Ovations Dauerbrenner in der dritten Auflage
Die ADAMAS 1598-MEIII ist eine hochwertige 12-saitige Signature-Western im klassischen Adamas/Ovation-Roundback-Design, gebaut für die Bühne, nicht fürs romantische Lagerfeuer. Sie richtet sich an professionelle Live-Musiker, Melissa-Etheridge-Fans und alle, die eine extrem durchsetzungsfähige 12-Saitige mit enormer Stimmstabilität und Feedback-Resistenz suchen.
- Für die Bühne gebaut: Feedback-resistent, stimmstabil, ergonomisch und roadtauglich – ideal für Live-Musiker.
- Innovative Konstruktion: Carbon-Decke, Lyrachord-Bowl und Sideports für kontrollierten Bühnensound und direkte Spielrückmeldung.
- Signature mit Haltung: Erlöse unterstützen die Etheridge Foundation – musikalisches Statement mit sozialem Mehrwert.
- Nicht für Puristen: Kein Holzfeuerwerk, kein Kaminromantik-Sound, sondern fokussierter Klang für komplexe Band-Arrangements.
Inhaltsverzeichnis
Vorweggenommenes Fazit & Zielgruppe
Wohl dem, der treue Endorser hat. Ovation, respektive die Luxusvariante Adamas, kann sich in der Tat glücklich schätzen, mit Melissa Etheridge eine mehr als treue Seele und weltweit erfolgreiche Werbepartnerin schon seit Dekaden im Stall zu haben. Ich kann mich in der Tat nicht erinnern, ME jemals mit einer anderen Gitarren gesehen zu haben. Die ADAMAS 1598-MEIII ist die konsequente Fortsetzung dieser Liaison. Eine kompromisslos auf Live-Betrieb und Road-Tauglichkeit getrimmte 12-Saitige, die im Bandkontext glänzt, im akustischen Wohnzimmer-Duell mit einer massiven Dreadnought aber nie den Schönheitswettbewerb der dicken Bässe gewinnen will.
Kurz gesagt: Für wen?
Profis und Halbprofis, die regelmäßig über Verstärker spielen, Singer/Songwriter mit Fokus auf großen Bühnen, technisch orientierte Spieler, die eine beherrschbare 12-Saitige suchen und natürlich Melissa-Etheridge-Jünger.
Wofür eignet sie sich besonders?
Dichte Band-Arrangements, Pop/Rock-orientierte Live-Sets, Festivals, überall da, wo eine 12-Saitige durch den Mix schneiden muss, ohne den FOH-Techniker in den Wahnsinn zu treiben.
Für wen eher nicht?
Puristen auf der Suche nach der ultimativen unplugged Kaminfeuer-Bombast-Dreadnought, Vintage-Fetischisten mit Angst vor Carbon sowie Traditionalisten, die ohne Mahagoni und Fichtenmaserung Schnappatmung bekommen.
Preislich bewegt sich die ADAMAS 1598-MEIII im oberen Regal. Man bekommt hier allerdings auch High-End-Signature inklusive USA-Fertigung, Flightcase und einem prominenten Namen auf der Kopfplatte, zahlt aber auch genau dafür. Wer lediglich „mal eine 12-Saitige probieren“ möchte, ist mit einfacheren Kandidaten besser bedient. Wer ein Werkzeug für die nächsten zehn Tourjahre sucht, ist hier deutlich näher am Ziel.
Design, Ergonomie & Melissa-Faktor
Die ADAMAS 1598-MEIII kommt in zeitlosem Schwarz mit dem Melissa Etheridge Enblem in Hochglanz daher. Das ist kein „mal gucken, ob es jemand merkt“-Signature-Branding, sondern ein ziemlich eindeutiges Statement zwischen Understatement (schwarzer Gesamteindruck) und Fan-Pflicht (ME-Logo auf der Decke).
Melissa Etheridge hat mehrfach betont, dass insbesondere die Korpusform der Ovation Gitarren ihr aufgrund der weiblichen Anatomie deutlich besser liegen als eine klassische Dreadnaught oder gar Jumbo-Akustikgitarre. Und machen wir uns nichts vor, insbesondere im Sitzen gespielt kann sich wohl niemand wirklich davon freimachen, dass einem die kantigen Zargen je nach Sitzposition ganz ordentlich den Blutfluss im rechten Arm abschneiden. Genau hier spielt der Mid-Depth Lyrachord Bowl seine Trümpfe aus. Die runde Rückseite schmiegt sich an den Körper, drückt nichts ab und erlaubt lange Sets ohne orthopädische Nachwirkungen.
Optisch bleibt Adamas der eigenen DNA treu. Unidirektionale Carbon-Fiber-Decke mit Quintad-Bracing,
Side Ports anstelle klassischer Schalllochdominanz. Der Schall verteilt sich anders, der Spieler bekommt mehr direkte Information, während der FOH ein kontrolliertes, gut dosierbares Signal serviert bekommt.
Schwarzes Binding, Ebenholzgriffbrett mit MD-80-Griffbretteinlagen und ME-Signature-Inlay am 12. Bund, dezent, aber eindeutige Signature-Sprache.
Wer Holzmaserung und Hochglanzlack zum Überleben braucht, wird mit der ADAMAS 1598-MEIII nicht warm. Wer einen nüchternen, fast schon industriellen High-Tech-Look mit klarer Bühnenorientierung schätzt, dürfte allerdings genau das bekommen, was er sucht.
Konstruktion & Bespielbarkeit
Der Hals besteht aus Ahorn, das Griffbrett aus Ebenholz. Dazu kommt der zweigeteilte Ahornhals mit Hals-Korpus-Übergang am 14. Bund, was der Bespielbarkeit in den höheren Lagen deutlich hilft und trotz 12-Saiten-Komplexität ein verhältnismäßig entspanntes Greifen erlaubt. Die Mensur liegt bei 643 mm (25,3″), die Sattelbreite bei 47,6 mm (1,87“), der Sattel besteht aus TUSQ, insgesamt stehen 22 Bünde zur Verfügung.
In Sachen Klang gibt es wohl nur wenige Instrumentenhersteller, die in der gleiche Art polarisieren wie die Ovation Instrumente. Der Ansatz ist relativ einfach, entweder man liebt oder man hasst diese Instrumente. Ovation Gründer Charles Kaman ist bis zu einem bestimmten Punkt wohl nie über seinen erlernten Beruf als Luft- und Raumfahrt Ingenieur hinaus gekommen, anders lassen sich die verwendeten Materialien und die nahezu komplette Loslösung von der klassischen Korpusbauweise erklären. Das spürt man auch im Handling der 1598-MEIII. Alles wirkt eher wie ein präzise gefertigtes Werkzeug als wie ein liebevoll geschnitztes Stück Möbel.
Praxisrelevant sind folgende Punkte:
Der obere Gurtpin setzt am 14. Bund des Instruments an. Setzt man das Instrument nun auf diese Kante, schwingt die Gitarre ganz leicht Richtung Korpus. Warum ist dies so lobenswert und so ungewöhnlich? Nun, wer sich im 12-saitigen Kosmos auskennt, kennt das alte Problem der Kopflastigkeit dieser Instrumentengruppe.
Insbesondere wenn man hochwertige Tuner verwendet, baut sich am Headstock ein sehr hohes Gewicht auf, das gekoppelt mit dem entsprechenden Drehmoment insbesondere während einer Live-Performance im Stehen für eine unangenehmes Spielgefühl sorgt.
Dies hat Adamas wirklich sehr gut gelöst bekommen, was sich aber auch nur aufgrund von gewichtsreduzierten Ovation-Mechaniken umsetzen ließ. Die Gitarre hängt neutral am Gurt, drückt nicht auf die linke Hand und bleibt genau da, wo sie hingehört, ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn man zwei Stunden lang 12-Saiten-Arpeggien feuern soll.
Die werkseitige Besaitung mit DR Dragon Skin DAP-10/12 Light (.010–.048) unterstützt die moderat empfundene Saitenspannung, ohne dass die Gitarre zum Gummiband verkommt. Im Zusammenspiel mit der Ebenholz-Brücke und dem TUSQ-Sattel ergibt sich ein straffes, definiertes Spielgefühl, das Fingerpicking ebenso zulässt wie kräftige Strummings à la Melissa Etheridge. Wer einmal gesehen hat, wie ME ihre Instrumente zuweilen „rannimmt“, kann auch davon ausgehen, dass die ADAMAS 1598-MEIII hart im Nehmen ist, um im heftigen Bühnenalltag zu bestehen.
Elektronik, Live-Tauglichkeit & Klangbild
Ovation-Gitarren wurden nie wirklich für den reinen Akustikbetrieb konzipiert. Im direkten Vergleich zu einer typischen Dreadnought fehlt es den meisten Modellen unabhängig vom verwendeten Modell an Lautstärke und Bass-Volumen, was allerdings keinerlei Hindernis darstellt, da die Instrumente in der Live-Performance ihr klassisches Umfeld haben.
Die ADAMAS 1598-MEIII setzt auf den OCP-1K-Tonabnehmer in Kombination mit dem OP-Pro-Preamp, inklusive integriertem Tuner. Das System liefert ein sehr sauberes, relativ neutrales Signal, das gerade in komplexen Bandmischungen seine Stärken ausspielt:
– Hohe Durchsetzungsfähigkeit im Mittenbereich, die sich hervorragend durch dichte Arrangements schneidet.
– Kontrollierter Bassanteil, der zwar nicht das akustische Sofa ersetzt, aber dem FOH-Techniker ein dankbar zu bändigendes Fundament liefert.
– Klar gezeichnete Obertöne, die den typischen 12-Saiten-Schimmer erzeugen, ohne bei hohen Pegeln in pfeifende Rückkopplungsorgien zu kippen.
Hier trotzen die verwendeten Materialien Hitze- und Feuchtigkeisschwankungen, die seitlichen Schalllöcher ignorieren die typischen Bass-Rückkopplungen und die exzellente Bespielbarkeit lässt selbst ein Monster in Form einer 12-saitigen Akustikgitarre vergleichsweise moderat in der Handhabung erscheinen. Wer viel Open-Air spielt, kennt das Problem aggressiver Temperaturwechsel. Genau hier ist das Carbon/Lyrachord-Konzept sinnvoll, auch wenn Traditionalisten hier gerne immer noch pikiert das Näschen rümpfen.
Klanglich bietet die ADAMAS 1598-MEIII alles, was man von einer hochwertigen 12-saitigen Gitarre im Adamas Stil erwarten darf. Ein sehr hohe Durchsetzungsfähigkeit innerhalb des Bandgeschehens, eine für eine 12-saitige Akustikgitarre sehr leichte Handhabung und eine sehr schwingungsfreudige Decke. Im reinen akustischen Soloeinsatz bleibt sie etwas nüchterner als eine große Fichten-/Mahagoni-Kombination, dafür brilliert sie in dem Feld, für das sie gebaut wurde: definierte, fokussierte Live-Sounds.
Ethik, Emotion & Foundation
Melissa Etheridge wäre aber nicht sie selbst, wenn sie nicht die eine oder andere Botschaft in ihr Instrument packen würde. Sie hat vor einiger Zeit ihren Sohn aufgrund einer Fentanyl Überdosis verloren und hat daraufhin die Etheridge Foundation gegründet. Ein Teil der Erlöse aus dem Verkauf der ADAMAS 1598-MEIII geht in besagte Foundation, um eine entsprechende Prävention gewährleisten zu können. Ein nobles und sinnvolles Unterfangen, liegt doch die amerikanische Gesundheitspolitik mehr als nur am Boden, aber das ist ein anderes Thema.
Wer die Gitarre kauft, zahlt also nicht nur für Carbon, Lyrachord und Elektronik, sondern auch für eine Form musikalisch motivierter Philanthropie. Ob das ein relevantes Verkaufsargument ist, muss jeder Käufer mit sich selbst ausmachen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.





































Danke für den Test!
Siggi Schwab spielte auch eine zwölfsaitige Ovation,
wenn ich mich recht erinnere.
Die Optik gefällt mir wegen ihrer Einfachheit sehr,
der eigenständige Klang ebenso.
Habe seit Jahren eine Elite, natürlich geht erst mit einer Verstärkung die Sonne auf.
Klingt aber auch unverstärkt nicht schlecht.
Beste Grüße
Moin!
Ich habe Jahrelang eine Ovation Collectors 1986 gespielt. Eine supergeile Akustische Gitarre. Aber der Piezo-Sound – – – – Fürchterlich!
ADAMAS – – – – Das selbe. Tolle Gitarre, super verarbeitet, super Akustiksound. Aber der Tonabnehmer??????? – Ich kann das Quitschen des Piezos nicht mehr ertragen und spiele seit 3 Jahren eine Furch Vintage 3 D-SR. Da schraube ich je nach Bedarf einen „Fishman Rare Earth Mic Blend“ ein. Das hört sich ganz anders an, das ist ein Sound! – LG