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Test: 4ms Catalyst, Eurorack Sequencer

Interessanter Sequencer mit starkem Twist

14. Juni 2024
4ms Catalyst Sequencer Titelbild quadratisch2

4ms Catalyst Sequencer, Eurorack

Wir testen für euch heute den brandneuen 4ms Catalyst Sequencer für das beliebte Eurorack-Format. Anfang des Jahres war das interessante Modul noch als Ankündigung in unseren News, mittlerweile ist es auch im Handel erhältlich und steht natürlich sofort bei uns im Testlabor.

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Wer ist eigentlich 4ms? Im Jahr 1996 als Effektpedalschmiede von Dan Green in der Nähe von Chicago, Illinois, USA unter dem Namen 3ms Pedals gegründet, änderte das Unternehmen im Jahr 2002 seinen Namen in 4ms Company. Sieben Jahre später zog das Unternehmen dann nach Austin in Texas und begann mit der Entwicklung von Eurorack-Modulen. Die Mission der 4ms Company ist es, Musik durch die Entwicklung und den Bau innovativer Musikinstrumente besser zu machen. Man möchte dabei nicht Konzepte aus der Vergangenheit wiederholen, sondern strebt immer danach, einzigartige Ideen in spielbare musikalische Werkzeuge zu verwandeln, die ihrerseits die Möglichkeiten der Musik erweitern. Das klingt doch vielversprechend – oder? Und damit widmen wir uns gleich unserem Testprobanden und fragen:

Was ist der 4ms Catalyst Sequencer?

Der 4ms Catalyst Sequencer ist ein 8-Spur 64 Step CV-/Gate-Sequencer mit einem überraschend frischem Konzept. Jedem der acht Kanäle des 4ms Catalyst Sequencers können dabei eine eigene Sequenzlänge, unterschiedliche Transponierung und Quantisierung sowie verschiedene Spannungsbereiche und Taktteiler zugewiesen werden. Darüber hinaus bietet er auch Glide, unterschiedliche Gate-Längen und das beliebte Ratcheting.

4ms Catalyst Sequencer Userbild Modul seitlich liegend

Der 4ms Catalyst Sequencer geht aber noch einen Schritt weiter und kombiniert die Funktionen eines  traditionellen Step-Sequencers mit einem unkonventionellen Sequencer auf Phasenbasis und schafft damit ein neues Paradigma bei der Sequenzierung im Eurorack-System. Der 4ms Catalyst Sequencer bietet für die manuelle Phase-Modulation einen reaktionsschnellen Crossfader, mit dem man durch die vorher auf konventionelle Art erstellte Sequenz scrubben kann. Die phasenbasierte Sequenzierung kann aber auch dynamisch über eingehende Control Voltage erfolgen, bei der dann jeder abzuspielende Step anhand der eingehenden Control Voltage ausgewählt wird, wobei komplexe Schwingungsformen dann auch neue interessante rhythmische und melodische Muster erzeugen.

Der Catalyst Sequencer kann über eine spezielle Tastenkombination auch in einen 4ms Catalyst Controller verwandelt werden, wodurch sich die ellenlange Feature-Liste des Modules noch einmal drastisch erhöht.

Der 4ms Catalyst Sequencer wird ausgepackt!

Aus der von 4ms wirklich hübsch gestalteten Umverpackung holen wir das in Antistatikfolie gut eingebettete Eurorack-Modul, also den 20 Teileinheiten breiten 4ms Catalyst Sequencer höchstselbst.

4ms Catalyst Sequencer Userbild Verpackungsinhalt

Dazu finden wir dann in der Verpackung noch eine Garantiekarte, das mittlerweile obligatorische Schraubenset, hier sogar in Form von Befaco Knurlies, dazu natürlich das Ribbon-Kabel für die Stromversorgung und dann kommt noch etwas mittlerweile doch ziemlich Seltenes zum Vorschein: eine hochwertig gedruckte Bedienungsanleitung in englischer Sprache. Die aktuelle Bedienungsanleitung gibt es wie immer auch auf der Firmen-Website zum Modul als umweltfreundlichen Download.

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4ms Catalyst Sequencer Userbild Rückseite Poweranschluss

Da wir den 4ms Catalyst Sequencer gerade eh in der Hand halten, werfen wir auch gleich noch einen prüfenden Blick auf die Rückseite. Hier sehen wir auf einem mit SMD-Bausteinen übersätem PCB in der Mitte als Erhöhung die blanken Steckerleisten der damit leider nicht verpolungssicher angelegten Stromversorgung. Hier gilt es also aufzupassen! Die Markierung der roten Linie am Ribbon-Kabel ist nach Eurorack-Standard unten und die dicke Kennzeichnung dafür erkennen wir auch an dieser Stelle am Modul, also alles in Ordnung.

Wo wir schon über die Stromversorgung des mit 24 mm ultraflachen und damit Skiff-tauglichen 4ms Catalyst Sequencers reden, hier auch gleich noch die Daten dazu. Auf der +12 V Leitung saugt der 4ms Catalyst Sequencer maximale 60 mA und auf der -12 V Leitung kommen dazu noch einmal schmale 25 mA unter Maximallast. Die 5 V Leitung des Eurorack-Powerbusses wird von unserem Probanden nicht genutzt.

4ms Catalyst Sequencer Userbild Rückseite Steckerleiste

Am linken Rand erkennen wir dann noch zwei Stiftleisten ohne genaue Beschriftung. Möglicherweise dienen sie zukünftigen Erweiterungen. Sollten diese tatsächlich irgendwann das Licht der Welt erblicken, erfahrt ihr es natürlich sofort in unseren News.

Haptik und Aufbau des 4ms Catalyst Sequencers

Frisch aus der Verpackung geschält, wollen wir auch gleich noch die frischen ersten Eindrücke zur Haptik des 4ms Catalyst Sequencers an dieser Stelle hinterlegen. Die schwarz eingefärbte Frontplatte macht mit der sehr gut lesbaren weißen Beschriftung und den goldenen Zierelementen um Buchsen und Potis einen sehr hübschen und hochwertigen Eindruck. Dieser erste Gedanke ist selbstverständlich subjektiv eingefärbt, das will an dieser Stelle betont sein, aber mir gefällt die Optik des 4ms Catalyst Sequencers ausgesprochen gut.

4ms Catalyst Sequencer Userbild Modul unterer Bereich

Weil viele potenzielle Nutzer immer auch genau darauf schauen: Potis, Schalter und der Fader sind nicht mit der Frontplatte verschraubt, aber sie sind gut zwischen PCB und Frontplatte arretiert, sodass es hier keine Probleme geben dürfte. Zudem ist die Leiterplatte mit Abstandshaltern unten auch nochmal gegen die Frontplatte geschraubt, da ist also alles niet- und nagelfest.

Die elf Eurorack-Buchsen sind natürlich wie gewohnt mit der Frontplatte verschraubt, nehmen die Stecker der Patch-Kabel stramm auf und machen einen robusten Eindruck.

4ms Catalyst Sequencer Userbild Modul oberer Bereich

Die Schalter bestehen aus griffigem Plastik und haben einen hör- und fühlbaren Druckpunkt. Der Fader geht butterweich, mir schon fast zu weich, da hätte ich mir vielleicht ein wenig mehr Widerstand im Regelweg gewünscht, aber alles im bekannten Rahmen. Einen sehr angenehmen Widerstand im gut aufgelösten Regelweg bieten dafür die beleuchteten acht Potis, sogar mit Rasterung, was ein sehr feinfühliges Einstellen von Werten ermöglicht.

4ms Catalyst Sequencer Userbild Modul in flacher Seitenansicht

Alles in allem haben wir es beim 4ms Catalyst Sequencer mit sehr solider Handwerkskunst im oberen Drittel des Eurorack-Qualitäts-Niveaus zu tun. Ich habe in diesem Abschnitt nichts auszusetzen und darum gibt es von mir für den Probanden hier auch ordentlich Pluspunkte.

Die Bedienelemente des 4ms Catalyst Sequencers

Bei dem in meinen Tests schon obligatorischen virtuellen Rundgang über die Frontplatte wollen wir uns nun die Bedienelemente und Anschlüsse anschauen und dabei gleich deren Funktion kennenlernen. Sollte es dabei Besonderheiten geben, werden diese von mir auch gleich mit erwähnt. Wer hier also gut aufpasst, hat einen guten Einstieg in die Bedienung des 4ms Catalyst Sequencers und kann in der Regel direkt nach dem Auspacken loslegen.

4ms Catalyst Sequencer Herstellerbild Frontplatte

Als erstes schauen wir dabei auf die Anschlüsse, sprich Eurorack-Buchsen im oberen Bereich. Ganz links der Clock-In(put) dürfte klar sein, dient zum Einspeisen einer externen Clock aus analogen Quellen für die Synchronisation des 4ms Catalyst Sequencers zum bestehenden analogen Setup. Dann folgen acht golden hinterlegte Ausgangsbuchsen 1 bis 8, welche die Kanäle repräsentieren.

Mittig finden wir den Reset-Input, der bei eingehendem Trigger-Signal der Rücksetzung des Sequencers auf Step 1 dient. Ganz rechts die mysteriöse Eingangsbuchse Phase CV besprechen wir später.

4ms Catalyst Sequencer Userbild ungepatcht im System

Darunter finden wir dann acht Regler, die je nach Zustand beleuchtet sind und entweder die Steps eines Kanales, die Kanaleinstellungen oder globale Parameter repräsentieren. Wie sich das in der Praxis darstellt, klären wir im nächsten Absatz.

Sequencer Userbild rechte Seite Buttons

Zum besseren Verständnis der Bedienung nähern wir uns nun dem 4ms Catalyst Sequencer von rechts unten. Hier finden wir ganz rechts den selbsterklärenden Tap-Tempo-Button, über den man das Tempo für die interne Clock per Fingerdrumming eintappen kann. Links davon beginnt dann die essenzielle Bedienung des Sequencers mit den dafür elementar wichtigen Buttons Shift und Chan. / Quantize (Gate). Drückt man den Button Chan. /Quantize, werden die oben erwähnten Regler mit den Kanalparametern belegt.

Userbild Einstellungen LEDs Kanäle

Jeder Regler leuchtet dann in einem abgedimmten Grau. Nun ist es über die Regler möglich, für jeden Kanal einzustellen, ob er unquantisierte Control Voltage, zu einer einstellbaren Skala quantisierte Control Voltage oder ob er einfach nur Gates an den Ausgangsbuchsen ausgeben soll, wobei der aktuelle Wert durch die Farbe des Reglers dann auch angezeigt wird. Im nachfolgenden Schaubild dazu die Einstellungsmöglichkeiten und die dazugehörigen Farben.

Herstellerbild Manual Skales

Über den golden umrandeten Button Shift kommt man dann zu den globalen Einstellungen. Der Logik folgend, werden nun die Regler mit den Parametern ihrer goldenen Beschriftungen belegt. Hier kann man dann mit diesen Reglern globale Werte für Startpunkt, Abspielrichtung (Dir: Vorwärts, Rückwärts, Ping-Pong, Zufall), Länge, Phase (Verschiebung), Range (in Volt im CV-Mode/ Pulsbreite im Gate-Mode), BPM/Clock Teiler, Transponierung (im Gate-Mode logischerweise ohne Effekt) und Random (Zufall) einstellen.

PageButtons im Detail

Um diese Parameter individuell auf einen einzelnen Kanal anwenden zu können, kommen nun die acht Page-Buttons ins Spiel. Sie dienen in erster Linie zum Auswählen des aktuellen Kanals oder wenn die Sequenz länger als acht Steps ist, zur Anwahl der weiteren Seiten. Kombiniere, kombiniere: 8 Pages mal 8 Steps gleich maximal 64 mögliche Steps pro Sequenz.

Aber wie gesagt, dienen diese Buttons auch zum Anwählen des Kanals für die individuellen Kanalparameter. Hierzu drückt man einfach einen der Taster zur Anwahl des Kanals und dann drückt man Chan./Quantize und Shift und kann nun über die illuminierten Regler für diesen Kanal von den globalen Einstellungen abweichende Werte einstellen. Das hört sich doch schonmal sehr spannend an – oder?

Nun finden wir auf der linken Seite noch weitere Buttons. Ganz links dürfte klar sein. Die Symbole von Play und Pause erkennt jeder, der die letzten 50 Jahre nicht auf dem Mond verbracht hat, als Transportfunktionen. In Verbindung mit dem Shift-Button wird dieser Button dann zum Reset und setzt den Sequencer manuell auf Step 1 zurück.

Userbild Buttons linke Seite im Fokus

Rechts daneben der Button Fine sorgt gedrückt und namensgebend für die Feinjustierung der Regler dient. In seiner Hauptfunktion dient der Button Fine aber als Operator für den Befehl COPY. Hiermit kann man Pages oder Kanäle kopieren, um sich zum Beispiel leichte Variationen davon erstellen zu können.

Darunter der Button Glide/Ratchet belegt die illuminierten Regler automatisch je nachdem, wie der Kanal eingestellt ist, entweder mit der bekannten Glide-Funktion im CV-Mode zum Verschleifen von Noten oder mit dem beliebten Ratcheting, hier als mehrfaches Auslösen von Gates im Gate-Mode. Aber da geht noch mehr: Drückt man Shift und Glide, kann man die Wahrscheinlichkeit (in Abhängigkeit von Random) für die Auslösung eines Steps und mit dem Button Fine im Gate-Mode den Swing einstellen.

Und damit sind wir mit den grundlegenden Funktionen auch schon durch. Wirklich? Naja, nicht ganz, denn jetzt kommen wir zum absoluten Highlight des Testprobanden.

Die Phasen-Modulation

Bis hierhin liest sich die Beschreibung wie die eines gut ausgestatteten, aber durchaus gewöhnlichen Eurorack-Sequencers. Aber interessierte Leser haben es sicher gemerkt: Ein zentrales Bedienelement und eine Eurorack-Eingangsbuchse haben wir bei unserem Spaziergang nur umrundet, aber noch nicht besprochen. Das holen wir nun nach und widmen uns dabei zuerst dem omnipräsenten horizontalen Fader in der Mitte des Modules, der – und das darf ich schon vorwegnehmen – den 4ms Catalyst Sequencer dann doch zu einem außergewöhnlichen Sequencer macht.

Userbild Fader im Detail

Der 4ms Catalyst Sequencer ist laut den Machern von 4ms ein phasenbasierter Sequencer. Man muss sich dabei die erstellte Sequenz als eine Art Tonbandaufzeichnung vorstellen. Auf dem Fader, in der Anleitung auch Crossfader genannt, sind jedem Schritt der Sequenz feste Positionen zugeordnet. Nun kann man mit dem Crossfader durch die Positionen in der Sequenz scrubben, was dem Bewegen des Tonkopfes auf dem Tonband entspricht. Und das bringt wirklich einen Heidenspaß!

Es ist echt spannend zu hören, wie die Sequenzen beim Faderschieben noch einmal ordentlich durcheinandergewürfelt werden. Für die mühsam erstellten komplexen Sequenzen gleich das passende Remix-Tool in den Sequencer zu integrieren, ist schon eine großartige Idee!

4ms Catalyst Sequencer Userbild im System gepatcht

Weniger großartig finde ich allerdings die limitierte Speicherverwaltung des 4ms Catalyst Sequencers. Die Page-Buttons dienen ja gleichzeitig als Slots für Speicherplätze und wenn ich richtig zähle, sind das nach Adam Riese nur acht. Ein bisschen dünn, wie ich finde, zumal es ja auch noch einen Song-Mode (Page List) gibt, bei dem man dann die Sequenzen hintereinander in gewünschter Reihenfolge abspielen lassen kann. Bei einem kompletten Song stößt man mit nur acht gespeicherten Sequenzen doch recht schnell an seine Grenzen – oder?

Ich konnte leider auch nirgends im Handbuch einen Hinweis darauf finden, dass man diese erstellten Songs irgendwo abspeichern, geschweige denn die acht Sequencen nach extern auslagernd wegspeichern kann, denn irgendwann ist nun mal jede Wanne voll. Hier sollte 4ms unbedingt nochmal über die gesamte Speicherverwaltung nachdenken und da etwas Praxistaugliches in einem Firmware-Update nachlegen. Die acht Page-Slots könnten doch in der ersten Ebene Bank-Slots für Speicherplätze werden, hinter denen sich dann jeweils acht Speicherslots verbergen. Vielleicht nur so als Idee?

4ms Catalyst Sequencer Userbild Modul im System blaue Leds gepatcht

Aber nun genug gemeckert! Schauen wir mal, ob da noch mehr geht. Und klar: Da geht noch mehr! Es gibt ja noch die bisher nicht beschriebene Eingangsbuchse Phase CV, über die der Ablauf der Sequenz über dort eingehende Control Voltage dynamisch gesteuert werden kann. Die Spannung am Eingang der Phase-CV-Buchse wählt dabei aus, welcher Schritt der Sequenz aktiv ist und setzt ein automatisches Scrubbing durch die Sequenz in Gang.

Herstellerbild Manual Wellenform Phasing Bild 3

Und nun verschiebt sich die Grenze des Machbaren nur noch durch eure kreativen Ideen, abgefahrene Control Voltage zu erzeugen – eine endlose Spielwiese mit absoluter Spaßgarantie!

Herstellerbild Manual Wellenform Phasing Bild 2

Nutzt beispielsweise LFOs, Hüllkurvengeneratoren oder polarisierte Mischungen daraus, vielleicht Control Voltage aus einem weiteren Sequencer?

Herstellerbild Manual Wellenform Phasing Bild 1

Da könnte ich hier wohl bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag die Möglichkeiten aufzählen und würde doch nicht alle erschlagen. Hier sind der kreativen Fantasie einfach nur die Grenzen durch den eigenen heimischen Modulpark gesetzt.

Die Bedienung des 4ms Catalyst Sequencers

Gerade am Anfang der Einarbeitung hatte ich mir doch irgendwo ein kleines Display gewünscht, um zum Beispiel Parameter genau einstellen zu können oder um zu erkennen, auf welcher Bedienebene ich mich gerade befinde. Das sehr gut beschreibende Handbuch ist in dieser Phase aber eine sehr gute Hilfe und sollte deshalb gerade am Anfang immer in der Nähe griffbereit liegen.

4ms Catalyst Sequencer Userbild Modul und Handbuch

Aber keine Angst, es dauerte bei mir zwar eine gewisse Zeit, bis ich die Fülle an Optionen und deren Möglichkeiten inhaliert hatte, aber gemessen daran, ist es tatsächlich nur eine kurze Weile, dann hat man die Bedienphilosophie hinter der Bedienoberfläche verstanden und man bedient den hübschen 4ms Catalyst Sequencer quasi im kontrollierten Blindflug via Autopilot.

Bisher war das alles ziemlich viel Theorie und bekanntlich sagen Ton und Bild ja mehr als tausend Worte. Darum mein Tipp: Schaut euch einfach das nachfolgende Tutorial von 4ms an und ihr könnt euch dabei dann praktisch selbst ein Bild von dem großartigen Modul machen.

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Der Twist – zwei Fliegen mit einer Klappe

Und nun kommt der Clou: Wer des Sequenzierens mit dem 4ms Catalyst Sequencer überdrüssig wird, drückt einfach Shift + Tap Tempo + Chan./Quantize und aus dem Sequencer wird plötzlich der 4ms Catalyst Controller!

4ms Catalyst Controller Herstellerbild Frontplatte

Ja – richtig gelesen. Ihr erhaltet mit dem Kauf des 4ms Catalyst Sequencers gleich noch den 4ms Catalyst Controller dazu, sogar mit der dazugehörigen Frontplatte, denn diese ist doppelseitig bedruckt.

 Userbild Rückseite mit Controller Frontplatte

Diese Metamorphose ist erst einmal temporär. Möchte man, dass das Modul beim Start immer als Controller aufwacht, dann muss man oben genannte Tastenkombination beim Anschalten der Stromversorgung gedrückt halten. Der Rückweg zum Sequencer führt dann in gleicher Prozedur über die drei Tasten auf der linken Seite, also gleichzeitiges drücken von Play + Fine + Glide.

Wie lässt sich der 4ms Catalyst Controller einsetzen?

Wenn man mit komplexen Systemen, wie dem Eurorack-Modularsystem arbeitet, wünscht man sich oft, man wäre ein Octopus und könnte mit seinen acht Armen diverse Regler und Fader gleichzeitig bedienen, um den gewünschten und drastischen Effekt zu erzielen. Genau an diesem Punkt setzen CV-Controller an. Diese Module gab es auch schon in den frühen Serge-Systemen und die krönende Reinkarnation in Form des RS Serge TKB durfte ich auch schon für euch testen. Aber auch Eurorack-Module, wie die ebenfalls von mir getesteten Dnipro Modular Metamorph und das Buchla Tiptop Audio Sequential Voltage Source 245t sind für diese Aufgaben prädestiniert.

Als eine Art analoger Preset-Speicher können sie als zentrale Steuereinheit für euer Eurorack-System dienen. Denkbare Aufgaben wären zum Beispiel das Umschalten von Systemzuständen, Überblendungen von Klangbestandteilen in gepatchten Sounds, Parametern, ganzer Szenen oder das Auslösen von Ereignissen zu bestimmten Zeiten. Das kann drastisch oder subtil erfolgen und natürlich zur System-Clock synchronisiert im Takt.

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Mit dem Octopus lag ich bei unserem, nun mutierten Probanden, dem 4ms Catalyst Controller sogar ziemlich richtig, denn er bietet insgesamt acht CV/Gate-Ausgänge, die in bis zu 64 Scenes gespeicherte, acht unterschiedliche Werte für Control Voltage oder Trigger ausgeben können. Das bedeutet in der Praxis, man hat 64 Presets mit jeweils 8 Voreinstellungen, um so per Trigger, Control Voltage oder Bewegung des Faders das ganze System umstellen zu können. Diese Umstellung kann langsam und geschmeidig passieren, was zu fast unauffälligen, aber wirksamen Überblendungen führt oder eben drastisch, für besondere Akzente.

Herstellerbild Fader Detail

Der 4ms Catalyst Controller legt an dieser Stelle aber noch einen drauf. Man kann mit ihm nämlich auch die einkommende Control Voltage und sogar die Bewegungen des Crossfaders aufnehmen und wieder abspielen. Dazu kann man auch die intern erzeugten Spannungen quantisieren lassen oder sogar völlig zufällige Presets erzeugen.

Der 4ms Catalyst Controller als Octopus für das Eurorack erweist sich damit als ein echtes Arbeitstier für komplexe Ergebnisse, die manuell so nur sehr schwer erzielbar wären.

Alternative Eurorack Sequencer

Schaut man auf die ellenlange Mitbewerberliste in unserer Marktübersicht der besten Sequencer für das Eurorack, wird man erstaunt feststellen, dass sich der 4ms Catalyst Sequencer mit seiner enormen Feature-Liste hier tatsächlich im unteren Preisbereich wiederfindet. Dazu kommt der geringe Platzverbrauch bei immerhin acht Spuren.

Sequencerauflistung Modulargrid

Das Alleinstellungsmerkmal finden wir beim 4ms Catalyst Sequencer in der durch den omnipräsenten Fader repräsentierten, sehr lebendigen Phase-Modulation und dass man mit ihm sogar noch ein zweites, noch dazu sehr gewinnbringendes Modul samt passender Frontplatte als Bonus erwirbt. Von daher sehe ich den anvisierten Preis des 4ms Catalyst Sequencers als absolut fair an.

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Fazit

Wie sagt man so schön? Zwei Fliegen mit einer Klappe – oder? Mit dem 4ms Catalyst Sequencer erhält man einen wertigen und sehr soliden Acht-Spur-Sequencer mit beachtlichem Funktionsumfang, der für diese Kategorie mit geringem Platzverbrauch im Case, einem neuartigem Konzept der Phase-Modulation, einer sehr zugänglichen Bedienphilosophie sowie einem sehr hohen Spaßfaktor glänzt. Dazu erwirbt man dann noch ganz nebenbei ein weiteres Modul nebst zugehöriger Frontplatte, das sich durch einfaches Umschalten schnell im Setup integriert und sehr gewinnbringend einsetzen lässt. Antesten empfohlen!

Plus

  • wertiges und sehr solides Design
  • geringer Platzverbrauch im Case
  • neuartiges Konzept der Phase-Modulation
  • sehr zugängliche Bedienphilosophie
  • weiteres sehr gewinnbringendes Controller-Modul als Bonus inklusive
  • enorm hoher Spaßfaktor

Minus

  • unterdimensionierte Speicherverwaltung

Preis

  • 419,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Danke für den Test. Mir persönlich ist dieses Modul zu tief oder vielleicht ist meine Hirnkapazität auch nicht ausreichend genug. Vor allem ohne Display. Die Leute, die das Rack voll solcher umfangreicher DSP-Sachen haben und sich diese ganzen Tastenkombis merken können, die, je nach Philosophie des Herstellers, unterschiedlicher Buch kaum sein könnten, beneide ich wirklich. Da geht bei mir der ganze Spaß verloren…
    Erinnert mich irgendwie ein bisschen an das u-he-CVilization.

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