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Special: Avid Pro Tools 9 / HD /LE

Aufbau

Von Prinzip her ist ProTools recht „simpel“ aufgebaut. Es gibt zwei Hauptfenster: Mix-Window und Edit-Window. Mit diesen beiden Ansichten lässt sich im Prinzip alles handeln. Die Organisation innerhalb ProTools ist sehr an die in einem Tonstudio angelehnt und dürfte am ehesten der „Denke“ von Toningenieuren nahe kommen. Logic, Cubase, Reaper usw. sind für mich deutlich „musikalischer“ angelegt. Bei den aktuellen Versionen haben sich die Programme auch ein gutes Stück aneinander angenähert, was den Funktionsumfang angeht.

Extraausgänge der virtuellen Instrumente? Ganz leicht verkabelt mit ProTools!

Extraausgänge der virtuellen Instrumente? Ganz leicht verkabelt mit ProTools!

Man kann eine ProTools-Session im Prinzip mit drei Spur-Typen bestreiten: Audio-Track, Aux-Input und Masterfader. Außerdem kennt ProTools „Busse“. Das sind „virtuelle“ Audioverbindungen, die im „Hintergrund“ verlaufen. Damit lassen sich nicht nur Monitor-Wege, Aux-Wege usw. „bauen“, sondern auch Side-Chains. Das geht in Cubase und manchen Kollegen SO nicht.
Der Mixer löst intern auf 32-Bit-Float auf, außer bei den HD-Varianten, da wird auf 48Bit fix aufgelöst. Leider unterstützt ProTools keine 32Bit-Float-Dateien. Das finde ich schon sehr, sehr ärgerlich! Ich muss sogar gestehen, dass ich meinen persönlichen Workflow auf das Ausspielen von 32-Bit-Files optimiert habe: Da diese Technologie ein extrem hohe Systemdynamik zur Verfügung stellt, ist es in der Praxis „unmöglich“ zu über- oder untersteuern. Wenn es also mal schnell gehen muss, kann man auch mit „heißem Pegel“ auf der digitalen Eben arbeiten ohne Angst haben zu müssen, Ausschuss zu produzieren. Ich finde 32Bit Float gehört heute zum guten Ton! Bitte nachbessern.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    chris23086

    Schade, dass bei dem Test nicht auf die fehlende 64bit Fähigkeit der aktuellen Version eingegangen wird. Zumindest auf Macs ist es mittlerweile eine große Entlastung bei umfangreicheren Projekten mehr als 4GB RAM adressieren zu können. Avid hat hier ganz klar den Anschluss verpasst! Ein Hinweis darauf darf in einem professionellen Test nicht fehlen, finde ich.

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hey Chris,

      du hast absolut recht!!! Ich könnte schwören, dass ich das beim Kontra ursprünglich mit drin hatte! (Aber bei x-fachem durchlesen, korrigieren, geht mal was „in die Hose“) Ich schau mal, dass wir das nach reichen können! VIELEN DANK! & SORRY

      Gruß Florian

  2. Profilbild
    r.biernat  RED

    Hi Florian,

    schöner Artikel und gute Wortspiele,

    doch dass den TDM-Systemen Latenzen fremd sind, stimmt so nicht ganz. Die Eingangslatenz für Audiosignale beträgt fest 7 Samples und ohne vorgeschaltetes Analogpult ist lantenzfreies Monitoring sogar überhaupt nicht möglich, da die TDM Hardware dies nicht unterstützt. Zugegeben sind 7 Samples sehr gering, weshalb dieser Fakt oft außer Acht gelassen wird.

    Der eigentliche Vorteil der TDM-Systeme ist ihre penible Genauigkeit in der Zeitebene, die auf der speziellen TDM-Architektur beruht. Native Sequenzer lassen in dieser Hinsicht meiner Meinung nach noch einiges zu wünschen übrig.

    In Protools kann man hunderte Spuren mischen und der Klang bleibt stets frisch und transparant. In Logic tritt schon bei wesentlich weniger Spuren einiges an Matsch zutage, was meiner Meinung nach auf Ungenauigkeiten in der zeitlichen Einordnung der Audiosignale zurückzuführen ist.

    Gruß

    Robert

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hi Robert,

      danke für die Blumen :-)

      Eine Anmerkung: die 7 Samples, die durch den Wandler entstehen, werden idR nicht als Latenz bezeichnet, weil es keine Latenz in diesem Sinne ist. Diese Verzögerung hast Du bei jedem digitalen Equipment. Ich bezweifle auch, dass das noch wahrgenommen werden kann (auch nicht unbewusst) – so gesehen hat auch ein analog-Pult eine Latenz ;-)
      Das Zeitebenenproblem kann ich aus Nuendo/Cubase-Sicht nicht bestätigen! Ich weiß, dass das schon öfters Thema war, aber ich habe das mal mit ein paar Bekannten durchexerziert: Können wir nicht bestätigen! Für Logic kann ich allerdings nicht sprechen! Matschiger Sound ist eher kein Timing-Problem, sondern ein dynamisches: Rundungsfehler, zu wenig Systemdynamik… Wie gesagt bei Nuendo/Cubase habe ich diese Probleme nie gehabt!

      Gruß

      Florian :-)

      • Profilbild
        r.biernat  RED

        Hi Florian,

        du hast recht, 7 Samples sind sehr kurz. Es ist auch nur wahrnehmbar, wenn man das Direktsignal vom Pult und das Signal von Protools gleichzeitig hört. Dann lässt sich ein leichtes „phasen“ vernehmen.
        Kann sein, dass der akkurate Sound von TDM-Systemen auch an der hohen internen Dynamik und fehlenden Rundungsfehlern liegt (48 Bit Fixpunkt). Vielleicht mag bei Logic auch die Audio-Engine Schuld am weniger frischen Sound sein, doch mir ist die Bedienung einfach in Fleisch und Blut übergegangen.

        Gruß

        Robert

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