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Test: Alesis M1 Active MK3, Studiomonitore

Die Alesis M1 Active MK3 in der Praxis

Die leicht versenkten Treiber sind ungeschützt und die Waveguides richten den Schall in Richtung des Abhörplatzes. Das ist auch der Sinn aktiver Monitore, denn sie sind für die Direktbeschallung konzipiert. Dass Woofer und Hochtöner recht nah beieinander sitzen, begünstigt einerseits das Abstrahlverhalten. Auf der anderen Seite sind die Hochtöner bei Aufstellung auf einer Arbeitsplatte recht niedrig, eine Vorrichtung zum Neigen gibt es werkseitig nicht. Der Hochtöner sitzt etwas tiefer im Gehäuse, das soll vermutlich das Laufzeitverhalten optimieren.

Alesis M1 Active MK3 Woofer

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Der 127 mm Woofer wird von einer 40 Watt A/B-Endstufe angetrieben, besteht aus Aluminium und lässt sich besser kontrollieren als übliche Papier- oder Gewebemembranen. Zumindest in der Theorie, denn jeder Hersteller von Lautsprechern hat seine eigene Expertise. Der Frequenzbereich beginnt bei 45 Hz, das scheint vielleicht etwas übertrieben. Faktisch klingen extreme Tiefbässe eher so, als habe man die Obertonstruktur angehoben. Das wurde vor allem im Direktvergleich zu meinen eigenen Mackie XR824 deutlich. Eine Grenzfrequenz gibt Alesis nicht an. Die beiden Bassreflexrohre sind hinten mit einem Dämmmaterial abgeschlossen, so dass man nicht in das Innere der Box sehen kann. Sie entlüften den Woofer frontseitig und wirken dadurch Kompromissen bei der Aufstellung entgegen.

Alesis M1 Active MK3 Tweeter

Der 25 mm große Seidenhochtöner wird seinerseits von einer A/B-Endstufe mit 25 W angetrieben und sein Frequenzgang reicht bis 22 kHz. Das klingt angesichts des „High-Res-Wahns“ fast schon unspektakulär, wer sich aber mit Digitalkameras und Megapixeln befasst hat, weiß um Theorie und Praxis solcher Werte. Ein Überlastungsschutz ist typischerweise integriert. Die Übergangsfrequenz wird seitens Alesis nicht angegeben, klanglich fiel mir jedenfalls nichts negativ auf. Der Waveguide erinnert optisch an ein Auge und ist zu den Seiten hin etwas flacher ausgeführt. Dadurch will man vermutlich die vertikale Abstrahlung etwas eindämmen, das wirkt unerwünschten Raumreflexionen positiv entgegen.

Wie klingen die Alesis M1 Active MK3?

Nach dem Einschalten gibt es kaum Grundrauschen. Auch dann nicht, wenn man die Lautstärke auf Maximum dreht. Geht man mit dem Ohr nah an den Hochtöner, wird jedoch ein leichtes Nadeln hörbar sowie ein leichtes und absolut tolerierbares Netzbrummen. Generell reagiere ich empfindlich auf solche Geräusche, auch wenn sie im Betrieb verdeckt werden. Gemessen am Preis empfinde ich die Alesis M1 Active MK3 aber als unaufdringlich. Trotzdem geht da noch was, bessere Netzteile zu diesem Preis wird man allerdings selten finden.

Dafür klingt die Abhöre ganz ordentlich. Die Abstimmung ist sehr linear, Instrumente werden natürlich reproduziert, allenfalls wäre die Tiefenstaffelung etwas verbesserungswürdig. Der Klangcharakter ist bei jeder Lautstärke unaufgeregt und authentisch, dabei vergisst man schnell die kompakte Bauweise. Beim normalen Musik hören zeigt sich, dass die oben im Bassbereich erwähnten Auffälligkeiten in der Praxis weniger ins Gewicht fallen. Es fällt dann auf, wenn man beispielsweise Sinustöne unterhalb von 50 Hz an den Lautsprecher schickt oder diesen Frequenzbereich exakt beurteilen möchte, das ist klar nicht die Stärke des Monitors.

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Im Präsenzbereich bis hin zu den Höhen ist das Klangbild exakt und lässt sich auch gut beurteilen. Im Hochtonbereich würde ich mir zwar ein etwas besseres Auflösungsverhalten wünschen, aber auch hier darf man den Preisbereich nicht vernachlässigen. Hier klingen sie abgerundet und nicht harsch oder überspitzt. Gemessen an dem, was mir der Computerhandel für diesen Preis anbietet oder man vor 20 Jahren hätte für rund 250,- Euro erwarten können, ist die Qualität exzellent. Dennoch sollten DJs und Liebhaber elektronischer Musik darum wissen und generell zu Modellen mit größeren Woofern greifen.

Alesis M1 Active MK3

Daneben sind mir zwei Punkte etwas negativ aufgefallen. Zum einen brauchen die Alesis M1 Active MK3 nach dem Einschalten bestimmt fünf Sekunden bis ein Ton kommt. Das mag vielleicht auch der Grund dafür sein, warum Alesis auf eine automatische Abschaltung verzichtet. Fast schon gefährlich empfinde ich den Umstand, dass sie offenbar vor Auslösen der Schutzschaltung anecken und mit Knackgeräuschen deutlich machen, dass die Leistung nun etwas zu viel ist. Ich hätte erwartet, dass sie hier schon abschalten und wollte es nicht auf die Spitze treiben. Beruhigend aber ist, dass man sie wohl eher in kleinen Abhörsituationen aufstellen wird und sie schon sehr laut sind, bis es soweit ist. Auch klingen diese Verzerrungen eher digital, was eher auf Class-D als auf Class-A/B-Endstufen hindeutet. In den technischen Daten habe ich nichts dazu gefunden, möglicherweise setzt Alesis bei der Frequenzaufteilung auf Digitaltechnik.

Trotz der kleinen Abstriche sorgen die Alesis M1 Active MK3 bei mir für einen positiven Gesamteindruck. Ob die fehlende Abschaltung oder die gesoftete Oberfläche stört, ist sicher Geschmackssache. Wichtig aber ist, ob sie klingen und das tun sie zu diesem Preis allemal. Wer für eine beengte Abhörsituation kompakte und neutrale Aktivmonitore sucht, kann getrost zugreifen.

Zur Beurteilung akustischer Aufnahmen sind sie gut geeignet, Freunde von EDM und Hip-Hop scheinen hingegen nicht die Zielgruppe zu sein. Zum normalen Musikhören am Computer, auch als Multimedia-Lautsprecher, machen sie eine gute Figur. Ergänzt durch einen Subwoofer kann man das Problem im Tiefbassbereich natürlich effizient lösen. Dennoch fehlt die automatische Abschaltung, ohne Steckerleiste wird man also immer um die Alesis M1 Active MK3 herum greifen müssen.

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Fazit

Die Alesis M1 Active MK3 sind günstige Abhörmonitore mit einer neutralen Klangabstimmung. Im Tiefbassbereich sind sie konstruktionsbedingt etwas schwach, überzeugen dafür mit abgerundeten Höhen, die allerdings etwas mehr Auflösung vertragen könnten. Die Verarbeitung ist gut, die fehlende automatische Abschaltung könnte manch Anwender stören. Wer günstige Abhörmonitore mit einem neutralen Klangcharakter vor allem im Präsenzbereich sucht, macht mit diesen Monitoren alles richtig.

Plus

  • neutraler Klangcharakter
  • wenig Eigengeräusche
  • gute Richtwirkung
  • solide Verarbeitung

Minus

  • Tiefbassbereich nicht ganz authentisch
  • Auflösungsverhalten im Hochtonbereich etwas verbesserungswürdig
  • helles ACTIVE-Logo auf der Front
  • Softbeschichtung nicht optimal gewählt
  • keine automatische Abschaltung

Preis

  • Ladenpreis: 129,- Euro (Stückpreis)
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