Test: Alesis Photon X25

27. September 2005

Alesis Photon X25

Langsam aber sicher ist nun jeder altbekannte Hersteller von Musikelektronik auf den Computer-Recording-Sektor aufgesprungen. So bietet nun auch Alesis diverse Produkte in diesem Bereich an. In diesem Test beschäftigen wir uns mit dem PHOTON X25. Als PHOTON 25 gibt es das gleiche Gerät ohne Audio-Interface und AXYZ-Controller.

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Das PHOTON X25 vereint eine zwei-oktavige Tastatur, ein Stereo Audio Interface mit 24 Bit und eine MIDI-Controller-Sektion mit 10 Endlos-Drehgebern und einem AXYZ Controller. Alles wird über ein USB 1.1 Interface mit dem Rechner verbunden und auch darüber mit Strom versorgt.

Die 10 Encoder sind in zwei Reihen angeordnet und können gemeinsam in drei Ebenen durch einfachen Knopfdruck umgeschaltet werden, so dass indirekt gleich 30 Parameter im Zugriff stehen. Unter jede Reihe kann man einen bedrucken Papierstreifen legen, um die Parameter ordentlich zu beschriften. Die darunter liegenden 10 Tasten dienen ebenfalls zur Steuerung von MIDI-Parametern.

Der AXYZ-Controller wird über freie Bewegungen mit der Hand im Luftraum über dem Controller gesteuert. Er ist bereits vom Alesis AirFX und AirSynth bekannt und kann bis zu drei Parameter gleichzeitig übertragen. Um versehendliches Auslösen zu vermeinden, kann man den AXYZ-Controller mit einer Taste deaktivieren.

Das Audiointerface ist ein einfaches Stereo 24 Bit Interface ohne Mikrofonpreamp aber dafür mit Kopfhörerausgang. Die maximale Abtastrate beträgt 48 kHz. Sehr schön ist hierbei, dass die Regler für Input und Output auf der Front des X25 platziert sind. Somit kann man direkt zwei Aktivmonitore anschließen und in der Lautstärke pegeln. Wer an den Eingang Mikrofone anschließen möchte, muss zusätzlich einen Mikro-Preamp einkalkulieren.

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                                                  – Alesis Photon X25 Rückseite –

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Beim ersten Anfassen zeigt sich, dass das X25 eine ähnliche Verarbeitung wie die Mitbewerber vorweist, jedoch in einigen Punkten zulegen kann. So sind die 10 Encoder mit dem Gehäuse verschraubt, so dass hierdurch eine weitaus wertigere Haptik entsteht. Leider ist der weiße Knopf zur Displaysteuerung nicht verschraubt und wackelt somit sehr. Das nicht beleuchtete Display ist in dieser Klasse eine Ausnahmeerscheinung und hilft enorm bei der Presetverwaltung und Parameterbelegung. Es können bis zu 20 Presets gespeichert werden.

Die Tastaturlage wird über zwei Oktave-Taster gewählt. Die Qualität der 25 Full-Size Tasten geht für diese Preisklasse voll in Ordnung, fällt aber gegenüber den Keyboards von ESI und EMU leicht ab. Dies ist zwar bei einem solch kleinen Keyboard nebensächlich, muss aber erwähnt werden.

Es werden zahlreiche Anpassungen mitgeliefert, so dass der User aber nur im Idealfall sofort loslegen kann und die Bedienelemente die wunschgemäße Belegung haben. Meist wird man sich sein eigenes Set zusammenstellen.

Die Audio-Performance ist ok und für USB 1.1 stellt sich ein praxistauglicher CPU-Belastungswert ein. Die 24 Bit relativieren sich jedoch schnell, wenn der Rauschabstand nur bei 90 dB liegt, was eigentlich einem Dynamikumfang von 16 Bit entspricht.

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                                                – Messwerte Output auf Input –

Mitbewerber

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Mit 250 Euro Straßenpreis platziert sich das PHOTON X25 etwas oberhalb des ESI NeON (ca. 200 Euro), das mit einem Mikro-Preamp und einer besseren Tastatur aufwarten kann, jedoch auf Spezialitäten wie AXYZ-Controller und LC-Display verzichtet. Das Edirol PCR-1 gibt es gerade für 140 Euro zu kaufen, hat aber eine sehr minderwertige Tastatur, unnötige 96-KHz Unterstützung und nur 8 programmierbare Potis, ist dafür jedoch durch seine Slim-Bauweise extrem klein und leicht. M-Audio bietet das Ozone für 240 Euro an, kann aber mit der Qualität des Photon in keiner Weise mithalten.

Fazit

Als besonders gut ausgestatteter Veteran der 25-Tasten Keyboards, findet auch das PHOTON X25 seine Nische. Die gute Bedienung per LC-Display, der AXYZ-Controller und die verschraubten Encoder zählen genauso zu den Highlights wie die einlegbaren Papierstreifen zur Beschriftung.

Da Cubase LE mitgeliefert wird, steht dem Käufer gleich ein Virtuelles Tonstudio zur Verfügung.

Leider lässt sich zur Zeit auf dem PC das ASIO-Control-Panel nicht öffnen. Alesis arbeitet bereits an einem Update des Treibers. Vorübergehend kann jedoch der bekannte ASIO4ALL Treiber Abhilfe schaffen, der kostenlos erhältlich ist.

PLUS

+++ Audio-interface

+++ Display

+++ 10 verschraubte Encoder

++ AXYZ-Controller

+ Kopfhörerausgang

MINUS

—– ASIO-Control-Panel lässt sich auf dem PC nicht öffnen

– nicht verschraubter Value-Encoder

– kein Mikrofon-Preamp

Preise

UVP: 279 Euro

Straßenpreis: 249 Euro

Hersteller / Vertrieb

Forum
  1. Profilbild
    miramar

    Moin,

    wollte mal die Frage stellen, ob es mit einem Controller dieser Art denn auch möglich ist, einen Hardware Synth zu steuern. Habe bei mir einen D-50 und eine Wavestation stehen. Haben leider eine ziemlich User-unfreundliches Programmierinterface. Haben allerdings einen Midi In an Bord. Falls es mit dem nicht geht, gibt es Controller, mit denen es möglich ist, Hardware Synths zu steuern.

    Vielen Dank

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