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Special: Geschichte und Entwicklung des Federhalls


Das macht alles so schön Sproing hier ...

Bevor das Special FEDERHALL beginnt, möchte ich ein paar Worte zur Entstehung loswerden. Zunächst dachte ich, na das kann ja nicht so schwer sein. Die paar Reverb-Amps und Studio-Reverbs. Nach einiger Zeit wurde mir aber klar, dass um die ganze Geschichte des Federhalls aufzuschreiben mit all seinen Aspekten, ein ganzes Buch nötig wäre. Deswegen kommen hier manche Aspekte nur teilweise oder reduziert vor, da einige Abschnitte (z.B. über den Federhall im Reggae Dub) ein eigenes Special füllen würden. Deswegen werden einige Sachverhalte auch nur verkürzt dargestellt. Ein großes Problem war auch die Zusammenstellung und Überprüfung der Informationen. Es gibt keine zentrale Quelle, die widerspruchsfrei sämtliche Aspekten der Geschichte zusammenfasst. Und soweit mir bekannt, ist dieses Special die bis jetzt ausführlichste Zusammenstellung der Geschichte des Federhalls, zumindest im Zwischennetz. Allerdings kann ich mir, auch nach Prüfung mehrerer Kreuzverweise, nicht ganz sicher sein, ob der ein oder andere Fakt vielleicht falsch eingeordnet ist – in diesem Sinne.

Laurens Hammond - der Erfinder des Federhalls (und der Hammond-Orgel)

Laurens Hammond – der Erfinder des Federhalls (und der Hammond Orgel)

Die Geschichte der Erfindung des Federhalls könnte man als gutes Beispiel dafür nehmen, wie Grundlagenforschung auf einem Gebiet eine Erfindung auf einem anderen Gebiet ermöglicht, ohne eine ursprüngliche, zielgerichtete Verbindung.

Doch zunächst – warum ein Special über Federhall? Ist das nicht längst out? Mitnichten – auf der Website soundgas.com heißt es über das Spring Reverb:

„… it can be heard all over today’s music. Whether it’s cutting-edge dubstep from Rusko, or a top pop mix engineer like Tom Elmhirst (who used vintage spring reverb all over the last Adele album), the sound of springs is everywhere right now (check Alabama Shakes‘ album, Boys & Girls).“

soundgas.com

 

 

 

 

 

 

Zurück in die Vergangenheit. Wir schreiben das Jahr 1939. Laurens Hammond, Erfinder der gleichnamigen elektronischen Orgeln, reicht ein Patent ein. Dieses trägt die schnöde Bezeichnung „Electrical Musical Instrument“ und läuft unter US-Patent-No.: 2,230,836. Die Zuteilung dieses Patents im Februar 1941 markiert den Start der Ära des Federhalls, die bis heute in Geräten wie den Vermona ReTubeVerb nachhallt (ja, ich weiß …).

Die Legende

Nun, wie kam es zu dieser Erfindung? Bei der Recherche zu diesem Thema kommt man unweigerlich auf die Geschichte der Telefonie (Fest- und Kabellos-), die ihren Ursprung in den USA Mitte des 19. Jahrhunderts hat. Die Tragweite dieser Geschichte war mir bis dato noch gar nicht so bewusst. Vor allem die gesellschaftlichen und auch staatlichen Umwälzungen auch in anderen Ländern, die mit der Verbreitung dieses Kommunikationsmediums einhergehen, sind nun aber nicht Teil dieses Specials. Denn obwohl hier das Potential für eine ganz große Geschichte verborgen liegt, ist das Thema dieses Specials „die Entstehung und die Geschichte des Federhalls“.

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    falconi RED

    Sehr umfassende und vielseitige Betrachtung des Themas, trotzdem kurz, knackig, kurzweilig. Danke, auch für die tolle Linkliste.

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    iggy_pop AHU

    Sehr schön recherchiert und gut geschrieben — das findet man nicht jeden Tag im Internetz.
    Nicht zu vergessen, der EMS VCS-3 bzw. der Synthi-A hatten ebenfalls einen eingebauten Federhall mit an Bord, der gerade dem VCS-3 eine zusätzliche Dimension gab: Egal, wo man bei aufgedrehtem Hall den Putney berührt, es scheppert immer irgendwie. Bei Buchla heißt das wahrscheinlich Touch-Sensitive Audio Dimensional Interface oder so und kostet 5.000 Euro ohne Zoll…
    Der AKG BX-15 fehlt noch in der Auflistung der Geräte des Wiener Herstellers — sehr schön zu hören ist er nicht nur auf diversen Alben von Klaus Schulze ab Mitte der 1970er Jahre (neben dem BX-20), sondern auch auf dem Soloalbum „Epsilon in Malaysian Pale“ von Edgar Froese.
    Mark Shreeve / Redshift verwendet noch heute den EMT 240 Folienhall und bekommt immer große Augen, weil die Mellotron-Flöten plötzlich so eine authentische Patina bekommen…

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      swissdoc RED

      Den Halltank vom BX-15 gibt es auch in der Verpackung von Uniton als Swissecho 2000. Da ist noch ein BBD Delay für das Predelay und andere lustige Sachen mit dabei. Details, Bilder und Sounds gibt es hier:

      http://www.....swissecho/

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        iggy_pop AHU

        Mit dem Extra-Delay kommt das Swissecho schon eher in Reichweite des BX-25E, obwohl der 25 einen anderen Halltank als der 15 verwendet (und auch einen anderen als der 20)

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    Son of MooG AHU

    Am Anfang hatte ich einen Federhall in der Familien-Heimorgel (zusammen mit einem Akai Tonbandgerät meine ersten FX), heute habe ich die Miniatur-Ausgabe A-199 im Eurorack, allerdings etwas subtiler eingesetzt.

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    Filterpad AHU

    Mein Federhall ist leider defekt! Kann jemand vielleicht eine Ferndiagnose durchführen der etwas Erfahrung damit hat, bzw. einen Tipp geben wie man das am besten testen kann? Modell könnte eine „Accutronics Type 4“ sein. Optisch jedenfalls absolut identisch und ebenfalls von Hammond.

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      iggy_pop AHU

      Ferndiagnose geht leider nicht. Das kann die Treiberschaltung sein, die Erregerspulen oder die Abnehmer, vielleicht ist ein haarfeines Drähtchen irgendwo gerissen, vielleicht ein Kabel in Eingang oder Ausgang defekt…. wer weiß?
      Ein A4 sollte relativ leicht und preiswert zu ersetzen sein.

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    t.goldschmitz RED

    Ich wollte mich ausdrücklich für den ganzen Blumenstrauß hier bedanken.
    Selten musste ich mit so vielen widersprüchlichen Quellen arbeiten, um mir dann ein plausibles Gesamtbild machen zu können.
    Aber die Anerkennung hier entschädigt für alles!
    Danke!

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    efsieben

    Super Story und ich wurde mal wieder an alte Zeiten erinnert. Bei uns wurde der Federhall, welcher es war keine Ahnung, oft für echt schräge Sounds benutzt,es durfte gerne scheppern und rattern. Das ganze in den Endsechzigern und Anfang der Siebziger.

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