Mesh-Heads, HiHat und neue Sounds
Vor einigen Monaten erweiterte Alesis seine Nitro-Reihe um ein weiteres Modell. Genauer gesagt wurde das Alesis Nitro Pro um eine bewegliche HiHat, ein weiteres Crash-Cymbal und mit 110 weiteren Sounds im Drum-Modul erweitert und als Alesis Nitro Ultimate auf den Markt gebracht. Wir haben das neue Set für euch getestet.
Was ist es? Alesis Nitro Ultimate, 9-teiliges E-Drum-Kit mit beweglicher HiHat und erweitertem Soundmodul.
- Upgrade: Bewegliche 10″-HiHat, zweites Crash-Becken und 110 zusätzliche Sounds gegenüber dem Nitro Pro.
- Ausstattung: 640 Sounds, 80 Übungssongs, Bluetooth, USB und umfangreiche Editiermöglichkeiten.
- Spielgefühl: Mesh-Heads mit guter Dynamik, HiHat überzeugend, Becken-Pads jedoch lauter im Anschlag.
- Klang: Druckvolle, aber eher kurze Sounds mit begrenzter Varianz in dieser Preisklasse.
- Kritik: Unsauber verarbeitete Klemmen und keine HiHat-Maschine im Lieferumfang trotz Preis nahe 1.000 Euro.
Inhaltsverzeichnis
Wie ist das Alesis Nitro Ultimate ausgestattet?
Das Alesis Nitro Ultimate ist ein 9-teiliges E-Drum-Kit mit fünf Drum-Pads, vier Becken-Pads sowie einem Drum-Rack mit Soundmodul. Alle Drum-Pads sind mit Mesh-Heads ausgestattet.
Die Pad-Größen sind zum Alesis Nitro Pro identisch: 10“ Snare mit einem tieferen Kessel und drei Tom-Pads mit 8“ Schlagflächen, die etwas flacher ausfallen. Hinzu kommt ein Drum-Tower, ebenfalls mit einem 8“ Mesh-Head – dies reicht natürlich auch für eine Doppel-Fußmaschine. Ein Einzelpedal in Leichtbauweise wird im Set mitgeliefert. Dies hat den Vorteil, dass man mit einem neuen Set direkt loslegen kann und kein zusätzlicher Kauf notwendig ist.
Anders bei der neuen HiHat. Zwar gibt es im Vergleich zum Nitro Pro nun eine vollwertige bewegliche HiHat-Lösung mit Top-Becken und Controller, der auf einer herkömmlichen HiHat-Maschine platziert werden kann, jedoch gehört eine solche nicht zum Lieferumfang.
Wer bislang eine Kombi aus Controller-Pedal und Becken-Pad wie etwa beim Nitro Max oder dem Nitro Pro nutzte, wird hier sicherlich hellhörig. Laut Hersteller ist es mit die kompakteste bewegliche HiHat auf dem Markt. Dabei hat sicherlich die geringe 10“ Beckengröße den ausschlaggebenden Anteil.
Die Crash- und Ride-Pads des Alesis Nitro Ultimate Kits sind ebenfalls 10″ groß und sind weiterhin „geteilte Varianten“, d. h. es gibt eine kleinere Schlagfläche und eine größere Fläche nach oben hin die mitschwingt. Jedes Pad ist abstoppbar und das funktioniert auch zuverlässig.
Die Becken-Pads unterscheiden sich in Crash-, Ride- und HiHat-Becken und sind Dual-Zone-Ausführungen, wenngleich beim Ride-Pad durch einen kräftigeren Schlag auch der dritte Sound der Becken-Glocke gespielt werden kann, genauso wie beim Nitro Pro.
Das schwarze Rack mit vier Säulen in herkömmlichen Rohrdurchmessern wird mit schmaleren Auslegern für die Becken-Pads ergänzt. Dennoch steht es stabil und kann auch in einem beherzten Griff komplett angehoben werden. Das ist vor allem dann praktisch, wenn es nur zeitweise zum Üben genutzt wird.
Was bietet das Alesis Nitro Ultimate Drum Modul?
Das Alesis Ultimate Sound Modul sieht dem Pro Modul zum Verwechseln ähnlich, der Schriftzug ist jedoch eindeutig. Es verfügt, wie auch das Nitro Pro, über 36 vorinstallierte Kits und hat für 16 weitere selbst konfigurierbare Kits Speicherplatz.
Insgesamt sind nun 640 Sounds verfügbar (und damit 110 Sounds mehr als bei Nitro Pro), die jedoch nur zu Bruchteilen in den voreingestellten Kits zu hören sind. Es gibt klassischerweise alle gängigen Drum-, Becken- und Percussion-Sounds wie auch elektronische und SFX-Sounds in der Auswahl. Unverändert ist der 3-Band-Equalizer und der Reverb-Effekt.
Jedes Kit kann hinsichtlich Gesamtlautstärke und Einzellautstärken bei den Komponenten angepasst werden. Bei den Komponenten kommen die üblichen Einstellparameter wie Empfindlichkeit, Tonhöhe, Panorama-Position sowie Threshold, Crosstalk und Dynamikkurven, Reverb-Anteil und MIDI-Note pro Sound hinzu. Auch die Sensitivität des Rim-Sounds ist einstellbar. Die Bedienung ist logisch, die Tasten funktionieren ordentlich. Das Display ist gut ablesbar.
Die Bluetooth-Konnektivität zu Smartphone oder Kopfhörern steuert man direkt von der Oberfläche aus. Für alle anderen Nutzer steht ein Aux In und ein normaler Kopfhörerausgang (beides als Stereo-Miniklinke) zur Verfügung; letzterer befindet sich linksseitig am Gehäuse.
Auf der Unterseite gibt es einen Multipin-Connector für die Kabelpeitsche aller Komponenten. Allein das zweite Cymbal wird mit einem extra Kabel ans Modul angeschlossen. Hier gibt es übrigens noch eine freie Buchse für ein viertes Tom-Pad.
Als Main-Ausgang dienen zwei Klinkenbuchsen im 6,3 mm Format und für den Anschluss an den PC eine USB-Buchse. Damit das Modul kompakt bleibt, gehört ein externes Netzteil dazu.
Die Übungsabteilung im Drum-Modul lädt mit 80 Songs (anstatt wie beim Nitro Pro 60 Songs) inklusive deaktivierbarer Drum-Spur zum Jammen ein. Die Analysefunktion BEAT bezieht sich nur auf die Snare-Drum, RHYTHM dann auf das ganze Kit und PATTERN auf das Zusammenspiel mit dem musikalischen Arrangement des Songs. Hierbei sind 20 Beats, 12 Rhythmen und 10 Patterns wählbar. Verschiedene Schwierigkeitsstufen und eine Aufnahmefunktion zur Selbstkontrolle runden die Möglichkeiten ab.
Der Lautstärkeregler bestimmt sowohl die Ausgabelautstärke für den Kopfhörer als auch für den Main-Out. Das reicht halt nur fürs Erste, spätestens bei der Nutzung des Nitro Ultimate mit anderen Musikern zeigt dies die Limitierung der Ausstattung in dieser Preisklasse.
Als Ergänzung liegt noch der BFD-Player-Software mit dem Dark Mahogany Expansion Pack sowie ein 90-Tage Zugriff bei Drumeo bei.
Wie spielt sich das Alesis Nitro Ultimate Kit?
Das Kit ist nach dem Aufbau direkt startklar, so dass ich auch alle Audiobeispiele ohne weitere Anpassungen der Einstellungen aufgenommen habe. Das ist für den Einsteiger und zum Üben sicherlich ein Vorteil, wenn zuerst einmal keine aufwendigen Einstellungen nötig sind.
Die Größe der Schlagflächen und auch das Rebound-Verhalten geht bei den Becken-Pads in Ordnung. Leider haben sie bauartbedingt ein lauteres Anschlaggeräusch als die Mesh-Heads der Toms. Die Mesh-Heads funktionieren tadellos und machen wie beim Nitro Pro gleich auf Anhieb gute Laune.
Das Mitschwingen der Becken-Pads kann durch das vollständige Zudrehen der Klammern auf den Filz reduziert werden, ohne damit das Schwingverhalten gänzlich zu beenden.
Die Sound-Reproduktion bei der HiHat entspricht der Pedal-Becken-Kombination und teilt sich in drei Sounds auf: geschlossen, halb-offen und offener Klang. Der Controller macht einen ordentlichen Eindruck und lässt sich leicht positionieren und funktioniert mit meiner HiHat-Maschine tadellos. Auch der Splash-Sound beim plötzlichen Hochheben des Fußes lässt sich zuverlässig auslösen. Einziger Wermutstropfen könnte die Tendenz der zeitweiligen Drehung des HiHat-Beckens bei kräftigem Spiel sein. Hier weist Alesis auf das Festziehen der HiHat-Stange vor der Befestigung des Top-Beckens hin. Zwar darf der Filz bei der Auflage des Controllers auf der Maschine verbleiben, allerdings empfehle ich, diesen zu entfernen und den Controller nur auf die Kunststoffplatte aufzulegen. So konnte ich die Tendenz zum Drehen noch einmal reduzieren.
Die Tom-Pads „verneigen“ sich beim ersten Test recht schnell vor mir. Hier hilft nur kräftiges Festziehen der Klemme. Die Snare-Drum sitzt zuverlässig auf dem separaten Rack-Ausleger und verändert dank der qualitativ hochwertigeren Klemme ihre Position nicht. Eine willkommene Verbesserung wäre es, wenn Alesis diese auch bei den Tom genutzt hätte. Spieltechnisch kann ich eine passable Dynamik auf den Meshs erzeugen.
Aus meiner Sicht ist wenig erfreulich, dass die Klemme für die Becken- und Tom-Pads beim kleineren Durchmesser innenseitig unsauber verarbeitet sind. So weist die Naht unschöne Überstände auf, die das Einstecken der Ausleger und L-Rods erschwert. Wenn man hierbei das Material dreht, gelingt es besser.
Wie klingt das Alesis Nitro Ultimate Kit?
Die Soundqualität geht für diese Preisklasse gerade noch in Ordnung. Im Regelfall sind es knallige, kurze Sounds, so klingen schnellere Spielfolgen eben wie sie klingen. Beim Durchsteppen der Tom-Sounds zeigt sich wenig Varianz. Für lebendigere Sounds muss man leider immer noch tiefer in die Tasche greifen. Immerhin: Fehltrigger traten innerhalb des Tests nicht auf.
Beginnen wir wieder mit den „Emissionen“ (Klangbeispiel 01) sowie dem Dynamikverhalten der einzelnen Komponenten: von der Snare über die Tom Pads und Becken Pads bis zur HiHat (Audiobeispiel 02).
Danach folgt der Test der HiHat hinsichtlich ihrer Spielweise und Soundreproduktion (Audiobeispiel 03). Das Rock-Kit (Audiobeispiel 04) klingt druckvoll und klar.
Im Audiobeispiel 05 gibt es das Rock-Kit noch einmal mit verschiedenen Spielweisen auf der beweglichen HiHat, gefolgt von elektronischen Sounds im Audiobeispiel 06 und Klängen mit Akkorden (Audiobeispiel 07)
Mein Tipp: Hör dir auch die Klangbeispiele vom Nitro Pro Kit an – diese Sounds sind auch beim Nitro Ultimate Kit enthalten.


































