zugegeben sind 7 Samples sehr gering, weshalb dieser Fakt oft außer Acht gelassen wird.

    Der eigentliche Vorteil der TDM-Systeme ist ihre penible Genauigkeit in der Zeitebene, die auf der speziellen TDM-Architektur beruht. Native Sequenzer lassen in dieser Hinsicht meiner Meinung nach noch einiges zu wünschen übrig.

    In Protools kann man hunderte Spuren mischen und der Klang bleibt stets frisch und transparant. In Logic tritt schon bei wesentlich weniger Spuren einiges an Matsch zutage, was meiner Meinung nach auf Ungenauigkeiten in der zeitlichen Einordnung der Audiosignale zurückzuführen ist.

    Gruß

    Robert

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hi Robert,

      danke für die Blumen :-)

      Eine Anmerkung: die 7 Samples, die durch den Wandler entstehen, werden idR nicht als Latenz bezeichnet, weil es keine Latenz in diesem Sinne ist. Diese Verzögerung hast Du bei jedem digitalen Equipment. Ich bezweifle auch, dass das noch wahrgenommen werden kann (auch nicht unbewusst) – so gesehen hat auch ein analog-Pult eine Latenz ;-)
      Das Zeitebenenproblem kann ich aus Nuendo/Cubase-Sicht nicht bestätigen! Ich weiß, dass das schon öfters Thema war, aber ich habe das mal mit ein paar Bekannten durchexerziert: Können wir nicht bestätigen! Für Logic kann ich allerdings nicht sprechen! Matschiger Sound ist eher kein Timing-Problem, sondern ein dynamisches: Rundungsfehler, zu wenig Systemdynamik… Wie gesagt bei Nuendo/Cubase habe ich diese Probleme nie gehabt!

      Gruß

      Florian :-)

      • Profilbild
        r.biernat  RED

        Hi Florian,

        du hast recht, 7 Samples sind sehr kurz. Es ist auch nur wahrnehmbar, wenn man das Direktsignal vom Pult und das Signal von Protools gleichzeitig hört. Dann lässt sich ein leichtes „phasen“ vernehmen.
        Kann sein, dass der akkurate Sound von TDM-Systemen auch an der hohen internen Dynamik und fehlenden Rundungsfehlern liegt (48 Bit Fixpunkt). Vielleicht mag bei Logic auch die Audio-Engine Schuld am weniger frischen Sound sein, doch mir ist die Bedienung einfach in Fleisch und Blut übergegangen.

        Gruß

        Robert

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