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Special: Geschichte und Entwicklung des Federhalls


Das macht alles so schön Sproing hier ...

Hammond Federhall von 1939

Und so tüftelte der Unternehmer und Erfinder Laurens Hammond um 1939 (die Hammond Type A war seit 1934 erhältlich) ein „Musikinstrument“ zur künstlichen Erzeugung von Nachhall, wobei er die erwähnten Erkenntnisse und Bauweise des bei Bell Labs entwickelten Gerätes nutzte, um aus der Not eine Tugend zu machen.

Der Apparat untersuchte Echo und Halleffekte – Laurens Hammond suchte Ebendiese. Also entstand das erste künstliche Hallgerät auf der Basis von elektromechanischer Umwandlung, das schließlich 1941 unter der US-Patent-Nummer 2,230,836 anerkannt wurde. Diese Reverb-Einheit, die ca. 1,20 m hoch war, wurde dann zusammen mit den schon vorhandenen Leslie-Speakern in ein Kabinett installiert.

Um die Frequenzverlauf des Nachhalls manipulieren zu können, wurden drei der fünf Federn in einen Zylinder mit niedrig-viskosem Öl umgeben. Das hatte gleich zwei Wirkungen: Die Nachhallzeit der unteren und mittleren Frequenzen, jenen 2 kHz zwischen 500 und 2,5 kHz, für die unser Ohr besonders empfindlich ist, wurden gedämpft.

„…the intermediate frequencies, to which the ear is most sensitive, will be damped most rapidly.“

Laurens Hammond

 

 

 

Und außerdem konnte durch den Anteil, zu dem die Feder im Öl steckte, die Hallcharakteristik verändert werden.

„By adjustment of the level of the oil in the tube … and by changing the size of the pin C, the relative rates at which very low, intermediate, and very high frequencies are damped, may readily be controlled.“

Laurens Hammond

 

 

 

 

 

Da sich diese Bauweise aufgrund der in Öl gelagerten Federkomponenten eben nicht ohne weiteres transportieren lassen konnte, legten H.E. Meinema et al 1959 ein neues Patent vor (zugelassen im Mai 1962). Dabei handelt es sich um das sogenannten Necklace Reverb, das seinen Namen von der offensichtlichen Ähnlichkeit der Aufhängung der Hallfedern in Form einer Halskette hat. Das Gerät wurde nun durch den Verzicht auf in Öl gelagerte Federn wesentlich kleiner und auch wesentlich leichter zu warten. Das größte Problem, das sich direkt aus der Necklace-Aufhängung ergab, war jedoch die Empfindlichkeit gegenüber Stößen. Wurde das Kabinett oder die Orgel, denn dieser Federhall wurde auch direkt in eine Orgel gebaut, auf der Bühne nicht gut entkoppelt, so schepperte es mächtig im Karton. Denn die Federn konnten sich so entweder gegenseitig berühren, gegen den T-Rahmen scheppern oder die einzelnen Windungen einer Feder prallten aufeinander.

Heißt Necklace weil... seht selbst.

Heißt Necklace weil … seht selbst

Und obwohl dieser Klang Ende der 50er definitiv nicht erwünscht war, wurde der Federhall im Reggae Dub gerade auch wegen dieser Eigenschaft gerne eingesetzt. So wurde durch die jamaikanischen Dub-Artists wie Osbourne, King Tubby, Ruddock, Lee Scratch Perry, Errol Thompson und anderen das Donnern eines geschüttelten Federhalls zu einem der Signatur-Klänge des Dubs. Allerdings wurde diese kreative Art und Weise den Federhall zu miss-nutzen erst Ende der 60er erdacht.

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    falconi RED

    Sehr umfassende und vielseitige Betrachtung des Themas, trotzdem kurz, knackig, kurzweilig. Danke, auch für die tolle Linkliste.

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    iggy_pop AHU

    Sehr schön recherchiert und gut geschrieben — das findet man nicht jeden Tag im Internetz.
    Nicht zu vergessen, der EMS VCS-3 bzw. der Synthi-A hatten ebenfalls einen eingebauten Federhall mit an Bord, der gerade dem VCS-3 eine zusätzliche Dimension gab: Egal, wo man bei aufgedrehtem Hall den Putney berührt, es scheppert immer irgendwie. Bei Buchla heißt das wahrscheinlich Touch-Sensitive Audio Dimensional Interface oder so und kostet 5.000 Euro ohne Zoll…
    Der AKG BX-15 fehlt noch in der Auflistung der Geräte des Wiener Herstellers — sehr schön zu hören ist er nicht nur auf diversen Alben von Klaus Schulze ab Mitte der 1970er Jahre (neben dem BX-20), sondern auch auf dem Soloalbum „Epsilon in Malaysian Pale“ von Edgar Froese.
    Mark Shreeve / Redshift verwendet noch heute den EMT 240 Folienhall und bekommt immer große Augen, weil die Mellotron-Flöten plötzlich so eine authentische Patina bekommen…

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      swissdoc RED

      Den Halltank vom BX-15 gibt es auch in der Verpackung von Uniton als Swissecho 2000. Da ist noch ein BBD Delay für das Predelay und andere lustige Sachen mit dabei. Details, Bilder und Sounds gibt es hier:

      http://www.....swissecho/

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        iggy_pop AHU

        Mit dem Extra-Delay kommt das Swissecho schon eher in Reichweite des BX-25E, obwohl der 25 einen anderen Halltank als der 15 verwendet (und auch einen anderen als der 20)

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    Son of MooG AHU

    Am Anfang hatte ich einen Federhall in der Familien-Heimorgel (zusammen mit einem Akai Tonbandgerät meine ersten FX), heute habe ich die Miniatur-Ausgabe A-199 im Eurorack, allerdings etwas subtiler eingesetzt.

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    Filterpad AHU

    Mein Federhall ist leider defekt! Kann jemand vielleicht eine Ferndiagnose durchführen der etwas Erfahrung damit hat, bzw. einen Tipp geben wie man das am besten testen kann? Modell könnte eine „Accutronics Type 4“ sein. Optisch jedenfalls absolut identisch und ebenfalls von Hammond.

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      iggy_pop AHU

      Ferndiagnose geht leider nicht. Das kann die Treiberschaltung sein, die Erregerspulen oder die Abnehmer, vielleicht ist ein haarfeines Drähtchen irgendwo gerissen, vielleicht ein Kabel in Eingang oder Ausgang defekt…. wer weiß?
      Ein A4 sollte relativ leicht und preiswert zu ersetzen sein.

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    t.goldschmitz AHU

    Ich wollte mich ausdrücklich für den ganzen Blumenstrauß hier bedanken.
    Selten musste ich mit so vielen widersprüchlichen Quellen arbeiten, um mir dann ein plausibles Gesamtbild machen zu können.
    Aber die Anerkennung hier entschädigt für alles!
    Danke!

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