Test: Akai MPC Touch, MIDI-Controller + Software

Nutzer der bisherigen MPC-Controller wie MPC Studio oder Renaissance werden über diese reduzierte Ausstattung staunen, war doch gerade die üppige Anzahl der Potis und Taster bei der MPC Renaissance ein Plus bei der Bedienung der MPC-Software und ließ fast vergessen, dass es sich im Grunde nur um einen Controller handelte. Im Falle der MPC Touch fokussiert AKAI jedoch konsequent die Arbeit mit dem neuen Touchscreen und verhilft der neuen MPC somit zu einem schlanken, kompakten Gehäuse im Querformat. Dies setzt die aktuelle Entwicklung der MPC-Reihe konsequent fort, denn auch die MPC Studio war schon eine leicht entschlackte Version. Den Vergleich könnt ihr übrigens auch direkt bei AMAZONA nachvollziehen und zwar im Test meines geschätzten Kollegen Immanuel Pasanec, der auch seinerzeit schon die MPC Software mit in den Blick genommen hat, welche sich auch die heutige MPC Touch bedient.

MPC Touch 4

Die große Frage muss also lauten: Schafft es AKAI mit dem neuen Konzept tatsächlich, einen Großteil der Kontrollmöglichkeiten über den Touchscreen abzuwickeln und das wahre MPC Feeling zu erhalten? Zumindest geht man optisch und auch technisch mit großen Schritten in Richtung Zukunft und möchte sich sicherlich auch neue Kundenkreise erschließen, hoffentlich ohne die bestehende Fangemeinde zu vergraulen.

Zunächst aber noch einmal zurück zu den Äußerlichkeiten. An der Rückseite zeigt sich die AKAI MPC Touch anschlussfreudig: Neben Strom- und USB-Anschluss zur Verbindung mit dem Computer findet man hier jeweils ein Stereo-Eingangspärchen und Stereo-Ausgangspärchen im 6,3 mm Klinkenformat. Außerdem einen Kopfhöreranschluss und zwei weitere 3,5 mm Klinkenbuchsen, die dem Anschluss von MIDI-In und MIDI-Out dienen. Ein entsprechender Adapter auf MIDI-Buchsen liegt dem Gerät bei und ist uns schon von der MPC Studio bekannt. Neben dem Kopfhöreranschluss befindet sich ein etwas unscheinbarer Lautstärkeregler für die Master-Lautstärke.

Anschlussvielfalt an der Rückseite. Die MPC Touch bietet ein sehr gutes Audio-Interface.

Anschlussvielfalt an der Rückseite. Die MPC Touch bietet ein sehr gutes Audiointerface

Zunächst mal gefällt natürlich die Ausstattung mit einem Audiointerface. Nicht so üppig wie einst in der Renaissance-Version, zum Beispiel ohne XLR-Mikrofoneingänge, aber durchaus tauglich, um die Hauptrolle im Projektstudio zu spielen. Der Sound ist auf jeden Fall amtlich. Druckvoll, transparent und mit einem guten Stereobild. So kann man sich die MPC Touch auch als Herzstück eines Live-Setups vorstellen. Einzig verbesserungswürdig: Der Kopfhörer- Ausgang liegt, wie auch der Lautstärkeregler, an der Rückseite des Gerätes. Das ist ergonomisch eher schwierig, aber wenigstens hat man die Möglichkeit, mit dem Kopfhörer auch ohne großes Setup mit ordentlichem Sound zu jammen.

Forum
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    Atarkid  AHU

    Bezieht sich der Pluspunkt „moderne Fortführung der MPC-Tradition“ auf die MPC’s die nur noch Controller sind, oder auch auf die „richtigen“ MPC’s?… Falls ja, finde ich den Pluspunkt irgendwie, naja, merkwürdig. Ein Notebook als zusätzliches Gerät kann doch nicht die Fortführung einer MPC-Tradition sein. Das tighte Timing und die Unabhängigkeit von anderen Plattformen hat die MPC doch so interessant gemacht. Ein Controller ist eben nicht mehr oder weniger als ein Controller. Warum sonst kommen wieder mehr Hardware-Sequenzer auf den Markt?

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      s.spieker  RED

      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Natürlich bezieht sich dieser Punkt auf die neueren Controller-MPCs und ich gebe dir auch in den übrigen Äußerungen Recht. Jedoch geht AKAI den Weg der Hybrid-Lösung schon länger und nach MPC Renaissance und Studio ist die Touch nun eine Fortführung dieses Wegs. Vielleicht werden die MPC Fans der ersten Stunde noch einmal mit einer neuen Hardware-Version belohnt, aber bis dahin ist die neue MPC ein Software Controller, welcher natürlich den Leistungsumfang des Gesamtpaketes schon ziemlich erhöht.

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    fno  

    Für mich ist ein wesentlicher Grund für den Einsatz von Fernbedienungen die haptische Erfahrbarkeit der Bedienelemente, finde ich beispielsweise bei Klaviertastaturen echt praktisch. Zudem wünsche ich mir bei einer MPC eine integrierte Tonerzeugung um diese auch rechnerunabhängig nutzen zu können.
    Für vergleichbaren Kurs ist für mich eine Kombination aus 27´-Touchscreenmonitor und einem externen Controller mit 16 Pads und 5 oder mehr Encodern nebst einigen Tasten oder gleich ein passendes Controllerkeyboard die bedientechnisch bessere Alternative – zudem seit Windoof 8.1 mit FL-Studio (ich weiss, ganz furchtbar unprofessionell :-)) nahezu problemlos und für alle Softwarefunktionen uneingeschränkt funktionabel.

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      s.spieker  RED

      Das ist bestimmt auch eine Möglichkeit, wenn auch weniger kompakt. Vorteil der MPC Touch ist natürlich die MPC Software als Herzstück mit großer Sample Auswahl und das diese dann adäquat für einen Touchscreen umgesetzt und reduziert worden ist.

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    Stephan Merk  RED

    Danke, schöner Bericht! Meine persönlichen Probleme mit der MPC Ren habe ich ja selbst mal in einem Artikel geschildert. Zur aktuellen Software sei anzumerken, dass nun auch bislang problematische DLLs fehlerfrei eingebunden werden. Allerdings ist die native Steuerung der Plug-Ins immer noch etwas hakelig, das mag bei der MPC Touch besser sein. Jedenfalls ist klar, dass sie keine MPC Renaissance ersetzen kann und offenbar auch gar nicht soll. Würde man sich einen Umstieg überlegen, hängt der wohl stark von den jeweiligen Bedürfnissen ab. Ich könnte mir vorstellen, MPC-Hasen greifen zur Ren, Neulinge zur Touch. Dann ist allen geholfen.

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