Test: Alesis MasterControl

Hintenrum

Rückseitig sind alle Anschlüsse zu finden. Zwei kombinierte XLR/Klinkenbuchsen mit Gain-Regler und jeweils einer Insert-Buchse, sechs symmetrische Klinkenein- und -ausgänge, 2 Kopfhörerausgänge, MIDI, ADAT, SPDIF und Firewire. Ein Fußschalter- und Netzteileingang sowie der Schalter für die 48V Phantomspeisung machen das Ensemble komplett.

Die Vorverstärker für die beiden Mikrofoneingänge lassen sich im Bereich von +9dB bis +59dB regeln. Der Fußschalter kann das Talkback-Mikro steuern oder Transportfunktionen übernehmen.

Schade, dass die Kopfhörerausgänge auf der Rückseite liegen, vorne wären sie meiner Meinung nach besser untergebracht.

-- Rückseite --

— Rückseite —


Innereien

Die Audiowandler von MasterControl arbeiten mit 24bit und bis zu 192kHz. Wenn alle analogen und digitalen Audio-Schnittstellen benutzt werden, stehen gleichzeitig insgesamt 26 Eingänge und 6 Ausgänge zur Verfügung.

Die ADAT- und SPDIF-Schnittstellen dienen übrigens lediglich als Eingänge! Die DAW-Signale lassen sich nicht über die digitalen Wege ausspielen, sondern nur über die sechs analogen Ausgänge.

Die DSP-Leistung von MasterControl ist begrenzt. So stehen alle 26 Ausgänge nur bei der Verwendung von 44,1/48kHz Sample-Frequenz zur Auswahl. Benötigt man 88,2kHz oder 96kHz, steht nur ADAT 1 und nur mit 4 Kanälen parat. ADAT 2 lässt sich zwar noch als optischer SPDIF-Eingang belegen, steht aber als ADAT-Quelle nicht zur Verfügung.

Dreht man die Sample-Frequenz auf 176kHz bzw. 192kHz, werden die digitalen Eingänge komplett deaktiviert, ebenso das Talkback, und Direct-Monitoring funktioniert dann nur auf Ausgang A.

In der Praxis mag das kein großer Nachteil sein, da viele nach wie vor mit niedrigen Sample-Frequenzen arbeiten. Wer hochauflösendes Audio produziert, wird sich wahrscheinlich nach einer anderen Hardware umschauen.

Systemanforderungen

Ich habe MasterControl unter Windows XP (Core2Duo / 2GB RAM) mit LIVE 7, LIVE 8 und Cubase 4 getestet und hatte eine rundum gute Performance. ALESIS setzt folgende Systemanforderungen voraus:

WINDOWS XP oder Vista
    •    Pentium 4 3.0GHz oder äquivalent
    •    512MB RAM (1GB oder mehr empfohlen)
    •    Festplatte mit 5400RPM (oder schneller)
    •    Firewire 400 (IEEE1394) Port

MAC OS X
    •    OS 10.4 oder aktueller
    •    G5 oder Intel CPU
    •    512MB RAM (1GB oder mehr empfohlen)
    •    Firewire 400 (IEEE1394) Port

ALESIS liefert Steinbergs Cubase LE und Ableton LIVE Lite Alesis Edition mit. Eine gute deutschsprachige Bedienungsanleitung für MasterControl liegt als PDF zum Download bei ALESIS bereit.

 

Fazit

Ich habe in den letzten Jahren einige Controller unter den Fingern gehabt, immer in der Hoffnung, das gute alte „analoge“ Gefühl zu bekommen, an einem Mischpult zu arbeiten. Bislang konnte mich kein Controller richtig überzeugen. MasterControl erleichtert mir gerade bei einer komplexen Musikproduktion während der Testphase meinen Arbeitsalltag ungemein, hier kommt so ein gutes, unterstützendes Gefühl rüber. Alle wichtigen Funktionen meiner DAWs (Live und Cubase) lassen sich sehr schnell ansteuern. Die großzügige und aufgeräumte Oberfläche in Zusammenspiel mit den LED-Tastern gibt schnell Überblick über den aktuellen Mischstatus. Dank der guten Einbindung gerade unter Live (eigene Einbindung als MasterControl) lässt sich blitzschnell aufnehmen, mischen, regeln und pegeln. Und das ohne die Maus anzufassen. Aber auch das Mackie HUI Protokoll, das von ALESIS eingesetzt wird, funktioniert einwandfrei unter Cubase 4. In einigen DAWs wie zum Beispiel Pro Tools werden manche Funktionen nicht unterstützt, z.B. der Master-Regler. Das liegt aber auch daran, dass ProTools keinen solchen besitzt.

Ein bisschen was zu meckern gibt es allerdings auch. So empfinde ich die Tastengeräusche als nervend, da sie mit einem deutlichen „Klack“ ihre Funktionalität protokollieren. Das Geräusch ist aufdringlich und stört mich bei der Arbeit. Andererseits kann man gewiss sein, eine Taste wirklich gedrückt zu haben. Die Pegelanzeige ist unzureichend klein, da dürfte eine länger aufgelöste LED-Kette bessere Arbeit beim Pegeln leisten, zumal oberhalb der Anzeige noch Platz ist. Die Kopfhörerausgänge sind hinten versteckt, eine bessere Platzierung wäre an der Vorderseite gewesen.

Im Vergleich mit anderen DAW-Controllern schneidet ALESIS MasterControl unterm Strich gut ab. In dem anvisierten Preissegment gibt es wenig Konkurrenz, einzig M-Audio Projectmix I/O bietet ähnliche Leistung.

MasterControl ist ein solider Begleiter im Produktionsalltag und kann von meiner Seite aus mit gutem Gewissen empfohlen werden.

Plus

  • sofort startklar durch Presets für die häufigsten DAWs
  • sehr aufgeräumt, LED-Taster schaffen guten Überblick
  • fast konkurrenzlos in der Preisklasse

Minus

  • Pegelanzeige zu klein.
  • Kopfhörerausgänge hinten
  • lautes Klacken der Tasten

Preis

  • UVP: 1.149 Euro
  • Straßenpreis: 998 Euro
Forum
  1. Profilbild
    Franky

    Sehr gut, für mich überzeugender als zb. Logic- oder Mackie Control, die ich deshalb verkaufte.

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