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Test: AbleSet 3 Ableton Live Remote Software

Beste Remote Control für Ableton Live

22. April 2026
AbleSet Ableton Live Remote Software

Test: AbleSet 3 Ableton Live Remote Software

Ableton Live gehört zu den beliebtesten Apps für das Abspielen von Backing-Tracks auf der Bühne. AbleSet 3 ist eine Remote App für Ableton Live und viel mehr als das. Warum AbleSet 3 für diejenigen, die Ableton Live für Backing-Tracks auf der Bühne nutzen ein Pflichtkauf ist, erfährst du in diesem Testbericht.

Kurz & knapp

Worum geht es? AbleSet ist eine Browser-basierte Remote-Lösung für Ableton Live, die Setlists und Song-Parts im Arrangement View flexibel steuerbar macht, besonders für Backing-Tracks auf der Bühne.

  • Zielgruppe: Ideal für Acts, die Ableton Live als Backing-Track-Setup live nutzen und spontan in Setlists reagieren müssen.
  • Setlists: Setlists werden im Browser erstellt, sortiert und angepasst, ohne Songs mühsam im Arrangement entlang der Timeline zu verschieben.
  • Song-Parts: Sections per Locator (> / >>) oder via MIDI-Clip-Track „Sections“ ermöglichen schnelles Anspringen und Strukturierung.
  • Live-Features: Anzeige von Tempo, Taktart, Songdauer und Restspielzeit, plus Stop-Logik pro Song für Festival-Setups.
  • Extras: Lyrics, Akkorde, Notenbilder und Guide-Tracks (+GUIDE/+LOOPGUIDE/+JUMPGUIDE) erweitern das Bühnen-Handling deutlich.
Bewertung

Léo Bernard AbleSet 3

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AbleSet 3 Ableton Live Remote App

AbleSet Ableton Live Remote Canvas einrichten: Beispiel Canvas

Backing-Tracks live nutzen

Backing-Tracks gehören für viele Bands im professionellen Bereich seit langem zur Bühnen-Show dazu. In der Regel werden diese mit Ableton Live abgespielt. Seit einigen Jahren hat sich bei Berufsmusikern ein neues Tätigkeitsfeld herauskristallisiert, das sogar eine offizielle Bezeichnung erhalten hat: Ableton Live Operator. Wenn du mehr zum Einsatz von Backing-Tracks auf der Bühne wissen willst, empfehlen wir dir unseren AMAZONA Workshop zum Thema:

Workshop: Stems live einsetzen, Bühne, Stage

Entwickler

Hinter AbleSet steckt keine große Software-Schmiede, sondern ein junger Entwickler aus Düsseldorf. Léo Bernard ist Musiker und Entwickler, Filmliebhaber und leidenschaftlicher Ableton Live Nutzer. Sein Blog Leolabs.org beschäftigt sich weniger mit großen Software-Projekten, sondern eher mit alltäglichen Problemen, für die Léo Bernard Lösungen findet. In den letzten Jahren ist es ruhiger um ihn geworden, er entwickelt allerdings immer noch AbleSet weiter und beantwortet fleißig Fragen von Nutzern. AbleSet ist gerade in der Version 3 erschienen, die wir zum Testen zur Verfügung hatten.

Drei Versionen

AbleSet Ableton Live Remote Versionen und Preise

AbleSet Versionen und Preise

AbleSet gibt es in drei Versionen für macOS (Intel/Apple Silicon) und Windows: Intro, Standard und Pro. Für die meisten Nutzer dürfte die Intro- oder Standard-Version ausreichend sein. Die Pro-Version bietet einige Features wie Scripting, LTC-Display, einen Mixer etc., die nicht jeder benötigt. Darüber hinaus kann sie auf bis zu drei Computern aktiviert werden, während Intro nur auf dem Bühnen-Computer und Standard auf zwei Computern gleichzeitig aktiviert werden können. Ab der Standard-Version unterstützt AbleSet dann auch Redundanz-Systeme für mehr Betriebssicherheit.Schaut man sich die Namensliste der Künstler an, die AbleSet bei Konzerten einsetzen, stechen natürlich sofort die großen Künstler ins Auge:

Shawn Mendes, Benson Boone, P!ink, 50 Cent, Depeche Mode, Blur, Earth, Wind & Fire, Foo Fighters, Avril Lavigne, Peter Gabriel, Christopher Cross, Yungblud, The Chemical Brothers und unzählige andere, die auf AbleSet aus Düsseldorf vertrauen. Warum?

Was macht AbleSet?

AbleSet schließt eine große Lücke, die Ableton Live hinterlässt: Es stellt flexible Playlists im Arrangement View von Ableton Live zur Verfügung. Für diejenigen, die Ableton Live noch nicht so gut kennen, hier eine kurze Erklärung dazu:

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Ableton Live besitzt zwei verschiedene Betriebsarten: Session View und Arrangement View.

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Umfangreiches Backing-Track-Setup im Session View in Ableton Live

Im Arrangement View gibt es die bekannte Timeline, wie sie jede DAW besitzt. Im Session View gibt es hingegen Scenes und Clips. Jede Scene besteht aus einer vom Anwender definierten Anzahl an Tracks. Jeder Track kann einen Clip enthalten. Startet man eine Scene, werden alle Clips, die sich darin befinden, synchron abgespielt. Clips lassen sich aber auch über Szenen hinweg miteinander kombinieren.

Szenen lassen sich beliebig untereinander anordnen und verschieben. Aus diesem Grund bietet sich das Session View für Backing-Track-Setlists an. Es hat aber auch einen gewaltigen Nachteil:

Es ist nämlich nicht möglich, im Session View innerhalb einer Szene zu navigieren, um zum Beispiel bestimmte Teile einer Scene wiederholt abzuspielen oder direkt anzuspringen. Zwar kann der Song gestartet werden, um dann über die Transportleiste vor- oder zurückzuspulen, aber mehr auch nicht. Hier kommt das Arrangement View ins Spiel.

Live-Sets im Überblick - Part 1: Was ist eigentlich ein Live-Set?

Die Arrangement-Ansicht von Ableton Live funktioniert wie die Arrangement-Fenster anderer DAWs, lässt sich aber auch für die Organisation von Backing-Tracks verwenden

Im Arrangement View arbeitet Ableton Live mit Markern, die sich anspringen lassen – auch während ein Track läuft. Über einen Quantisierungsparameter bestimmt der Anwender, wann der Sprung stattfinden soll, z. B. zum nächsten Taktanfang. Das hat für Backing-Track-Anwender einen gewaltigen Vorteil:

Songs folgen nicht zwingend einem festen Aufbau, sondern die Formteile lassen sich beliebig miteinander kombinieren oder einzelne Teile wiederholen, um zum Beispiel auf das Publikum einzugehen. Auch das Aussteigen aus dem Backing-Track (z. B. für A-Capella-Parts) und das spätere Wiedereinsteigen ist einfach möglich. Die Marker können auch per MIDI-Controller gesteuert werden, was die Handhabung auf der Bühne vereinfacht. Auch Tempo-Automationen sind im Arrangement View möglich.

Der große Nachteil ist: Songs müssen hintereinander im Arrangement View angelegt werden. Ändert sich die Song-Reihenfolge, wird es unbequem, da das Verschieben von Songs entlang der Timeline eine Qual ist. Besitzt ein Song dann noch Spurautomationen oder gar Tempo-Automationen, ist das Editieren einer Setlist kein Vergnügen mehr. Kurzfristige Änderungen sind zudem überhaupt nicht möglich.

Im Session View hingegen lassen sich Scenes einfach neu anordnen. Ist jeder Song in einer Scene untergebracht, ist die neue Setlist innerhalb von Sekunden aufgebaut.

Auch im Setlist View können flexible Songstrukturen gebaut werden, allerdings muss dazu der Song zerschnitten werden, um die einzelnen Parts als jeweils eigene Scene anzulegen. Jedem Clip innerhalb der Scene muss dann eine sogenannte Follow-Action zugewiesen werden, die beim Erreichen des Clip-Endes automatisch den nachfolgenden Clip startet. Auf diese Weise würde dann ein Song nach dem Starten der ersten Scene automatisch bis zum Ende durchlaufen, es sei denn, man springt innerhalb der Laufzeit zum Beispiel zur Chorus-Scene, um den Chorus noch einmal zu wiederholen.

Über Plug-ins lassen sich auch Scenes mit Follow-Actions ausstatten, was die Arbeit mit einer Scene pro Song-Part deutlich vereinfacht. Möchte man einen Song, der aus mehreren Scenes besteht, innerhalb der Setlist verschieben, müssen zunächst alle zugehörigen Scenes markiert werden, um diese dann gemeinsam an eine neue Stelle zu schieben. Scene-Gruppen gibt es leider nicht. Sehr schön ist, dass man Scenes Farben zuweisen kann, was für mehr Übersichtlichkeit sorgt. Tempo-Automationen oder Spurautomationen funktionieren im Session View leider nicht.

AbleSet erweitert das Arrangement View

AbleSet bringt nun die wichtigsten Möglichkeiten des Session Views mit dem Arrangement View zusammen: Das einfache Anlegen von Setlists und spontane Änderungen an diesen werden mit AbleSet möglich, ohne dass am Arrangement selbst Änderungen vorgenommen werden müssen. Dazu wertet AbleSet eine ganze Reihe an Parametern aus und stellt im Browser eine Setlist zur Verfügung, die nicht nur editiert werden kann, sondern auch die Möglichkeit bietet, direkt auf einzelne Song-Parts zuzugreifen.

Installation und Funktionsweise von AbleSet

AbleSet Ableton Live Remote Installation

Die Installation in Ableton Live 10/11/12 ist schnell erledigt

AbleSet ist ein kleines Plug-in für Ableton Live ab Version 10, das eine Bedienoberfläche installiert, die vom Nutzer in den Voreinstellungen unter dem Punkt „Link, Tempo & MIDI) ausgewählt werden muss. An Einstellungen in Ableton Live selbst war es das auch schon. Zusätzlich installiert AbleSet eine kleine Server-Applikation auf dem Ableton Live Computer. Diese vermittelt zwischen Ableton Live und mit dem Server verbundenen Endgeräten. Damit diese sich mit dem AbleSet Server verbinden können, zeigt AbleSet beim Start die aktuelle IP-Adresse an.

Auf den Endgeräten selbst muss nichts installiert werden, denn AbleSet arbeitet komplett im Browser. Die Einrichtung auf dem Bühnen-Computer ist schnell abgeschlossen und außer der Seriennummereingabe muss nichts weiter gemacht werden.

Voraussetzungen für den Test

Wie beschrieben funktioniert AbleSet nur mit Backing-Tracks, die im Arrangement View angelegt wurden. Für den Test hatte ich glücklicherweise noch ein Projekt einer Weihnachts-Show im Planetarium Bochum. Es handelte sich um eine Familienshow für Kinder, bei der hauptsächlich die bei Familien sehr beliebten Weihnachtslieder von Rolf Zuckowski präsentiert wurden. Die Show war im Stil einer Radiosendung produziert, bei der die Lieder von Moderationen eines Studiomoderators und einer Reporterin auf dem Bochumer Weihnachtsmarkt unterbrochen wurden.

Damit die vorproduzierten Moderationen auch stilecht in den Fade-Out der Musik hineingesprochen werden bzw. der nächste Song schon beginnt, während der Moderator noch spricht, wurde diese Show ausnahmsweise im Arrangement View in Ableton Live angelegt.

Die Show wurde bereits im Jahr zuvor im Planetarium Bochum mit großem Erfolg aufgeführt. Für die Neuauflage wurden zwei Songs ergänzt und andere verschoben. Die Editierungen waren dementsprechend aufwändig. Die Sängerinnen und Sänger nutzten Apple iPads für die Song-Texte, die als PDFs in der App Unrealbook gespeichert waren. Für den Test habe ich also das Ableton Live Set der Show genutzt, um zu schauen, ob das nicht mit AbleSet leichter funktioniert hätte.

Setlists anlegen

Die wichtigste Funktion für die meisten Anwender von AbleSet dürfte die Setlist sein, die AbleSet bereitstellt. Diese lässt sich direkt im Browser editieren, Songs können angesprungen werden. Das funktioniert über die im Arrangement View von Ableton Live gesetzten Locator. Im Performance View von AbleSet wird groß der aktuelle Song-Titel angezeigt, das Tempo, die Taktart, die Dauer des Titels sowie die verbleibende Spielzeit. Auch zu sehen ist die Zahl der verbleibenden Songs in der Setlist und – ganz wichtig – der verbleibenden Spielzeit. Das ist vor allem für Bands interessant, die bei Festivals spielen und Vorgaben zur maximalen Spielzeit erhalten haben.

AbleSet Ableton Live Remote Setlist einrichten

AbleSet Setlist Editor

Der Click lässt sich stummschalten und auch auf Solo schalten.

Möchte man die Setlist editieren, drückt man auf einen kleinen Button mit einem Stift und gelangt in den Setlist-Editor. Dort kann man nun Songs verschieben oder aus der Setlist entfernen. Doch es gibt noch weitere Funktionen:

Jedem Song lässt sich eine Farbe zuweisen, was für mehr Übersicht sorgt. Außerdem, und das ist eine wichtige Funktion, lässt sich für jeden einzelnen Song definieren, ob nach dem Song die Wiedergabe gestoppt werden soll. Ansonsten läuft Ableton Live nämlich einfach nach einem Song weiter. Alternativ lässt sich auch eine Verzögerungszeit in Sekunden einstellen.

Praktisch ist auch das Description-Feld, in dem ich kurze Anmerkungen zum Song hinterlegen kann, die dann in der Setlist angezeigt werden. Hat man einen Stopp eingefügt, gibt es auch eine „Stop Description“.

AbleSet Ableton Live Remote Setlist einrichten

Auch Farbzuweisungen und Beschreibungen sind möglich, ebenso eine Stopp- und Verzögerungsfunktion zwischen Songs

Alle Änderungen lassen sich rückgängig machen, die Songs nach Alphabet sortieren, Setlists speichern und wieder öffnen und so weiter. Übrigens: Für die iPad-Hasser unter den Musikern lässt sich die Setlist übrigens auch ausdrucken.

Bezogen auf mein Ableton Live Projekt wäre also die Vorgehensweise deutlich einfacher gewesen: Die neuen Songs werden hinten an die bestehenden Songs im Arrangement View angehängt, mit einem Locator samt Songtitel versehen und dann im Setlist Editor in AbleSet an die richtige Stelle geschoben. Fertig. So leicht hätte es gehen können.

AbleSet Sections

AbleSet kann noch mehr als reine Song-Locator. Stellt man einem Locator-Namen ein „>“ vorweg, zum Beispiel „> Verse 2“, lassen sich Song-Parts markieren, die dann über AbleSet angesprungen werden können. Soll ein bestimmter Song-Part schnell über das AbleSet Performance View angesprochen werden können, stellt man „>>“ vorweg, z. B. „>> Chorus“.Seit Ableton 10 gibt es noch einen weiteren Weg, Song Sections zu definieren: MIDI-Clips. Dazu legt man einfach für jede Song Section einen leeren MIDI-Clip an und benennt diesen entsprechend. Die Spur, auf der die Song Sections abgelegt werden, benennt man mit „Sections“. Fertig. Es ist dabei unerheblich, wie lang ein solcher Clip ist, da AbleSet die Dauer eines Song-Parts einfach anhand der Zeit zwischen zwei MIDI-Clips errechnet.

AbleSet Ableton Live Remote Sections

Einrichten von Sections in Ableton Live per MIDI Track

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Stellt man einem Track-Namen ein sogenanntes Flag nach, kann man diesen für eine bestimmte AbleSet-Funktion wie in diesem Fall die Sections markieren. Das Flag für die Sections lautet „+SECTIONS“.

Locator und MIDI-Clip-Sections lassen sich kombinieren. Einen Nachteil hat die MIDI-Clip-Lösung allerdings: Die Ableton Live API erlaubt es nicht, dass MIDI-Clip-Sections angesprungen werden, während die Wiedergabe läuft. Es bietet sich an, für Sections, die angesprungen werden sollen, Locator zusätzlich zu definieren. Natürlich bringt AbleSet ein Tool mit, um das automatisch zu erledigen (und automatisch hinzugefügte Locator auch wieder ebenso einfach zu entfernen).

Über ein weiteres Flag lassen sich die Sections mit Farben für die Anzeige in AbleSet versehen. Dazu hängt man an den Sections Track Namen das Flag „+CLIPCOLORS“ oder „+CC“ an. Die Farbe wählt man dann mit dem Ableton Live Colorpicker aus und weist sie dem MIDI-Clip für die jeweilige Section zu.

AbleSet aktualisiert sich übrigens bei jeder Änderung automatisch, kein Reload des Browser-Fensters erforderlich. Sehr gut. Es empfiehlt sich also, mit zwei Monitoren zu arbeiten. So kann man auf einem Monitor AbleSet im Browser-Fenster offen haben, während auf dem anderen Monitor Ableton Live läuft und man dort die Session einrichtet.

Songtexte

Teleprompter gehören ab einem gewissen Alter und Umfang des Repertoires bei vielen Acts zum Bühnenprogramm wie das Instrument. Während große Acts Personal für den Teleprompter haben, müssen sich die meisten Bands selbst darum bemühen. Wäre es beim Einsatz von Click-Tracks oder Backing-Tracks nicht prima, wenn der Text automatisch scrollen würde mit einem Highlighting der zu singenden Textzeile wie beim Karaoke? Mit AbleSet ist das kein Problem. Über einen MIDI-Track mit einem +LYRICS Flag lassen sich Songtexte einfach einbinden. Der Text wird dabei als MIDI-Clip-Name gespeichert. Der Clip muss dann nur noch an der richtigen Stelle positioniert werden, um ihn zum Backing-Track oder Click-Track zu synchronisieren. Klingt aufwändig, oder?

Natürlich hat Léo auch hier eine Lösung parat und direkt ein Tool integriert, mit dem sich der Songtext einfach in ein Eingabefeld kopieren lässt. Nun wählt man ein MP3 des Backing-Tracks aus, zu dem man den Text synchronisieren möchte und lässt das Playback laufen. Über die SPACE-Taste der Tastatur synchronisiert man nun den Text passend zum Song. Nach einer letzten Kontrolle wird der Songtext als Ableton Live Datei gespeichert, die man nur noch ins Arrangement-Fenster ziehen muss. Fertig.

Ableset Ableton Live Remote Lyrics Track Generator

Mit dem AbleSet Lyrics Track Generator können Songtexte einfach zum Projekt synchronisiert werden

Mal ehrlich: Wie cool ist das denn?

Sobald ein Lyrics Track in Ableton Live entdeckt wird, erscheint der Songtext automatisch und synchron im Lyrics-Fenster und im Performance View von AbleSet.

Für unser Planetariums-Projekt hätte das bedeutet, dass wir in der Vorbereitung die Texte einfach ins Projekt hätten kopieren können, um diese dann synchron zur Musik auf die iPads zu streamen. In den vergangenen Jahren haben wir für eine ähnliche Funktionalität die Software ProPresenter genutzt, die dann zu Ableton Live synchronisiert wurde. Sehr aufwändig in der Vorbereitung und Synchronisation und vor allem auch sehr teuer. Eine Synchronisation per ProPresenter lohnt sich nur dann, wenn die Texte für das Publikum zum Mitsingen projiziert werden sollen, weil man hier auch Videohintergründe nutzen kann, zusätzlich gibt es dann auch eine Stage-View-Funktion. Als reiner Teleprompter ist ProPresenter zu komplex und schießt über das Ziel hinaus.

Akkorde

Und da alte Leute wie ich irgendwann auch eine gewisse Akkord-Demenz entwickeln, können auch Akkorde integriert werden, die dann zusammen mit dem Text angezeigt werden. Sogar Formatierungsmöglichkeiten gibt es. Nie wieder falsche Akkorde – herrlich.Und was ist, wenn ich mir das Keyboard-Intro oder Solo von Song xyz einfach nicht merken kann und auf Noten angewiesen bin? Kein Problem, denn AbleSet kann auch Bilder referenzieren, die dann synchron zum Song angezeigt werden. Und, wie könnte es anders sein, hat Léo auch hier an ein Tool gedacht, das diesen Vorgang kinderleicht macht.

Mehr Lyrics

Besitzer einer Standard- oder Pro-Version von AbleSet haben zudem die Möglichkeit, mehrere +Lyrics Tracks anzulegen und diese an die jeweiligen Musiker auszuspielen.Wozu denn das?

Ganz einfach: Während der Frontmann oder die Frontfrau ihren Songtext bekommt, möchte der Gitarrist vielleicht nur die Chords sehen, der Keyboarder noch Notenauszüge und der Bassist, der aufgrund mangelnder Auslastung zum Singen der Background-Chöre verdammt ist, möchte noch sehen, wann und wo er „Oohs“ und „Aahs“ ins Mikrofon hauchen muss.

Guide Tracks

In-Ear-Monitoring macht’s möglich: der MD (Musical Director) bestimmt, wie der Song abläuft. Soll ein Chorus wiederholt werden? Folgt ein A-Capella-Chorus, bei dem nur noch die Drums spielen sollen und das Publikum singt? Soll das Solo verlängert werden oder aus Verärgerung über den Gitarristen, der wieder einmal zusammen mit dem Drummer den Soundcheck „geschmissen“ hat, gleich ganz gestrichen werden? Normalerweise besitzt der MD dafür ein Mikrofon, das nur auf den In-Ear-Hörern der Musiker zu hören ist, in das er die jeweiligen Anweisungen spricht. Beim Spielen mit Backing-Tracks können diese automatisiert werden.

AbleSet besitzt dafür eine eigene Logik aus bis zu drei unterschiedlichen Guide-Tracks. Markiert werden Audio- oder MIDI-Tracks mit einem Flag:

  • +GUIDE markiert einen Track als Guide-Track. Dieser Track wird stummgeschaltet, sollte Ableton Live zu einer anderen Section springen oder ein Songpart geloopt werden.
  • +LOOPGUIDE markiert einen Track, der Anweisungen erhält, die nur in dem Fall abgespielt werden, wenn ein bestimmter Songpart wiederholt abgespielt (geloopt) wird.
  • +JUMPGUIDE markiert einen Track, der Anweisungen erhält, die nur dann abgespielt werden, wenn eine andere Section als die auf die gerade abgespielte Section folgende angesprungen wird.

Hier ist etwas vorausschauendes Arbeiten notwendig. Ist ein Song ein absoluter Publikumsdauerbrenner, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Chorus mehrfach wiederholt wird, damit das Publikum mitsingen kann. Zündet ein Song nicht, möchte man diesen vielleicht vorzeitig beenden und überspringt Teile des Songs. Es gibt viele Gründe dafür, warum man in Sachen Songablauf flexibel sein möchte. Ableton Live und AbleSet bieten gemeinsam diese Flexibilität und ermöglichen es, dass durch die Guide Tracks die Musiker jederzeit im Bilde darüber sind, was der MD, der meistens dann auch der Ableton Live Operator beim Konzert ist, entscheidet.

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Mehr Informationen

Auch mein Planetariums-Projekt nutzt Guide Tracks, die nur auf unseren In-Ear-Hörern zu wiedergegeben werden und nicht für das Publikum bestimmt sind. Mit AbleSet wäre es zudem möglich, diese auch rein visuell zu nutzen.

Mixer

In der Regel wird während eines Konzerts nicht mehr viel am Pegel der einzelnen Backing-Track-Spuren verändert. Was aber, wenn die Akustik das erfordert? Oder sich die Besetzung kurzfristig ändert und der Sub überraschend Parts spielt, die man nicht erwartet hätte und nicht mit dem Backing-Track konform gehen (damit hat der Autor leidige Erfahrungen)? AbleSet bietet in der AbleSet Pro Version einen Mixer an, dessen Gruppen man über Flags selbst definieren kann. Auf diese Weise lassen sich einfach Instrumentengruppen definieren, die ich Solo abhören oder muten kann und deren Lautstärke in AbleSet regelbar ist.

Und da Léo auch an Katastrophen gedacht hat, wurde ein +NEVERMUTE Flag integriert, das das Stummschalten eines so gekennzeichneten Tracks wirkungsvoll verhindert. Das kann z. B. ein Track mit Steuersignalen sein (z. B. für Video-Equipment oder Instrumente auf der Bühne) oder auch der Track mit dem Sinuston für das Redundanzsystem. Würde man diesen versehentlich stummschalten, würde sofort der Redundanz-Rechner seine Arbeit aufnehmen, der eigentlich nur für Notfälle gedacht ist und eine unnötige Panik beim Ableton Operator oder dem Backline-Techniker auslösen. Sehr gut mitgedacht.

AbleSet Ableton Live Remote Mixer

AbleSet verfügt auch bei Bedarf über einen Mixer, dessen Gruppen sich frei in Ableton Live konfigurieren lassen

MIDI und OSC

Es ist vermutlich schon fast unnötig zu erwähnen, dass sich AbleSet per MIDI-Controller steuern lässt. Es besitzt dazu ein eigenes Konfigurationsmenü. In den Versionen Standard und Pro kommt zudem die bidirektionale Steuerung per OSC mit hinzu. So lässt sich AbleSet auch zum Beispiel per TouchOSC steuern oder umgekehrt eine OSC-fähige App aus AbleSet heraus steuern, zum Beispiel für Licht- und Video-Shows. Oder wie wäre es mit der Fernsteuerung eines Behringer X32 oder WING?

Canvas

Obwohl sich das Performance View schon mit wenigen Clicks umfangreich konfigurieren lässt, könnte bei einigen Musikern der Wunsch aufkommen, sich ein eigenes Performance View zu gestalten. Das geht bei AbleSet Pro mit dem Canvas. Elemente lassen sich hinzufügen und frei positionieren. Wer möchte, setzt das Bandlogo ein oder zeigt seine Lieblings-Website AMAZONA an, um beim Gig die neuesten News und Tests der KEYS-Redaktion zu lesen oder den FRESH NEWS Gossip. Aber bitte nicht mit einer Hand beim Keyboard-Solo in die Kommentar-Schlacht einsteigen …

Weitere Features

Es gibt noch viele weitere Features wie Stream Deck Support, Web App Passwords, Scripting, Einbindung eines LTC-Displays, Custom-Buttons zur OSC-Steuerung, Aufnahmefunktionen und vieles mehr. Ich empfehle die sehr gute Website ableset.com sowie die dort hinterlegte Online-Dokumentation samt Videos. Auch für die Arbeit mit Redundanzsystemen wie z. B. den darauf spezialisierten Interfaces von iConnectivity ist AbleSet vorbereitet.

Wenn du mehr zum Thema Redundanzsysteme für die Bühne und Ableton Live wissen möchtest, findest du auf AMAZONA hier passende Artikel und Tests:

Test: iConnectivity PlayAUDIO1U USB Audio- & MIDI-Interface

Test: iConnectivity PlayAUDIO2U, Redundanz-Interface

Alternativen?

Ihr seht schon das Fragezeichen in der Überschrift und ich mache es kurz: Es gibt sie nicht. Zwar wäre es prinzipiell möglich, eine ähnliche Funktionalität per TouchOSC und OSC-Behlen zu erreichen, allerdings ist das sehr zeitaufwändig. AbleSet ist insbesondere in der Standard- und Pro-Version so mächtig, dass es zahlreiche weitere Anwendungsfälle gibt, in denen man es einsetzen kann. Ich denke da zum Beispiel an Studiosituationen, bei denen den Künstlern aus der Regie Songtext, Akkorde, Noten und mehr in den Aufnahmeraum gespielt wird.

Ich denke auch an Solokünstler oder Sprecher, die sich selbst aufnehmen und dazu eine Gesangskabine besitzen. Hier ermöglicht AbleSet eine Fernsteuerung des Computers und gleichzeitige Anzeige wichtiger Informationen.

Da Ableton Live auch gerne als leistungsfähiger Plug-in-Host und Mainstage-Alternative genutzt wird, kann man sich mit AbleSet Pro prima eine Mainstage-ähnliche Oberfläche bauen, die mir bestimmte Steuerelemente zur Verfügung stellt und pro Song mein Plug-in-Setup in Ableton Live lädt. Oder wie wäre es gleich mit der Steuerung des gesamten Bühnenequipments aus Ableton Live heraus? Auch hier bietet AbleSet die volle Kontrolle über das Geschehen – und den notwendigen Überblick, damit die Konfetti-Kanone nicht beim Pink Floyd Cover startet, während das fliegende Schwein bei der Helene Fischer-Nummer auf die LED-Wand projiziert wird.

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Fazit

Meine Begeisterung für AbleSet dürfte sicherlich allen Lesern deutlich geworden sein. Dabei hätte ich trotz ausführlicher Suche dieses Tool fast gar nicht entdeckt. Der Tipp kam beim Gespräch über Bands und Technik beim Abendessen in einem Bamberger Restaurant von Hertz6-CEO Florian Fischer, dessen Partyband Ois Easy das Tool einsetzt. Seit vielen Jahren nutze ich Ableton Live auf der Bühne und habe mich über das Fehlen dieser und jener Funktion geärgert. Dass ausgerechnet ein junger Programmierer aus der Nachbarschaft ein so gutes und ausgereiftes Tool für Ableton Live erschaffen hat, ist mir verborgen geblieben.

Es gibt eine Testversion und ich kann jedem Ableton Live und Backing-Track Nutzer nur empfehlen, AbleSet einmal auszuprobieren. Auch Techniker, die öfter mit Ableton Live und automatisierten Bühnen zu tun haben, sollten unbedingt AbleSet eine Chance geben.

Plus

  • bestes Tool zur Fernsteuerung von Ableton Live
  • erlaubt umfangreiche Konfigurationen (Standard/Pro)
  • Songtexte, Akkorde und mehr können angezeigt werden
  • einfache Installation
  • läuft im Browser und damit auf jedem Endgerät
  • arbeitet auch mit Redundanzsystemen (Standard/Pro)
  • beeinträchtigt nicht die Performance von Ableton Live
  • sehr guter Preis für die gebotenen Features
  • Support durch den Programmierer persönlich

Preis

  • $129,- AbleSet Intro
  • $179,- AbleSet Standard
  • $229,- AbleSet Pro
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Über den Autor
Profilbild

Markus Galla RED

Studium Musik (Klavier/E-Gitarre) und Germanistik, Audio Engineer Diplom (SAE), seit 2009 freiberuflich selbstständig als Fachredakteur, Tontechniker, Musiker (Keyboarder und Gitarrist), Musiklehrer. Autor von "Tontechnik in der Schule" (Lugert Verlag), "Heavy Metal" (Lugert Verlag), Herausgeber und Co-Autor von "Amadeus 1" (Lehrbuch Musik für Gymnasien), Autor hunderter Fachartikel in Print- und Online-Medien

www.markusgalla.com

Referent/Workshop-Leiter für

- Beschallungstechnik ...

Forum
  1. Profilbild
    Audiophil

    Das klingt schon alles ganz gut. Danke für den Artikel!

    Was mich bisher in der Arrangement View stört ist dass Ableton nicht stoppt nach einem Song, weswegen wir jetzt in die Session View gewechselt sind. Das macht allerdings das schalten von Presets über Midi ein wenig komplexer. Weiss vielleicht jemand eine Lösung dafür?

    Sonst hätte ich noch eine Frage. Kann man mit der intro version über mehrere Endgeräte auf den AbleSet Server zugreifen?

    • Profilbild
      Markus Galla RED

      @Audiophil Hi,
      kein Problem. Zu deinen Anmerkungen/Fragen:

      Mit AbleSet hat das „Stopp“-Problem ein Ende, denn es gibt nun Stop Locator. Genaugenommen gibt es sogar mehrere Möglichkeiten in AbleSet. Hier ein Auszug aus dem Manual:

      „There are two ways to get AbleSet to automatically stop playback after a song. If you place a locator named STOP or AUTOSTOP in your set, AbleSet will automatically stop playback there.

      If you place all songs directly next to each other, you can add a dot to the beginning of the song locator that follows the song after which you want playback to stop (for example: . Follow Night). AbleSet will stop playback when it reaches this locator.“

      Zu deiner zweiten Frage: Auch in der Intro-Version sollte es möglich sein, von mehreren Endgeräten aus auf AbleSet zuzugreifen. Auf der Website steht jedenfalls nichts von einer diesbezüglichen Einschränkung. Du kannst aber auch über die Website den deutschen Entwickler anschreiben, wenn du Fragen hast. Er ist sehr hilfsbereit.

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