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Special: Geschichte und Entwicklung des Federhalls


Das macht alles so schön Sproing hier ...

Schon bald war die Nachfrage nach den Halltanks so groß, dass es eine eigene Firma gab, die bereits 1964 ausgegründet wurde, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden. Diese Firma, die mittlerweile nur noch in Korea produziert, ist wohl allen bekannt: Accutronics. Im kürzlich erschienenen Test des Vermona ReTubeVerbs auf Amazona.de kommt auch ein Accutronics-Tank zum Einsatz. Dieser Type-9 ist eine Weiterentwicklung des ursprünglich ikonischem Accutronics Type-4, der in unzähligen Gitarrenverstärkern von allen erdenklichen Herstellern verbaut wurde.

Federhall und Synths? Der Arp2600 war standardmäßig mit einem ausgestattet.

Federhall und Synths? Der ARP 2600 war standardmäßig mit einem ausgestattet

Nicht zu vergessen ist der Synthesizer ARP 2600, der von 1971 bis 1980 gebaut wurde und tatsächlich einen Federhall zum Patchen mit an Bord hatte.

Wer hätte das gedacht?

Und so, obwohl ursprünglich erdacht, um die sakrale Atmosphäre eines Gottesdienstes nachzuempfinden, prägte der Federhall eine entscheidende Klang-Generation des Rocks. Einige Gitarristen nutzen den Halleffekt sogar als stilbildendes Elements ihres Spiels. Erinnert sei dabei an Peter Green von Fleetwood Mac, für den es nie genug Reverb sein konnte.

Peter Green liebte Spring Reverb.

Peter Green liebte Spring Reverb

Leo Fender war allerdings nicht der Einzige, der ab den 60ern die Hallspiralen in seinen Amps bzw. Reverb-Amps nutzte. Denn auch die heute noch bekannte Firma Danelectro bot standalone Reverbs an, die genau wie ein Bodenpedal vor den Amp geschaltet wurden.

Bekannt sind auch die Reverb-Amps von Valco. Diese wurden HINTER den Amp geschaltet. Wo normalerweise der externe Lautsprecher eingesteckt war, ging das Signal an den Supro1605 Reverb von Valco (Valco wurde übrigens in den frühen 1930ern von den früheren Inhabern von Dobro gegründet). Interessant zu wissen ist, dass Valco nicht nur mehrere eigene Marken betrieb (wie eben Supro, aber auch Airline, Oahu und National), sondern auch Amps anderer Marken unter Lizenz herstellte. Dazu gehörten Gretsch, Harmony und Kay. Andere Quellen besagen, dass aber auch für die ganz Großen gebaut wurde, namentlich Ampeg, Gibson, Guild, Hiwatt, Marshall, Sound City, Magnatone, Silvertone, Danelectro. Da das Spiel auch zwei spielen können, gibt es, Anfang der 1960er, auch z.B. einen Gretsch Reverb-Amp, der im Prinzip wie der von Valco gebaut ist. Als Letztes sei noch der Reverberocket R12R von Ampeg erwähnt, der 1961 gebaut wurde und von dem Ampeg selbst behauptet, es sei der erste Gitarrenamp mit Reverb.

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    falconi RED

    Sehr umfassende und vielseitige Betrachtung des Themas, trotzdem kurz, knackig, kurzweilig. Danke, auch für die tolle Linkliste.

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    iggy_pop AHU

    Sehr schön recherchiert und gut geschrieben — das findet man nicht jeden Tag im Internetz.
    Nicht zu vergessen, der EMS VCS-3 bzw. der Synthi-A hatten ebenfalls einen eingebauten Federhall mit an Bord, der gerade dem VCS-3 eine zusätzliche Dimension gab: Egal, wo man bei aufgedrehtem Hall den Putney berührt, es scheppert immer irgendwie. Bei Buchla heißt das wahrscheinlich Touch-Sensitive Audio Dimensional Interface oder so und kostet 5.000 Euro ohne Zoll…
    Der AKG BX-15 fehlt noch in der Auflistung der Geräte des Wiener Herstellers — sehr schön zu hören ist er nicht nur auf diversen Alben von Klaus Schulze ab Mitte der 1970er Jahre (neben dem BX-20), sondern auch auf dem Soloalbum „Epsilon in Malaysian Pale“ von Edgar Froese.
    Mark Shreeve / Redshift verwendet noch heute den EMT 240 Folienhall und bekommt immer große Augen, weil die Mellotron-Flöten plötzlich so eine authentische Patina bekommen…

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      swissdoc RED

      Den Halltank vom BX-15 gibt es auch in der Verpackung von Uniton als Swissecho 2000. Da ist noch ein BBD Delay für das Predelay und andere lustige Sachen mit dabei. Details, Bilder und Sounds gibt es hier:

      http://www.....swissecho/

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        iggy_pop AHU

        Mit dem Extra-Delay kommt das Swissecho schon eher in Reichweite des BX-25E, obwohl der 25 einen anderen Halltank als der 15 verwendet (und auch einen anderen als der 20)

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    Son of MooG AHU

    Am Anfang hatte ich einen Federhall in der Familien-Heimorgel (zusammen mit einem Akai Tonbandgerät meine ersten FX), heute habe ich die Miniatur-Ausgabe A-199 im Eurorack, allerdings etwas subtiler eingesetzt.

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    Filterpad AHU

    Mein Federhall ist leider defekt! Kann jemand vielleicht eine Ferndiagnose durchführen der etwas Erfahrung damit hat, bzw. einen Tipp geben wie man das am besten testen kann? Modell könnte eine „Accutronics Type 4“ sein. Optisch jedenfalls absolut identisch und ebenfalls von Hammond.

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      iggy_pop AHU

      Ferndiagnose geht leider nicht. Das kann die Treiberschaltung sein, die Erregerspulen oder die Abnehmer, vielleicht ist ein haarfeines Drähtchen irgendwo gerissen, vielleicht ein Kabel in Eingang oder Ausgang defekt…. wer weiß?
      Ein A4 sollte relativ leicht und preiswert zu ersetzen sein.

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    t.goldschmitz RED

    Ich wollte mich ausdrücklich für den ganzen Blumenstrauß hier bedanken.
    Selten musste ich mit so vielen widersprüchlichen Quellen arbeiten, um mir dann ein plausibles Gesamtbild machen zu können.
    Aber die Anerkennung hier entschädigt für alles!
    Danke!

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    efsieben

    Super Story und ich wurde mal wieder an alte Zeiten erinnert. Bei uns wurde der Federhall, welcher es war keine Ahnung, oft für echt schräge Sounds benutzt,es durfte gerne scheppern und rattern. Das ganze in den Endsechzigern und Anfang der Siebziger.

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