Special: Netbooks als mobiles Musikstudio und was man dazu braucht.

Keyboard und VST-Effektrack

Die dritte Variante des Netbook-Einsatzes ist sicherlich die Verwendung als Effekt, Soundmodul oder Sampler für die Bühne oder als VST-Host. Dafür sind die kleinen Geräte ideal, sofern man nicht auf ganz autarke VST-Lösungen wie Muse Research Receptor (so edel wie teuer) oder den – momentan mancherorts zum Netbook-Preis zu habenden – SM Pro Audio V-Machine zurückgreifen will. Hier ist die geringe Rechenleistung der Geräte weniger wichtig, sofern man nicht die resourcenhungrigsten Plug-ins wie Synth Squad unter Auslastung aller Möglichkeiten auffährt.

Mit ein oder zwei Stimmen kann man aber auch edlere Plug-in Synthies oder ähnliches betreiben. Zusätzliche Software ist nicht immer nötig. Bei vielen käuflichen Synthesizern kann man auf einen mitgelieferten Host zurückgreifen. Fehlt ein solcher, bietet sich der allerhand Extras (wie die Liveaufnahme des gerade Gespielten) bietende Minihost von Tobybear an.

Praxisnaher Host für Live: Cantabile

Praxisnaher Host für Live: Cantabile

Ideal für viele Anwendungen ist die Free- und Shareware Cantabile (drei Versionen, von frei bis 139 $) . Der kleine Host macht aus einer VST-Sammlung samt zusätzlicher Hardware wie 19-Zoll-Modulen ein komplettes livefähiges Setup inklusive Umschaltung gelayerter Synths nach Song, Triggern von Loops, Sequenzen und WAV-Files via MIDI, kompletten Keyboard-Splitting und sogar ferngesteuerter Aufnahme von MIDI und WAV. Zum Testen ist die Freeware-Version zu empfehlen, die mittlerer Version Cantabile Solo (49$) sollte zumindest Hobbyisten mehr als genug Möglichkeiten geben. Ähnlich gelungen ist BloXpander (69$). Es ist weniger als looptriggerndes Masterkeyboard, sondern mehr als Multi-VST-fähiger Host für den Liveeinsatz und damit eben auch ausgeklügeltes Multieffektgerät gedacht. Dank klarer, einfach zu durchschauender Oberfläche bleibt die Bedienung leicht. Als Soundmodul kann ja jedes beliebige VST-Modul zum Einsatz kommen.

Wer sich sehr viel Arbeit damit ersparen will, nimmt hier aber einen Sampler, der an sich ja schon weniger CPU braucht. Als wegen niedrigstem Ressourcenhunger hier bessere Alternative zum (gehoben ressourcenintensiven) Branchenprimus N.I. Kontakt oder den ähnlich gelagerten Mach5 oder Halion bietet sich der schon erwähnte Sampletank in einer seiner Ausbauformen an. Das Programm aus dem Hause IK Multimedia ist vom Handling einfach, musikerfreundlich und klingt. Dazu kommt eine im wesentlichen gelungene, je nach Ausbaustufe groß bis riesige Soundauswahl samt sehr gelungenen integrierten Effekten. Hier ein klarer Tipp.

Dank niedrigem CPU-Bedarf als Soundmodul ideal: Sampletank 2

Dank niedrigem CPU-Bedarf als Soundmodul ideal: Sampletank 2

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Netbooks kann man fürs reine Recorden auf jeden Fall verwenden. Da geht es nur um den Datendurchsatz und die Latenz der Netbook/Interface-Kombi spielt dann auch keine Rolle. Ein konkretes Fallbeispiel für die Live-Verwendung fehlt leider in dem Artikel. So etwa: Mit dem Netbook A konnte mit Plugin X und Interface Y ohne Ruckler und sonstige Aussetzer mit der Latenz Z gespielt werden. Bei Notebook B hingegen….

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      c.knapp  AHU

      Ja, aber das macht so erstmal wenig Sinn – es geht hier 80% um die CPU. Bei einem Atom sind die Optionen damit gleich wie beim Rekorden (s.o.), bei Dualcores etwas gehobener, bei den AMD Mobile-Dualcore ist Leistung und damit eben auch Latenz nicht ganz so problematisch. Von der ersten Generation der Asus EEE muss abgeraten werden – aber das sollte jedem klar sein. An sich geht aber niedrige Latenz, sofern man nicht wirklich resourcenintensive Synthies neuerer Bauart wie Synth Squad will.

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    Son of MooG  AHU

    Mit meinem Samsung NC-10, Motu MIDI Express 128, M-Audio Midisport 2*2 und Cakewalk Sonar LE mache ich das komplette MIDI-Sequencing auf 10 Ports. Außerdem laufen darauf noch diverse Editor-Programme. Für Audio-Aufnahmen benutze ich jedoch lieber mein Zoom R16 im Recordermodus. Reaper und Samplitude SE 9 gehen zwar auch irgendwie, aber nur, wenn nichts anderes läuft. Um sich mal ein paar Spuren zu importieren und komfortabler trimmen zu können, reicht’s, mehr sollte man nicht erwarten.

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    orpheus2006

    Tipp: vielleicht etwas schwerer, aber nicht unbedingt teurer und leistungsfähiger kann ein gebrauchtes Notebook sein. So bekommt man z.B. ein Thinkpad T60 oder T61 mit Core2Duo, schneller 7200rpm Festplatte und SXGA+ Display (1400x1050px) für unter 300€. Das T60 bietet sowohl PCMCIA und ExpressCard Slots sowie mehrere USB2.0 Anschlüsse. Die gebrauchten T60/T61 sind nicht selten wenig genutzte Leasing-Notebooks, super stabil und lassen sich leicht per Factory-Reset auf einen quasi unbenutzten Zustand zurücksetzen. Der Lüfter ist ultraleise, ein ideales Musik-Notebook.

    Bei den Software-Instrumenten sind noch folgende Produkte nennenswert: Pianoteq, ein erstklassiges auf Physical Modelling basiertes, dynamisch spielbares Piano/E-Piano und/oder der Z3ta+ 2, die ultimative Sound-Engine für Dance/Trance/Elektro. Beide Instrumente sind jeweils für ca. 80 EUR zu haben.

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