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Test: Air Loom V. 1.01, Synthesizer Plug-in

Die Spectral-Module

Allein mit den beiden Spectral-Modulen kann man schon ein Viertelstündchen verbringen, sie liefern unharmonische Obertöne und damit metallische und glockige Sounds, aber auch sanfte, komplexe Schwebungen. Die Startphase der Teiltöne ist zufällig oder synchronisiert, das ist unter Partials einstellbar.

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Die Spectral Module

Die Spectral Module

SPECTRAL DISTORTION verstimmt die Obertöne modulierbar ab einer einstellbaren Höhe mit verschiedenen Algorithmen, z.B. in Richtung der Oktaven, der geradzahligen oder ungeradzahligen, Quinten, aufwärts oder zufällig. Die Blur-Funktion „verschmiert“ die Frequenzen und soll verhindern, dass sich Interferenzen unangenehm bemerkbar machen. In der Praxis klingt es mal mit, mal ohne Blur besser.

SPECTRAL MODULATION macht das Gleiche mit einem LFO für jeden Oberton (randomisierte Geschwindigkeit, global regelbar) und der Einsatzpunkt lässt sich in der Obertonreihe nach oben verschieben.

Unharmonische Spektren sind also sehr differenziert editierbar, und Loom liefert mit Leichtigkeit Glockensounds, die die besten FM-Synths vor Neid erblassen lassen können. Hier ein paar Bell-Presets aus der mitgelieferten Bibliothek:

 

Die beiden Module teilen sich drei Modulationseingänge, jeweils einer für Hüllkurven, LFOs und Controller (Aftertouch, Velocity, Wheel und Key).

 

Die wählbaren Module

Sie sind mit jeweils drei Mod-Inputs ausgerüstet (modulierbar ist nur der jeweilige Hauptparameter) und alle lassen sich per Bypass-Schalter auf Durchzug stellen.

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Basic Modules:

Hier wird etwas mehr als Brot und Butter gereicht, neben Unverzichtbarem gibt es auch Spezialitäten wie additiven Sync und spezielle Obertonfilterung.

Die Basic Module

Die Basic Module

GAIN ist schlicht ein Amp und entspricht dem VCA anderer Synths.

ODD/EVEN blendet die geradzahligen oder ungeradzahligen Teiltöne aus. Ein Must-Have für additive Synths, das kann man bei jeder Art von Sound gut einsetzen. Zusätzlich lässt sich hier auch der Pegel des Grundtons separat einstellen und eine Höhendämpfung vornehmen. Da man immer mit dem vollen Spektrum startet, wird es leicht zuviel des Guten und der Klang wird rauschig und verzerrt. Daher sollte man in den meisten Fällen gleich ein wenig dämpfen, Odd/Even ist also ein gutes Startmodul.

SYNC bietet die additive Version der Oszillatorsynchronisation mit einstellbarer Depth, Smoothing (so etwas wie ein Weichspüler, der Klang wird homogener) und Type (ändert subtil den Charakter der Sync-Obertöne). Sehr gelungen, damit kann man Sync-Sounds von angedeutet bis brachial erzeugen.

SECOND TONE doppelt das ganze Spektrum und verstimmt es, liefert also den zweiten Oszillator. Die Tonhöhe ist in bestimmten Intervallen einstellbar, mit Dämpfung und in Stereo.

OCTAVER kopiert und addiert mehrfach die Oktav-Teiltöne.

ORGAN I und II filtern das Spektrum so, dass orgelähnliche Klänge entstehen. Das hört sich erstmal etwas langweilig an, ist aber sehr gut geeignet, um glasige oder metallische Sounds zu erstellen.

DISCRETE arbeitet ähnlich, ist aber raffinierter und bietet mehrere Filtereinstellungen plus Randomisierung, und mit Brightness kann man das Spektrum sanft bis radikal ausdünnen. Super für Glocken und Sonstiges.

Hier mal kurz angespielt die wichtigen dieser Gruppe (Odd/Even, Sync, Organ2, Discrete):

 

 

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    MidiDino AHU

    Danke für die Präsentation. Das PlugIn hat einen (erstaunlich) vollen Klang. – Im Hinblick auf die Hardwarevoraussetzungen: Die Tendenz geht wohl in eine Richtung, die eine für Erstellung von 3-D-Animationen längst bekannt ist, 16 Kerne – oder mehr.

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      h.gerdes AHU

      Ja, 64-Bit Software wird langsam die Norm. Erwähnen muss man es aber, weil viele User noch 32-Bit fahren, da es bei vielen DAWs noch hakelt bei der Umstellung auf 64. Und dann gibt es die Probleme mit der Rückwärtskompatibilität, nicht alle 32er Plugins laufen in 64er DAWs reibungslos… mit sowas habe ich gerade erst bei Fruity Loops zu kämpfen gehabt.

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Yeah! Endlich mal wieder ein VSTi bei dem die Hersteller vorwärts gehen wollen und nicht rückwärts :-) Der Klang ist wirklich voll, dicht und massiv, aber nicht nebulös oder wattig. Erinnert mich teilweise an den K5000, aber eben als Modular-Version :-) Werd‘ mal nach Abschluss meiner Produktionen das Demo antesten. Presetsounds 1:26 min = Monolithisch!!

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      AMAZONA Archiv

      Hoppala! Hab grad noch mal in Ruhe gelesen und bemerkt, dass es gar keine Demo gibt :-/

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        h.gerdes AHU

        Ja leider! Und ein Demo wäre bestimmt verkaufsfördernd, vielleicht stellt Air ja doch noch mal eins bereit.
        Klanglich ist Loom erste Sahne. „A Sounddesigners Dream“ hat der Electronic Musician geschrieben, und das kann ich nur bestätigen.

  3. Profilbild
    Peter Gorges

    Leute, ich danke euch für die Blumen in der Einleitung – aber Loom ist das erste AIR-Instrument, an dem ich absolut unbeteiligt war – es ist das fast alleinige Werk des genialen Mario Reinsch, der u.a. auch maßgeblich an Transfuser mitgewirkt hat.

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Die Blumen darfst du als Gründervater natürlich trotzdem behalten ;-) und ein dicker Strauß geht an Mario!

  4. Profilbild
    tuonodriver

    Danke für den recht ausführlichen Test! Sehr interessanter Synth,aber KEINE DEMO….hmm, das is nicht wirklich gut-leider!

    Schlieslich möchte man als geneigter Käufer ja in der Tat erst mal testen ob z.B. das System reicht oder ob einem das Teil liegt…na ja, eventuell gibts ja doch noch eine.

  5. Profilbild
    fran_ky

    Danke für diesen informativen und akustisch üppig untermauerten Test.
    Loom ist wirklich ein Instrument mit sehr hohem Spaßfaktor und zur eigenen Klangerforschung inspirierend!

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      h.gerdes AHU

      Jep! Wenn man ein wenig grübelt und rumprobiert, ergeben sich haufenweise interessante Ansätze und überraschende Effekte, zB das Reverb kann einen Sound manchmal ganz unvermutet gut anreichern, oder wie die beschriebene Kombi aus Moving Filter plus Treshold. Man fragt sich, wieso vorher noch keiner auf die Idee gekommen ist, sowas wie den Loom zu machen.

    • Profilbild
      fran_ky

      Käsesahnetorte ist ja auch bloß ein Kuchen.
      Tatsache ist, dass die Klangsuche hiermit nicht frustriert, da schnell was Gutes zu finden ist.
      Aber: De gustibus non est disputandum.

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Einige Sounds wären so oder ähnlich auch mit einem FM-Synth machbar, aber viele selbst mit einem FM8 nicht. Generell bieten additive Synths ganz spezifische Arten von Klängen und sind, mehr als andere, echte Chamäleons. Analogmäßige Flächen, wavetableartige und metallische FM-Sounds, schräg-experimentelle Geschichten, alles sehr variantenreich und einfacher zu programmieren als mit FM. Die Sounds im Test und auch die auf der Air-Website können nur einen kleinen Einblick in die Klangwelt des Loom bieten!

  6. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Eine Demo ist Pflicht. Wer kauft die Katze im Sack?

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    Joghurt AHU

    Das nenn ich mal einen 1A-Synths!

    Das die additive Synthese CPU-Hunger hat ist nun mal so, macht aber auch nichts. Schön zu sehen, dass es Hersteller gibt, die immer einen Schritt nach vorne gehen. Ich hoffe, der Weg ist noch nicht zu Ende und andere springen auf den Zug auf.

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    Xenox.AFL

    Sehr interessantes Konzept, gefällt mir, eine Demo ist in der Tat irgendwie Pflicht, ich schiele schon seit langem auf den Harmor Synth von Image-Line in FLStudio, ich finde den ziemlich genial, sehr fette, brutale Sounds, das könnte ich hier eine alternative für Mac User wie meiner einer ist sein, aber eine Demo wäre echt super, so grübel ich noch ob ich blind kaufen soll, momentan hat sich die Vernunft durchgesetzt ihn nicht zu kaufen…. Hm… Auch die Videos konnten mich bisher nicht dazu überreden ihn zu kaufen…!

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      AMAZONA Archiv

      Wart auf ne Demo. Der Harmor ist schon nicht schlecht aber kompliziert in der Bedienung.

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        Xenox.AFL

        Harmor kompliziert in der Bedienung? Hm, kann ich nicht teilen, der ist doch eigentlich ganz simpel aufgebaut, er ist vielleicht etwas unübersichtlich aber schwer in der Bedienung ist er nicht…!

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    AMAZONA Archiv

    Eine Deutsche Firma und alles in Englisch. Warum glaubt eigentlich jeder das Musiker der Englischen Sprache mächtig ist? Wenigstens die Anleitung hätte auf Deutsch sein können.

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      STRomzAeHLEr

      Das hat einen ganz simplen Grund: Englisch hat sich international als gängige Sprache etabliert. Und wer seinen Käuferkreis nicht auf die beschränken will, die Deutsch sprechen, wählt halt Englisch.

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        h.gerdes AHU

        Englisch ist Pflichtfach für Musiker, indeed. Aber für eine deutsche Firma sollte es eigentlich ein leichtes sein, auch ein deutsches Manual zu schreiben… Das Fehlen wird halt manchmal von Lesern bemängelt.

  10. Profilbild
    h.gerdes AHU

    Aufgrund der Leserkommentare habe ich bei Air nochmal nachgehakt. Eine Demoversion wird kommen, der Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.

    • Profilbild
      Xenox.AFL

      Ah, das ist gut zu hören, nur schade das jetzt erst Loom im Angebot war, da war ich schon kurz davor zu sagen. Komm egal, aber die Vernunft hat dann doch gesiegt! :D

      Frank

  11. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Ein halbes Jahr ist rum. Wat is nu mit ner Demo?

    • Profilbild
      h.gerdes AHU

      Tja, da ist keine Butter bei die Fische gekommen :-( Ein wenig kann man dieses Marketingkonzept verstehen, wenn man bedenkt, dass fast jedes Demo in kürzester Zeit gecrackt wird und die Nachfrage einbricht… nur für Riser und Ignite gibt es Trial-Versionen, immerhin kann man sich damit ein Bild von der Produktqualität machen.

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