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Test: AKG K141 MKII, Studio-Kopfhörer

9. März 2018

Ein Klassiker zum Budget-Preis

AKG K141 MKII Studiokopfhörer

Sie sind die Arbeitstiere eines jeden Studios, ohne jemals den Glanz einer Konsole, eines namhaften Outgears oder selbst eines Butter-und-Brot-Mikrophons erreicht zu haben: die Studio-Kopfhörer!

Während der vorgenannte Bereich gerne mit indirektem Licht, mondäner Studio-Architektur und hochtrabenden Worten opulent in Szene gesetzt werden, fristet der Kopfhörer in einem Schrank sein eher zurückhaltendes Dasein, immer nur geduldig auf seinen Einsatz wartend. Manch einer mag entgegenhalten dass es sich bei Kopfhörern und reine Wiedergabegeräte handelt, sozusagen Produkte, welche nicht dem kreativen Bereich zuzuordnen sind, sondern eher dem „tontechnischen Überwachungsapparat“ und daher nicht den Kultstatus inne haben wie oben genannte Protagonisten. Dem ist jedoch entgegenzusetzen, dass um eine hochwertige Abhöre ein ähnlich mentaler Feixtanz angesetzt wird, wie um die entsprechende Aufnahmeprodukte, wobei es sich doch hierbei auch „nur“ um die gleiche Kategorie handelt. Wie dem auch sei, ohne sie geht gar nichts im Studio, daher wollen wir uns heute einmal ein Produkt aus dem Produkt-Mittelfeld der Firma AKG ansehen, den AKG K141 MKII.

AKG K141 MKII Studiokopfhörer

Konstruktion

Bei dem AKG K141 MKII handelt es sich um einen dynamischen Kopfhörer, welcher in halboffener Bauweise konstruiert wurde. Dies bedeutet, dass trotz Einsatz des Kopfhörers die Umgebungsgeräusche zu einem Teil wahrgenommen werden können. Der Vorteil liegt, wie auch bei offenen Systemen, in der Kommunikation mit der „Außenwelt“, welche sich unter psychologischen und praxisorientierten Aspekten wesentlich einfacher gestalten lässt, als bei geschlossenen Systemen.

Der Kophörer hat das AKG-Standard-Erscheinungsbild, eine gediegene optische schwarz-silberne Balance sorgt für einen edlen Gesamteindruck. Wieder einmal sorgt das abnehmbare Kabel für große Freude beim Benutzer. Über einen kleinen Druckknopf löst man die Arretierung, mit der das nur einseitig geführte Anschlusskabel befestigt ist. Vorbei die Zeiten des Kabel-Knotens, des In-den-Koffer-Stopfens und dem damit einhergehenden Kabelbruch bei der Lagerung des Gerätes. Der Lieferumfang des AKG K141 MKII kann als umfangreich bezeichnet werden. Neben dem aufschraubarem 6,25 mm vergoldeten Stecker (der Werksstecker ist eine 3,5 mm Miniklinke) werden 2 alternative Ohrpolster aus Velour und ein 5 Meter langes Spiralkabel mitgeliefert.

Gerade das Spiralkabel hat es mir angetan. Wie oft bin ich mir im Studio schon auf das Kopfhörerkabel getreten und habe mir selbiges aus Versehen unter dem Ausstoßen herbster Flüche vom Kopf gerissen, gefolgt vom einem mittleren Tobsuchtsanfall, da damit einhergehend natürlich auch die Aufnahme im Eimer war. Durch die Grundspannung des Spiralkabels wird ein direkter Weg zum Einsteckpunkt generiert, daher liegt das Kabel so gut wie nie auf dem Boden. Für Menschen wie mich, welche während des Einspielens in einer völlig anderen Welt schweben und ihre Umgebung kaum noch wahrnehmen, ein Segen! Mit einer Nennimpedanz von 55 Ohm liegt der AKG K141 MKII erfreulich tief und kann daher seine Empfindlichkeit von 114 db SPL/V und seine Nennbelastbarkeit von 200 mW voll ausspielen. Mit seinem Gewicht von 225 g liegt er im handelsüblichen Bereich.

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Interessant auch mal Kopfhörer beleuchtet zu sehen. Vielen Dank!

    [besserwisser]P.S.: Übrigens heisst es Veitstanz und nicht Feixtanz. Weiteres auf Wikipedia. [/besserwisser]

  2. Profilbild
    fritz808  

    hatte ich früher mal, aber für 15€ mehr bekommt man schon den akg k271 – und der ist dann doch nochmal eine andere liga und wahr seinerzeit auch viel kostspieliger. mit dem 271er arbeite ich nun gefühlt mein ganzes leben. kann ich wirklich sehr empfehlen.

  3. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Seit gefühlten zehn Jahren gibt es eine Inflation an Kopfhörermodellen.
    Man bekommt den Eindruck mit jeder neuen Mode kommen auch gleich zwei Kopfhörer. Noch vor wenigen Jahren wäre ein Kopfhörer für 500 Euro fast unverkäuflich gewesen, heute bei manchen Herstellern der Einstiegspreis. Dieser Trend ist weniger der technischen Entwicklung, als dem mächtigen Marketing der Firmen geschuldet. So gibt es immer wieder verblüffende Modelle bei »head-fi«, »Headfonia« und auf den »CanJam« Messen zu sehen. Umso mehr freut es, wenn Klassiker weiter im Programm zu finden sind.

  4. Profilbild
    Maxi  

    „Etwas hoher Anpressdruck auf den Ohrmuscheln“ => Stimmt genau! Erinnere mich an manche längere Studiosession, bei der das unangenehm war. Ich würde eher den ohrumschließenden K240 Studio empfehlen. Der ist zudem inzwischen noch günstiger, was mich wirklich verblüfft!

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