Test: AKG D112 Bassmikrofon

6. März 2009

der Bühnenstandard

Wahrscheinlich ist das D112 den meisten von euch ein Begriff. Von unzähligen Bühnen und Studios ist das Bassdrum Mikrofon kaum noch wegzudenken. Die außergewöhnlichen Eigenschaften machen das D112 zu einem echten Klassiker. Als ich zum ersten mal mit dem D112 arbeitete rief ich: „Ei, der Daus!“. Es sieht nicht nur aus wie ein riesiges Ei. Es ist ein Überraschungsei.

Klassiker mit Charakter

Das D112 ist ein dynamisches Nierenmikrofon. Die Kapsel liegt gut geschützt hinter einem Drahtkorb. Der XLR Anschluss liegt senkrecht zum „Ei“ in einem Metallzylinder. In der Hand fühlt sich das sinnvoll verschraubte Mikrofon sofort gut an. An der Bühnentauglichkeit besteht kein Zweifel.

Mikrofon

Mikrofon

AKG entwickelte das D112 speziell für die Abnahme von basslastigen und extrem lauten Signalen. Das natürliche Habitat des D112 ist die Bassdrum am Schlagzeug. Deshalb beginne ich mit dem Test am Schlagzeug. Ich starte mit verschiedenen Standardpositionen. Die Übertragung vom Fellrand ist tief und bassig, in der Mitte kickt es dagegen ordentlich. Der erzeugte Druck hat die richtige Power.

Nimmt man das Fell weg und steckt das Mikro in die Drum, wird der Sound des Mikrofons noch deutlicher. Grund dafür ist der klug gemachte Frequenzgang. Im Tiefenbereich wird das Band angehoben und verstärkt die Bassanteile, der Kick kommt wiederum durch Anhebung von schmalbandigen hohen Frequenzen. Durch die hohe Schalldruckbelastbarkeit kommen die Signale unverzerrt am Eingang an. Der Sound kann dadurch noch in verschiedene Richtungen variiert und Nuancen betont werden.

Frequenzgang

Frequenzgang

Der Grundsound des Mikrofons gefällt mir sehr gut, dadurch lässt sich auf der Bühne die richtige Mikroposition schnell fixieren. Ob nun Rock, Pop, Reggae oder Jazz: Das D112 macht durchgehend eine gute Figur.

Sehr begeistert hat mich auch die geringe Anfälligkeit für Rückkopplungen. Die Absenkung durch die Nierencharakteristik im hinteren Mikrofonbereich arbeitet hervorragend. Andere Geräusche vom Schlagzeug wie die Becken oder Snare werden gut im gesamten Klangbild gemindert. Ein zusätzlich gespielter 50W Röhrenverstärker übertönte nicht die Bassdrum. Das ist perfekt, zumal im Testraum der Amp in Richtung Mikrofon zielte.

Forum
  1. Profilbild
    Charmaquest

    Wir haben mal diverse Bass-Drum Mics im Studio verglichen, u.a. hatten wir auch das D112 am Start. Dazu muss natürlich gesagt werden dass Geschmäcker wie immer verschieden sind und ein Mikrofon sehr davon abhängt, welcher Musiker welche Bassdrum tritt.
    Nichtsdestotrotz hat das D112 mit Abstand den letzten Platz belegt, weil der Grundsound einfach nur öde und muffig war. Den konnte man zwar brauchbar zurecht schrauben, das haben andere Mics aber besser hinbekommen. Dabei konnte man ein Soundgefälle feststellen, von „modern“ mit viel Punch und Kick, zu „traditionell“ mit sehr viel Ton und Natürlichkeit:

    Electro Voice ND-868
    Shure Beta 52
    Electro Voice PL-20 (RE-20)
    Sennheiser MD-421

    Der alte Sennheiser Rasierer war wirklich vom Ton das beste Mic, das PL-20 war da schon einen Tacken moderner. Das Shure Beta 52 hat mir bisher fast immer am besten gefallen, viel Ton und trotzdem modern. Das 868 ist dann die Krönung wenn es um hochgezüchtete Turbo-Drums geht, es klingt wirklich fett und kickt tierisch. Manchmal vielleicht zuviel des guten.

    Das ist auf jeden Fall meine persönliche Erfahrung und es hängt wie gesagt immer vom Kontext ab. Allerdings bin ich seit dem, was sich auch immer wieder bestätigte, ein Feind vom D112. Es gab bisher immer ein BD-Mic was sich besser geeignet hat.

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