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Test: Ableton Live 12.3, Digital Audio Workstation

KI und Workflow-Beschleuniger in Live 12.3

15. September 2025
ableton live 12.3 daw test

Ableton Live 12.3, Digital Audio Workstation

Ableton hat eine Public Beta Version 12.3 seiner DAW Live 12.3 veröffentlicht. Hier hält zum ersten Mal künstliche Intelligenz Einzug, außerdem geht es viel darum, Workflows zu beschleunigen. Wir haben uns für euch Ableton Live 12.3 genauer angeschaut.

Kurz & knapp

  • KI-Stem-Separation: Die neue KI-Funktion zur Stem-Trennung funktioniert direkt in Live und spart den Umweg über Drittanbieter.
  • Splice-Integration: Die clevere Integration von Splice mit Takt- und Temposynchronisation bringt neue kreative Impulse, ist aber optional.
  • Workflow-Verbesserungen: Funktionen wie „Paste Bounced Audio“ und „Bounce Group“ beschleunigen den Workflows spürbar.
  • Neue Tools: Auto-Pan-Tremolo und Expressive Chords 1.1 bieten kreative und intuitive Klanggestaltung.
  • Starkes Update: Das kostenlose Update bringt nützliche Features, die den Alltag vereinfachen.

Bewertung

Ableton Live

Finger WegUngenügendBefriedigendGutSehr GutAusgezeichnetNicht bewertet
Bewertung des Autors
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Vorwort

Da es sich bei Ableton Live 12.3 derzeit noch um eine Beta-Version handelt, kann es sein, dass die DAW hier und da noch kleinere Fehler enthält. Wer sichergehen möchte, dass weitestgehend alle Funktionen einwandfrei funktionieren, sollte auf den finalen Release warten, der voraussichtlich noch im Herbst erfolgt.

Ableton Live 12.3: Einleitung

Ableton Live 12.3 macht immer mehr Schritte vom Live-Performance-Tool hin zur Studio-Konkurrenz von Logic, Cubase, Pro Tools und Co., die für Profis vor allem dank vielfältiger Shortcuts schnellere Workflows bieten. Das bezahlt man aber oft mit weniger Übersicht und einem schwereren Zugriff für Anfänger. Auch bei der Integration von KI möchte man mittlerweile nicht mehr hinten anstehen.

abletonlive123 full

Vollansicht/Arrange View

Den Test zu Ableton Live 12 findet ihr hier. Danach kamen noch die wichtigen 12.1 und 12.2. Updates und brachten einige Änderungen: 12.1 führte Auto Shift (Pitch-Korrektur), den Drum-Sampler (Basis vieler Ableton Move- und Note-Funktionen), eine Undo-History und Skalen ein.

Auto Shift kann auch Akkorde ausgeben, barrierefreies Arbeiten wurde für Automation verbessert und das Max4Live Sequencer Pack aus Live 12.1 brachte zudem endlich eine passend reduzierte und gut kuratierte Sequencer-Selektion.

abletonlive123 drumseq

Ein Rack mit Drumsequencer aus dem Sequencer-Pack

Version 12.2 kam unter anderem mit dem Expressive Chords Tool, das danach aber noch ein 1.1. Update erfahren hat (siehe unten). Neu waren auch „Bounce to New Track“ und „Bounce Track in Place“ als schnellere Alternative zum bisherigen Freeze-Workaround und um schnell von MIDI zu Audio zu kommen. Auch ein Comb-Filter in Autofilter kam dazu. Dieser kann auch Stereo klingen, weil ein LFO die Phase modulieren kann.

Stem Separation in Ableton Live 12.3

Live Suite 12.3 verfügt über eine integrierte KI-Stems-Erkennung, die auf dem Computer ausgeführt wird. Ein Song lässt sich damit in die Stems Gesang, Schlagzeug, Bass und Andere aufteilen. Im Test ging das recht schnell.

abletonlive123 stemsepdialog

Kontextmenü für Audiodateien mit der neuen Stem Separation Option

 

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Ableton Live 12.3

Im Dialog kann man maximal vier Stems per Separation erzeugen, es erscheint zudem noch eine High-Quality-Option.

Audiodateien lassen sich nun im Browser der Session- oder Arrangement-View separieren. Das funktioniert via Rechtsklick auf eine Audiodatei. Hier erscheint die Option „Separate Stems to new Audio Tracks“  unter den Optionen zum Konvertieren in MIDI-Melodien, -Harmonien oder -Drums, die in Live nach wie vor einzigartig sind.

abletonlive123-stemsep3.

So sieht das Ergebnis der Stem Separation aus

Sicher kommt es auf das Ausgangsmaterial an. Mit einem zugegeben nicht ganz so schwer zu bearbeitenden kleinen Loop aus der Library klappte das schon ganz gut, siehe unten, hier wurden Drums und Sounds getrennt und kurz solo geschaltet.

Zu externen Lösungen muss man nun nur noch greifen, wenn man noch mehr als vier Stem-Aufteilungen sucht. Hier ist die KI-Optimierung aber auch anderswo noch lange nicht abgeschlossen.

Splice und Sound Search via KI

Die Splice-Integration funktioniert in Ableton Live 12.3 über einen neuen Eintrag im Places-Bereich des Browsers oberhalb der User-Library.

Zunächst muss man sich bei Splice einloggen/registrieren, dann eine Verbindung zwischen Live und dem Login via Browser herstellen. Anschließend glänzt die Splice-Integration mit Takt- und Temposynchronisation. Das finde ich ohnehin eine große Stärke von Lives Browser. Wer genau hinschaut, sieht unten die Optionen zur Einstellung von Tonhöhe und Tempo.

abletonlive123-splice1

Das neue Splice-Integrations-„Fenster“

Das ist aber noch nicht alles: Wer zurück auf die Home-Page im Splice-Bereich geht, kann eine intelligente „Search with Sound-Option“ nutzen. Hierzu zieht man einen Clip auf das Bedienfeld und lässt Splice Inhalte suchen.

Im Test schlug mir „Search with Sound“ zum dubbigen Beispiel von oben auch dubbige Instrumental- und Vocal-Fragmente vor, die oft gut passten. Bei einem zweiten Versuch waren die Ergebnisse aber nicht ganz so schlüssig.

abletonlive123-splice2

Search for Sound in Splice

Bei dieser Funktion konkurriert man z. B. mit dem Co-Producer Tool der Firma Output, das als intelligenter Assistent passende Sounds vorschlägt. Auch FL Studio macht mit dem Loop-Starter den Start einfacher. Splice kann intern schon länger via KI gute Vorschläge machen, welche Samples zueinander passen. Das habe ich zuvor schon getestet und die Stärke liegt hier in der großen Library. Manchmal suche ich allerdings eher nach Kontrasten, diese wird die KI weniger vorschlagen.

Wer schnell produzieren muss, kann die Splice-Integration gut gebrauchen. Wer Ergebnisse will, die niemand sonst hat, vielleicht weniger. Allerdings kommt man hier auch auf neue Ideen.

Zumindest die Nutzung von Drum-Layern kommt für beide Nutzergruppen infrage. Und wer KI in Live nutzen will, kann das jetzt tun. Allerdings ist das kleinste Splice-Abo schon länger deutlich teurer als anfangs. Ein Link zu einer speziellen Ableton Subscription funktionierte im Test (noch) nicht.

Live 12.3: Bouncing-Optionen

Nach einer Stem-Separation kann man direkt das neue Bounce-Group-Feature in Ableton Live 12.3 ausprobieren. In keiner DAW lassen sich große Mix-Setups so gut aufräumen wie in Live.

Spuren lassen sich einfach selektieren, gruppieren und damit auch mischen. Die Gruppenspur ist auch ein Audio-Bus und kann Insert-FX nutzen. Gruppen lassen sich beliebig verschachteln. Eine Gruppe kann nun auch noch ganz einfach in eine einzige Audiodatei gerendert werden.

abletonlive123-bncegroup

Bounce Group Funktionen

Bei der „In Place“ Option (auf Deutsch „an Ort und Stelle“) verschwinden die Gruppenspuren und werden durch eine neue Audiospur ersetzt. „Bounce To New Track“ (leider hat nur dieser auch einen zugewiesenen Shortcut/ CMD + B auf dem Mac) erzeugt stattdessen eine neue Spur.

Das klappt aber nur, wenn man einen Group-Clip bounct, den es ja im Arrangement nicht geben kann. So stand im Arrangement nur „Bounce Group in Place“ (ohne Shortcut) für die Spur zur Verfügung. Das ist nicht schlimm, weil man das ja ohnehin via Solo-Schaltung, Bounce und anschließenden Import realisieren kann. Es stört aber, weil man das ja auch schon vorher konnte und so die neue „Workflow-Beschleunigung“ doch wieder entfällt.

Gebounct wird die Masterspur Pre FX, hierdurch werden auch die Group Sends und Returns einbezogen. Die Returns benutze ich kaum, weil sie nur an den Master geroutet werden können und ich mir oft ein Effektrack mit Send-Mixkonfiguration als Inserteffekt baue, um die Effekte sauber in der Gruppe zu verwalten.

abletonlive123-pastebnce

Paste Bounce option im Kontextmenü mit Shortcut

Auch mit der  „Paste Bounced Audio“ Option (mit Shortcut) lässt sich Zeit sparen. Man kann einen (Group-) Clip oder eine Selektion (auch aus MIDI)  kopieren und in eine Audiospur einfügen. Der Befehl taucht dann beim Einfügen in einen Clip-Slot im Rechtsklick-Menü auf. Dank dieser Funktion kann man auch MIDI-Clips in „Search with Sound“ von Splice hereinziehen.

Auto-Pan-Tremolo

Das Auto-Pan Plug-in hat eine neue Oberfläche und einen neuen Namen. Es beherrscht Tremolo- und Panning-Effekte, die nun jeweils einen eigenen Bereich haben (Audiobeispiel siehe unten). Vorher modulierte ein LFO beide Kanäle und Panning-Effekte entstanden durch Offsets.

Zudem gibt es neue LFO-Optionen, die Modulation kann eingeblendet werden und es gibt jeweils etwas andersklingende Harmonic- und Vintage-Modes. Das alte Plug-in bleibt als Auto-Pan Legacy erhalten.

abletonlive123-autopan

Das neue Auto-Pan-Tremolo Gerät

Weitere Workflow-Verbesserungen in Ableton Live 12.3

Für jedes Plug-in in Live gibt es nun Compare-A/B.

abletonlive123-compare

Compare Option im Kontextmenü mit Shortcut

Buttons am Plug-in sucht man vergebens, die Funktion ist im Kontextmenü versteckt. In der Praxis führt die Änderung eines Settings dazu, dass man durch Wechsel zu einem Setting B wieder den Ursprungszustand finden und vergleichen kann. Durch einen Wechsel zu A kommt man zur ersten Änderung zurück. Via Copy A to B lässt sich das neue Setting in Slot B kopieren.

In Ableton Live 12.3 gibt es dazu viele weitere kleine Verbesserungen. Alle Hinweise finden sich hier in den detaillierteren Release-Notes.

Windows 10 (version 22H2) und MacOS 11.7.10 Big Sur sind Mindestvoraussetzungen.

abletonlive123-kleinmix.

Der Mixer kann jetzt kleiner werden

So ist z. B. die minimale Höhe des Mixers nun reduziert, indem die Pan-Regler im Mixer ggf. ausgeblendet und die Track-Buttons kleiner werden, wenn man den Mixer in der Arrangier-Ansicht klein einblendet. Außerdem gibt es neue Icons im Browser, etwa für die Audio Effects.

abletonlive123-icon

Im Browser gibt es ein paar neue Icons

Andererseits fehlen mir hier und da ein paar Basics. So bieten Cubase, Pro Tools und Logic mittlerweile eine bequeme Verwaltung von alternativen Spurinhalten. So kann man verschiedene Ideen oder Takes an Ort und Stelle ausprobieren und per Shortcut wechseln. Dagegen wirken Lives Take-Lanes spartanisch und sind nur mühsam mit der Maus bedienbar. Das ist schade, weil Live mit der Clip-Ansicht als Vorreiter ja angeregt hat, Ideen einzuspielen und zu behalten, ohne im Arrangement Chaos anzurichten. Das geht aber mittlerweile anderswo komfortabler.

Amazona.de Leser bemängelten an anderer Stelle außerdem den fehlenden ARA2-Support, hier hat sich auch leider nichts getan.

Ein Hinweis der Release Notes machte mich dagegen stutzig. Da heißt es sinngemäß: Bei der Verwendung zeitlich begrenzter Lizenzen (wie Mietkauf) zeigt Live jetzt während der Laufzeit regelmäßig ein Fortschrittsdialogfeld an, während versucht wird, die Lizenz neu zu autorisieren. Wenn die Lizenz abgelaufen ist, erscheint eine Aufforderung, das Set zu speichern, bevor Speichern und Exportieren deaktiviert werden. Ich hoffe, dass uns hier keine (ausschließliche) Abo-Lösung für Live ins Haus flattert.

Ableotn Push 3

Es gibt zusätzliche Verbesserungen für Push 3-User, etwa um Velocity-Edits zu erleichtern. Das in Live 12 eingeführte generative MIDI Tool Rhythm Generator soll in (mehr) Drum Rack Layouts integriert worden sein.

Eine solche Konfiguration lässt sich besonders gut (aber nicht nur) mit Push 3 nutzen. Push XY Mappings sollen sich nun auch in Rack-Presets finden. Die Pads lassen sich als XYZ-Pad nutzen und Push 3 kann nun auch mit class compliant Interfaces verbunden werden.

Bonus: Expressive Chords 1.1

Expressive Chords 1.1 ist im 12.3 Public Beta Bereich herunterladbar. Das Gerät fasziniert mich, denn ich kann damit etwas machen, was ich zuvor nur mit dem Knobula Chord Pilot Modul beim Live Act 2024 auf der Superbooth realisieren konnte. Es lassen sich komplexe Akkordsets gemeinsam mit Sounds speichern und problemlos schnell, fehlerfrei, in verschiedenen Reihenfolgen, gestrummt, stets leicht modifiziert oder nachfolgend arpeggiert spielen.

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Expressive Chords mit Modulationsoption

Der in Version 1.1. hinzugefügte Learn Mode ermöglicht das Einspielen eigener Chords (inklusive Transpositions- und Kopieroption). Die Intensität des Strumming-Effekts regelt der entsprechende Parameter. „Articulate“ wechselt die Reihenfolge des Anschlags, „Invert“ erzeugt Akkordumkehrungen, „Tilt“ ändert die Betonung einzelner Noten. Alle vier Parameter (Tilt, Inversion, Strum und Articulation) lassen sich noch via MIDI (Modwheel, Slide, Note PB und Velocity) oder per Zufall modulieren.

abletonlive123-expchord

Expressive Chords im Learn-Mode mit geöffnetem Artikulationseditor

Abgesehen von der Live-Tauglichkeit kann Expressive Chords auch im Studio Barrieren brechen. Da Clips importiert und ohnehin Audiodateien in MIDI-Akkorde umgewandelt werden können, wird der Weg zum Variieren einer Lieblingsharmonie in Live nun auch für den größten Harmonielehremuffel mit Technikbegeisterung vorgezeichnet.

Die entstandenen Akkorde habe ich dann nochmal durch verschiedene Einstellungen von Auto-Pan-Tremolo laufen lassen:

Hier ein kleines begleitendes 587432Video:

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Mehr Informationen

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Klangbeispiele
Fazit

Ableton Live 12.3 kann man einerseits als Speed-Up, andererseits als KI-Update bezeichnen. Vieles geht jetzt einfach schneller.

Das Hauptfeature, die Stem-Separation mit Hilfe von KI, musste man vorher anderswo erledigen, jetzt kann man direkt in Live bleiben. Group-Bounce und Paste Bounced Audio sind auch auf Profi-Niveau schon „Next Level“.

Bei der Splice-Integration geht es einerseits ums schnelle Produzieren. Man kommt hier aber auch auf neue Ideen, bindet künstliche Intelligenz gekonnt in Live ein und hat eine neue Kreativkomponente. Doch nicht jeder Mensch, der Live nutzt, möchte auch mit Splice arbeiten. Die Umsetzung ist allerdings sehr gelungen, denn die Integration und die takt- und temposynchrone Vorhörfunktion funktioniert sehr gut.

Das gilt auch beim schon etwas länger veröffentlichten Expressive Chords 1.1 Tool, dem neuen Auto-Pan-Tremolo. An einem kostenlosen Update gibt es wenig zu meckern, auch wenn bezüglich der Workflow-Beschleunigung auch noch ein paar Wünsche offenbleiben. Insgesamt ist das Update ein schönes Paket, das im täglichen Workflow einen Unterschied machen kann.

Plus

  • gute KI-Stem Separation Einbindung mit guter Audioqualität
  • gelungene Splice-Integration mit KI-Soundsuche und überzeugender Vorhörfunktion
  • raffinierte neue Group Bounce und Paste Bounce Optionen
  • neues Auto-Pan-Tremolo
  • neue Compare A-B Option
  • viele Workflow Verbesserungen
  • Optimierungen für Push 3

Minus

  • Spuralternativen pro Track weiterhin nur mühsam wählbar
  • Group Bounce nicht ganz konsequent umgesetzt

Preis

  • Ableton Live Lite: 79,- Euro
  • Ableton Live Standard: 279,- Euro
  • Ableton Live Suite: 599,- Euro
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Über den Autor
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Heiner Kruse (TGM) RED

Im Mai 2026 erscheint die 2. und stark überarbeitete Auflage meines Buchs "Modular Synthesizers" im Radial Verlag in englischer Sprache.

Ich liebe Sound und Musik, veröffentliche vor allem D&B/Jungle als The Green Man (TGM), betreibe das Label/ Projekt Basswerk, mache aber auch filmische oder langsamere Sachen.
In vielen neuen Geräten und Modulen finde ich Innovationsgeist, ähnlich wie damals bei Jungle, und das interessiert mich. Ich habe 20 Jahre Erfahrung als Dozent und Coach ...

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    CDRowell AHU

    Öhm… Splice?! Nöh, näh…

    Des brauche ich nicht. Zu sehr Fliessband für mein Empfinden.

    Andere Neuerungen sind willkommen!

  2. Profilbild
    UAP

    Bzgl. Splice-Integration: Ich finde es eher schade, dass Tools für vorproduzierte Inhalte, fertige „Beats“, Samples, usw. in immer mehr Studios Einzug halten. Immer mehr Anbieter und Plugins kommen auf den Markt, deren Ziel zu sein scheint, dass man blooooß nix mehr selbst erlernen oder selbst einspielen muss.
    Am Ende läuft es dann darauf hinaus, dass sich manche Leute vorproduzierte „Beats“, Stems oder sonstige Instant-Soundschnipsel in die DAW laden, alles irgendwie aneinander basteln, die KI mischen und mastern lassen, und dann nennen sie sich „Producer“. Oder noch „besser“: Sie lassen gleich Suno den gesamten Song erstellen und gründen ’ne KI-Band.

    Ich find‘ die Entwicklung reichlich schräg.

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass die DAW-Programmierer natürlich nicht einfach so tatenlos zusehen können. Wenn es eine Nachfrage für sowas gibt, dann müssen sie es wohl auch in ihre Programme integrieren, sonst sind sie eines Tages weg vom Markt.

    Zum Glück bleibt es ja jedem selbst überlassen, wo und wie man seine Schwerpunkte setzt, und eines ist klar: Wer nur mit vorproduziertem Einheitsbrei arbeitet, wird auch nie seinen eigenen Sound entwickeln. 🤷‍♂️ So seh‘ ich das jedenfalls – und so such‘ ich mir auch die Musik aus, die ich selbst gern höre.

    • Profilbild
      Filterpad AHU

      @UAP Böse formuliert ist das tatsächlich mein „Fehler“, warum ich mit meiner Mukke keinen Erfolg habe. Meine Melodien sind alle eigene Werke. Btw. sagen das tatsächlich auch andere und ist nicht nur meine eigene Interpretation. Eigentlich ein Hohn und Wiederspruch an sich, aber so läuft leider das Business.

      • Profilbild
        CDRowell AHU

        @Filterpad tEs geht um genau das! Wenn die Umwelt uniform funktioniert, dann etabliert sich kaum etwas mit Besonderheit.

        Also bitte weitermachen, mit dem ANDERS SEIN, solange es nicht verboten oder verbannt wird, weil die Masse des Publikums damit überfordert wird und Dich wegen „auditiv-psychischer Gewalteinwirkung“ verklagen können…

        • Profilbild
          Filterpad AHU

          @CDRowell Ja, ich gebe dir vollkommen Recht, aber ich bleibe halt bewusst „auf der Strecke“ wenn man so möchte. Vielleicht ergeht es mir wie so manchen Musiker oder Wissenschaftler: Erst Posthum wird das Schaffen gewürdigt. 😇 Nur leider aufgrund der Digitalisierung wird irgendwann alles im Nirvana verschwinden. Wobei: Eine Note der Wiener Philharmoniker ist ja unter meinem Namen auf der Voyager-Sonde. Vielleicht hat das Auswirkungen auf die zukünftige Zivilisation. 😂 Btw. Wer von Amazona hat bei dieser Aktion eigentlich mitgemacht, außer ich und der Ersteller des damaligen Artikels?

    • Profilbild
      Tai AHU

      @UAP Uhh, da ist mMn. die Grenze wirklich fliessend. Kann ich nicht oder nur schlecht trommeln (wie viele von uns), sehe ich keinen großen Unterschied, ob meine DAW den Drumteil erledigt, oder ein dazugeholter Trommler. Im Endeffekt reagiere ich auf die Vorgabe. Beim realen Trommler kommt dazu, dass er auch auf mich reagieren kann, das ist schon etwas besser. Kritisch wird‘s auf jeden Fall, wenn da größtenteils mit Lego gebaut wird.

      • Profilbild
        UAP

        @Tai Die Grenze ist fließend, absolut. Wie in einem anderen Kommentar von mir beschrieben, nutze auch ich regelmäßig KI- bzw. algorithmisch arbeitende Tools, und gegen Drums aus der DAW ist auch nichts zu sagen.

        Aber es gibt eben Leute, die nehmen x-beliebigen Kram aus irgendeinem Sample-Pack, der wirklich komplett vorproduziert ist, stecken sich das wie LEGO-Steine in der DAW zusammen, noch ein, zwei Vocal-Samples drüber („Uuuuhh, ohhhhh, Babyyyy!“) und fertig ist die nächste Single für Spotify. Sowas find ich halt blöd.

        Die Kids bekommen den Eindruck, dass Musikmachen was ist, was man mal eben so nebenher erledigen kann. Dabei ist ernsthaftes, handgemachtes Produzieren mit wirklich viel Zeit, Skills und Leidenschaft verbunden. Aber ich denke, das gilt heute für ganz viele Bereiche, nicht nur Musik.

        • Profilbild
          Tai AHU

          @UAP Ich denke, da sind wir d‘accord. Ich habe bestimmt 200-250 Sample CDs. Die habe ich für schnelleren Zugriff digitalisiert. Alles tonal festgelegte ist nicht mi übernommen worden. Und den Gipfel finde ich auch Vocalphrasen. Da ist auch noch der Text festgelegt (ich bin heute großzügig und nenne esText🤪

    • Profilbild
      Numitron AHU

      @UAP ja. sehr traurig alles.
      ki ruiniert vieles.
      die Leute werden immer fauler und immer mehr ai Slop bemerkbar … merkwürdige aussprache, hässliche Grafiken…..
      😕

      • Profilbild
        CDRowell AHU

        @Numitron Es wird IMMER Menschen geben, (sofern sie nicht tatsächlich zu dumm sind sich selbst zu erhalten) die es gemütlicher, ansprechender, beruhigender, aufregender, gefühlvoller oder einfach besser finden, wenn beim Lagerfeuer KEIN Roboter, Droide, Computer sitzt, der interaktiv die Lieder mit den Zuhörer abspult!

        Das sind doch gute Aussichten.

        • Profilbild
          Numitron AHU

          @CDRowell ja, aber der Roboter braucht kein essen. oder zumindest ist er deutlich billiger….
          bei Hochzeiten gab’s früher öfters Bands.
          aber heute eher einen DJ, der natürlich auch billiger ist. hab nix gegen DJs, aber das ist halt etwas anderes.

          auf YouTube immer mehr Geschichtschannels die mit ki erstellt werden.
          schon einige Videos gesehen, die offensichtlich mit gemacht wurden. wenn eben Dinge extrem falsch ausgesprochen werden. die ki Videos kann man sowieso sehr leicht erkennen.

      • Profilbild
        Flowwater AHU

        @Numitron Ich kann den Scheiß nicht mehr sehen (auf Bilder bezogen): Da macht ein Ehepaar eine Website ihrer Hochzeit und lässt ein KI-Bild von sich als Titelbild generieren. Beide sehen plötzlich aus wie Supermodels – er wie ein bärtiger Superman und sie mit Atombusen. Und wenn man genau hinsieht, dann ist der Daumen an ihrer Hand an der falschen Seite, ihre weißen Pumps haben zwei Absätze und seine schwarzen Schuhe sehen auch aus, als hätten sie spitze Absätze. Das kann keiner gut finden. Oder sie lügen alle. Auch nicht schön.

        Was wir machen können: Immer und immer und immer wieder betonen, dass das alles Mist ist und wir das nicht akzeptieren.

        • Profilbild
          Numitron AHU

          @Flowwater verrückt oder?
          Chat gpt und co macht ja auch dauernd Fehler.
          trotzdem wird es von vielen einfach statt Google verwendet.
          leider macht Google ja mit, mit der ai Zusammenfassung.
          Rolling Stone Magazine hat schon dagegen geklagt.

          • Profilbild
            Flowwater AHU

            @Numitron Ich bin ja der Meinung, dass diese KI-Scheiße (sorry für die Wortwahl) schon kurz vorm Zusammenklappen ist. Die Hinweise mehren sich: Nicht eingehaltene Funktionsverbesserungs-Versprechen seitens der Anbieter (es wird nix besser), genau genommen wissen sie gar nicht, warum es überhaupt funktioniert, weniger und weniger Akzeptanz bei den Nutzern (»Uncanny Valley«), irre Kosten bei den Anbietern, irre Energiemengen um den Wahnsinn zu betreiben (und das mit Blick auf Klimaerwärmung, und in den USA wollen M$ und Musk am liebsten wieder Atomkraftwerke bauen) … und vor allem eine kurz vorm Platzen stehende Investitionsblase (irre Geldmengen, die zum Beispiel von Börsianern in das System gepumpt werden).

            Auf heise.de gab es vor kurzem einen Artikel über einen Jugendlichen, der sich aufgrund von ChatGPT das Leben genommen hat. Reaktion von Sam Altman: Sie wollen ein ChatGPT für jugendliche Entwickeln. Also: Es funktioniert nix, es ist gefährlich … und sie machen immer noch mehr und weiter.

            Das ist alles ein unsagbarer Dreck. Und immer in Erinnerung behalten: KI macht vor allem pervers reiche Menschen noch pervers reicher. Das kann niemand wollen.

      • Profilbild
        UAP

        @Numitron Gegen KI wollte ich hier gar nicht so sehr „wettern“: Da gibt es viele total hilfreiche Funktionen, die einem einfach Arbeit sparen, z.B. Pick-Clicks aus ner Gitarrenspur rausrechnen, hässliche Mundschmatzer in Vocal-Spuren entfernen… was habe ich da früher Stunden dran gesessen. Heute erledigt das für mich RX10 und Spiff. Kaum noch Nacharbeit. Das ist KI, wie wir sie gut gebrauchen können (wobei es sich wohl kaum um „KI“ im eigentlichen Sinne handelt, sondern „einfach“ um Plugins mit Algorithmen).

        Auch gegen Drum Loops bin ich an sich nicht (wobei es im Mix schon schön ist, wenn man alles einzeln EQen kann und nicht den ganzen Loop).

        Was mich aber stört, sind die vielen Angebote von fix und fertig vorproduzierten … ich sag mal … „Songabschnitten“ oder Vocal-Schnipseln, die man sich dann irgendwie im Baukastensystem zusammenbasteln kann. Allein, was da heutzutage gigabyteweise schon bei Cubase Pro dabei ist… Irre… das installier‘ ich mir erst gar nicht. Und nun also Splice-Anbindung direkt aus der DAW. 🙄
        Wer sowas nutzt, dem sei dringend das letzte Venus Theory-Video empfohlen, wo er zeigt, wie Betrüger diese öffentlich zugänglichen Samples nutzen, um sich via Content ID die Royalties von anderen zu holen.
        Aber man braucht gar nicht die Royalty-Keule: Es fühlt sich einfach besser an, wenn man seine Songs eben selbst macht. Und was man selbst nicht hinkriegt, dafür fragt man Kumpels oder bucht ’nen Session-Musiker. 🤷‍♂️

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          Heiner Kruse (TGM) RED

          @UAP Das denke ich andererseits auch, andererseits sind z.B. die kuratierten Fragmente in FL Studio manchmal so gut, dass ich denke, daraus ein Kunstprojekt zu machen wäre gar nicht so uninteressant.
          Underground-Elektronikmusikkünstler haben oft Loops oder Fragmente oder neue Technik aufgegriffen und was besonderes draus gemacht. Vielleicht bin ich naiv wenn ich sage, da geht es nicht immer in erster Linie um die Royalties. Venus Theory ist mir oft zu oberschlau, aber natürlich sind das auch Aspekte.

        • Profilbild
          Numitron AHU

          @UAP OK. ja, diese audiofunktionen sind sicher praktisch!
          wundere mich auch, wenn es heißt ai macht Musik für dich.
          warum? will ja selber was erschaffen. 😂
          hatte einen Rap Kollegen der sagte immer Musik faker statt Musik Maler. 😎

    • Profilbild
      Flowwater AHU

      @UAP Sehe ich im Prinzip exakt genau so. Bis zu dem Moment, in dem ein »Produzent« oder »Musiker« oder wie immer er sich nennen mag dann mit KI tatsächlich mal etwas Interessantes macht. Auch das wird mal passieren.

      Im Moment sind es mehr oder minder Varianten vom Selben. Ich kann in den Charts jetzt schon nicht mehr unterscheiden, wann die eine Nummer endet und die nächste beginnt. Wenn das Ziel von allen sein soll, noch mehr und schneller davon zu produzieren … bitteschön. Ich glaube nicht, dass das Bestand haben wird. Solche Musik hört sich nach kurzer Zeit niemand mehr an. Ich glaube nur, dass es den Abwärtstrend noch mehr beschleunigen wird, dass nämlich jetzt schon die allermeisten Produzenten kein Geld mehr verdienen.

      Ich sehe im Moment sowieso massive Anzeichen dafür, dass die KI-Blase kurz vorm Platzen ist. Zu teuer, zu ineffektiv/schlecht, zu energieaufwändig und die Versprechen der KI-Unternehmen alle nicht gehalten. Und dann können wir vielleicht mal wieder vernünftig darüber sprechen, wozu KI tatsächlich wirklich gut eingesetzt werrden kann.

  3. Profilbild
    Heiner Kruse (TGM) RED

    KI als spielbares Instrument finde ich im Musikbereich interessant, ebenso wie die Stem Separation.
    Wenn die KI ein Instrument emuliert oder eine Stimme, bringt mich das Im Studio nach vorn und eröffnet neue Möglichkeiten. Es ist eine Art bessere Sample Library. Wenn ich via Stem Separation Aufnahmen der 90er oder andere, von denen ich keine Einzelspuren habe, neu abmischen oder remixen kann, ebenfalls. Heute kommt sogar ein Release raus, wo das bei einem Remix von „High Jazzed“ der Fall war. Da habe ich einen Track meines alten Basswerk Mitstreiters Thilo Goldschmitz aka Basztart geremixt, den ich letztlich hier bei amazona.de wiedergefunden habe, weil er hier regelmäßig schreibt (den Link poste ich später, man kann es aber auch so finden).
    Ansonsten habe ich lange kein Interesse an KI gehabt, vor allem weil mein Social Media Feed voll mit hyperrealistischen KI Bildern war, von denen mich keines interessiert hat. Der Wendepunkt kam für mich mit der Stem Separation. Was Live 12.3 (via Splice) und FL 2025-1 (via FL Cloud) neu bieten, dient allerdings eher dem schnellen Start und der schnellen Soundfindung. Die Tonhöhenanpassung ist KI, aber da passt trotzdem nicht alles, kann auch nicht, wenn man versuchsweise zuvor erstellte Fragmente zusammenwürfelt. Es gab schon vorher harte Musik.Jobs, wo man 7-8 Tracks für Filme am Tag realisieren musste. Das geht nun via KI besser. Aber die Frage ist, ob es die Jobs noch gibt.

  4. Profilbild
    exitLaub

    Gab es doch auch alles schon vor Splice und Konsorten. Geändert hat sich nur die Verfügbarkeit und Geschwindigkeit.

    Vor 30 Jahren gabs CDs mit hunderten Loops, vor 20 Jahren waren es dann DVDs mit tausenden Loops, vor 10 Jahren waren es dann hunderte Pakete mit jeweils hunderten von Loops die man online kaufen kann und jetzt holt man es sich eben bequem direkt in die DAW.

    Egal zu welcher Zeit, für den einen ein Graus, für den anderen ein Schlaraffenland.

    Übrigens lässt sich Splice in Live komplett ausblenden in den Voreinstellungen, so wie man Cloud und Push komplett ausblenden kann.

    • Profilbild
      exitLaub

      @exitLaub Vorgefertigtes Klangmaterial lehne ich prinzipell ab, setze aber seit vielen Jahren z.B. auf freesound.org, wenn ich mal schnell ein spezielles Geräusch brauche.
      Hat mir schon öfter aus der Patsche geholfen z.B. Regen mit Donner in der Ferne, eine tibetanische Tempelatmo oder ein Quirl, ohne daß meine Frau die Augen verdreht, weil ich mit den Micros in der Küche stehe.

      Also, muß nicht immer alles nur schlecht sein.

      • Profilbild
        Numitron AHU

        @exitLaub ist aber ein Unterschied zu den modernen Services..
        weil mit Samplelibraries misst du selber entscheiden wo du die Samples wie entsetzt und welche du verwendest und anderes.

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