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Test: AEA RPQ3, Mikrofonverstärker

Mit bis zu 85 dB der Lautheit auf der Spur!

24. Juni 2024

aea rpq3 preamp mikrofonvorverstärker für bändchenmikrofone test

Bei dem AEA RPQ3 handelt es sich um einen Mikrofonverstärker, der neben seiner Funktion als regulärer Preamp seine Stärken insbesondere im Zusammenspiel mit Bänchenmikrofonen zeigen kann.

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Die Besonderheit von Bändchenmikrofonen

Selten gibt es im Tonstudio eine Produktgruppe, an der sich die Geister so sehr scheiden wie bei Bändchenmikrofonen. Was für die einen die ultimative Natürlichkeit im Bezug auf den Klang darstellt, ist für die anderen aufgrund der speziellen Frequenzmerkmale indiskutabel, wenn es um eine praxisgerechte Abnahme von Instrumenten geht.

AEA RPQ3 von schräg oben vorne fotografiert

AEA RPQ3 Aufsicht

Hier einmal eine grobe Auflistung der besonderen Merkmale von Bändchenmikrofonen ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Vorteile

Zweifelsohne ist der Klang an sich gerade bei hochwertigen Bändchenmikrofonen einer der großen Vorteile der Mikrofongattung. Die fest auf eine 8 eingestellte Richtcharakteristik bringt zwangsweise immer einen sehr großen räumlichen Aspekt mit in die Aufnahme, was für eine große Natürlichkeit in der Wiedergabe sorgt.

So ist es zum Beispiel auch möglich, eine gut klingende Kombination aus Close-up- und Raumaufnahme zu schaffen, indem man das Mikrofon zum Beispiel bei einer Gitarrenaufnahme sehr nah an der Kalotte positioniert und somit einen hohen Direktanteil des Schalls auffängt, gleichzeitig aber auch von der Rückseite des Mikrofons den gleichen Anteil des Raums mit auf die Aufnahme bekommt. Dies sorgt für eine sehr große Natürlichkeit im Klang und insbesondere bei gut klingenden Räumen für ein sehr angenehmes Hörerlebnis.

Außerdem ist ein Bändchenmikrofon meistens sehr fein in der Auflösung und schafft es zum Beispiel bei Gesangsaufnahmen auch, die letzten feinen Haucher und Schmatzer mit in den Signalweg zu bekommen. Zu guter Letzt kann man mit einem Bändchenmikrofon auch zwei Instrumente auf einmal aufnehmen. So habe ich zum Beispiel des öfteren gesehen, dass ein Bändchenmikrofon zwischen den beiden Hängetoms bei einem Schlagzeug positioniert wurde, um zum Beispiel einen Mikrofonkanal zu sparen.

Nachteile

Im Minusbereich fällt das Bändchenmikrofon allerdings auch durch ein paar Punkte auf, die die Arbeitsweise mit diesem Mikrofontyp erschweren. Da wäre zum einen die durchweg hohe Empfindlichkeit dieser Mikrofontypen, weshalb man diese Mikrofone auch vergleichsweise selten im Live-Bereich sieht. Das Fallenlassen eines Mikrofons, was zum Beispiel einem dynamischen Mikrofon so gut wie nichts ausmacht, kann bei einem Bändchenmikrofon, vorausgesetzt es ist nicht speziell für den Live-Bereich gebaut, zur Zerstörung des Mikrofons führen.

Des Weiteren ist das Mikrofon sehr empfindlich, was versehentlich angelegte Phantomspeisung angeht. Es gibt zwar auch Bändchenmikrofone, die speziell für den Phantombetrieb gebaut wurden, was allerdings eine sehr kleine Minderheit darstellt. Der überwiegende Teil wird innerhalb von Sekunden durch eine anliegende Phantomspeisung zerstört.

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Die beiden größten Nachteile jedoch, wobei einer dieser Nachteile durch den hier zum Test vorliegenden AEA RPQ3 Mikrofonverstärker im Speziellen angegangen wird, ist zum einen die enorme Basslastigkeit des Bändchenmikrofons und damit einhergehend eine extrem geringe Ausgangsleistung. In der Tat ist es so, dass die meisten Mikrofonvorverstärker, die im Durchschnitt bis zu 60 dB an Aufholverstärkung zur Verfügung stellen, im absoluten Grenzbereich arbeiten, um ein Bändchenmikrofon, das ein leises Signal zu übertragen hat, adäquat zu verstärken.

AEA RPQ3 von vorne fotografiert test preamp

AEA RPQ3 Front

Das Konzept des AEA RPQ3 Preamps

Hier setzt nun das Konzept des AEA RPQ3 Verstärkers an, der nicht umsonst von der Firma AEA in Pasadena/USA konzipiert und gefertigt wird. Die Firma AEA verfügt über ein reichhaltiges Portfolio an hauseigenen Bändchenmikrofonen und hat sich in diesem Bereich einen sehr guten Ruf in den letzten Jahren erarbeitet.

Dass man sich bei einer solchen Firma mit den Problemen eines Bändchenmikrofons auskennt, liegt auf der Hand, weshalb dieser Mikrofonvorverstärker tatsächlich auch bis zu 85 dB Gain zur Verfügung stellt. Dies ist ein Wert, der mir persönlich bisher noch bei keinem 19″-Mikrofonvorverstärker untergekommen ist. Eingestellt wird der Gain-Wert bei dem 2-kanaligen Verstärker über einen extrem schwergängigen Drehregler, der in 5 bzw. 6 dB-Schritten von 7 bis 85 dB arbeitet. Mittels des Output-Reglers kann man den Pegel mit 0 dB durchschleifen oder aber mit bis zu 20 dB verstärken. Über eine dreistellige LED-Kette wird man darüber informiert, wie viel Pegel am Gerät anliegt. Grün bedeutet -20 dBu, gelb 0 dBu, rot bedeutet +20 dBu. Was bzgl. der LEDs auf den ersten Blick gegebenenfalls etwas spartanisch wirken mag, entpuppt sich in der Praxis dann doch als relativ einfach zu handhaben.

aea rpq3 preamp mikrofonvorverstärker für bändchenmikrofone test

Beide Kanäle verfügen über jeweils zwei Bandpassfilter, deren Arbeitspunkt stufenlos zwischen 40 Hz und 675 Hz bzw. 2 kHz und 28 kHz mit angenehm schwergängig laufenden Reglern einstellbar ist. Beide Filter können unabhängig voneinander per Schalter aktiviert/deaktiviert bzw. mittels eines Summenschalters im Signalweg platziert werden.

Die rückseitigen Anschlüsse des AEA RPQ3 sind traditionell, aber effektiv gehalten. Wir haben neben dem später noch zu erwähnenden Einschleifweg verriegelbare Ein- und Ausgänge im XLR-Format, die eine hohe Qualität aufweisen. Dazu gibt es noch einen Spannungswahlschalter, der zwischen den nordamerikanischen und europäischen Spannungen wählen lässt, eine Kaltgerätebuchse und eine entsprechende Feinsicherung.

Der Preamp verfügt desweiteren über die übliche Standardausrüstung, wie zum Beispiel Phantomspeisung pro Kanal (roter Schalter) und einer Phasenumkehr, die man bei Bedarf aktivieren kann. Allerdings hat das Gerät auch noch mehrere Besonderheiten im Repertoire, auf die ich gleich etwas genauer eingehen werde.

Mehrere AEA RPQ3 Preamps im Rack verschraubt

AEA RPQ3, Detailansicht

Die Besonderheiten des Mikrofonvorverstärkers AEA RPQ3

Da die Firma AEA aufgrund ihrer Geschichte über einen gehörigen Erfahrungsschatz mit Ribbon-Mics und deren besonderem klanglichen Verhalten verfügt, erkennt man anhand der Tatsache, dass jeder Kanal über einen Gain-Schalter verfügt, der ±10 dB im Höhen-EQ und ± 20 dB im Bass-EQ ermöglicht. Mit dieser umfangreichen Klangregelung kann man der bereits genannten Basslastigkeit der Bändchenmikrofone sehr gut zu Leibe rücken.

Eine weitere Besonderheit ist in der Verwendung eines Effekt-Loops zu sehen, der auf der Rückseite des Gehäuses angebracht ist. Die in TRS ausgelegten Ein- und Ausgänge ermöglichen das Abzweigen des Signals vor dem Equalizer und dem Output-Regler bzw. eine Rückführung des Signals hinter diesen. Somit können verschiedene Signalprozessoren wie zum Beispiel zusätzlich EQs oder Kompressoren in den Signalweg des Vorverstärkers eingebunden werden.

Als weitere Besonderheit ist auch zu sehen, dass der Output des Inserts immer das Signal führt, losgelöst davon, ob der Insert auf der Vorderseite des Gehäuses mittels des Schalter aktiviert oder deaktiviert ist. So ist es möglich, das im Daisy-Chain-Verfahren geroutete Signal während der Aufnahme an zusätzliche Eingangsquellen weiter zu leiten.

Zwei AEA RPQ3 in einem umfangreichen Rack verschraubt

AEA RPQ3 im Rack

Der AEA RPQ3 in der Tonstudiopraxis

Um es direkt vorneweg zu sagen, ja, der AEA RPQ3 eignet sich in der Tat für jede Art von Mikrofon, aber seine vollen Stärken kann der Mikrofonverstärker tatsächlich erst mit einem Bändchenmikrofon ausspielen. Die Möglichkeit der Vorverstärkung mit bis zu 85 dB bringen dem Gerät tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal, was man heutzutage nur selten findet. Natürlich ist es nicht nötig, solche Art der Vorverstärkung ständig vorzuhalten, aber es ist doch unheimlich beruhigend zu wissen, dass man in seinem Studio tatsächlich jegliche Art von Signalfluss, von jeglicher Art von Mikrofontyp zu verwalten weiß.

Des weiteren fällt auf, dass die beiden Equalizer pro Kanal relativ dezent dem Signal zu Leibe rücken. Selbst bei starker Bearbeitung erhält das Signal mehr eine Färbung, als dass es wirklich im Sinne eines Equalizers stärker frequenz-technisch verbogen wird. Es ist also im Sinne des Herstellers, dass der ursprüngliche Klang des Mikrofons erhalten bleibt und man nur gegebenenfalls dezent in den Grundklang des Mikrofons eingreift. Echtes Verbiegen der Frequenzkurve ist mit diesen Equalizern nicht möglich, es ist aber auch nicht nötig.

Des Weiteren fällt sehr angenehm auf, dass der RPQ3 auch bei hohen Verstärkungspegeln aufgrund der verwendeten, hochwertigen Bauteile komplett frei von Nebengeräuschen bleibt. Hat man sich erst einmal an die ungewöhnliche Handhabung des Gain-Reglers gewöhnt, ist der Preamp ein absoluter No-Brainer, bei dem man wenig falsch und viel richtig machen kann.

Auch gefällt mir das Konzept des Einschleifweges sehr gut, da man mit wenigen Handgriffen und die Verwendung externer Komponenten, wie zum Beispiel Kompressoren, Equalizers oder De-Essern den Mikrofonvorverstärker schnell zu einem kompletten Channelstrip aufblasen kann, was sich in der Praxis als sehr sinnvoll entpuppt.

AEA RPQ3 im Studioumfeld

AEA RPQ3 im Einsatz

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Fazit

Mit dem AEA RPQ3 hat der amerikanische Herstellern einen Preamp im Portfolio, der speziell auf Bändchenmikrofone ausgelegt ist. Die extrem hohe Vorverstärkung von bis zu 85 dB erlaubt die optimale Anpassung an die Bauweise der Ribbon-Mics und ermöglicht eine gute Signalführung auf bei leisen Signalen.

Sehr zu empfehlen, zumal der Mikrofonverstärker auch mit regulären Mikrofonen eine gute Figur macht.

Plus

  • Gain-Regelung
  • Verarbeitung
  • Konzept
  • FX-Loop

Preis

  • 1.899,- Euro
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AEA RPQ3 Bisher keine Kundenbewertung verfügbar
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