Test: Akai LPK25 und LPD8

21. April 2010

AKAI MIDI Controller

Welcher Computer-Musikant hat nicht schon immer davon geträumt, mit einem Notebook am schneeweißen Strand unter Palmen zu sitzen und mit einem Dauergrinsen im Gesicht einen sonnigen Club-Hit nach dem anderen zu schrauben. Die Bezahlung der heimischen Plattenfirma ist korrekt und das Leben auf dem noch nicht vom Tourismus heimgesuchten und für seine schönen wie freizügigen Bewohner bekannten Eiland ausgesprochen angenehm.

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Rein technisch gesehen steht diesem Traum nichts im Wege, denn professionelle Laptop-Produktionen stellen heutzutage kein Problem mehr dar. Die neuesten mobilen Intel-Prozessoren berechnen locker zwei Dutzend Lexicon-PCM-Native-Reverbs auf einmal und schießen im selben Atemzug noch einmal 50 rechenintensive Soft-Synth-Stimmen gleichzeitig ab. Nun gibt es zwar von vielen Computer-Herstellern leichte und handliche Profi-Laptops, die auch aufwändigere virtuelle Studios ganz locker integrieren können, aber wie zum Henker bekommt der talentierte Lebenskünstler die Noten mit Gefühl und Intuition in seine Kiste? Mit dem Trackpad oder per Mausklick wohl kaum – aber trotzdem herrschte lange ein Mangel an professionellen, aber wirklich kleinen, leichten und somit hochmobilen Einsspielgeräten.

Zum Glück zeigt AKAI Professional ein Herz für unsere glückseligen Laptop-Lebenskünstler. Der japanische Hersteller, der in den letzten zehn Jahren vor allem in der HipHop-Szene mit seinen MPC-Drum-Samplern punkten konnte, brachte zuletzt gleich zwei portable MIDI-Einspieler auf den Markt. Hinter der Modellbezeichnung LPK25 verbirgt sich eine Einspieltastatur mit Arpeggiator, während es sich beim LPD8 um einen Controller mit acht Drumpads und acht Drehreglern handelt.

LPK25

Die Abkürzung LPK25 steht für „Laptop Performance Keyboard“ mit 25 anschlagdynamischen Tasten, die so klitzeklein und niedlich sind, dass man fast Vatergefühle entwickeln könnte. Aftertouch wird nicht übertragen, was den meisten Laptop-Muckern wahrscheinlich egal sein dürfte – oder sogar sehr recht, weil die doch eher selten benötigten Messages das noch immer problematische MIDI-Nadelöhr nicht verstopfen. Natürlich gibt es auch Keyboarder, vor allem richtige Vollblut-Tastenkünstler, für die Aftertouch von großer Bedeutung ist. Links des eigentlichen Keyboards befinden sich sechs gummierte, rechteckige Tasten, von denen bei vieren („ARP ON/OFF“, „TAP TEMPO“, „OCTAVE DOWN“ und „OCATVE UP“) die Aktivierung sehr schick mit einem orangefarbenen LED-Ring angezeigt wird. Modulations-Rad und Pitch-Bender fehlen.

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Beginnen wir von oben links mit der Taste „ARP ON/OFF“. Mit dieser wird selbsterklärend der Arpeggiator ein- und ausgeschaltet. Für den unsynchronisierten Livebetrieb kann das Tempo mittels der benachbarten TAP-Taste eingetappt werden. Betätigt man gleichzeitig die „ARP ON/OFF“-Taste und bestimmte, mit einer roten Überschrift versehene Tasten der Klaviatur, kann das Arpeggiator-Muster editiert werden. So stehen neben den Zählzeiten 1/4 bis 1/32T („T“ für triolisch) die Modi „UP“ (aufwärts), „Down“ (abwärts), EXCL (Arpeggiator spielt von unten nach oben und wieder zurück. Die höchste und die niedrigste Note werden lediglich einmal gespielt.), INCL (Arpeggiator spielt von unten nach oben und wieder zurück. Die höchste und die niedrigste Note werden beim Richtungswechsel zweimal gespielt), ORDER (Noten werden in jener Reihenfolge gespielt, in der die Tasten gedrückt werden) und RAND (Noten werden in zufälliger Reihenfolge abgespielt). Darüber hinaus kann festgelegt werden, über wie viele Oktaven das Spiel erfolgen soll (eine Oktave bis vier Oktaven).

Unter der „ARP ON/OFF“-Taste liegt die „SUSTAIN“-Taste, welche das Haltepedal ersetzt. Da man auf der kleinen Tastatur ohnehin nur mit einer Hand spielen kann, bleibt die zweite für die Sustain-Bedienung frei. Rechts neben der „SUSTAIN“-Taste befindet sich eine Taste mit der Aufschrift „Programm“. Drückt man diese und eine der vier entsprechend mit einer weißen Überschrift gekennzeichneten Klaviatur-Tasten, lässt sich eines der vier Presets aktivieren, die sich im Keyboard-Speicher befinden. Diese werden mit einem beigelegten Editor auf dem Rechner erstellt und in das LPK25-Flashrom importiert.

Alle Funktionen lassen sich auch über den beigelegten Software-Editor einstellen und auf einem der vier Preset-Speicherplätze ablegen. Überdies kann man hier das Tempo des Arpeggiators festlegen, beziehungsweise, ob sich dieser zur MIDI-Clock synchronisieren soll. Wird im Editor „ARP LATCH“ aktiviert, spielt der Arpeggiator auch nach dem Loslassen der Klaviatur weiter.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    herw  

    scheint interessant zu sein;
    wie sind denn die Maße beim LPK25 (B-H-T)?

    ciao herw

  2. Profilbild
    Steinklopfer  

    Kann es nur bestätigen. Cooles Ding (kenne nur das Keyboard). Es besitzt einen riesigen Trash Spass Faktor. Es macht einfach Laune mit einem solchen kleinst Keyboard richtig harte Bässe zu spielen. Trash Pur! In meiner Drum n Bass Band spiele ich jeweils das erste Lied nur mit dem Ding zusammen mit dem Drummer. (Bühne überfüllt mit Equipment, darunter auch Moog Voyager, Juno 60, Novation MKII, APC40 etc. und dann einzig mit dem Ding spielen) Einfach Kult pur :D
    Zudem das Ding + Launchpad + Laptop mit Ableton live und man hat eine sooo kompakte Jamausrüstung. Also ich persönlich war noch nie in ein so billiges Stück Equipment derart verliebt :D

    • Profilbild
      tompisa

      wo kann man Dich und Deine Hamma Drum n Bass Band mal live sehen ? Wie heißt der Act ?

  3. Profilbild
    Tischhupe

    Erst mal selber schreiben (mal sehen was fürn „Bullshit“ dabei rauskommt) und dann meckern. Die Dinger sind auch von anderen als gar nicht so schlecht getestet worden, sogar im Vergleich mit den Korg-Teilen. Für einige sind die sicher genau richtig!

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