Special: Live-Gesangsmikrofone. Teil 3, 300,- bis 550,- Euro

19. Juni 2015

Die Spitzengruppe

Gesangsmikrofone Teil 3

Herzlich willkommen zum dritten und letzten Teil unseres Specials Live-Gesangsmikrofone. Diesmal haben wir die Oberklasse im Visier.

Abweichend von den anderen beiden Teilen treten hier neun Probanden gegeneinander an. Der Grund: Im Amazona-Test hatte sich das d:facto II von DPA ganz hervorragend geschlagen, sodass wir es nicht vorenthalten wollen. Preislich fällt es aber doch arg aus dem Rahmen, deshalb läuft es hier außer Konkurrenz mit.

 

Sennheiser MD 431-II

Das Sennheiser MD431-II, unser einziges dynamisches mikro

Das Sennheiser MD431-II, unser einziges dynamisches Mikro

 

Seit Ewigkeiten gibt es das MD 431 „Profipower“ von Sennheiser schon, so soll es auch in diesem Vergleichstest nicht fehlen. Das MD 431-II ist der einzige dynamische Vertreter in dieser Gruppe.

Die Kapsel ist eine Superniere, der Frequenzgang ist mit 40 bis 18.000 Hz für ein dynamisches Mikrofon erstaunlich weit gefasst. Das Mikro ist auf einen ausgeprägten Nahbesprecheffekt hin konstruiert.

Obwohl das Sennheiser nicht zierlich wirkt, ist es mit 230 Gramm doch recht leicht. Der knackfreie Schalter ist verriegelbar, Klemme und Plastiktransportbox sind im Lieferumfang enthalten. Recht ambitioniert ist der Preis von 411,- Euro. Ob sich das Profipower da gegen die Kondenser-Konkurrenz durchsetzen kann, wird spannend.

 

Audio-Technica AE5400

Das Audio-Technica AE5400

Das Audio-Technica AE5400

 

Das Echt-Kondensator Mikrofon aus Japan weist einige Besonderheiten auf. Es ist mit einer Großmembran-Kapsel ausgestattet, die angeblich auf dem AT4050 basieren soll. Mit zwei versenkten Switches lassen sich ein Low Cut bei 80 Hz  und eine 10 dB Pegelabsenkung schalten. Dadurch erhöht sich der max. SPL auf gigantische 157 dB.

Auch der Frequenzgang erinnert mit 20 bis 20.000 Hz an ein Studiomikrofon. Die Richtcharakteristik ist eine Niere.

Das AE5400 liegt gut und satt in der Hand, 330 Gramm bringt es auf die Waage. Die Verarbeitung ist vorbildlich. Mit dabei sind Mikroklemme und Kunstledertasche, dafür möchte Audio-Technica dann 359,- Euro haben.

Klangbeispiele
Forum
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    MidiDino  AHU

    Besten Dank, Armin, für die Präsentation inklusive der schier unendlichen Audios. Ich fühle mich überfordert, zumal mir als Komponist die Bühne ohnehin nur von der Seite bekannt ist ;-) Dennoch habe ich versucht, mir einen Eindruck zu verschaffen. Auffällig war, dass die Mikros je nach Stimmlage, Abstand usw. im Klang variieren; es wäre aber wohl aussichtslos, jemanden mit fünf verschiedenen Mikros auf die Bühne zu schicken, um all den verschiedenen Situationen gerecht werden zu können, die sich ergeben können. Ich glaube den für mich besten Gesamteindruck hinterließ mir ein Klassiker: das AKG C535 …

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      Armin Bauer  RED

      Danke dir für dein Feedback.
      Ja, ist schon etwas Arbeit, sich da einzuhören und trotzdem konnten wir nur eine grobe Orientierung bieten.
      Mit dem C535 hast du auch meinen Geheimfavoriten in punkto „universell einsetzbar“ herausgehört. Ich habe das Mikro früher oft benutzt, in den letzten Jahren nicht mehr, ich denke ich muss mir wieder ein paar besorgen.

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    lape

    Also ich finde den Test ja eigentlich ganz gut. Ich verstehe nur etwas nicht. Überall im Internet liest man, dass das Neumann KMS105 zuviel von der gesamten Bühne aufzeichnen würde. Gerade für laute Rockbands soll es nicht geeignet sein. Trotzdem wird hier gesagt, dass es das Mikrofon mit dem meisten „Gain before feedback“ ist.

    Ich selbst benutze das MD431 (erste Version), da es unglaublich gut zu meiner Stimme (Bariton) passt. Es ist wahnsinnig unempfindlich gegen Feedback. Da kommt selbst ein SM58 oder ein e945 nicht mit. Jedoch ist es für akustische Sachen nicht so gut. Das Shure KSM9 hat mir schon sehr gefallen, jedoch hatte es den typischen Shure Hifi Klang.

    Laut dem Test hier kann ich das Neumann KMS105 also auch auf lauten Bühnen benutzen, da es ja die besten Gain before Feedback Eigenschaften besitzt. Soll ich es wagen? :)

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      Armin Bauer  RED

      Hallo lape,

      beim Feedback kommt es natürlich immer auch darauf an, wie dein/e Monitor/e stehen. Das KMS105 als Superniere fühlt sich mit seitlich stehenden Monitoren (theoretisch) wohler.
      Ich hatte ja auch schon das Trio KMS105/e965/KSM9 im Vergleichstest, da hat das Neumann bei Feedback nicht so gut abgeschnitten, solche Praxistests sind also schon auch von Nuancen abhängig und können etwas unterschiedlich ausfallen.
      Wenn du mit dem MD431, dass ich übrigens auch lange benutzt habe, für Rock zufrieden bist, dann behalt es doch dafür. Für akustische Sachen, die dann meist auch nicht soviel Monitor brauchen, such dir was Schönes aus, dass am besten zu deiner Stimme passt. Ein Tipp wäre sicher das AKG C535.

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