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Synthesizer-Legende Klaus Schulze gestorben

27. April 2022

Wir trauern um Klaus Schulze

Mitteilung auf Klaus Schulzes Facebook-Seite

Die Synthesizer-Welt trauert. Kein anderer als Klaus Schulze ist von uns gegangen. Wie man auf seiner offiziellen Facebook-Seite lesen kann, ist er am 26.04.2022 nach langer Krankheit verstorben. Dies ist ein wahrhafter Schock für die Synthesizer-Welt, denn kaum eine andere Person ist so untrennbar mit elektronischer Musik verbunden wie Klaus Schulze. Wo soll man nur anfangen? Am besten am Anfang.

Klaus Schulze war nicht von Anfang an ein elektronischer Musiker. Er war Schlagzeuger bei Psy Free und stieg für das Album Electronic Meditation bei Tangerine Dream ein. Nach diesem kurzen Intermezzo gründete er mit Manuel Göttsching und Hartmut Enke die Band Ash Ra Tempel. All diese Gruppen sind maßgeblich mit der Berliner Schule oder dem sogenannten Krautrock verknüpft. Ende der 1960er-Jahre und Anfang der 1970er-Jahre revolutionierte dieser Musikstil die komplette Musiklandschaft, weil ihre Protagonisten Musik erschaffen haben, die man in dieser Form so nicht zu hören bekommen hatte.

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Diese Musik unterschied sich maßgeblich von der üblichen Pop-, Rock- und Schlagerwelt, weil die Stücke sehr lang waren, sphärisch und eine psychedelische Aura verströmten. Es war ein radikaler Bruch mit den populären Hörgewohnheiten. Klaus Schulze wollte diese Musik nun selber machen und startete 1971 seine Solo-Karriere als elektronischer Musiker. 1972 erschien seine erste Solo-LP Irrlicht und diese Aufnahme erfüllt schon alle Kriterien von elektronischer Musik, obwohl auf diesem Album noch kein einziger Synthesizer zu hören ist.

Drones, Orgel und Tapes kann man auf diesem Werk hören. Und seit diesem ersten Solo-Werk war Klaus Schulze in einem ständigen Schaffensprozess verwoben. Es ist kaum möglich, sein ganzes Werk aufzuzählen und ich möchte mich bei all jenen entschuldigen, deren Lieblingsscheibe nicht von mir erwähnt wurden. Es ist ein unglaubliches Werk. Seine offiziellen Veröffentlichungen umfassen über 50 Werke und da sind bei weiten noch nicht die Boxsets und all die Kollaborationen eingerechnet. Ein unglaublich umfangreiches Werk!

1977 wurde Mirage veröffentlicht und dieses Werk nimmt eine Ausnahmestellung ein, weil es von der Fangemeinde mehrfach zu seinem besten Album gewählt wurde. Die elektronische Winterlandschaft besticht durch hypnotische Flächen und glockenartigen Sequenzen, die bis heute ihresgleichen Suchen.

Weitere Meisterwerke sind mit Sicherheit Moondawn mit Harald Großkopf an den Percussions, der Soundtrack Body Love, Audentity mit Wolfang Tiebold am Cello. 1980 erschien Dig it, auf dem man ganz genau hört, dass Klaus Schulze sich der digitalen Aufnahmetechnik zugewandt hat. Aus dieser Phase stammt auch Trancefer, welches mir nach dem ersten Hören ein wohligen gruseligen Schauer über den Rücken laufen lies, so sehr packte mich seine Musik.

Eines ist klar: Auf die Musik von Klaus Schulze muss man sich einlassen. Es ist keine Musik, die man im vorübergehen konsumieren kann. Wenn man dieser Musik zuhört, sich auf die Klangwelten von Klaus Schulze einlässt, wird man schnell merken, dass in der Musik so viel mehr möglich ist als nur ein ständig plärrendes Formatradio. Interessanterweise schaffte es Klaus Schulze auch über Umwege in die Charts, weil er das erste Ideal Album produzierte und auf dem IC-Label veröffentlichte.

Als die Technobewegung durchstartete, lieferte Klaus Schulze seine Version mit seinem Album „Are You Sequenced?“ ab. Ich war zu diesem Zeitpunkt aber viel beeindruckter von seinem Sideprojekt Wahnfried und der LP Drums ’n‘ Balls (The Gancha Dub). Wahnfried ist der Name Richard Wagners Villa in Bayreuth, denn Klaus Schulze war Wagner Fan und das scheint sicher in den Ausmaßen seiner Werke durch. Richard Wagner nahm sich Zeit, seine musikalischen Geschichten zu erzählen und diese Zeit nahm sich Klaus Schulze auch. Raum und Zeit kann man bei beiden Künstlern genau spüren und vergessen. Auf Klaus Schulzes Website ist nachzulesen, dass er zuletzt an neuer Musik gearbeitet hat. Am 10.06.2022 soll sein neustes und letztes Werk „Deus Arrakis“ erscheinen.

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Natürlich tourte Klaus Schulze in all diesen Jahrzehnten ausführlich und seine Konzerte waren mit Sicherheit großartig. Leider war es mir nie vergönnt, Klaus Schulze live zu sehen. Als es mir möglich war, wurden die Konzerte leider immer wieder krankheitsbedingt abgesagt. Natürlich bleiben all die historischen Aufnahmen weiter bestehen. Die legendäre Quasimidi-Wall, die nicht nur im Studio, sondern auch auf der Bühne ihren festen Platz hatte, hätte ich zu gerne live erlebt.

Klaus Schulze hat mit Sicherheit alle Instrumente besessen, die in der elektronischen Musik Bedeutung hatten, aber Klaus Schulze war kein Nostalgiker. Er war ein Technikfan und setzte sich mit den modernen Technologien auseinander und hielt sein Studio ständig auf dem laufenden. Trotzdem hat er es geschafft, dass seine Musik immer nach Klaus Schulze klang.

Trotz ihres oftmals hypnotischen und düstern Untertons hat mir diese Musik immer einen positiven Schub versetzten können, weil Klaus Schulze dadurch überzeugen konnte, andere Wege zu gehen, mit Hörgewohnheiten zu brechen und Kunst zu erschaffen, ohne daran zu denken, was das Radio, Fernsehen und heute Spotify verlangt, was überhaupt eine Zielgruppe verlangt. Wenn die Musik wirklich gut gemacht ist, wird sie ihre Zuhörer und Zuhörerinnen finden und Klaus Schulzes Musik hat ihre Zuhörer und Zuhörerinnen gefunden. Nicht umsonst wird er von vielen Musikern und Musikerinnen als Einfluss genannt und nicht jeder, der es sich gewünscht hatte, durfte auch mit ihm zusammenarbeiten.

Es ist unglaublich schwer zu beschreiben, wie wichtig Klaus Schulze für die elektronische Musik ist und war. Das liegt natürlich an seinem unglaublichen Output, an seiner Schaffenswut und der Fähigkeit, seiner Musik einen ganz eignen Stempel aufzudrücken. Man merkt es sofort, wenn man Klaus Schulze hört. Das funktioniert vielleicht noch mit AC/DC, den Rolling Stones, aber in der elektronischen Musik ist es eine Aufgabe für die Meisterklasse, weil nur durch intensive Beschäftigung mit diesen hochkomplexen Instrumenten es möglich ist, einen Signatursound zu erschaffen und genau das ist Klaus Schulze gelungen.

Klaus Schulze hinterlässt eine Ehefrau, zwei Söhne und vier Enkelkinder. Hiermit spreche ich der Familie mein tiefstes Beileid aus. Ich werden nun meine Synthesizer einstellen und ein paar Töne zu Ehren von Klaus Schulze spielen!

Klaus Schulze Life während seiner „‚Tribute to Poland‘ Tour Polen 2009 / ® by Pawel Supernak

Bernd Kistenmacher spricht seine Trauer aus.

Klaus Schulze ist im Laufe seiner Karriere vielen Musiker begegnet. Einer von ihnen war unser AMAZONA.de Autor Bernd Kistenmacher, der auf diesem Weg seine Anteilnahme mit uns teilen möchte:

Die Nachrichten könnten kaum trauriger sein. Nach langer, schwerer Krankheit ist Klaus Schulze am 26. April 2022 verstorben.

Klaus Schulze war mein Held. Der, der mich dazu gebracht hat, elektronische Musik zu machen. Er war der einzige, der einen mit seiner Musik zum Fliegen bringen konnte. Er war der einzig wahre kosmische Kurier und ein Bruder im Geiste. Einfach „De Beste Van De Klas“.
Eine kurze Zeit lang sind unsere Wege parallel gelaufen und wir hatten unsere „Momente“. Es waren gute und unvergessliche Momente. Ich vermisse sein jungenhaftes Lachen. Seine Musik wird bleiben.

Ruhe in Frieden Klaus!

Klaus Schulze mit Bernd Kistenmacher August 1989 in Dresden. (C) Frits Couwenberg, NL Mit freundlicher Genehmigung von Bernd Kistenmacher

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Forum
  1. Profilbild
    Dirk Matten  RED

    Das ist eine sehr traurige Nachricht, obwohl seine Krankheit schon seit Jahren bekannt war. Mich verbindet mit Klaus Schulze ein kurzes Gespäch auf der Frankfurter Messe, wobei er im Gehen den Auftrag zur Entwicklung und Fertigung des Synthanorma Seqencers vergab. Nach langer Entwicklungszeit haben wir das Gerät dann nach Berlin gefahren (Schwäbische Str. 7 b) und dort in seinem kleinen Studio übernachtet. Ich konnte ganz ungestört auf seinen Instrumenten spielen und am nächsten Tag holte und Klaus Müller, sein Assistent, ab und fragte, ob wir noch einen Sequencer bauen wollten, schellte nebenan, worauf ein rotbloder Herr aus dem Fenster schaute. Wir gingen in seine Wohung, es stellte sich heraus, dass es sich um Edgar Froese handelte, drei Worte, ein Auftrag. Dann sind wir mit Klaus Müller frühstücken gegangen. Er bestellte zwei Eier im Glas, das kannte ich bis dato nicht. Morgen werde ich mir das als Erinnerung an damals zum Frückstück machen. Der Sequencer spielte dann auf dem Album Timewind von Klaus Schulze eine tragende Rolle, freundlicherweise erwähnte er meine Telefonnummer auf der Plattenhülle.

  2. Profilbild
    lunatic  AHU

    Schon lange wollte ich mal wieder eine Schulze Platte aus dem Schrank holen. Nun also heute…. Einzig schade ist der Anlaß.
    RIP Klaus Schulze

  3. Profilbild
    TRO 030  

    Ich trauere, denn ein ganz Großer der Musik ist von uns gegangen!
    Es war 1980, als ich mit 16 über den Keyboarder der Band meines älteren Bruders an die LP „X.“ von Klaus Schulze kam. Ich war fasziniert und auch erschüttert von diesem Sound. Kurz darauf hatte ich auch meinen ersten Synth, den Korg MS 10, und es war ein bischen K.S.-Feeling mit dem Patchfeld. Seit dem begleitet mich die Musik von Klaus Schulze mein Leben lang!
    Ich trauere um den größten der Elektronischen Musik!

  4. Profilbild
    TimeActor  AHU 1

    Oh Nein! Das kann doch nicht wahr sein! Er begleitet mich musikalisch schon seit Mitte der 70er Jahre und hat hauptsächlich meine Liebe zu den Synths gesorgt.
    Ich bin Mega traurig und kann das gar nicht in Worte fassen!
    R.I.P mein lieber Klaus

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Wenn alles gesagt und getan ist, spricht die Musik weiter, die sich über unsere schnöde Körperhülle erhebt und zu Energie wird, die sich durch Zeit und Raum zieht und Geist um Geist entzündet, jetzt und allezeit.

    Ruhe in Frieden, Klaus.

  6. Profilbild
    fitzgeraldo  

    Gestern hatte ich das spontane Bedürfnis, mir mal wieder was von Klaus Schulze anzuhören. Ich legte „Mirage“ auf.
    Und heute muss ich diese traurige Nachricht vernehmen …
    Danke und gute Reise, Klaus.

  7. Profilbild
    Henrik Fisch  AHU

    Ich bin völlig alle. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mir das nahe geht.

    Warum?

    Weil es eine Musik gibt, die mich seit meiner Jugend bis heute mein ganzes Leben lang begleitet, nämlich die von Klaus Schulze.

    Ich habe seine Musik im zarten Alter von 13 mit seinem »Blackdance« kennen gelernt; da war ich noch ein wenig ratlos ob der Klangkaskaden. Dann kam »Trancefer«, das nicht nur zu einem meiner Lieblings-Alben von Klaus Schulze gehört, sondern auch zu meinen Lieblings-Alben überhaupt. Damals habe ich das Konzert mit einem Schulfreund in Hamburg/Audimax besuchen dürfen … und war völlig weggeblasen. Kraftwerk und Jean-Michel Jarre, alles schön und gut … aber Klaus Schulze war/ist noch einmal eine ganz andere Nummer. Und dann natürlich »Spielglocken« auf »Audentity«; auch unzählige male gehört.

    Meine eigene Musik ist ohne Ende von Klaus Schulze geprägt (auch wenn ich verzweifelt versuche, die Wurzeln nicht zu sehr durchblicken zu lassen). Eine Aussage von Klaus Schulze habe ich mir besonders verinnerlicht, wenn es um Musik geht, nämlich dass man sich Zeit lassen soll (legendäres Interview in der Keyboards). Ja, wie wahr.

    R.I.P. Klaus 😢💖🌹

  8. Profilbild
    Sven Blau  

    Die Nachricht hat mich vorhin richtig dolle getroffen. Ich wusste, dass der Tag irgendwann kommen wird, er war war schon länger krank gewesen.

    Ohne Klaus wäre ich heute nicht der Musiker der ich bin. Alles begann 2005 (mit 19 Jahren) mit „Mirage“. Mein bester Freund brachte mir die CD mit den Worten „Hör dir das mal an!“ vorbei.

    Ich hatte zwar als Kind schon Amiga Platten von Jean-Michel Jarre und Tomita gehört, aber eher immer nur so nebenbei, oder wie ich heute weiß: nicht bewusst.

    Klaus Schulze’s Mirage war die erste Elektronikplatte, die ich bewusst gehört habe. Es war Winter, der Raum dunkel, nur ein paar Kerzen brannten. Draußen schneite es.

    Da war für mich klar: ich will auch solche Musik machen. Kurz darauf kaufte ich mir meinen ersten Synthesizer und legte einfach los.
    Ich kaufte mir dann auch viele seiner Reissue-CDs mit den netten kurzweiligen Begleitexten zur Entstehungsgeschichte der Alben und viele LPs.

    Und 2009 hatte ich das große Glück, ihn mit Lisa Gerrard zusammen in Berlin zu erleben und kurz Backstage zu treffen. Vor lauter Aufregung brachte ich bei beiden nur eine schmales „Danke für die Musik“ heraus. Geprägt hat mich die Begegnung dennoch sehr.

    Es ist etwas anderes, wenn jemand stirbt, den man zumindest einmal gesehen hat – als wenn man es „nur“ in der Zeitung liest.

    Ruhe in Frieden, Klaus.

  9. Profilbild
    ARIMUSIK  

    Ich kann nur sagen, ich habe sehr viele Werke über ein Jahrzehnt, stundenlang auf dem Weg zur Arbeit gehört. Ich kann nur eines sagen: Ich war dabei!

  10. Profilbild
    solarvent

    Für mich wird er unvergessen bleiben, insbesondere weil meine erste Platte sein Doppelalbum „X“ war, das oben leider nicht erwähnt wurde: wir ich finde auch sein abwechslungsreichstes Album voller musikalischer Biografien von Persönlichkeiten mit psychischen Problemen. Höre ich immer wieder gerne…..

  11. Profilbild
    Dirk Matten  RED

    Vielen Dank, lieber Sven, für den Nachruf auf Klaus Schulze und deine ganz persönliche Sicht. Für einen Großteil meiner damaligen Kunden im Synthesizerstudio Bonn war Klaus ein musikalisches Vorbild und eine große Inspirationsquelle, selber musikalisch tätig zu werden.

  12. Profilbild
    dAS hEIKO  AHU

    In der Musik, wie in allem, ist irgendwann der Letzte Takt gespielt.
    Es steht euch jedoch frei, auf dem nachhauseweg nochmal die Lieder anzustimmen.

  13. Profilbild
    TobyB  RED

    RIP Klaus. Mögen uns deine Schwingungen auf deiner kosmischen Reise begleiten.

  14. Profilbild
    Chromengel  

    Ruhe sanft, alter Knabe.
    Das ist wirklich traurig und ein Jammer und ein großer Verlust.
    Ich denke, dass ich die nächsten Woche noch einmal seine Musik auf mich einwirken lasse.
    Habe ja fast alles von ihm auf LP, CD und Kassette.

  15. Profilbild
    Sudad G  

    RIP Klaus Schulze. Eine weitere Synthesizer-Legende ist von uns gegangen.
    Erinnere mich noch sehr gut an das Interview mit ihm in der KEYBOARDS Mitte/Ende der 80er. Es war meine erste KEYBOARDS, die ich als Teenager gekauft hatte.

    • Profilbild
      TimeActor  AHU 1

      Stimmt, Keyboards hatte ich im Abonnement. Ein Leser Statement zum Interview von mir und anderen wurde damals in einer der nachfolgenden Ausgaben abgedruckt.

  16. Profilbild
    Bernd-Michael Land  AHU

    R. I. P. Klaus Schulze!
    Ich habe nur zwei CDs von K.S. hier: Dig-It und En-Trance.
    Die ganzen älteren Sachen kenne ich leider überhaupt nicht, außer vage Erinnerungen an Mirage, die hatte ich früher mal als LP.
    Vielleicht sollte ich daran etwas ändern.

  17. Profilbild
    gaffer  AHU

    Was mir an ihm besonders gefiel und was oft übersehen wird. Er war auch als Produzent tätig. Womöglich gäbe es die erste Ideal LP nicht, er hat sie produziert (IC Label), obwohl das nicht allzu viel mit seiner Musik zu tun hatte. Die sind länger mit dem Album hausieren gegangen und er hat das Potenzial erkannt. Danke, ohne würde mir was fehlen.

  18. Profilbild
    a.jungkunst  AHU

    Elektro Brühlheide, Sennestadt, 1972. Ich hatte in der Sounds einen Artikel über deutsche Bands/Musiker gelesen und begab mich in unseren Laden für Waschmaschinen, Lampen, Küchenutensilien….und Schallplatten. Da ich die Leute dort kannte, weil ich einmal im Monat einen Teil meines Taschengelds in eine Langspielplatte investierte, aber noch öfter dort war, um Musik zu hören, bestellte man auf meine Anfrage nicht für mich, sondern für die Auswahl im Plattenregal, das an sich schon sehr gut sortiert war, Klaus Schulzes „Irrlicht“ und Tangerine Dreams „Zeit“ beim Großhandel. Eine Woche später konnte ich mir die Alben anhören. Mann, war das abgefahren, es traf meinen Nerv und ich ließ mir die Scheiben bis zum nächsten bzw. übernächsten ersten Tag im Monat zurücklegen. Von diesem Tag an bis zum Erscheinen der „Dig It“, von der ich ein wenig enttäuscht war, holte ich mir jede Scheibe von ihm, sobald sie im Laden stand. Klaus Schulze trug wesentlich zu meiner musikalischen Sozialisierung bei und hat uns jede Menge Musik für seine mentale Unsterblichkeit hinterlassen. Hut ab vor diesem konsequenten Lebenswerk.

  19. Profilbild
    Dayflight

    Sehr traurig. Als ich 14 war hörte ich zum 1. mal Ashra Temple und Irrlicht. Eine neue Soundlandschaft war geboren und hat sich dann Dank Klaus Schulze und einigen anderen wie Edgar Froese in unseren Köpfen festgesetzt. Moondawn, Timewind, Mirage, X …., Ricochet,…. eine unbeschreibliche musikalische Entwicklung tat sich auf. Und unvergessliche Konzerte.

    Seit dieser Zeit bin ich infiziert in „selber Musik machen“

    R.I.P. Klaus Schulze

  20. Profilbild
    Camel  

    Lieber Klaus,

    1996 fragtest Du uns Hörer und Fans mit Deiner neuen LP: „Are You Sequenced?“.
    Nach dem hören, oder besser gesagt nach der Klangreise blieb nur eine einzige Antwort: „Jetzt ja“!
    Ruhe in Frieden und mögen die Moog Sequenzen Dich jederzeit begleiten.

  21. Profilbild
    fran_ky  

    Durch die Musik von Klaus Schulze und den Kontakt zum SSB via Telefonnummer auf der Timewind LP hat sich mein Leben nachhaltig verändert und ich werde immer dankbar dafür sein.
    Dies ater.

  22. Profilbild
    KrauTronicA  RED

    „Timewind“ läuft im Hintergrund, um mich in die passende Stimmung für das Sinnieren und Schreiben dieser Zeilen zu versetzen.

    Mein Beileid gilt der Familie, allen Angehörigen und Freunden.

    Danke auch an Sven für diesen schönen Nachruf mit den wichtigen Stationen des Schaffens von Klaus Schulze.

    Als Außenstehender – aber aufgewachsen während der Zeit des Kalten Kriegs – frage ich mich als Hörer gerade bei den Stücken aus der Anfangszeit, ob (wenn überhaupt) und wieviel Einfluß dabei auch die dystopische Situation des geteilten (und isolierten West-) Berlins auf das Schaffen von Klaus Schulze hatte. Diesen Eindruck und Assoziation habe zumindest ich beim Hören der episch langen Stücke auf z.B. „Timewind“ und „Moondawn“ – optisch unterstützt durch die Gestaltung der Plattencover und (heute) CD-booklets.

    Das Vermächtnis von Klaus Schulze geht für mich über die Etablierung des Synthesizers und seinen Beitrag zur Schaffung des Genres „Elektronische Musik“ hinaus.
    Es ist vor allem der Mut, Dinge mal anders zu machen und so neue Wege jenseits des Mainstreams aufzuzeigen (so wie es auch Sven beschrieben hat).

    Herzlichen Dank Klaus Schulze für all die zeitlosen Werke und diesen inspirierenden Weg!

    Ruhe in Frieden!

  23. Profilbild
    Lichtstrom

    Hallo und guten Tag,

    ich höre schon sehr lange Musik von Klaus Schulze. Er hat mich mit seiner Art Musik immer tief berührt und es geschafft mich in andere Welten zu versetzten. So auch mit der Musik aus der wunderbaren Serie La Vie Electronique und seiner vielen anderen Aufnahmen.

    Ich freue mich so sehr auf sein letztes Album „Deus Arrakis“ das in wenigen Tagen kommt, weil es für mich ein Geschenk ist noch einmal etwas von Klaus Schulze hören zu dürfen.

    Als ich am 27.04.2022 von seinem Tod erfuhr war ich sehr betroffen und es macht mich sehr sehr traurig zu wissen das wir niemals wieder etwas von Klaus Schulze hören werden. Er wird mir immer in Erinnerung bleiben wenn ich seine Musik hören werde.

    Vielen Dank Klaus Schulze für deine wunderbare Musik die du uns geschenkt hast. RIP

    Oliver Grubert

  24. Profilbild
    Chromengel  

    Ich weiß noch, wie Klaus nach dem Konzert in Osnabrück (Klang-Art-Festival), nachdem schon viele gegangen waren, noch einmal herauskam und mit den Zuhöreren geredet und Autogramme verteilt hat, bzw. auf uralte LPs unterschrieben hat, die ein sehr eifriger Fan mitgebracht hatte.
    Auf dem Klem-Dag hat mir er selbst einmal ein Poster unterschrieben und im Hücker Moor konnte man ihn auch ansprechen und er hat mit dir geredet. Auf der Musikmesse in Frankfurt war er leider kurz angebunden. Kann auch passieren.
    Nicht oft sind Künstler so lebensnah….

  25. Profilbild
    iTwo

    Sehr schade, das Klaus Schulze gegangen ist.

    „Mirage“ war für mich der Wegbereiter in die Welt der Synthesizer. Für mich unvergessen war seine Vorstellung von „Mirage“ im SWR (oder SDR?). Auf die Frage nach „Starkult“ antwortete Klaus Schulze damals „was wollen die Leute mit meiner Unterhose“ (war eine Anspielung auf das Verhalten einiger Bands der 1970er).
    Neben „Mirage“ wurde dann relativ schnell auch seine früheren Schallplatten (ja, diese schwarzen Scheiben) besorgt und ein Korg MS10 war mein Einstieg in die elektronische Musik.
    Als Klaus Schulze 1985 (zusammen mit Rainer Bloss) in Stuttgart gastierte, war es natürlich ein Muss, dieses Konzert zu besuchen. Unvergessen und wundervoll.

    Danke Klaus Schulze, dass Du uns mit Deinen Klängen verzaubert hast.

  26. Profilbild
    Woolfy

    Edgar Froese sagte kurz vor seinem Tod 2015:

    es gibt keinen Tod
    es ändert sich die kosmische Adresse

    there is no death the cosmic address changes

    In diesem Sinne lieber Klaus seid Ihr zwei Pioniere vereint in Eurer kosmischen Adresse.

    Das Schaffenswerk von Klaus ist unsterblich. Erfreuen wir uns und gedenken.

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