Preis-Leistungs-Kracher
Das AKAI MPK Mini IV Masterkeyboard setzt die Reihe der beliebten Miniatur-Masterkeyboards von AKAI Pro fort. Kann man ein sehr gutes Produkt noch besser machen? Wir finden es heraus.
- Funktionsumfang: Viele Controller, neue Tastatur, OLED-Display und umfangreiche DAW-Steuerung.
- Software-Paket: Über 1000 Sounds, Ableton Live Lite 12 und Probe-Abos für Melodics und Splice inklusive.
- Bedienung: Einfache Einrichtung, vielseitige Modi wie Chord, Scale und Arpeggiator für kreatives Arbeiten.
- Preis-Leistung: Sehr gutes Gesamtpaket mit hochwertiger Verarbeitung zum günstigen Preis.
- Fazit: Best Buy in seiner Preisklasse – ideal für Einsteiger und mobile Produzenten.
Inhaltsverzeichnis
AKAI Professional MPK Mini IV Masterkeyboard
Nachfolger eines Verkaufsschlagers
Das AKAI Professional MPK Mini MK3 war schon ein Verkaufsschlager und belegt nach wie vor den ersten Platz der Thomann Verkaufs-Charts von Masterkeyboards bis 25 Tasten – und das vollkommen zu Recht.
Durch eine gute und zweckdienliche Ausstattung hat das sehr günstige Masterkeyboard schnell Freunde unter den Laptop-Musikproduzenten gefunden und auch Einsteiger in Sachen Musikproduktion erfreuen sich über den extrem niedrigen Preis und vor allem die hochwertige Instrumentensammlung, die perfekt auf eine Nutzung mit dem Masterkeyboard abgestimmt ist und das sofortige Musizieren ermöglicht.
Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das AKAI Professional MPK Mini MK3 Masterkeyboard in unzähligen YouTube- und TikTok-Videos junger Leute zu sehen ist.
Gutes wird noch besser
Schon auf den ersten Blick sieht man, dass das AKAI Professional MPK Mini IV Masterkeyboard gewillt ist, seinen Vorgänger zu übertrumpfen. Schon das Layout zeigt, wohin die Reise geht:
größere Übersichtlichkeit, noch mehr Controller, Pitch- und Modulationsräder anstelle eines Joysticks und ein deutlich besserer farblicher Kontrast.
Herausragend ist auch der neue Lieferumfang, der noch einmal deutlich über das hinausgeht, was der Vorgänger zu bieten hatte. Schauen wir uns das einmal genauer an.
Hardware
Die Hardware wurde deutlich verbessert und auch hinsichtlich des Funktionsumfangs erweitert:
- neue, verbesserte Tastatur mit 25 Tasten und Velocity
- Farb-OLED Display
- Pitch- und Modulationsräder
- 8 Encoder, 1 Push-Encoder
- 8 druckempfindliche MPC-Style Pads mit RGB-Beleuchtung und Velocity
- Transport-Sektion zur DAW-Steuerung
- verbesserter Arpeggiator mit verschiedenen Patterns, Arp Freeze und Mutate Funktionen
- Scale & Chord Modes ermöglichen es, die Tastatur auf eine voreingestellte Skala zu mappen, sodass „falsche“ Töne außerhalb der Skala unmöglich werden oder mit einem Tastendruck voreingestellte Akkord-Voicings zu spielen
- vorgefertigte Mappings für alle großen DAWs wie Logic Pro, Cubase, GarageBand, Ableton Live, FL Studio
- Anschlüsse für USB-C (MIDI & Bus-Power), MIDI Out (DIN), Sustain-Pedal
- erhältlich in zwei Farbvarianten
Software
Das AKAI Professional MPK Mini IV kommt mit einer großen Sound-Bibliothek: The Studio Collection umfasst über 1000 Sounds und spielbare Instrumente von AIR, Moog, AKAI Pro, deren Parameter fertig auf das AKAI Professional MPK Mini IV Masterkeyboard gemappt sind.
So kann man sofort loslegen und wer die Sounds der The Studio Collection kennt, weiß, dass allein diese Klangbibliothek das Geld wert ist. Doch damit nicht genug: Damit man sofort mit dem Komponieren und Arrangieren loslegen kann, liegt auch Ableton Live Lite 12 mit bei.
Wer noch nie zuvor Musik gemacht hat, freut sich vielleicht über das für 30 Tage kostenlose Probe-Abo von Melodics, wo du auf interaktive Weise in Themen wie das Keyboard-Spiel und Finger-Drumming eingeführt wirst. So wirst du schon nach kurzer Zeit erste Ergebnisse und Erfolge mit deinem AKAI Professional MPK Mini IV erzielen können.
Wer gerne mit professionell produzierten Samples Musik machen möchte, wird das zweimonatige Probe-Abo von Splice begrüßen. Alle Splice Samples dürfen frei in eigenen Produktionen verwendet werden.
Und natürlich steht auch der AKAI Professional Shop mit weiteren Instrumenten und Effekten offen.
Praxis
Legen wir direkt mal los und schauen, ob das AKAI Professional MPK Mini IV Masterkeyboard hält, was der Hersteller verspricht.
Nach dem Auspacken der Hardware gelangen wir durch das Scannen eines QR-Codes direkt auf die richtige Seite für den Software-Download. Währenddessen können wir das MPK Mini IV schon einmal mit dem Computer verbinden. Dafür genügt das Einstecken des USB-C-Kabels, denn das MPK Mini IV wird über die USB-C Verbindung gleichermaßen mit Strom und MIDI versorgt.
Wer möchte, nutzt das AKAI Professional MPK Mini IV Masterkeyboard außerdem mit externen Klangerzeugern mit MIDI In. Dazu verbinden wir mit einem handelsüblichen MIDI-DIN-Kabel den MIDI Out des MPK Mini IV mit dem MIDI In unseres Klangerzeugers. Wer schon ein Sustain-Pedal (Haltepedal) besitzt, kann dieses nun an den Sustain-Klinkenanschluss auf der Rückseite anschließen.
Machen wir uns mal etwas mit der Benutzeroberfläche vertraut:
Auf der linken Seite finden wir die beiden Pitch- und Modulationsräder. Direkt darunter zwei weitere wichtige Tasten, mit denen sich die Oktavlage der Tastatur innerhalb einer Spanne von 10 Oktaven verschieben lässt. Gerade weil wir nur zwei Oktaven am MPK Mini IV zur Verfügung haben, sind diese zwei Taster wichtig, um unser Spiel auf der Tastatur in die jeweils richtige „klingende“ Oktavlage zu verschieben.
Virtuosen nutzen diese Taster sogar live auf der Bühne, um Soli mit einem größeren Tonumfang als zwei Oktaven zu spielen. Um wieder zum Default Oktav-Setting zurückzukehren, drücken wir einfach beide Tasten gleichzeitig.
Die acht MPC-Style-Pads mit RGB-Beleuchtung ermöglichen es uns, per Finger-Drumming Schlagzeug-Patterns einzuspielen. Außerdem können diese Pads MIDI-Program-Change und MIDI-CC-Messages senden, um damit zum Beispiel in einer DAW wie Ableton Live Spuren scharfzuschalten, Clips abzufeuern und vieles mehr.
Unterhalb der acht Pads finden wir Schalter für
- den Arpeggiator,
- die Latch-Funktion, um bei eingeschaltetem Arpeggiator-Noten zu halten, auch wenn wir keine Tasten mehr herunterdrücken,
- Note Repeat, um beim Drücken von Pads eine MIDI-Note in einem einstellbaren Notenwert wiederholen zu lassen (zum Beispiel für das Einspielen von HiHats)
- Tap Tempo zur einfachen Eingabe des Tempos
- Bank A/B zum Umschalten der Bank für die acht MPC-Style-Pads.
Über die zweite Ebene dieser Schalter erreichen wir per SHIFT plus Note Repeat die Config-Funktion zum Einstellen des Notenwerts für Note Repeat, per SHIFT plus Tap Tempo schalten wir das Metronom der DAW ein oder aus. Mit SHIFT plus Latch können wir die Pads in den Full-Level-Modus schalten, sodass immer ein Velocity-Wert von 127 beim Spielen der Pads gesendet wird.
In der Mitte finden wir das Display und den Push-Encoder für die Werteeingabe. Außerdem ist hier der besagte SHIFT-Button zu finden, Taster für +/- zum Erhöhen oder Verringern von Werten und der PLUGIN/DAW-Button, mit dem sich der Control-Modus des AKAI Professional MPK Mini IV je nach Einsatzbereich verändern lässt. Möchte man ein Plug-in kontrollieren, schaltet man hier das Masterkeyboard in den entsprechenden Modus.
Auf der rechten Seite finden wir dann schließlich acht Endlosregler sowie die Transport-Sektion für das Steuern einer DAW. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass verschiedene Funktionen auch über die Tasten der Tastatur und die Pads aufgerufen werden. Sie sind jeweils über der betreffenden Taste abgedruckt.
Für die ersten Gehversuche empfiehlt es sich, gemeinsam mit den Tutorial-Videos auf der AKAI Website oder der Bedienungsanleitung etwas mit den mitgelieferten Instrumenten zu spielen. Als DAW empfehle ich für die ersten Versuche das mitgelieferte Ableton Live Intro, wenn ansonsten noch keine Erfahrungen mit DAWs vorhanden sind. Apple iPad Besitzer können stattdessen GarageBand verwenden. Die Bedienungsanleitung beschreibt jeweils das Einrichten der eigenen DAW.
Laden wir mal einen polyphon spielbaren perkussiven Synthesizer-Sound oder Klavier-Sound und probieren zunächst die CHORD-Funktion sowie den Arpeggiator aus. Zum Aktivieren der CHORD-Funktion drücken wir SHIFT und gleichzeitig PAD 5. Um nun zu bestimmen, welcher Akkord erklingen soll, wenn wir eine Taste drücken, aktivieren wir die CHORD-Konfiguration durch das Drücken von SHIFT und gleichzeitig PAD 6.
Nun zeigt das Display die verschiedenen CHORD-Optionen an, durch die wir mit dem Push-Encoder navigieren und deren Werte mit den +/- Tastern verändern können.
Einstellen können wir zum Beispiel den Akkordtyp. Sechs Typen stehen zur Auswahl. Je nach Auswahl ändert sich der Akkordaufbau in Abhängigkeit des gespielten Akkordgrundtons und der eingestellten Skala – oder auch nicht. Probiere die Einstellungen aus, spiele etwas auf der Tastatur und mach dich mit dem Klang vertraut.
Mal klingt es jazzig, mal nach Pop oder House.
Schön ist, dass wir sehr viele verschiedene Skalen zur Auswahl haben und auch Akkordumkehrungen möglich sind. Verlassen können wir den CHORD-Mode wieder, indem wir erneut SHIFT plus PAD 5 drücken.
Für Anfänger sehr gut geeignet ist der SCALES-Modus. Ihn erreichen wir mit SHIFT plus PAD 7. Mit SHIFT und PAD 8 können wir das zugehörige Konfigurationsmenü aufrufen. Erneut stehen uns hier zahlreiche Skalen zur Auswahl. Ist der SCALES-Modus aktiviert, können wir keine Töne mehr außerhalb der eingestellten Skala spielen, denn die weißen und schwarzen Tasten werden entsprechend der Skala gemappt. Dein Solo soll schön bluesig klingen? Dann stell doch einfach die Blues-Skala ein und spiel auf den weißen Tasten eine Melodie. Das AKAI Professional MPK Mini IV Masterkeyboard spielt automatisch die Bluenotes und passenden Skalenintervalle, egal, welche Tasten man drückt.
Mit dem Arpeggiator lassen wir das MPK Mini IV abhängig von den gedrückten Tasten wilde Arpeggio-Figuren spielen, die entweder einem voreingestellten Muster in Abhängigkeit der gedrückten Tasten entsprechen oder rein zufällig sein können. Per Mutate-Funktion verlassen Arpeggio-Töne willkürlich ihre eigentliche Oktavlage, was noch mehr Bewegung ins Spiel bringt. Es empfiehlt sich, einfach einen Akkord zu drücken, dann LATCH zu aktivieren, sodass man die Tasten loslassen kann, und dann bei laufendem Arpeggiator mit den zahlreichen Einstellungen zu experimentieren.
Spaß bereitet auch die Freeze-Funktion:
Nun hält das MPK Mini IV nicht nur das Arpeggio mit den zuletzt gedrückten Tasten fest wie bei Latch, sondern friert es ein, sodass wir nun mit demselben Sound dazu auf dem Keyboard improvisieren können.
Im Pattern-Modus können wir bis zu 16 eigene Arpeggio-Pattern mit 8 oder 16 Schritten erstellen und im AKAI Professional MPK Mini IV Masterkeyboard speichern.
Der Funktionsumfang des MPK Mini IV ist dermaßen groß, dass es einige Zeit dauern wird, das Masterkeyboard zu beherrschen. Die grundlegenden Funktionen erschließen sich sehr schnell. Wer tief einsteigen möchte, konfiguriert jeden Regler und Schalter passend zur verwendeten Software, die mit dem MPK Mini IV gesteuert werden soll.
Wie immer muss man das Zusammenspiel zwischen dem AKAI Professional MPK Mini IV und der eigenen DAW erst kennenlernen und üben, bis alle Handgriffe blind sitzen. Hat man das einmal drauf, wird man kaum noch zur Maus greifen müssen, um einen Song Pattern für Pattern und Track für Track einzuspielen. Besonders gut funktioniert das Steuern der DAW mit Ableton Live. Hier lassen sich über die Pads-Clips starten oder für die Aufnahme scharfschalten, mit der Laufwerkssteuerung und den Pfeiltasten sowie dem Push-Encoder startet und stoppt man die Aufnahme beziehungsweise navigiert im Projekt.
Mit dem Plug-in/DAW-Schalter schalten wir zwischen den DAW-Funktionen und der Plug-in-Steuerung hin und her. Das funktioniert ebenfalls super. In den mitgelieferten Instrumenten sind die acht Regler fertig gemappt, doch auch in Ableton Live steuern sie entweder vorhandene Macro-Regler oder die wichtigsten Funktionen der Klangerzeuger und Effekte.
Mit Logic Pro funktionierte ebenfalls alles einwandfrei. Die acht Regler steuern hier von Haus aus die Smart-Controls der einzelnen Instrumente und Effekte.
Noch ein Wort zur Tastatur: Diese ist im Vergleich zu so manchem Konkurrenten erstaunlich stramm und lässt sich sehr gut spielen. Zwar hätte ich mir noch eine Oktave mehr gewünscht, damit man in jeder Tonart zwei volle Oktaven zum Spielen zur Verfügung hat und nicht nur in C-Dur. Dann wäre das Akai MPK mini IV aber auch nicht mehr so transportabel.








































schade, dass kein sequencer dabei ist.
das Vintage Akai retro grau ist echt gut!
aber auch so gut für das Geld!
@Numitron Kommt mir allerdings etwas teuer vor. Mein Alesis, 61 vollwertige Pianotasten, kostete um die 130€. Das Vintagegrau gefällt mir allerdings auch.
@Filterpad lustig eh gleicher Konzern
jetzt oder vor einigen Jahren?
hab eins von Alesis, das fühlt sich billig an.
ist aber ein altes, das ich gebraucht gekauft habe.
@Numitron Ja ist schon länger her. Inzwischen gibt es von meinem eine Neuauflage (Alesis 61). Gleicher Konzern? Ok sehr interessant.
@Filterpad glaub die kleinen sind einfach teurer, da mehr bedarf.
@Filterpad Isso. Alesis und Akai gehören beide zu inMusic, zu denen beispielsweise auch Moog und M-Audio gehören. Es gab sogar mal ein Gerät, das sowohl unter dem Akai- als auch unter dem Alesis-Label erschien.
… ein echter Schritt vorwärts. Trotzdem gefällt mir eines überhaupt nicht: Der USB-C Anschluß.
Eine Design-Pest, die leider um sich greift. Das ist mir zu filigran. Die alten, großen (B?) Buchsen sind mir um Längen lieber. Im Gegensatz zu den „Kleinen“ wie Micro, Mini und C hatte ich da noch nie Probleme, während ich bei den erwähnten „Kleinen“ schon mehrfach den Reparaturservice verschiedenster Hersteller in Anspruch nehmen musste…
Wenigstens haben die Akailer für DIN-MIDI-OUT die Originalgröße beibehalten. Ich hasse auch diese neumodischen Mini-Adapter – „Lösungen“ in vielen neueren Kisten…
Trotzdem warte ich dann doch lieber auf die 37-Tasten-Version. Die „noch“ aktuelle hat zwar einen großen USB-Anschluss und Transporttasten und „Räder“ für Pitch und Mod, aber leider eine Mini-Tastatur die wahrhaft grottig ist!