Test: Akai MPC Touch, MIDI-Controller + Software

Dabei lassen sich alle wesentlichen Schritte der Produktion mit dem Controller steuern. Alle 20 Miniaturfenster bis ins Detail zu beschreiben, erscheint mir an dieser Stelle wenig sinnvoll, einen guten Überblick bekommt man eher in den kurzen Videos, die diesem Test anhängen. Ein (bewegtes) Bild sagt hier sicherlich mehr als tausend Worte. Hervorheben möchte ich aber einige Funktionen, bei denen ich den neuen Touchscreen als besonders gewinnbringend empfunden habe. Hier ist an erster Stelle der Step-Sequencer zu nennen. Neben der Möglichkeit, diesen über die Pads zu nutzen, ergibt sich über den Bildschirm nun eine noch bessere Herangehensweise. In Windeseile lassen sich per Fingertipp Elemente setzen und im zweiten Schritt in der Anschlagstärke regulieren. Für Hihat-Linien, wie im Video, ist dies eine toller Workflow.

Auch die Nutzung des Screens als großes XY-Pad für die Steuerung von Effekten ist eine gelungene Sache. Ganz nach Kaoss-Pad Manier kann man mit der AKAI MPC Touch nun Effekt-Kombinationen, zum Beispiel aus Filter und Loop, mit einfachen Fingergesten steuern.

MPC Touch 3

Und dann natürlich die Bearbeitung von Samples, die Paradedisziplin der MPC. Nie zuvor hatte man dafür einen so hochauflösenden Bildschirm zur Verfügung, der noch dazu die Wellenformdarstellung „greifbar“ macht. Sehr leicht lassen sich so Samples schneiden, Start/Endpunkte festlegen und vieles mehr. Ansonsten kann der Bildschirm, wie oben bereits gesagt, vor allem eines: die nahezu gesamte MPC Software vereinfacht darstellen, für eine gute Übersicht sorgen und somit einfach zum Spielen einladen.

Muss es also ein Touchscreen sein? Wie so oft bietet jedes Konzept seine Vor- und Nachteile. Der Touchscreen ermöglicht eine tolle Übersicht, neue Möglichkeiten der Bedienung und einfach einen enormen Reiz, seinem Spieltrieb nachzugehen, nutzt man diese Technik schließlich heutzutage am Smartphone oder Tablet mehrfach täglich. Dies geht im Falle der MPC Touch auf Kosten einiger Bedienelemente mit schnellem Zugriff auf Funktionen, die über den Bildschirm nur durch Umschalten in andere Untermenüs zu erreichen ist. Je mehr ich mich mit diesem Thema beschäftige, desto interessanter wäre eine MPC Studio oder besser noch Renaissance, versehen mit eben diesem kleinen Screen. Vielleicht erfüllt uns AKAI irgendwann diesen Traum.

Forum
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    Atarkid  AHU

    Bezieht sich der Pluspunkt „moderne Fortführung der MPC-Tradition“ auf die MPC’s die nur noch Controller sind, oder auch auf die „richtigen“ MPC’s?… Falls ja, finde ich den Pluspunkt irgendwie, naja, merkwürdig. Ein Notebook als zusätzliches Gerät kann doch nicht die Fortführung einer MPC-Tradition sein. Das tighte Timing und die Unabhängigkeit von anderen Plattformen hat die MPC doch so interessant gemacht. Ein Controller ist eben nicht mehr oder weniger als ein Controller. Warum sonst kommen wieder mehr Hardware-Sequenzer auf den Markt?

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      s.spieker  RED

      Vielen Dank für deinen Kommentar.
      Natürlich bezieht sich dieser Punkt auf die neueren Controller-MPCs und ich gebe dir auch in den übrigen Äußerungen Recht. Jedoch geht AKAI den Weg der Hybrid-Lösung schon länger und nach MPC Renaissance und Studio ist die Touch nun eine Fortführung dieses Wegs. Vielleicht werden die MPC Fans der ersten Stunde noch einmal mit einer neuen Hardware-Version belohnt, aber bis dahin ist die neue MPC ein Software Controller, welcher natürlich den Leistungsumfang des Gesamtpaketes schon ziemlich erhöht.

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    fno  

    Für mich ist ein wesentlicher Grund für den Einsatz von Fernbedienungen die haptische Erfahrbarkeit der Bedienelemente, finde ich beispielsweise bei Klaviertastaturen echt praktisch. Zudem wünsche ich mir bei einer MPC eine integrierte Tonerzeugung um diese auch rechnerunabhängig nutzen zu können.
    Für vergleichbaren Kurs ist für mich eine Kombination aus 27´-Touchscreenmonitor und einem externen Controller mit 16 Pads und 5 oder mehr Encodern nebst einigen Tasten oder gleich ein passendes Controllerkeyboard die bedientechnisch bessere Alternative – zudem seit Windoof 8.1 mit FL-Studio (ich weiss, ganz furchtbar unprofessionell :-)) nahezu problemlos und für alle Softwarefunktionen uneingeschränkt funktionabel.

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      s.spieker  RED

      Das ist bestimmt auch eine Möglichkeit, wenn auch weniger kompakt. Vorteil der MPC Touch ist natürlich die MPC Software als Herzstück mit großer Sample Auswahl und das diese dann adäquat für einen Touchscreen umgesetzt und reduziert worden ist.

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    Stephan Merk  RED

    Danke, schöner Bericht! Meine persönlichen Probleme mit der MPC Ren habe ich ja selbst mal in einem Artikel geschildert. Zur aktuellen Software sei anzumerken, dass nun auch bislang problematische DLLs fehlerfrei eingebunden werden. Allerdings ist die native Steuerung der Plug-Ins immer noch etwas hakelig, das mag bei der MPC Touch besser sein. Jedenfalls ist klar, dass sie keine MPC Renaissance ersetzen kann und offenbar auch gar nicht soll. Würde man sich einen Umstieg überlegen, hängt der wohl stark von den jeweiligen Bedürfnissen ab. Ich könnte mir vorstellen, MPC-Hasen greifen zur Ren, Neulinge zur Touch. Dann ist allen geholfen.

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