Test: AKAI MPC X V2.1, Standalone Music-Workstation

15. April 2018

Version 2.1 - Standalone King!!!

AKAI betreibt seit jeher eine intensive Produktpflege. Mag sein, dass sie seit den Tagen des AKAI S5000/S6000 das ein oder andere Produkt – sagen wir mal – „ein wenig zu früh“ auf den Markt gebracht haben, aber dafür kamen die versprochenen Updates immer prompt und umfangreich.

Ich persönlich habe daraus gelernt und das gilt nicht nur für AKAI, da machen auch eine Firma Apple und viele andere Hersteller keine Ausnahme. Lieber das ein oder andere Update abwarten und statt zu den „Early Birds“ zu den „schlauen Füchsen“ zu gehören.

So handelt es sich auch bei dieser hier getesteten AKAI MPC X V2.1 nicht um Testware, sondern um mein eigenes Exemplar, welches ich vor Kurzem erworben habe und intensiv benutze, Schlafentzug inklusive. Das Warten hat sich auch noch finanziell gelohnt, da mittlerweile der Ladenpreis mehr als 400,- Euro unter dem Listenpreis liegt.

Da hier auf AMAZONA.de bereits ein ausführlicher Test von Jonas Bonk vorliegt, konzentriert sich mein Test auf neue Features und Erkenntnisse seit der Version 2.0 der AKAI MPC X.

Wer es übrigens nicht wusste, die AKAI MPC Live ist bis auf die Hardware identisch im Funktionsumfang (die nicht an die Hardware gekoppelt sind, wie zum Beispiel die CV-Ausgänge), kommt mit derselben Software, dürfte aber besonders live im Club um einiges handlicher sein. Ich empfehle daher auch den Test von Stephan Spieker zur AKAI MPC LIVE hier aus AMAZONA.de.

Unboxing the AKAI MPC X V2.1

Obwohl ein Leichtgewicht, macht sie einen robusten Eindruck. Ja, die Seitenteile und das Gehäuse sind zum Großteil aus Kunststoff, aber ich sehe die AKAI MPC X V2.1 auch nicht „on the road“, sondern eher als Masterpiece im eigenen Studio, in dem sie wirklich gänzlich einen Computer mit DAW ersetzen kann. Wer live unterwegs ist, dem empfehle ich wirklich die kompakte AKAI MPC Live.

Die roten Seitenteile besitzen Griffmulden und sind mit einer leicht gummierten Schicht überzogen. Da rutscht nichts – Punkt. Aus AKAI MPC60 Tagen hat man aus schwarzem Kunstleder an der Vorderseite eine Auflage für die Handballen integriert. Wunderbar – Punkt.

Mit den vielseitigen Anschlüsse der Folder- und Rückseite darf sich die AKAI MPC X V2.1 als technischer Cosmopolit bezeichnen. Ob Audiorecording, MIDI, USB oder CV/Gate, das ist endlich die AKAI MPC, die alle glücklich machen sollte.

AKAI MPC X V2.1

  • 2x XLR und 1/4” (6,35 mm) Klinkeneingänge (Input 1/2)
  • 2x 1/4” (6,35 mm) Klinkeneingänge (Input 3/4: 1 Stereo -Paar)
  • 2x 1/4” (6,35 mm) Klinkeninstrumenteneingänge (Inst 1/2)
  • 2x Cinch Eingänge (Input 3/4: 1 Stereo-Paar, Phono- oder Line-Level)
  • 2x 1/4” (6,35 mm) Klinken-Fußschaltereingang (FS 1/2)
  • 2x 5-pol MIDI-Eingänge
  • 8x 1/4” (6,35 mm) Klinkenausgang (Main L/R, Outputs 3/4–7/8: 4 Stereo-Paare)
  • 4x 5-pol MIDI-Ausgänge
  • 8x 1/8” (3,5 mm) CV/Gate-Ausgänge
  • 1x 1/4” (6,35 mm) Stereokopfhörerausgang
  • 1x 1/8” (3,5 mm) Stereokopfhörerausgang
  • 1x USB Typ-A
  • 1x USB Typ-B
  • 1x SD-Karten-Slot
  • 1x Netzteil

Und wo es gerade so gut angefangen hat, ärgert mich dann doch der letzte Punkt, das externe Netzteil. Muss das wirklich sein bei einem Produkt in der Preisklasse deutlich über 2.000,- Euro?

Dass das Display im iPad-Format im zusammengeklappten Zustand leicht über den Gehäuserand hinausragt, stört mich hingegen nicht so sehr. Das Ding steht jetzt im Studio, fertig. Meinen iMac trage ich auch nicht spazieren. Lieber habe ich ein großes Display anstatt ein unnötig großes Gehäuse.

AKAI MPC X V2.1 

Die AKAI MPC X V2.1 im Standalone-Betrieb

Gleich mal vorweg: Nein, ich beschäftige mich nicht mal euch zur Liebe mit der MPC-Software. Hier wird ein werter Kollege einen eigenen Test nachliefern. Ich habe das „Ding“ zwar installiert, aber für mich wäre die Verwendung einer AKAI MPC X über Software komplett widersprüchlich.

Ich nutze seit „unzähligen“ Jahren Apple Logic X im Studio. Ich habe mir die AKAI MPC X V2.1 nicht als Ergänzung zu einer DAW zugelegt, sondern als Alternative. Genau das war es, was mich an der AKAI MPC Rennaissance so immens gestört hat, der Workflow an der Hardware war ohne gleichzeitigen Zugriff auf die Software nur eingeschränkt möglich. Ich brauche auch die AKAI MPC X nicht als AU-Plug-in in Logic. Wenn überhaupt, wird die über MIDI synchronisiert.

Mit der AKAI MPC X V2.1 ist der Standalone-Gedanke nun konsequent umgesetzt worden. Selbst die Plug-ins der MPC-Software, die zuvor nur in Verbindung mit einem angeschlossenen Rechner liefen, sind nun ab Version 2.1 auch unabhängig von einem Rechner spielbar.

Als AKAI MPC Kenner der ersten Stunde war für mich die Bedienung zum Großteil fast selbsterklärend. Hätte der Packung noch ein großer roter Zettel beigelegen, auf dem gestanden hätte „Hey.. wenn du mal eine Funktion nicht findest, drück doch einfach den SHIFT Knopf, dann öffnen sich Submenüs“, hätte ich wohl nur wenige Blicke ins Handbuch werfen müssen.

Besonders die Kombination aus Touchpad- und Hardware-Eingabe an einem Gerät ist stringent ausgeführt worden. Oder anders gesagt: „Alle Wege führen nach Rom.“ Findet man den Zugriff nicht sofort über die Hardware, nutzt man das Touchpad – und umgekehrt. In der Regel ist fast alles doppelt gemoppelt – und irgendwie kommt man immer ans Ziel.

Und was mich besonders gefreut hat: Schriften und Symbole auf dem Touchpad sind endlich mal in einer vernünftigen Größe, die auch Menschen über 50 noch gut lesen können. (O ja Freunde, die soll es geben – und auch die Jüngeren unter euch werden eines Tages eine Lesebrille benötigen ;-)

AKAI MPC V2.1

Abschließend zu diesem Kapitel möchte ich der AKAI Mannschaft ein großes Lob aussprechen: Die AKAI MPC X ist hervorragend im Standalone-Modus bedienbar! Mein Vor-Tester Jonas Bonk hat zwar von Menü-Diving gesprochen, aber angesichts der Fülle an Möglichkeiten ist meines Erachtens die Funktionsführung und Hierarchie sehr gut gelungen. Da ich mich auch ausführlich mit der NATIVE INSTRUMENTS MASCHINE beschäftig habe (und die steht hier auch), wäre für mich die AKAI MPC X V2.1 deutlich die bessere Wahl. Das ist sicher eine Geschmacksfrage, aber mich persönlich hat die Bedienung der NI MASCHINE zur Verzweiflung gebracht.

Betriebssicherheit der AKAI MPC X V2.1

Während stundenlanger Testphasen, bei denen ich MIDI-Spuren und CV/Gate-Spuren intensiv nutzte, ist mir kein einziger Absturz passiert. Dies war ein heftiger Kritikpunkt von Jonas Bonk und ich bin heilfroh, dass dieser Kritikpunkt wohl ausgeräumt worden zu sein scheint. Allerdings habe ich die MPC X auch nur im Standalone-Modus genutzt – das aber dann heftig.

Wie sehen denn eure Erfahrungen in diesem Punkt seit Version 2.1 aus?

Kompatibilität zu älteren AKAI Formaten

Als AKAI Ureinwohner hat sich hier im Laufe der Jahre natürlich viel Material angesammelt. Vor allem auch unendlich zahlreiche Synthesizer-Samples, die noch am AKAI S6000 entstanden sind, mit aufwendigen Mappings und Keygroups. Hinzu kommen noch zahlreiche Drumsets aus AKAI MPC60 Tagen.

Mir war wohl bewusst, dass eine reibungslose Abwärtskompatibilität an ein Wunder grenzen würde. Schließlich sprechen wir hier von Jahrzehnte alten Produkten. Entsprechend erstaunt war ich dann, als all diese Formate auf eine USB-HD überspielt,  klaglos erkannt und ausgelesen wurden.

Mit der 100%igen Umsetzung haperte es aber. Bei den Drumsets würfelte die AKAI MPC X meine MPC60 Sounds wahllos auf verschiedene Pads, manchmal auch doppelt oder mit einer Verknüpfung zu anderen Pads.

Meine AKAI S6000 Sounds wurden hingegen sauber gemappt, allerdings gingen Loop-Punkte und sonstige Nachbearbeitungseinstellunegn (Filter, Hüllkurven etc.) flöten.

Am Ende habe ich noch ausprobiert, ob sich alte MPC-Medien über ein USB-CD-ROM-Laufwerk und sogar über ein USB-Diskettenlaufwerk importieren liesen. Vergeblich… aber ein Versuch war es wert.

Im Großen und Ganzen bin ich aber zufrieden, dass ich über die vielen Jahrzehnte noch immer meine liebgewonnenen Sounds wieder nutzen kann, wenn auch über Umwege und ein wenig zusätzliche Nachbearbeitung.

Apropos (englisches) Handbuch

Ich sehe ja gerne YT-Tutorials, um den Einstieg in Geräte zu finden, wenn ich aber da nicht weiterkomme, werfe ich bevorzugt einen Blick in ein gut strukturiertes und ausführliches Handbuch (notfalls auch in ein englisches). Das AKAI MPC Handbuch liegt aktutell nur zur Version 1.0 vor und beschreibt auch bei Weitem nicht alle Funktionen. Vieles muss man sich selbst zusammenreimen und wird auch nicht in YT-Tutorials schlüssig und im Detail aufgeklärt, wie z.B. das manuelle Slicing von Loops.

AKAI MPC X V2.1 Updating Firmware

Hier fiel mir eine Besonderheit auf, die mich fast verzweifeln ließ:

Die AKAI MPC X V2.1 arbeitet entweder im Standalone-Betrieb oder im sogenannten Controller-Betrieb in Verbindung mit der AKAI MPC-Software am Rechner. Rechner und MPC müssen dann per USB verbunden sein. Um die Firmware 2.1 per USB zu überspielen, muss man aber in den Standalone-Modus wechseln. Nur dann taucht auf dem Display der AKAI MPC X V2.1 der Button UPDATE auf. Da das weder im Handbuch noch in einem Tutorial erwähnt wird, hat mich dieser Umstand kurzzeitig an meinem Neuerwerb zweifeln lassen. Am Ende klappte es aber mit dem Update reibungslos.

AKAI MPC X V2.1

Neue Features der AKAI MPC X V2.1

Zum Abschluss möchte ich noch AKAI selbst zu Wort kommen lassen – und dies etwas ausführlicher, da all die Neuerungen und deren Bedienung in der Version 2.1 nach wie vor nicht im Handbuch zu finden sind.

Export von Expansion-Packs zu Standalone

Es ist nun möglich, alle Expansion Packs, die auf deiner MPC-Desktop-Software installiert sind, in das eigenständige MPC Live / X zu exportieren. Dazu wird zunächst der MPC Live / X an den Computer angeschlossen und in den Controller-Modus geschaltet. Gehe nun von der MPC-Desktop-Software aus auf File > Export > Expansion. Im Popup Export Expansion to Standalone MPC wählst du im Feld Drive eines der an deinen MPC angeschlossenen Geräte aus. Wähle entweder das MPC-interne SATA-Laufwerk, die SD-Karte oder das USB-Flash-Laufwerk. Markiere anschließend die Erweiterungen, die du exportieren möchtest oder benutze die Schaltfläche Select All, um alle auszuwählen. Klick auf OK und warte, bis deine Desktop MPC Software den Exportvorgang abgeschlossen hat. Der Expansionsexportprozess erstellt einen Expansionsordner auf der Wurzelebene deines Laufwerks und kopiert deine Erweiterungen in diesen. Um deine Erweiterungen zu verwenden, starte deinen MPC Live / X in den Standalone-Modus und gehe in den Browser-Modus, deine Erweiterungen findest du unter dem Reiter Expansion.

Durchsuchen von Expansions an der AKAI MPC X

Gehe in den Browser-Modus und wähle auf der linken Seite des Display die Registerkarte Expansions. Auf der Registerkarte “ Expansions “ wird eine gekachelte Bildliste aller installierten Erweiterungen angezeigt, indem du einfach auf eine Erweiterung klickst, um sie auszuwählen. Du kannst dann wie gewohnt die rechte Seite des Browsers benutzen, um den Inhalt der Erweiterung zu durchsuchen. Wenn du deine Erweiterungen lieber als Textliste durchsuchen möchtest, dann gehe auf die Registerkarte Places, sie werden unter deinen Speichermedien und MPC-Dokumenten aufgelistet.

AKAI MPC X V2.1

MPC Live oder X laden jetzt Nutzer Progressions

Um deine Progressionen (Abfolge von Akkorden) in MPC X oder Live zu verwenden, erstelle auf deinem bevorzugten Speichergerät (MPC internes SATA-Laufwerk, SD-Karte oder USB-Flash-Laufwerk) einen Ordner namens Progressions auf der Root-Ebene. Als Nächstes gehe auf deinem Desktop-Computer zu deinem User Progressions-Verzeichnis Mac ~/Library/Application Support/Akai/MPC/Progressions, Windows C:\ProgramData\Akai\MPC\Progressions und kopiere deine User Progressions in den Progressions-Ordner auf deinem bevorzugten Speichergerät. Schließlich, im Standalone-Modus, verbindest du dein Speichermedium mit deinem MPC Live oder X, wenn du zu Pad Perform > Progressions gehst, liest dein MPC die Benutzerprogressionen in deinem Progressions-Ordner und fügt sie der Progressionsliste hinzu.

Im Step-Sequencer-Modus kannst du nun die Geschwindigkeit jedes einzelnen Steps mit Hilfe der Q-Links einstellen, wenn dein Q-Link Modus auf Screen eingestellt ist. Wenn du die Shift-Taste gedrückt hältst und auf ein Pad tippst, wird das Pad ausgewählt.

AKAI MPC X V2.1

Snap: Relativ oder Absolut

Ereignisse auf den Audio- und MIDI-Grids können nun mit Relative- oder Absolute-Snap verschoben oder kopiert werden. Wenn die Snap-Einstellung auf Relative eingestellt ist, bewegen sich die Ereignisse um die ursprüngliche Zeitposition des Ereignisses zuzüglich des aktuellen TC-Wertes, wenn auf Absolute Ereignisse eingestellt, um die nächstgelegene TC-Zeitteilung. Gehe auf dem TUI entweder zum Audio- oder MIDI-Grid und drücke auf das Settings-Symbol in der oberen rechten Ecke des TUI, um das Settings-Popup aufzurufen. Stelle nun den Snap Mode auf Absolute oder Relative. Verwende in der GUI den Snap-Button, der sich in der Symbolleiste über dem MIDI- und Audio-Grid befindet.

Pitch Quantisierung

Die Tonhöhe von Noten in einer Spur kann nun auf eine beliebige Skala gesetzt werden. Gehe auf dem TUI aus dem Hauptmodus in den Track-Bereich und klicke auf das Bleistift-Symbol, um das Track-Overlay aufzurufen und wähle Pitch Quantize. Gehe in der MPC-Desktop-Software auf Edit > Pitch Quantize.

Mehrere GUI-Plug-in-Fenster

Es können jetzt mehrere Plug-in-Fenster gleichzeitig geöffnet werden.

Schnellere Hüllkurven

Drum- und Keygroup-Verstärkerhüllkurven haben jetzt einen schnelleren Attack. Wir haben die Attack-Zeit der Verstärkerhüllkurven in MPC Drum- und Keygroup-Programmen beschleunigt. Jetzt wird eine Attack-Zeit von 0 eine viel schnellere Antwort geben, so dass deine Drum-Hits noch druckvoller klingen. Programme, die vor dieser Version gespeichert oder erstellt wurden, werden mit einer Attack-Zeit von 1 geladen, um die Abwärtskompatibilität zu gewährleisten.

AKAI MPC X V2.1

Metronom

Das Metronom kann nun sowohl in der Standalone- als auch in der Desktop-Version auf Monoausgänge zugreifen.

Erweiterung des Grid- und Audio-Edit

In Grid Edit und Audio Edit kann man nun die Ereignisse ausschneiden, kopieren und einfügen. Halte in Grid Edit oder Audio Edit die Hardware Shift-Taste gedrückt, um die Shift-F-Tasten auf dem TUI anzuzeigen.

Q-Link speicherbar

Der Q-Link-Modus wird nun gespeichert und mit dem Projekt wieder aufgerufen.

AKAI MPC X V2.1

Verbesserung der Stabilität und Bug-Fixes

Und auch hier eine Auswahl der wichtigsten Neurungen:

Programm- und Audiotrack-Dateinamensänderung

Um ein Problem mit dem Laden von Programm- und Audiotrack-Dateien zu beheben, wenn die Namen der beiden Spurtypen identisch waren, haben wir dem Dateinamen beim Speichern mit dem MPC-Projekt den Programmtyp ‚type‘ hinzugefügt. Die neue Zusammensetzung des Dateinamens lautet [Programmname].[Program-Type].xpm. Projekte ab 2.0.8 und früher werden in MPC 2.1 korrekt geladen. Wenn ein Projekt in MPC 2.1 gespeichert wird, werden die Programmdateinamen im Ordner „Project Data“ wieder im neuen Format gespeichert. Projekte, die in MPC Desktop oder MPC Standalone 2.1 erstellt und gespeichert wurden, sind nicht mit früheren Versionen der Software und der Standalone-Firmware kompatibel. Manuelle Programmdatei-Exporte und ‚Legacy‘ MPC-Programmdatei-Exporte sind davon nicht betroffen.

MIDI-Sync Verbesserungen

Wir haben die Stabilität des MPC MIDI I/O deutlich verbessert. Besonders in Bezug auf MIDI-Clock. Der Takt’Jitter‘ (Abweichung von der mittleren Latenzzeit) wurde von +/-11 ms auf +/-5 ms reduziert, wenn MPC den Takt empfängt. Wir haben auch Verbesserungen am MIDI-Ausgangsübertragungsmechanismus vorgenommen, um mögliche Drift- und Timing-Probleme beim Senden von MIDI-Clock, MTC und MIDI-Note an externe Geräte zu reduzieren. Außerdem wurde der MIDI-Clock Input-Jitter verringert

AKAI MPC X V2.1

Workstation-Flachmann

Audio Editierung/Audiospuren

Audio-Regionen behalten nun ihr Verhalten bei, wenn sie mit ‚Warp‘ arbeiten. 
Das Werkzeug zum Löschen von Audiodateien bleibt nun auch nach dem 
Duplizieren von Audioereignissen funktionsfähig. 
Die MPC erzwingt nun in allen Fällen eindeutige Programm- und Audiotracknamen. 
 Copy Events‘ funktioniert jetzt korrekt mit Audio-Ereignissen.

Channelmixer

Insert-Effekte können jetzt problemlos kopiert und zwischen den Channel-Strips verschoben werden. 
Die eindeutige Programmbenennung wird nun erzwungen, wenn sie im Channel Mixer umbenannt wird.

Program Edit Drum

Hüllkurvenbereiche sind nun konsistent zwischen TUI und GUI 
Q-Link 
Q-Link Insert Effektparameter auf LCD-Bildschirmen werden nun korrekt aktualisiert, wenn die Q-Link Bank gewechselt wird.

Speichern und Laden

Das Importieren von MIDI-Dateien wurde verbessert. 
Die MPC speichert nicht mehr automatisch auf einem Laufwerk, das nicht mehr 
verbunden ist. 
Der Standard-Speicherort für den Ordner Save As wurde korrigiert.

YT-VIDEO zur CV-Steuerung der AKAI MPC X V2.1

Zum Abschluss noch ein YT-Video, bei dem wunderbar gezeigt wird, wie kreativ die Ansteuerung eines Euroracks über die sechs (!!!) CV/Gate-Ausgänge der AKAI MPC X sein kann, in Verbindung mit dem integrierten Step-Sequencer:

 

Fazit

Die AKAI MPC X V2.1 ist der Klassenprimus der Gattung Standalone-Workstation. In Verbindung mit einem (gerne kabellosen) Keyboard, ist die AKAI MPC X meines Erachtens als Workstation auch einem Korg Kronos weit überlegen. Wer sich tatsächlich auf das Wagnis einlässt, ohne DAW und Rechner sein Musikstudio zu betreiben, der wird wohl derzeit keine bessere Standalone-Workstation finden.

AKAI hat mit der Version 2.1 erneut bewiesen, wie wichtig ihnen Produktpflege ist. Das letzte große Update ist jetzt gerade mal ein halbes Jahr her. Zum damaligen Zeitpunkt hat mein Kollege auch den fehlenden Synthesizer der AKAI MPC 5000 bemängelt, dafür kann man nun alle Plug-ins der Software auch standalone nutzen. Und wer weiß, vielleicht führt das irgendwann auch wieder zu einem eigenen Plug-in mit VA-Synth. Aber mal ehrlich, jeder hat doch andere Synth-Lieblinge. Ob der von AKAI mitgelieferte Synth dann wieder alle befriedigen würde, wage ich zu bezweifeln. Deshalb schließe ich hier Outboard-Klangerzeuger an ohne Ende – die 6 MIDI-Schnittstellen und 8 CV/Gate-Anschlüsse wollen schließlich genutzt sein.

Mag sein, dass der Einstand der AKAI MPC X ein wenig holprig war, aber die Kinderkrankheiten scheinen nun beseitigt. Getestet habe ich die AKAI MPC X allerdings nur als Standalone-Workstation. Eine Beurteilung der Software MPC nimmt daher ein Kollege in den nächsten Wochen vor.

Plus

  • einzigartige Standalone-Workstation für Audio, MIDI und CV/Gate
  • hervorragende Produktpflege durch AKAI
  • gut strukturierter Workflow, AKAI User werden sich schnell zurecht finden
  • wunderbare Kombination aus Knöpfen und Touch-Pad
  • jetzt auch Integration der MPC-Software Plug-ins im Standalone Betrieb möglich

Minus

  • unvollständiges und veraltetes Handbuch
  • externes Netzteil

Preis

  • Ladenpreis: 2.199,- Euro
Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    citric acid  RED

    Toller Bericht. Habe lange auf einen neuen Kandidaten aus dem Hause Akai gewartet. Die letzten MPC’s waren ja eher zum abgewöhnen. Derzeit nutze ich eine MPC 1000 128xl mit grossem Display und jjos. Nun scheint es ja die wunsch MPC zu geben. Gut der Preis ist nicht gering. Also ich denke es ist ein Vetsuch wert. Danke für die Infos.

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      Tyrell  RED 1

      Die 1000er ist Klasse, aber mich hat das flach angebrachte Display immer gestört, daher hätte ich eher zur 2500er gegriffen. Probiert hatte ich die 4000er und die 5000er, immer mit dem versuch sie als One-And-Only im Studio zu nutzen, aber das hat eben nur leidg funktioniert. Mit der MPC X scheint das aber nun zu klappen was ich mir so alles vorstelle.

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    swellkoerper  AHU

    Peter, was hast Du denn mit den CV/Gate-Ausgängen angesteuert? Hast Du Dein 5U-System noch oder hast Du Dir auch ein Eurorack zugelegt?
    Welche Plugins genau kann man denn Stand-Alone abrufen? Mir wird bei diesen Plugin/Plugout-Geschichten à la Roland oder MPC immer ganz schwindelig. Ich hab da eine ganz lange Leitung.

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      Tyrell  RED 1

      Habe beides, 5U und Eurorack. Habe das Eurorack verkabelt. Da ich an den Plugins nicht interessiert war, schaust du am besten auf der akai-seite nach. Achtung geht aber um die reinen Akai-Plugins. Übliche vSTs bekommst du da nicht geparkt. vg petr

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    kupsu  

    Top! Ich habe mir die MPC Live lustigerweise aus dem selben Grund gekauft, um mein Macbook zum Musikmachen in Rente zu schicken. Ebenso hatte ich bzw. habe ich im Schreibtisch eine MASCHINE, die mich nie überzeugen konnte. Ich wollte einfach ein Gerät zum musizieren unabhängig von mac bzw, pc und genau das isses. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass es sich um einen pc mit einem großen mpc touch gehäuse handelt, dennoch kommt ein anderes Gefühl auf. Bisher hatte ich nur Erfahrungen mit der MPC 500 gemacht, die doch etwas eingeschränkt auf Grund des kleinen Displays und der nicht ganz so tollen Pads. Spass hat sie trotzdem gemacht, musste aber dann einer Neuanschaffung weichen. Wem der Workflow taugt, sollte sich die MPC Live oder X unbedingt genauer ansehen.

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      hejasa  

      sorry, verstehe von diesem Artikel nur Bahnhof. Der Akai soll meine Plug Ins auf meinem Mac Book ersetzen können? Finde nichts in dem Artikel, wie ich meine z. B. U-he importieren kann. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof, um den Artikel zu verstehen. Interessant wäre es auf jeden Fall, wenn dies möglich ist.

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        kupsu  

        Plug ins kannst im stand alone Betrieb nicht ersetzen. Das wäre natürlich das non plus ultra, aber ich bezweifle, dass das implementiert wird. Im controller modus geht das, bist aber wiederum auf die mpc software angewiesen.

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        Tyrell  RED 1

        Übrigens, Artikel GENAU lesen hilft enorm. ;-) Da wird auch erklärt, dass es sich ausschließlich um AKAI eigene Plugins für die MPC-Software handelt ;-)

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          juergen40

          Hallo Tyrell,
          das geht GENAU eben nicht!
          Akai eigene Plugins wie z.B. The Bank bekommst du im Expansionmanager unter -> Export gar nicht angezeigt.

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            hejasa  

            Fazit für mich, ich bleibe bei meinem Kronos und meinem mac book! Danke übrigens für die Einschätzungen!

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    fitzcarry

    Ich möchte ja kein Spielverderber sein, aber jeder Interessierte sollte sich darüber im Klaren sein, dass AKAI noch Einiges nacharbeiten muss, damit die MPC standalone auch RUNDUM Freude macht. Wenn man sich in den einschlägigen Foren umschaut, wird man feststellen, dass z.B. der Bereich USB-MIDI noch ein schwarzes Loch ist. Weder kann die MPC von einem der zahlreichen Hardwarecontroller, z.B. Beatstep, als Slave angesteuert werden noch kann sie (dabei hat die Live zwei USB-Host-Schnittstellen) selbst über USB als Master dienen.
    DIN-MIDI funktioniert, ebenso wie ein USB-Keyboard zur Noteneingabe.
    Man mag bei diesen und weiteren Mängeln eigentlich gar nicht von Bugs sprechen, sondern es sind eindeutige Mängel, die einem Gerät des Jahres 2017 unwürdig sind. AKAI halt sich SEHR bedeckt, was das Update-Gebaren angeht und es wurden allgemeiner User-Meinung nach auch eher unwichtige Features nachgereicht, z.B. dass die Expansions bebildert sind.
    Meine ganz private Meinung: Die MPC ist in erster Linie ein Klasse Sampler, und die Zielgruppe ist die Hip-Hop-Fraktion, der ich nicht angehöre. Trotzdem macht sie Spaß, wenn man sich auf DIN-MIDI beschränkt.
    Leider wird das ja mit der NI-standalone-Maschine nix mehr, oder weiß da jemand was?
    f.

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      kupsu  

      Naja Spielverderber find ich übertrieben. Solche Themen gehören angesprochen und man wird sehen was noch kommt. Midi mäsdig hab ich bisher nur über DIN gearbeit und das was das Gerät für mich machen sollte funktioniert reibungslos. Da stört es mich eher, dass es ist zur Steuerung eines externen drummies nicht möglich ist die Note eines Pads zu ändern. Ich habe noch nicht 2.1 drauf, aber ich glaube damit gehts noch nicht, bin mir aber nicht sicher. Das Geräte wie der Beatstep über USB nicht gehen ist natürlich nicht der hit, dennoch erschließt sich mir nicht wieso ich den benutzen sollte, wenn ich doch eine mpc vor mir habe.

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      TobyB  RED

      Hallo fitzcarry,

      der Bereich USB MIDI ist auf was bezogen ein schwarzes Loch(?) andere MIDI Devices oder Rechner? Ich nehme an du meinst MIDI Devices. Da kannst du AKAI aber nicht den Senkel stellen. Der USB MIDI Standard funktioniert derzeit wohl nur vom Device zum Rechner. Und selbst bei Roland Aira Gear musst du immer alle Geräte in kompatibler FW Version betreiben. Und hier ist AKAI direkt von der Spezfikation von MIDI.org abhängig und von den anderen Herstellern. Solange da nichts offen implementiert wird, zieht keiner nach.

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        swellkoerper  AHU

        Guten Tach Toby,

        wie immer, im Eurorack-Land gibts so einiges, was als USB-MIDI-Host herhalten kann (Endorphin.es Shuttle Control, Expert Sleepers FH-1, Polyend Poly, um nur die bekanntesten zu nennen). Das sind teilweise 1-Mann-Buden, die neben anderem sowas auf die Beine stellen, das scheint jetzt keine Hexerei zu sein. AKAI müsste nur wollen :-)

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          TobyB  RED

          Hallo Swellkoerper,

          deswegen führe ich ja Roland als Beispiel an ;-) Es ist ja nicht so als ob die neue MIDI USB Erweiterung gestern aus dem Spezifikationshimmel fiel. Wir sind immer noch bei MIDI 1.0 . Nach TCP/IP dürfte MIDI das am längsten lebende Protokoll sein. Und Roland müsste auch nur wollen. Aber guck mal wie lang MIDI over LAN gebraucht hat und auf dem W7/10 Rechner musst du immer noch eine Protokollerweiterung nachinstallieren. Was machen die Hersteller bloss, wenn MIDI CI einschlagen soll,

          https://bit.ly/2qFcNvk

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        fitzcarry

        Ich hab natürlich keinen Rechner gemeint, sondern ich erwähnte als Beispiel ausdrücklich den Beatstep.
        Und auch hier nicht den Pro, Tyrell. Beim einfachen Beatstep müsste ich mir ein für 120€ ein Kenton-Kistchen dazu kaufen.
        f.

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          fitzcarry

          Es geschehen noch Zeiten und Wunder!
          Gerade die V.2.2 aufgespielt und alles konfiguriert – Voilà! Meine geliebte MPC marschiert nun standalone als USB-Slave! Well done, AKAI, du bekommst einen (Vorschuss-) Lorbeerkranz umgehängt.
          Tempo seh ich zwar keins und was sonst auch noch nicht geht, weiß ich nicht, aber DAS ist schon mal ein großer Fortschritt.
          Es tut sich wenigstens was, und soooo kompliziert scheints ja jetzt auch nicht gewesen zu sein- aber da kenn ich mich zuwenig aus.
          f.

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            fitzcarry

            Tschuldigung, hab in meinem Freu-Gefühl was verwechselt: Beatstep funzt als USB-Master, aber nicht als Slave. Da tut sich nix. -:(((((

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    glain  

    Über die Einleitung musste ich schmunzeln. Akai und Produktpflege.

    Mpc 2000 Schluss mit 1.72 obwohl ein Abschlussupdate möglich wäre

    Xler wurde auch noch einiges versprochen

    1000er Jam erst ein Update mit der 2.5 bzw. schwarzen, so dass jj os zuerst lieferte plus das überteuerte Pad Update

    5000er Update kam erst, als die Kiste nicht mehr produziert wurde, meines Wissens.

    Und zuletzt zwar kein Update Problem dafür eine enorme Preiserhöhung ohne Ankündigung.

    Darüber war ich am Ende aber froh und habe mir stattdessen die Sp-16 geholt, auch Update Probleme dafür Richtig schneller Workflow und richtig guter Sound.

  6. Profilbild
    pytrel  

    Natürlich ersetzt es einen computer mit daw. Es ist im endeffekt auch ein computer mit daw…. Ein “ standalone computer“ :-)

  7. Profilbild
    swellkoerper  AHU

    „Der Takt’Jitter‘ (Abweichung von der mittleren Latenzzeit) wurde von +/-11 ms auf +/-5 ms reduziert, wenn MPC den Takt empfängt. “ – Ich kann kaum glauben, dass das für niemanden hier ein Problem darstellt. Clock-Jitter bei externem Sync ist schwankend und bezieht sich auf den Abstand zwischen MIDI-Events, das ist keine konstante Latenz! Zum Vergleich; eine MPC3000 hatte bei externem Sync einen Jitter von rund 0.5ms, selbst die neueren und im Timing als schlechter angesehenen 2500er und 5000er kamen auf 2.5ms (Quelle: http://www.....itmus.html)

  8. Profilbild
    Son of MooG  AHU

    Mein PC-Ersatz ist ein Kawai Q-80, den ich für’n Appel & ’n Ei in der Bucht ersteigerte. Da ich von Cakewalk umstieg, funktioniert das auch recht gut, da beide nach dem linearen Tonband-Prinzip arbeiten. Selbst an das kleine LCD habe ich mich schnell gewöhnt. Die MPC X ist ja Pattern-basiert, dennoch ist sie wirklich ein verlockendes Teil (das Display erinnerte mich gleich an die Klötzchen-Grafik im alten Cakewalk DOS 5.0), besonders auch durch die Audio-Optionen. Schade, dass ich wohl nicht über ein USB-Disketten-Drive meine alten S-01-Samples laden könnte – ein Punkt für’s nächste Update?. Die komfortable Bedienung sollte eine Erweiterung des Work-Flows durch Pattern-basiertes Arbeiten erleichtern und die 2 MIDI-In/4 -Out-Buchsen ersparen schon einen Merger und eine Thru-Box. Die CV/Gate-Anschlüsse sind dazu der Zuckerguss für ein höchst interessantes Gerät…

  9. Profilbild
    olduser  

    Es macht schon Spaß,habe die Mpc live, der Deluge ist jedoch viel schneller , aber hier im Urlaub habe ich mit einem Mc Book Pro + Xkey air, einfach das bessere leichtere Package, das halt alles kann , zuhause läuft auch die MPC wieder als Alternatve, als Fazit ohne Rechner empfinde ich den Deluge konsequenter, da er eben kein Display hat . Keinen Rechner habeben wollen und dann auf einen Mpc Bildschirm schauen ist schon nicht so sinnig, da ist dann die Mpc X schon besser.

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