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Special: Avid Pro Tools 9 / HD /LE

Effekte

Zur Vorgängerversion 8 ist nicht viel passiert, was die Plug-in Sammlung angeht. Das scheint auch kaum nötig. Daher werde ich mich im Bezug auf die Plug-ins kürzer fassen und verweise auf den ausgezeichneten Amazona Testbericht über ProTools 8 (LE) von Markus Schröder (Link unten)

Ein Gate für viele Fälle

Ein Gate für viele Fälle

Zur Grundausstattung gehören die Plug-ins der Digirack Serie und die von Avid direkt beigelegten virtuellen Effekte.
Mit dem EQIII liefert Avid einen soliden und sehr brauchbaren Equalizer mit. Das Plug-in liegt in drei „Ausbaustufen“ vor: einbandig, vierbändig und siebenbändig. Der EQ lässt sich, ähnlich wie die Oxford (Sonnox) und Cambridge (UAD)-Pendants, bedienen. Auch wenn es noch deutlich hochwertigere EQs geben mag: Mit diesem lässt sich sehr gut arbeiten und professionelle Ergebnisse erzielen. Hinter „Dynamics III“ verbirgt sich ein Kompressor/Limiter, ein Expanger/Gate und ein DeEsser. Diese drei Plug-ins gehören was Parameter und Bedienung angeht nicht zur Oberklasse, klingen aber gut und stellen eine sehr solide Basis dar. Es gibt die Möglichkeit des external Keyings und die Option, den integrierten Sidechain mit einem EQ zu bearbeiten. Parameter wie Hysteresis oder zwei verschiedene Thresholds findet man nicht, sehr schade! Denn damit könnte die Anschaffung weiterer Dynamik Plug-ins für viele Anwender überflüssig werden. Das ehemals kostenpflichtige D-Verb liegt bereits seit ProTools 6 auch kostenlos bei. Die „Schelte“, die dieses Hall Plug-in mancherorts kassiert, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sicherlich ist ein Faltungshall, den man übrigens hier im Paket schmerzlichst vermisst, potenter – auch ein edlerer algorithmischer Hall würde gefallen, jedoch lässt sich mit D-Verb ganz gut arbeiten, besonders dann, wenn er als „Bei-Hall“ für Snare, einzelne Instrumente und ähnliches Verwendung findet. Maxim war auch einst eine kostenpflichtige Maximizer-Lösung von Avid bzw. damals noch Digidesign. Leider wird dieses Plug-in nicht weiterentwickelt und liegt dem Programmpaket kostenfrei bei. Als „Nice-To-Have“ ist das Plug-in in Ordnung, aber mit den Maximizern anderer Hersteller (wie L1, L2, L3 von Waves oder auch die Lösung von UAD) kann es nicht mithalten! Selbst die Onboard-Lösungen von Cubase/Nuendo/Wavelab würde ich klar vorziehen. Die Plug-in Sammlung D-fx liegt als „Legacy-Paket“ ebenfalls noch mit bei.

Maxim-al

Maxim-al

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    chris23086

    Schade, dass bei dem Test nicht auf die fehlende 64bit Fähigkeit der aktuellen Version eingegangen wird. Zumindest auf Macs ist es mittlerweile eine große Entlastung bei umfangreicheren Projekten mehr als 4GB RAM adressieren zu können. Avid hat hier ganz klar den Anschluss verpasst! Ein Hinweis darauf darf in einem professionellen Test nicht fehlen, finde ich.

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hey Chris,

      du hast absolut recht!!! Ich könnte schwören, dass ich das beim Kontra ursprünglich mit drin hatte! (Aber bei x-fachem durchlesen, korrigieren, geht mal was „in die Hose“) Ich schau mal, dass wir das nach reichen können! VIELEN DANK! & SORRY

      Gruß Florian

  2. Profilbild
    r.biernat  RED

    Hi Florian,

    schöner Artikel und gute Wortspiele,

    doch dass den TDM-Systemen Latenzen fremd sind, stimmt so nicht ganz. Die Eingangslatenz für Audiosignale beträgt fest 7 Samples und ohne vorgeschaltetes Analogpult ist lantenzfreies Monitoring sogar überhaupt nicht möglich, da die TDM Hardware dies nicht unterstützt. Zugegeben sind 7 Samples sehr gering, weshalb dieser Fakt oft außer Acht gelassen wird.

    Der eigentliche Vorteil der TDM-Systeme ist ihre penible Genauigkeit in der Zeitebene, die auf der speziellen TDM-Architektur beruht. Native Sequenzer lassen in dieser Hinsicht meiner Meinung nach noch einiges zu wünschen übrig.

    In Protools kann man hunderte Spuren mischen und der Klang bleibt stets frisch und transparant. In Logic tritt schon bei wesentlich weniger Spuren einiges an Matsch zutage, was meiner Meinung nach auf Ungenauigkeiten in der zeitlichen Einordnung der Audiosignale zurückzuführen ist.

    Gruß

    Robert

    • Profilbild
      Florian Scholz  RED

      Hi Robert,

      danke für die Blumen :-)

      Eine Anmerkung: die 7 Samples, die durch den Wandler entstehen, werden idR nicht als Latenz bezeichnet, weil es keine Latenz in diesem Sinne ist. Diese Verzögerung hast Du bei jedem digitalen Equipment. Ich bezweifle auch, dass das noch wahrgenommen werden kann (auch nicht unbewusst) – so gesehen hat auch ein analog-Pult eine Latenz ;-)
      Das Zeitebenenproblem kann ich aus Nuendo/Cubase-Sicht nicht bestätigen! Ich weiß, dass das schon öfters Thema war, aber ich habe das mal mit ein paar Bekannten durchexerziert: Können wir nicht bestätigen! Für Logic kann ich allerdings nicht sprechen! Matschiger Sound ist eher kein Timing-Problem, sondern ein dynamisches: Rundungsfehler, zu wenig Systemdynamik… Wie gesagt bei Nuendo/Cubase habe ich diese Probleme nie gehabt!

      Gruß

      Florian :-)

      • Profilbild
        r.biernat  RED

        Hi Florian,

        du hast recht, 7 Samples sind sehr kurz. Es ist auch nur wahrnehmbar, wenn man das Direktsignal vom Pult und das Signal von Protools gleichzeitig hört. Dann lässt sich ein leichtes „phasen“ vernehmen.
        Kann sein, dass der akkurate Sound von TDM-Systemen auch an der hohen internen Dynamik und fehlenden Rundungsfehlern liegt (48 Bit Fixpunkt). Vielleicht mag bei Logic auch die Audio-Engine Schuld am weniger frischen Sound sein, doch mir ist die Bedienung einfach in Fleisch und Blut übergegangen.

        Gruß

        Robert

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