Test: AKAI MPK249, MPK225, MPK 261, USB/MIDI-Controllerkeyboard

Praxis

Die Arbeit mit dem MPK249 ist recht einfach und übersichtlich gestaltet. Nicht ganz unwesentlich für einen guten Workflow ist neben der Verarbeitung der einzelnen Bedienelemente natürlich auch deren Anordnung. Für mich als Rechtshänder macht es beispielsweise absolut Sinn, dass die Fader und Drehregler auf der rechten Seite des Controllers angebracht sind. Da hat jeder sicherlich seine eigenen Vorlieben, aber auch solche Aspekte sollte man beim Kauf eines Produkts immer beachten. Der Konkurrent Korg Taktile hat die Fader nämlich auf der linken Seite der Oberfläche, was für mich persönlich eher suboptimal wäre.

Acht Fader, Drehregler und Funktionstasten.

Acht Fader, Drehregler und Funktionstasten

Alle Bedienelemente des AKAI MPK249 lassen sich mit beliebigen MIDI-Control-Change Befehlen belegen. Die Vorgehensweise ist dabei sehr simpel. Per EDIT-Button gelangt man zunächst in den Bearbeitungsmodus und durch Betätigung des Faders, Drehreglers etc. wählt man das gewünschte Objekt aus. Danach kann man per Cursor-Tasten oder Push-Encoder das Verhalten des Elements, den CC-Befehl und alles weitere auswählen. Abspeichern und fertig. Dank des Displays behält man bei diesen Bearbeitungsschritten stets eine gute Übersicht. Absolut nicht zu vergleichen mit Controllern mit 2-Zeilen-Display oder Produkten ganz ohne optische Kontrolle. Die Ablesbarkeit des Displays hätte man sicherlich durch eine leichte Neigung desselbigen erhöhen können. Aber zu kleinlich möchte an dieser Stelle auch nicht sein. Das ist schon alles sehr ordentlich.

Für den Live-Betrieb recht interessant ist die Möglichkeit der Vorschau-Funktion. Hält man die Preview-Taste fest und bewegt dabei ein Fader, zeigt das Display den zugewiesenen CC-Befehl an, ohne dass der Befehl tatsächlich ausgesendet wird. Gerade wenn man auf der Bühne nicht mehr weiß, wo sich welche Funktion verbirgt, ist diese Vorschaumöglichkeit nicht zu verachten.

Natürlich lassen sich beim MPK249 auch komplexe Setups abspeichern. Dafür stehen maximal 30 Speicherplätze zur Verfügung. Ab Werk findet man hier bereits Presets für die gängigen DAWs Ableton, Bitwig, Cubase, Reason, Pro Tools, Logic etc. Auch Presets zur Steuerung von Software Instrumenten sind bereits an Bord. Eigene Presets können natürlich genauso angelegt werden, wie bestehende umbenannt oder editiert werden können.

Das MPK kann auch per HID Befehle aussenden.

Das MPK kann auch per HID Befehle aussenden

Neben der normalen Steuerung einer DAW per Transportsektion sendet das MPK249 auch das sogenannte HID-Protokoll (Human Interface Device). Damit kann man bestimmte Bedienelemente des Controllers so konfigurieren, dass oft genutzte Tastaturbefehle wie Kopieren, Einfügen, Speichern etc. vom AKAI an den Computer übertragen werden. Dadurch reduziert sich das ständige Wechseln zwischen Controller und Computertastatur merklich. Auch die Loop-Funktion hat nicht jeder andere Keyboardcontroller mit an Bord. Mit diesem MMC-Kommando lässt sich vom Controller die Loop-Funktion der DAW aktivieren. Programmwechselbefehle kann das MPK249 natürlich auch aussenden. Damit lassen sich sowohl bei Hard- als auch Software Instrumenten Sounds bzw. Patches umschalten.

Pads und Arpeggiator

Ein klares Highlight der MPK-Serie sind natürlich die 16 anschlagsdynamischen Pads. Diese fühlen sich nicht nur besser an als beim Vorgänger, sondern lassen sich meiner Meinung nach auch deutlich dynamischer spielen. Insgesamt vier Bänke stehen für unterschiedliche Konfigurationen bereit, so dass letztendlich 64 unterschiedliche Funktionen damit möglich sind. Eine optische Abgrenzung kann man durch die maximal vier unterschiedlichen Farben erreichen, in denen die Pads aufleuchten können. So kann man beispielsweise Drums in lila einfärben, Chords in gelb und Effektsounds in blau.

Die Pads leuchten in unterschiedlichen Farben auf. Nicht nur optisch sehr gelungen.

Die Pads leuchten in unterschiedlichen Farben auf – nicht nur optisch sehr gelungen

Doch das ist noch nicht alles. Die Pads des AKAI MPK249 verfügen nämlich über die von der MPC her bekannten Funktionen Note Repeat, Swing, Full- und 16-Level. Auf Wunsch können die Pads also beispielsweise immer den Velocity-Wert 127 ausgeben, ein Pad wird nach einmaligem Anschlag stets neu im vorgegebenem Tempo von interner oder externer Clock getriggert oder per Pad-Anschlag kann ein Sample auf alle anderen 15 Pads kopiert werden. Bei der zuletzt genannten Funktion teilt das MPK249 die Pads nach Anschlagsstärken auf, d.h. Pad 1 sendet dann immer mit einer niedrigen Velocity, während Pad 16 immer die volle Velocity 127 ausgibt, die dazwischen liegenden Pads dann entsprechend mit aufsteigender Velocity.

Neben diesen reinen Pad-Funktionen hat der Hersteller seiner MPK-Serie auch einen internen Arpeggiator spendiert. Dieser bietet alle erdenklichen Modi, Swing- und Gate-Funktion und kann auf Wunsch zu einer internen oder externen MIDI-Clock synchronisiert werden.

Forum
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    TobyB  RED

    Hallo Felix,

    ich werde da dein Artikel recht aufschlussreich war nun doch mal die große MPK antesten. Es wird aber schwierig mit vom Taktile Triton abzubewegen ;-)

    ToB

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      AMAZONA Archiv

      Letztendlich scheint es ja um die Abwägung bessere Verarbeitung vs. zusätzlicher Sounderzeugung zu gehen, oder?!

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        TobyB  RED

        Hallo Andreas,

        Die zusätzliche Klangeerzeugung der Tritons fällt ins Gewicht klar und da ich die Taktile schon mal anspielen konnte, und das Konzept und die Spielbarkeit der Klaviatur passend fand hat die MPK es natürlich nicht einfach, die erste Version konnte mich nicht überzeugen, Version 2 macht aber generell einen besseren Eindruck. Insofern muss ich hier einfach den AB Vergleich machen. Entscheidend für mich ist halt, das das Equipment zu 90 % ohne Rechnerunterstützung laufen muss. Das ist das Killerkriterium schlechthin, da ich kein DAW Fanboy bin und auch nicht mehr werde.

        Grüße ToB

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