Test: AKAI MPC2000, Midi-Production-Center

16. Oktober 2000

AKAIs Volks-MPC

AKAI MPC2000

Ein kurzer Rückblick

Die MPC-Serie groovt wie die Hölle. Zum einen liegt das daran, dass die internen Sounds ja nicht erst über Midi getriggert werden müssen, zum anderen sind 17 Jahre Entwicklung von Drum-Sequenzern durch Roger Linn an diesem Gerät nicht spurlos vorrübergegangen. …and Time goes by…HISTORY

Als Roger Linn 1984 (siehe Interview mit Roger Linn) während der US-Namm Show den erstaunten Messebesuchern seine neueste Erfindung, die „LINN 9000“ präsentierte, war es um den Zustand seiner Company bereits sehr schlecht bestellt.
4 Jahre zuvor hatte Roger Linn mit der „LM1“ den ersten digitalen Drumcomputer der Welt auf den Markt gebracht, der auf Sampling-Technologie basierte. Die „Linn LM-1“ schlug ein wie eine Bombe. 1982 setzte Roger Linn mit der berühmten „LinnDrum“ noch eins oben drauf. Nahezu die gleiche Technologie zum halben Preis machte Schlagzeuger arbeitslos und Roger Linn reich.

Roger Linn’s Vision ging allerdings weiter. Er träumte von einer gewaltigen MIDI-PRODUKTIONS-MASCHINE, einer ALL IN ONE – STATION, die Sampler, Drumcomputer und Sequencer in sich vereinen und darüber hinaus durch einen ausgefeilten Synchronizer den Kontakt zur Audio- und Video-Welt darstellen sollte. Und das alle lange bevor sich der Begriff der WORKSTATIONS einbürgerte. Roger Linn’s Vision hatte seinen Preis. 1985/86 ging seine Company Konkurs.
Die LINN 9000 wurde „hardware-gewordener“ Traum und Alptraum. Zahlreiche Bugs und ein astronomischer Marktpreis besiegelten das Schicksal der jungen US-Firma. Im fernen Osten hatte man allerdings schon lange Roger Linn’s schöpferisches Talent erkannt.

Der japanische Elektronikkonzern AKAI PROFESSIONAL hatte zu jener Zeit begonnen, sich auf dem stark wachsenden Sampler-Markt einen sehr guten Namen zu machen und engagierte 1986 Roger Linn und seine Crew zur Entwicklung eines „LINN 9000“ Nachfolgers mit eingebautem 12Bit Sampler.

1988 war schließlich die Geburtsstunde des ersten „AKAI“ MPC’s – ausgesprochen: MIDI PRODUCTION CENTER´s – dem MPC-60, dessen Bedienerpanel die Unterschrift von ROGER LINN zierte. Der MPC-60 verfügte über den ausgefeiltesten Hardware-Sequencer seiner Zeit, einem integrierten (fast) kompletten AKAI S900 Sampler sowie einem hervorragenden SMPTE Synchronizer.
Über 4 getrennte MIDI-Ausgänge (64 Kanäle) und 2 MIDI-IN’s, die sich mergen ließen, hatte er die MIDI-Welt voll im Griff. 8 Einzelausgänge, ein Stereoausgang, ein Send, sowie ein Stereo Return für die Einspeisung eines externen Effektgerätes, ein SCSI Anschluß und viele weitere Optionen machten den MPC-60 zu den Rolls Royce Sequencern der damaligen Studio-Szene.

AKAI MPC60

Die Namenslisten der Stars, die ihre CD’s mit dem MPC-60 produzierten sind daher endlos.
Die 12 Bit Drum-Samples machten unglaublich Druck und wurden vom internen Sequencer weitaus „tighter“ getriggert als dies ein externer Sequencer über Midi jemals schaffen würde. Der MPC-60 war neben dem SP-12 von EMU das Groove-Teil schlechthin gewesen und ist es wohl auch heute noch, glaubt man den Aussagen vieler Hit-Produzenten.

ROGER LINN & AKAI PROFESSIONAL: saßen jedoch nicht auf der faulen Haut, sondern verfeinerten und verbesserten das Prinzip der MPC Serie laufend. So erschienen 1992 der MPC60II und 1994 schließlich der 16Bit auflösende MPC3000, dessen Samplinggrundlage bereits auf der AKAI S3000 Serie basierte. 5500,- DM musste man für den MPC3000 in der Grundausstattung berappen. Trotz des hohen Verkaufspreises konnte sich der MPC3000 in der Techno-Szene als Kult-Teil unter den Hardwaresequenzern durchsetzen.

Der eigentliche Durchbruch gelang schließlich 1996 mit der AKAI MPC2000, die für unter DM 3.000,– sogar einige Features mehr bot als sein großer Bruder MPC3000, wenn auch die Echtzeitmöglichkeiten eingeschränkt waren und einige Hardwarefeatures fehlten wie z.B. das klappbare Display oder 4 Midi Outs. 1998 schlug schließlich die Stunde des AKAI MPC2000XL, der im Grunde genommen eine verbesserte Version des MPC2000, aber einige entscheidende Vorteile bietet. Doch dazu mehr in der MPC2000XL-Black Box Story – HIER KLICKEN.

AKAI MPC2000XL black

AKAI MPC2000XL Coustomized in Black

Forum
  1. Avatar
    Mike

    Sehr guter Bericht, nur sollte man schon wissen welche version benutzt wurde bei diesem Test!Aber eine Mpc als nur gut zu Bewerten ist schon sehr gewagt, da jede MPC ihre Stärken hat!

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