Test: Akai MPC Touch, MIDI-Controller + Software

Auf in die Praxis

Nach einigen Downloads und Installationsschritten kann es auch schon losgehen. Die AKAI MPC Touch bringt eine sehr große Sample-Library mit, außerdem müssen noch Treiber für das Audiointerface und der Display Treiber installiert werden. Auf dem Testrechner, einem aktuellen Macbook Pro, lief der gesamte Prozess ohne Probleme. Aktiviert werden muss die MPC Software ebenfalls, dies geschieht über den AKAI Account. Der Controller agiert nicht als Dongle, was ich als Vorteil empfinde. So kann man auch ohne Hardware die Software starten und an bestehenden Projekten weiterarbeiten oder kleinere Veränderungen vornehmen.

Wer die Tests der Vorgängermodelle gelesen hat, der bekommt schon einen wirklich guten Eindruck von der MPC Software. Und grundlegend hat sich auch in der aktuellen Version 1.9 nichts geändert. In der Mitte bietet der Hauptbildschirm unterschiedliche Modi, die sich über eine Leiste (oder neuerdings über den Touchscreen) umschalten lassen, entsprechend ändert sich die Ansicht. Links gibt es einen Browser, in dem man nach Sounds, Samples und Instrumenten suchen und diese per Drag & Drop auf Pads oder Spuren ziehen kann. An der rechten Seite hat man weiterhin die Übersicht über das Projekt. Im unteren Teil des Bildschirms lassen sich projektbezogene Informationen wie Geschwindigkeit, Master-Pegel und Steuertasten finden.

Die MPC Software. Umfangreich, zum Teil aber wenig übersichtlich.

Die MPC Software: umfangreich, aber teils etwas unübersichtlich

Insgesamt wirkt die MPC Software ein wenig angestaubt. Optisch scheint sich zu den Vorgängerversionen nicht viel verändert zu haben. Hier könnte man mit der neuen Gerätegeneration auch ein wenig frische Optik in der Software versprühen. Nichtsdestotrotz bleibt die MPC auf dem Rechner funktionell und weitestgehend übersichtlich.

Ganz andere Wege geht da das Display auf dem Controller. Hat man die AKAI MPC Touch mit dem Rechner verbunden und die MPC Software gestartet, so erscheint eine Kontrolloberfläche, die nahtlos in die Optik des neuen Controllers übergeht. Diese erscheint in einem modernen und funktionellen Design und gefällt von der Aufmachung her genauso wie von der Bedienung. Die Übertragbarkeit auf die Software bereitete mir allerdings anfangs ein wenig Mühe. Natürlich wird es einfacher, wenn man sich nach altbewährter MPC-Tradition Stück für Stück von der Software löst. Trotzdem wird der Blick auf den Bildschirm nicht überflüssig, denn auch alteingesessenen MPC-Fans wird die Übertragung des Workflows vom Touch-Display auf die Software nicht ohne kurze Umgewöhnung gelingen. Hier würde ich mir persönlich eine Annäherung der Optik wünschen, eventuell scheut man sich im Hause AKAI davor, weil man Kunden nicht verprellen und weiterhin eine Kompatibilität zu den Vorgängermodellen erhalten möchte.

Das Menü bietet Zugriff auf alle 20 (!) Untermenüs.

Das Menü bietet Zugriff auf alle 20 (!) Untermenüs

Forum
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    Atarkid  AHU

    Bezieht sich der Pluspunkt „moderne Fortführung der MPC-Tradition“ auf die MPC’s die nur noch Controller sind, oder auch auf die „richtigen“ MPC’s?… Falls ja, finde ich den Pluspunkt irgendwie, naja, merkwürdig. Ein Notebook als zusätzliches Gerät kann doch nicht die Fortführung einer MPC-Tradition sein. Das tighte Timing und die Unabhängigkeit von anderen Plattformen hat die MPC doch so interessant gemacht. Ein Controller ist eben nicht mehr oder weniger als ein Controller. Warum sonst kommen wieder mehr Hardware-Sequenzer auf den Markt?

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      s.spieker  RED

      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Natürlich bezieht sich dieser Punkt auf die neueren Controller-MPCs und ich gebe dir auch in den übrigen Äußerungen Recht. Jedoch geht AKAI den Weg der Hybrid-Lösung schon länger und nach MPC Renaissance und Studio ist die Touch nun eine Fortführung dieses Wegs. Vielleicht werden die MPC Fans der ersten Stunde noch einmal mit einer neuen Hardware-Version belohnt, aber bis dahin ist die neue MPC ein Software Controller, welcher natürlich den Leistungsumfang des Gesamtpaketes schon ziemlich erhöht.

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    fno  

    Für mich ist ein wesentlicher Grund für den Einsatz von Fernbedienungen die haptische Erfahrbarkeit der Bedienelemente, finde ich beispielsweise bei Klaviertastaturen echt praktisch. Zudem wünsche ich mir bei einer MPC eine integrierte Tonerzeugung um diese auch rechnerunabhängig nutzen zu können.
    Für vergleichbaren Kurs ist für mich eine Kombination aus 27´-Touchscreenmonitor und einem externen Controller mit 16 Pads und 5 oder mehr Encodern nebst einigen Tasten oder gleich ein passendes Controllerkeyboard die bedientechnisch bessere Alternative – zudem seit Windoof 8.1 mit FL-Studio (ich weiss, ganz furchtbar unprofessionell :-)) nahezu problemlos und für alle Softwarefunktionen uneingeschränkt funktionabel.

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      s.spieker  RED

      Das ist bestimmt auch eine Möglichkeit, wenn auch weniger kompakt. Vorteil der MPC Touch ist natürlich die MPC Software als Herzstück mit großer Sample Auswahl und das diese dann adäquat für einen Touchscreen umgesetzt und reduziert worden ist.

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    Stephan Merk  RED

    Danke, schöner Bericht! Meine persönlichen Probleme mit der MPC Ren habe ich ja selbst mal in einem Artikel geschildert. Zur aktuellen Software sei anzumerken, dass nun auch bislang problematische DLLs fehlerfrei eingebunden werden. Allerdings ist die native Steuerung der Plug-Ins immer noch etwas hakelig, das mag bei der MPC Touch besser sein. Jedenfalls ist klar, dass sie keine MPC Renaissance ersetzen kann und offenbar auch gar nicht soll. Würde man sich einen Umstieg überlegen, hängt der wohl stark von den jeweiligen Bedürfnissen ab. Ich könnte mir vorstellen, MPC-Hasen greifen zur Ren, Neulinge zur Touch. Dann ist allen geholfen.

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