Version 2.0 der KI-DAW
Bereits vor etlichen Monaten hat unser Autor Thilo Goldschmitz den Versuch gestartet, mit den KI-Musik-Tools SUNO und UDIO einen kompletten Song inklusive Text zu kreieren. Was dabei herausgekommen ist, erfahrt und hört ihr in unserem Test. Später haben wir SUNO dann auch einzeln genauer unter die Lupe genommen. Ab sofort ist SUNO Studio 2.0 erhältlich und bietet zahlreiche neue Funktionen.
Suno Studio 2.0
Mit Version 2.0 erweitert SUNO die Features seiner KI-DAW maßgeblich und führt einige Funktionen ein, auf die Nutzer bereits lange gewartet haben. Das Update verbindet die KI-gestützte Generierung von Musik mit klassischen Tools professioneller Musikproduktion.
Zu den wichtigsten Neuerungen gehört eine umfassende MIDI-Unterstützung. MIDI-Dateien können in SUNO nun direkt in der Timeline importiert, aufgenommen und bearbeitet werden. Ein neuer Wavetable-Synthesizer ermöglicht zudem die Gestaltung eigener Sounds. MIDI-Clips lassen sich außerdem als Ausgangspunkt für weitere musikalische Ergebnisse nutzen. Wer kein MIDI-Keyboard besitzt, kann Noten über die Computertastatur einspielen.
Mit der neuen Chat-Funktion (Beta) wird SUNO Studio 2.0 zum interaktiven Partner. Nutzer können Instrumente und Vocals erzeugen, eigene Plug-ins entwickeln oder die KI beispielsweise bitten, eine Session aufzuräumen. Ergänzt wird dies durch eine weiterentwickelte Stem-Separation, mit der sich Songs in Einzelspuren zerlegen und anschließend neu arrangieren lassen – auch bei importiertem Audiomaterial.
SUNO bietet außerdem Audioeffekte, individuell erstellbare Plug-ins und eine Automationsfunktion. Parameter von Tracks und Plug-ins können über gezeichnete Automationskurven zeitlich verändert werden. Für Premier-Abonnenten der KI-DAW ist zudem der Export von Multitracks und Stems in 32 Bit/48 kHz möglich.
Suno Studio 2.0 ist ab sofort für alle Premier-Abonnenten verfügbar. Das Abo kostet 24,- US-Dollar pro Monat.
Im folgenden Video könnt ihr euch einen ersten Eindruck davon machen:
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Mit Suno habe ich mich noch nie näheres befasst. Die Gründe sind ganz simpel: Datenklau und natürlich die gemeine Verführung, damit Musik zu machen, was bei mir definitiv undenkbar ist, auch wenn zugegeben der Reiz als solches vorhanden wäre. Mich wundert eh bei einer KI eine „neue Version!“ Ich dachte das wäre im Sekundentakt so. Jedenfalls, etwas Ironie beigemischt: Ein Festmahl für Nicht- Musiker, die gerne Musiker sein wollen und sich so verkaufen für das eigene Ego! 😇 Aber das Netz ist derzeit wirklich in Rage. Seit ein paar Wochen muss jede Mithilfe einer KI gekennzeichnet werden. Bild, TV-Werbespot oder Musik (neue AGBs in MyOwnMusic und HoFa Songcontest). Ob Suno auch ein Wasserzeichen eingebaut hat? Na ja, vielleicht eine positive Tat: KI – tu was gegen diese Hitze!
@Filterpad Ja, Suno hat erst vor ein paar Tagen bekanntgegeben, dass alle Songs, die mit Suno erstellt werden, ein digitales „Wasserzeichen“ verpasst bekommen: https://www.heise.de/en/news/Suno-AI-music-service-wants-to-watermark-generated-songs-11402852.html
@UAP Spannend und danke der Info. Ich finde es trotzdem irgendwie richtig, jetzt zumindest.
Das hätte ich nicht erwartet!
Ich frage mich gerade weshalb hier ein Beitrag über Suno zu lesen ist, nachdem das Landgericht München erst vor kurzem der GEMA in einem Grundsatzurteil weitgehend Recht gegeben hat und dem KI-Musikunternehmen Suno untersagte, geschützte Werke ohne Erlaubnis für das KI-Training zu vervielfältigen.
Davon lese ich hier nichts!
Das wäre jedoch ein sehr wichtiger Hinweis zu diesem Produkt!
Ich finde es des den vielen Urhebern gegenüber mehr als unpassend, wenn über eine Software berichtet wird, die ohne Zustimmung urheberrechtlich geschützte Werke nutzt, um eine KI-Software damit zu trainieren, die dann kostenpflichtig angeboten wird.
Wer Musik machen möchte und die Rechte anderer Musiker würdigt, braucht ganz sicher nicht diese Software, das verbietet mir allein mein Anstand und die Wertschätzung vor geistigem Eigentum Anderer.
Es sind Programme wie diese, die es uns das Leben noch schwerer machen, ein Einkommen mit Musik zu ermöglichen.
Sehr schade, dass hier den gerade den Menschen Raum gegeben wird, diese sich nicht für Urheberrechte interessieren, und sich an den über Jahre hinweg erlangten Skills und den daraus entstehenden Werken anderer bereichern, nur um damit Profit zu machen.
Das stellt lediglich meine Meinung dar!
@Mixit zur Beruhigung: ab 3. September schränkt Suno die Zahl der möglichen Downloads massiv ein: statt unendlich wie bisher 7 Lifetime Donwloads im free account, 20 ! im normal Abo pro Monat, und 60 im Premier Abo (allerdings „unbegrenzt“ in der DAW, aber da wird man durch die Tokenanzahl eingeschränkt). Das macht Suno sogar fürs experimentieren mit eigener Musik uninteressant.
Also wird zumindest Suno in ca. 12 Monaten Geschichte sein :)
Und man kann Suno auch gut ausschließlich zum Bearbeiten eigener Musik verwenden wenn man das möchte.
Eigentlich war aber schon die Ankunft der Digital Audio Workstation der Anfang vom Ende, weil so viele viele viele Menschen Musik machen konnten. Das war der erste Schritt zur Entwertung. Dann das Netz, letzlich Spotify als legalisierter Diebstahl. Da ist die KI nur das endgültige Sahnehäubchen.
@manomym „Eigentlich war aber schon die Ankunft der Digital Audio Workstation der Anfang vom Ende, weil so viele viele viele Menschen Musik machen konnten“
Wie soll man denn sonst Musik machen, willst du den Leuten vorschreiben, dass sie gefälligst auf Bandmaschinen aufzunehmen haben?
Wenn, dann würde ich eher produktionsfertigen Samples eine Schuld für schlechte Musik in Massenproduktion vorwerfen, weil man damit vieles nicht mehr selber machen muss, sondern Samples aneinanderreihen reicht. Das war sowas wie eine Art Vorgänger von KI, siehe zB den „Sonnentanz“-Skandal. Oder gewisse Libraries, die mit einer Note einen halben Song ausspucken.
Aber die DAW selber ist einfach nur das Grundwerkzeug, quasi die leere Leinwand.
@ollo Klar, sehe ich genauso. Es ging ja nur darum aufzuzeigen, dass man nicht alleine der KI die Schuld daran geben sollte, dass Musikmachen endgültig wirtschaftlich nicht mehr interessant ist.
KI ist für mich auch nur Grundwerkzeug :) Ich prompte nicht, sondern schicke ausschließlich meine eigenen fertigen Songs da durch. Und die Melodien die rauskommen sind dann immer noch von mir.
Und ja, loop libraries sind so ne sache (z.B. Bandlab)…. die finde ich persönlich momentan ehrlich gesagt gruseliger als KI.
@ollo wie es ist dann mit malen in zahlen oder numeriertes puzzle.
oder fertigessen für microwelle?🙂wieder faden ganz lang gezogen.
@ollo Du schreibstes ja bereits, die DAW ist eine leere Leinwand, nur ein Grundwerkzeug darstellt, die gefüllt werden will. Finde ich sehr passend formuliert.
Damit erklärt sich der Unterschied zwischen einer DAW und einer KI-Software wie Suno, die ungefragt bestehende Musik benutzt um die Algorythmen überhaupt fähig zu machen, so etwas wie Musik von sich zu geben.
Die „Artists“ dieser Welt fluten auch nicht die DSP’s mit 75 TSD KI-Tracks/Tag, es sind die von Menschen geteuerten KI-Maschinen die das verursachen.
Ein gut gemachtes Stück benötigt oft eine gweisse Zeit, bis es vom ersten Akkord bis zur finalen Version reift.
Das macht es so hörenswert und genau das unterscheidet den Menschen von der KI. Wir sollten einach nicht so gleichgültig und unachtsam mit dem Kulturgut „Musik“ umgehen.
Es geht in der Musik um gelebte Emotion, Begeisterung und Teilnahme – ohne diese sind wir auch nur noch (Konsum) Maschinen.
@Mixit „Damit erklärt sich der Unterschied zwischen einer DAW und einer KI-Software wie Suno, die ungefragt bestehende Musik benutzt um die Algorythmen überhaupt fähig zu machen, so etwas wie Musik von sich zu geben.“
Im Grunde genommen macht ein Mensch es ja aber auch nicht anders. Ich habe viel Musik gehört die mich prägt und dann möchte ich was eigenes in der Richtung machen. Also mache ich so lange Musik, bis es mir gefällt. Aber ohne die ganze Musik die vorher schon von anderen Leuten gemacht wurde, könnte ich das gar nicht. Ich würde ja gar nicht wissen, was gute Musik ist.
So viel anders ist das was KI macht daher eigentlich auch nicht.
@ollo Provokante, aber durchaus richtige Aussage. Jean-Michel Jarre sage in einer Diskussion zum Thema AI am World AI Cannes Festival:
„“I think first of all, I’m a thief. Artists are thieves. We are stealing what we hear, what we see, what we are reading.“
ich empfehle, die nutzungsbedingungen zu lesen. premier-nutzer werden zwar für die erstellten werke von ansprüchen seitens suno freigestellt, aber ausdrücklich nicht von ansprüchen dritter. ergo steckt da jede menge geklautes material in suno, das dann durchaus einklagbare ansprüche zeitigen kann. wer das zum rumspielen zuhause akzeptiert, kann das tun. jedwede kommerzielle anwendung scheidet dadurch aber aus.
@mdesign Das ist aber wie bei jeder anderen Musikproduktion auch. Ob jetzt Suno aus Versehen einen Song generiert den es so schon gibt oder ich eine Melodie einspiele die so schon jemand anders gemacht hat, kommt ja aufs Gleiche hinaus.
Irgendwie muss man immer schauen, ob es das so schonmal gab, was nicht ganz einfach ist.
@mdesign 👍
Ihr habt schon gelesen, dass es in dem Artikel um die DAW geht und nicht um den reinen Chat-Generator?
Danke dir! Ich habe mich auch schon die ganze Zeit gewundert, warum sich alle Kommentare auf den Chat-Generator beziehen und nicht auf die DAW. Jetzt mal was positives, was mich schwer beeindruckt hat: man summt eine Melodie in sein Mikro und Suno macht eine Trompete raus. Das ist für mich ein Gamechanger. Sagt, was ihr wollt, das möchte ich auch in anderen DAWs sehen. Das hat auch nix mit geklauten Songs zu tun, hilft aber ungemein, Lücken im eigenen Song sehr schnell zu füllen, ohne sich durch riesige Libraries zu wühlen.
Moin, ich fänd Dein Gesumme wesentlich cooler als Lückenfüller als daraus generierte Trompeten. Oder mal Mut zur Lücke.
Aber mal im Ernst. So Voice zu Instrument-Changer gibts doch schon ewig. IK Resing oder das Ding von Sonarworks und Micdrop usw… . voll albern, besser das Gesumme lassen, oder?