Superbooth 20: Synth-Werk SW-3P-2020 Modularsystem

23. April 2020

Spielen wie Klaus Schulze

Synth-Werk hat ein neues Modularsystem konfiguriert. Und was für eines! Das SW-3P-2020 besteht aus drei Cases und kann um das bereits bestehende Sequencer Complement B erweitert werden. Die Zusammenstellung ist dabei an das System angelehnt, welches Klaus Schulze über mehrere Jahre hinweg für seine Live-Perfomances und bei Studioaufnahmen verwendete.

Synth-Werk SW-3P-2020 modular system

Das Synth-Werk SW-3P-2020 Modularsystem trägt den netten Beinamen „Tryptich of Sonic Superiority“. Es besteht aus drei 3P-Cases, die als portable, mit Tolex bezogene und einem Deckel abschließbare Rahmen vorrangig für den mobilen Einsatz ausgelegt sind, aber auch oft für Studiosysteme genutzt werden. Die Bestückungsliste des kompletten Systems ist am Ende des Beitrages aufgeführt.

Das System wird heute im Rahmen der Superbooth 20 Home Edition von Markus Gabriel und Gerhard Meyrhofer vorgeführt. Sie werden „Discovery Trakl“ von Klaus Schulze in einer speziell für das SW-3P-2020 arrangierten Version spielen. Man darf gespannt sein.

Synth-Werk SW-3P-2020 Modular System Klaus Schulze

Das Synth-Werk SW-3P-2020 kostet 19.500 Euro und das ergänzende Sequencer Complement B 5.560 Euro, sofern man dieses nicht bereits besitzt.

Die Modulliste des Synth-Werk SW-3P-2020

SW914 Fixed Filter Bank
SW905 Reverberation Unit
SW994 Multiples
SW991 Filter and Attenuator
SW901A Oscillator Driver
3 x SW901B Oscillator
SW901A Oscillator Driver
3 x SW901B Oscillator
2x SW CP3 Mixer

SW904B Voltage Controlled High Pass Filter
SW904C Filter Coupler
SW904A Voltage Controlled Low Pass Filter
SW992 Control Voltages
SW912 Envelope Follower
SW901A Oscillator Driver
3 x SW901B Oscillator
SW901 Voltage Controlled Oscillator
SW903A Random Signal Generator
2x SW CP3 Mixer

3x SW902 Voltage Controlled Amplifier
SW993 Trigger and Envelope Voltages
SW911 Envelope Generator
SW911A Dual Trigger Delay
2x SW911 Envelope Generator
SW984 Four Channel Matrix Mixer
SW CP Multiples & Attenuators
SW Control Interface
SW Balanced Output
Power Switch

Die Moduliste des Sequencer Complement B

SW960
SW960
SW961CP
SW962CP
SW962CP

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    Chromengel  

    Original-Moog wäre wahrscheinlich noch teurer…
    Was kostet das denn umgerechnet in Behringer-Moog-Bauteile? :-)

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      TimeActor  AHU

      Wahrscheinlich. Synth Werk hat aber eine Mega Qualität!
      Behringer ca. 2000,-€ mit 2 x 960er sollte dieser bei ca. 300,-€ liegen.

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        nativeVS  AHU

        Laut preisliste waeren die module des 3p um die 12’000€ plus cases, das sequencer complement B 5’560€; cases waeren 1’150€ wenn man das vom sequencer extrapoliert.

        Demnach sollten hoffentlich 20’000€ plus MwSt moeglich sein; also guenstig zu haben. Moog reissues waren glaub ich um die 60’000€ fuer das paket.

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    iggy_pop  AHU

    Und wieder würde ich den 984 Four Channel Mixer rauswerfen und durch nützlichere Module ersetzen (zusätzliche Filter, Hüllkurven, Mixer/Attenuators etc.).

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      nativeVS  AHU

      So sehr der 984 auch enorm viel platz verbraucht tut der aber auch soundlich ne ganze menge (kann man positiv oder negativ sehen).
      Ausser vom aussehn her reizen mich die moog konfigurationen auch nicht wirklich. Ich hab selten das beduerfnis so viele oszillatoren zu stacken und durch nur ein VCF set zu schicken; mit 921 koennte man ja noch interessante FM konfigurationen bauen aber dann sinds ja wieder zu wenig VCAs und attenuators.

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        iggy_pop  AHU

        „So sehr der 984 auch enorm viel platz verbraucht tut der aber auch soundlich ne ganze menge (kann man positiv oder negativ sehen).“

        Färbt der 984 so stark durch? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Für mich ist beim Moog die Färbung in erster Linie in der Festfilterbank und den 904ern zu suchen, aus bekannten Gründen (Verzerrung in den Mischer- und Eingangsstufen etc.).

        „Soundlich“ ist ein klassischer Beckerismus…

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          nativeVS  AHU

          Wenn man etwas staerkere signale (>2Vpp) reinschickt kommt da definitiv was anderes hinten raus und die tone controls faerben und saettigen auch etwas. Kann man moegen oder es kann einen stoeren.
          Die meisten faerbungen treten meiner meinung nach durch saettigungen in jeder stufe auf. Der CP3 mixer macht nach 12 uhr ne ganze menge, CP3A zerrt nicht soviel aber der negative output kann viel lauter sein als der vom CP3 und damit kann man das 904 sehr schoen anzerren; 904 wie schon erwaehnt faerbt schoen wenn das eingangsignal etwas zu heiss ist; 902 zerrt dann auch noch ein bischen besonders wenn man die spannung der envelope mit nem zweiten VCA noch mehr verstaerkt.
          Ob der platzbedarf fuer das bischen an verzerrung in der kette gerechfertigt ist sollte jeder selbst entscheiden. Fuer mich ist er jetzt nicht die entscheidende stelle; speziell der CP3 (oder dessen STG clone in meinem fall) mit modernen lauten (10Vpp) oszillatoren macht da schon gehoerig mehr meiner meinung nach, ist aber schon einige jahre her als ich zuletzt vor einem echten Moog stand.

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            iggy_pop  AHU

            Danke, Du formulierst es für mich auf den Punkt.

            Ab einem gewissen Punkt kann man sich fragen, ob der bug wirklich noch ein feature ist oder einfach nur eine comedy of errors. In diesem Falle die Verzerrung.

            Zum Glück brauche ich mir aktuell und auch nicht in Zukunft Gedanken zu machen über den Erwerb eines solchen oder ähnlichen Gerätes. Das macht einen enorm frei.

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            a.jungkunst  AHU

            Die Wirkung der ursprünglichen CP3-Mixer ist sehr gut in die Mixersektion von Moog Grandmother und Moog Matriarch übertragen worden. Gerade beim kleinen hört man sehr viele Eigenschaften der alten Moogs, zusätzlich bedingt durch die Filter- und VCA-Adaption. Alter Sound muss nicht teuer sein.

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    Kraut Control  

    Wow…leider nicht ganz meine Preisklasse. Aber mit Sicherheit höchste Qualität. Ein zusätzliches Filter hätte trotzdem nicht geschadet.

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    a.jungkunst  AHU

    Sehr gut kann man wirklich interessante Klänge dieser Systemkonfiguration auf den Alben „Affenstunde“ und „In den Gärten Pharaos“ der Münchner Formation Popol Vuh hören. Florian Fricke war der Besitzer des Moog-Systems, das später an Klaus Schulze veräußert wurde. Ich pflichte jedoch Iggy Pop bei, dass die Konfiguration doch eher unglücklich und im Falle der Neuerstellung wohl historisch bedingt ist. Als Jugendlicher habe ich auch das Photo auf der Rückseite von „Affenstunde“ bewundert, später, als ich mir ein wenig Kenntnis der Synthesizer-Technik und der Klangerstellung angeeignet hatte, wunderte ich mich doch über die Vielzahl an 901-Oszillatoren bei Vorhandensein gerade eines spannungsgesteuerten Tiefpassfilters. Aus meiner heutigen Sicht ist genau dieses System eher etwas für das Auge als für das Tonstudio. Nicht weil es schlecht klingt, beileibe nicht, aber bitte anders konfiguriert. Glücklicherweise ist das ja auf Kundenwunsch machbar, denn der ist ja bekanntlich König.

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    lightman  AHU

    Das System im WDR-Mitschnitt von For Barry Graves von 1977 sieht etwas anders aus, oder liegt das an der Anordnung der Module?

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      iggy_pop  AHU

      Bei Schulze war der Sequenzer-Koffer immer rechts. Und es sieht von weitem fast so aus, als wäre der 984 durch andere Module ersetzt worden, aber das ist bei der diffusen Beleuchtung und der mageren Auflösung nicht so gut zu erkennen.

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        lightman  AHU

        Ich bin ja Modular-Laie, habe mir das Video nur schon so oft angesehen, daß ich den Setup quasi verinnerlicht habe. Das Stück und seine Ausführung haben es mir angetan.

        Könnte es nicht sein, daß Schulze die VCO- und 984-Konfiguration so gewählt hat, um verschiedene Klangfarben zur Hand zu haben, die bei Bedarf auf den VCF umgepatcht werden, um mehrere Stücke live spielen zu können?

        Ansonsten wäre es schon toll, mit dem hier vorgestellten System Musik zu machen, kostet ’ne Menge Geld, aber damit kann man alt werden, glaube ich.

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          iggy_pop  AHU

          Das wäre ungewöhnlich, weil eigentlich eher das Mischsignal aus den CP3A-Mixern unterhalb der 901er-Gruppen in das Filter geroutet wird (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Der 984 dient wohl eher dazu, verschiedene VCOs mit verschiedenen Wellenformen zusammenzuführen und in verschiedenen Mischungsverhältnissen abgreifen zu können. So ist mir das zumindest mal erklärt worden.

          Mit dem System würde ich nicht wirklich alt werden. Ich bräuchte die dreifache Größe, um dem klanglich nahezukommen, was mir Moog-mäßig vorschwebt — also eher Chris Franke/Ed Buller als Popol Vuh/Schulze.

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