Street Music: Musikmachen in der Öffentlichkeit

15. September 2017

Street Music - On Air everywhere

Young musician playing bass guitar in the street

Problemstellung Street Music

Für die einen ist es ein Graus, durch die Stadt zu laufen und gefühlt hinter jeder zweiten Kreuzung von noch einem Straßenmusiker vollgedudelt zu werden, für andere ist es Street Music die pure Lebensfreude, Menschen beim Musizieren zuzuhören.

Doch egal, ob man Liebhaber oder Verächter von Straßenmusik ist, gewisse Regeln gelten fast überall für das Musikmachen in der Öffentlichkeit. Denn auch wenn Städte gerne ihre Straßen mit Kultur füllen möchten, so wissen sie genau so gut, dass sich Mitmenschen dadurch gestört fühlen können. Vor allem diejenigen, die während ihrer Arbeitszeit ständiger Zuhörer sind, fühlen sich schneller genervt als andere. Um für beide Parteien einen möglichst fairen Kompromiss zu finden, gibt es verschiedene Strategien. Sie regeln, wer zu welchen Zeiten an welchem Ort welche Musik spielen darf. Ganz so schlimm, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es dann zwar auch nicht, dennoch wird versucht, die Straßenmusik zu koordinieren und in gewissen Teilen auch zu reglementieren. Manche Vorgehensweisen ähneln sich hierbei, andere sind wiederum einzigartig. Generell erfindet aber jede Stadt ihre eigenen Regeln für Street Music, mit denen sie für ein friedliches Miteinander sorgen will.

Grundlegende Regeln für das Musikmachen in der Öffentlichkeit

Auch wenn sich einzelne Regeln in verschiedenen Städten zum Teil stark unterscheiden, so gibt es doch einige gemeinsame Grundlagen für Street M;usic, die im Umgang mit Straßenmusik herrschen. In der Regel verstehen sich diese Regeln nicht als feststehende Gesetze, sondern eher als Richtlinien. So möchte man Künstlern auf einer rationalen Ebene gegenübertreten, anstatt sich mit dem Finger vor sie zu stellen und „Du sollst und Du darfst nicht …“ sagen.

Grundsätzlich ist es auf oder in der Nähe von öffentlichen Veranstaltungen nicht erlaubt zu musizieren. Aber das erscheint wohl jedem recht einleuchtend. Es wird auch keiner auf die Idee kommen, sich auf ein Konzert zu stellen, um dort Besucher von seiner eigenen Musik zu überzeugen. Doch auch auf Veranstaltungen, wie Wahlveranstaltungen oder Public Viewings, sind Straßenmusiker in der Regel nicht erwünscht. Man möchte den Gästen ermöglichen, dass sie sich nur auf das besuchte Event konzentrieren können, ohne von Straßenmusikern abgelenkt zu werden.

In den meisten Städten möchten die Behörden auch nicht, dass beim Musikmachen in der Öffentlichkeit elektrische Verstärker und PA-Anlagen genutzt werden. Eine natürliche Art der Musikdarbietung wird hier erwünscht. Sprich, die eigene, unverstärkte Stimme oder akustische Gitarre oder Geige. Eine elektrische Gitarre wäre dagegen nicht das optimale Instrument für die Straßenmusik, da hierbei ein Verstärker genutzt werden muss.

So soll die beschallte Fläche auf eine relativ kleine Fläche reduziert werden, wodurch wirklich nur diejenigen der Musik lauschen müssen bzw. dürfen, die es auch möchten. Mitmenschen in der Umgebung können dadurch auch weiterhin ungestört ihrer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Forum
  1. Profilbild
    mdesign  

    schöner bericht über ein thema, das man meist nicht so auf dem schirm hat. danke!

    kleine anmerkung in sachen steuern: ein musiker muss kein gewerbe anmelden, er ist künstler, dh er meldet sich auch so beim finanzamt an. viele im medienbereich machen das falsch, zahlen dann mehr steuern (gewerbesteuer), werden als gewerbetreibende juristisch strenger behandelt (nämlich nach handelsrecht) und brauchen evtl sogar mehr buchführung. muss alles nicht sein.

    nur gewerbliche tätigkeiten erfordern ein gewerbe, zB der verkauf von waren. die eigenen CDs darf der straßenkünstler aber trotzdem verkaufen. erst wenn das sortiment CDs anderer musiker einschließt, wird das ganze dann gewerblich.

    • Profilbild
      vssmnn  

      ich dachte, wenn man z.b. nur als reine Coverband oder als Double auftritt, kann man je nach Lust und Laune des Finanzamtes zum Gewerbe verdonnert werden.
      So nach dem Motto: „da fehlt der künstlerisch schaffende Anteil am Handwerk der Musikausübung“.

  2. Profilbild
    mdesign  

    klar, automatische midifiles abspielen reicht nicht zum künstler. da kommt es auf den einzelfall an.
    entscheidend ist immer der künstlerische anspruch. für den muss man gegenüber dem finanzamt evtl kämpfen. covern ist durchaus okay – ein opernsänger komponiert auch nicht selbst und ist trotzdem idR künstler.

  3. Profilbild
    amazonaman  AHU

    Auf der Straße Musik machen bedeutet leider auch oft Ärger mit den ganzen organisierten Bettlern, viel Spaß mit denen! Da lass ich es lieber bleiben!

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