Wie lebt es sich als Tochter einer Synthesizer-Legende?
Dina Pearlman-Ifil ist die Tochter von Alan R. Pearlman, dem Gründer von ARP Instruments. Im AMAZONA-Interview auf der Superbooth 2026 erzählt sie uns, wie es war, mit ARP-Synthesizern aufzuwachsen, warum die Instrumente ihres Vaters bis heute Musiker faszinieren und weshalb der ARP 2600 für sie ein Instrument für alle Menschen ist. Dabei geht es nicht nur um berühmte Sounds und legendäre Namen, sondern vor allem um die Familie und die Frage, wie ein Synthesizer Menschen zum Musikmachen einladen kann.
Worum geht es? Dina Pearlman-Ifil spricht im AMAZONA-Interview über ihren Vater Alan R. Pearlman, ARP Instruments und die Bedeutung des ARP 2600.
- Familiengeschichte: Dina Pearlman-Ifil erzählt, wie sie als Tochter des ARP-Gründers mit Synthesizern aufwuchs.
- ARP-Vermächtnis: Alan R. Pearlman wollte Instrumente entwickeln, die möglichst vielen Menschen den Zugang zur Musik erleichtern.
- ARP 2600: Der Synthesizer gilt für Dina Pearlman-Ifil als vielseitiges Instrument für Anfänger, Fortgeschrittene und alle dazwischen.
- Musikalische Vielfalt: ARP-Synthesizer prägten zahlreiche Genres von Pop und Rock bis Ambient und elektronischer Musik.
- Moderne Neuauflagen: Korg und Antonus bewahren laut Dina Pearlman-Ifil das Erbe von ARP und führen es in die Gegenwart.
Inhaltsverzeichnis
Das Interview gibt es auch als Video:
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Dina Pearlman über ihr Leben mit ARP
Gereon:
Ich stehe hier mit Dina Perlman-Ifil. Könntest du dich bitte kurz für diejenigen vorstellen, die dich noch nicht kennen?
Dina Pearlman-Ifil:
Klar, ich bin die einzige Tochter von Alan R. Perlman und er war der Gründer von ARP Instruments. ARP Synthesizers, das war sein Unternehmen. A.R.P., also Alan R. Perlman. Ich bin auch Geschäftsführerin der Alan R. Perlman Foundation und leite diese Organisation, die sein Vermächtnis würdigt.
Gereon:
Du bist natürlich sehr persönlich mit ARP verbunden. Erinnerst du dich denn noch an den Moment, in dem dir bewusst wurde, welche Bedeutung die Instrumente deines Vaters für Musiker haben?
Dina Pearlman-Ifil:
Oh ja! Ich glaube, es war, als mir langsam klar wurde, dass berühmte Musiker die Instrumente spielten, die mein Vater baute. Weißt du, das war eine riesige Sache. „Surreal“ ist wohl kein Wort, das man mit sieben Jahren benutzt. Aber ich habe die Tragweite davon verstanden. Und die Leute sagten: „Oh, du musst reich und berühmt sein.“ Ich sagte: „Nein, das glaube ich nicht.“ Aber reiche und berühmte Leute benutzen seine Synthesizer.
Als Kind fühlt sich das ein bisschen seltsam an und es war eine ungewöhnliche Kindheit. Ich bin viel gereist, ich ging auch schon als ich noch sehr jung war nach der Schule in die Fabrik und spielte mit all den Teilen und den bunten Dingen. Und alle Leute, die dort arbeiteten, sahen für mich wie Rockstars aus, weil ich so jung war.
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Alan R. Pearlmans Vermächtnis
Gereon:
Wenn du heute an Alan R. Pearlman als Vater, Entwickler und Unternehmer denkst: Welche seiner Eigenschaften findet man deiner Meinung nach am stärksten in den ARP-Instrumenten wieder?
Dina Pearlman-Ifil:
Mein Vater wollte, dass jeder Musik machen kann und es war ihm sehr wichtig, ein System zu entwickeln, das für Musiker leicht zu bedienen ist. Die subtraktive Synthese auf der Frontplatte, die von links nach rechts angeordnet ist und sich fast wie ein Blockdiagramm darstellt, finde ich sowohl optisch als auch klanglich sehr ansprechend. Und er legte großen Wert darauf, dass die Vermittlung von Wissen einen wesentlichen Teil seiner Arbeit ausmachen sollte.
Warum der ARP 2600 bis heute fasziniert
Gereon:
Der ARP 2600 ist bis heute eines der bekanntesten Instrumente der Synthesizer-Geschichte. Aber was macht ihn aus deiner Sicht so beliebt?
Dina Pearlman-Ifil:
Er ist fast wie ein tragbares Studio, das man sich selbst aufgebaut hat. Es gibt integrierte Anschlusspunkte, die man auch überschreiben kann. Wer also über fortgeschrittenere Kenntnisse verfügt, kann das Gerät wirklich voll ausreizen und unglaublich viel damit anstellen. Man braucht keinen Verstärker, da es über integrierte Lautsprecher verfügt. Wenn man also nicht auftritt, kann man sich einfach zurücklehnen und ein ganz besonderes Erlebnis genießen.
Ich denke, dass die Art und Weise, wie der ARP 2600 konstruiert wurde, um sowohl Anfängern als auch fortgeschrittenen Nutzern gerecht zu werden, einer der wichtigsten Aspekte daran ist. Es ist also ein Instrument für so viele Menschen: Für Anfänger, für Fortgeschrittene und alle dazwischen. Es ist ein Instrument für die Menschen.
Gereon:
Das ist eine tolle Aussage. Und die ARP-Synthesizer wurden ja auch in so vielen unterschiedlichen musikalischen Bereiche eingesetzt, von Pop über Filmmusik bis hin zu experimentellen Produktionen. Gibt es denn einen Künstler, ein Album oder eine Aufnahme, die für dich persönlich von besonderer Bedeutung ist?
Dina Pearlman-Ifil:
Für mich persönlich? Oh je, da gibt es so viele. Das ist wirklich schwer zu sagen. Ich glaube, was mich am meisten fasziniert hat, war, dass ich viele Jahre später herausfand, dass Musik, die mir gefiel und von der ich es nicht wusste, mit ARP-Synthesizern entstanden ist. Und dass ich erst später erfuhr, dass sie mit ARPs entstanden war, ist etwas, das mich auch heute noch sehr bewegt. Aber es gibt so viele Künstler, dass ich mich nicht auf einen einzigen beschränken könnte.
Ich möchte sagen, dass wir – und das ist keine Werbung –, im vergangenen Jahr eine Compilation zusammengestellt haben, um den 100. Geburtstag meines Vaters zu feiern. Er wäre 100 Jahre alt geworden. Und diese Compilation ist ein Paradebeispiel für die ganze Vielfalt an Musik, die man damit machen kann. Wir haben also Pop, wir haben elektronische Musik, wir haben Rock ’n’ Roll, wir haben R&B und wir haben Ambient. Es gibt also kein Genre, das sich damit nicht abbilden lässt, denke ich. Und mir geht es genauso, denn mein Geschmack ist eklektisch.
ARP-Synthesizer zwischen Tradition und Zukunft
Gereon:
Viele klassische Synthesizer werden heute neu aufgelegt oder neu interpretiert und so auch ARP-Synthesizer. Was sollte ein modernes Instrument deiner Meinung nach mitbringen, damit es dem Erbe von ARP gerecht wird?
Dina Pearlman-Ifil:
Ich denke, sowohl Korg als auch Antonus haben es geschafft, die Vergangenheit zu bewahren und sie gleichzeitig in die Zukunft zu führen. Die MIDI-Fähigkeit war meiner Meinung nach extrem wichtig. Das Design wurde weiterentwickelt und für moderne Musiker, die keine Erfahrung mit rein analogen Geräten haben, wesentlich zugänglicher gemacht. So haben sie das Beste aus beiden Welten.
Gereon:
Und was würdest du jungen Menschen über die Instrumente sagen wollen, die heute zum ersten mal einen ARP-Synthesizer sehen?
Dina Pearlman-Ifil:
Ich glaube, ohne Instrumente wie den ARP Odyssey, den Minimoog und so weiter gäbe es all das heute nicht (schaut sich in der Natur um). Diese wunderbaren Instrumente waren wirklich das Fundament der modernen Musik. Und eines der Dinge, über die ich nicht so oft spreche, ist, dass mein Vater nur begrenzte Möglichkeiten hatte. Er wuchs ohne Vater auf, in sehr bescheidenen Verhältnissen und musste viele Hindernisse überwinden.
Aber er hat es geschafft, seine Träume mit diesem Synthesizer zu verwirklichen. Und ich würde mir wünschen, dass junge Menschen wissen: Wenn sie etwas wirklich tun wollen, gibt es nichts, was sie nicht schaffen können. Und dass sie diese Informationen, diese Geschichte, als Inspiration für ihre eigene Zukunft nutzen.
Gereon:
Das ist ein sehr schöner Abschluss für dieses Interview. Vielen Dank für deine Zeit und dafür, dass du uns einen Einblick in dein Leben mit den ARP-Synthesizern seit deiner Kindheit geben konntest. Vielen Dank.
Dina Pearlman-Ifil:
Danke.
























































Danke für das Interview.
Danke für das nette Interview.